Saturn 3


Saturn 3 (GB, 1980)

Blu-ray, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 89 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Interview Synchronsprecher Roy Dotrice (6:29 Min.)
- Interview SFX Director Colin Chilvers (15:55 Min.)
- Zusätzliche Szenen aus der TV-Version (9:53 Min.)
- Super-8-Fassung (18:09 Min.)
- Trailer / TV-Spots
- Bildergalerie

Regie:
Stanley Donen

Hauptdarsteller:
Kirk Douglas (Adam)
Farrah Fawcett (Alex)
Harvey Keitel (Benson)




Story

Der Wissenschaftler Adam und seine Partnerin Alex arbeiten in der experimentellen Nahrungsforschungsstation Saturn 3 auf einem Saturnmond. Ihre Tätigkeit ist für die unter Ressourcenknappheit leidende Erdbevölkerung von großer Bedeutung. Adam und Alex sind ein Paar. Mit ihrer Einsamkeit auf dem Mond, in der ihnen nur das Hündchen Sally Gesellschaft leistet, sind sie ganz zufrieden, zumal Adam nicht mit den gesellschaftlichen Veränderungen einverstanden ist, zu denen es auf der Erde gekommen ist. Alex kennt die Erde nicht. Sie hat ihr ganzes Leben im All verbracht. Die beiden sind mit ihren Forschungen im Rückstand. Ein besonders leistungsfähiger humanoider Roboter der neuartigen "Halbgott"-Serie, der mit lebendem menschlichem Hirngewebe ausgestattet ist, soll eines der beiden Besatzungsmitglieder von Saturn 3 ersetzen. Die Einzelteile des Roboters werden mit einem Raumschiff zur Station gebracht. Der für diese Mission vorgesehene Pilot wird von einem anderen Astronauten namens Benson ermordet, der den Eignungstest nicht bestanden hat.

Captain Benson landet auf dem Saturnmond und quartiert sich in der Station ein. Ein Funkkontakt mit der Erde ist für die nächsten drei Wochen nicht möglich, weil der Mond den Saturn auf der erdabgewandten Seite passiert. Benson beginnt umgehend mit dem Zusammenbau des Roboters, dem er den Namen Hector gibt. Zwischen Benson und Adam kommt es zum Streit, denn Benson begehrt Alex und bedrängt sie. Alex will nichts von dem Mann wissen; er ist ihr unheimlich. Adam entwickelt einen regelrechten Hass auf Benson, weil der ihn permanent beleidigt und als überflüssig bezeichnet. Benson programmiert Hectors Hirn über eine Schnittstelle zu seinem eigenen Gehirn. Bensons Gedanken und Gefühle werden direkt auf den Roboter übertragen - dasselbe gilt für Bensons Verlangen nach Alex und für seine psychische Labilität. Hector entwickelt daraufhin ein gefährliches Eigenleben. Die Situation eskaliert, als Hector den Hund tötet und sich an Alex vergreift. Er attackiert sogar Benson. Adam bringt es nicht über sich, Benson mit dem tobenden Roboter zurückzulassen, obwohl er seinen Rivalen auf diese Weise bequem loswerden könnte. Mit vereinten Kräften gelingt es den Männern, den Behälter mit Hectors Gehirn aus dem gepanzerten Robotkörper herauszulösen und die Maschine somit unschädlich zu machen.

Benson zerlegt Hector, doch dessen Gehirn ist noch funktionsfähig. Es übernimmt die primitiven Arbeitsroboter der Station per Fernsteuerung. Diese setzen Hector unbemerkt wieder zusammen. Währenddessen bereitet Benson den Rückflug zur Erde vor. Er will Alex mitnehmen. Es kommt zu Handgreiflichkeiten zwischen Benson und Adam. Da erscheint Hector, verstümmelt Benson und zerrt den Körper hinter sich her. Adam und Alex versuchen mit Bensons Schiff zu fliehen, doch es wird von Hector vernichtet. Daraufhin verschanzen sich die beiden Menschen im Kommunikationsraum der Basis. Dort erscheint plötzlich Bensons Gesicht auf den Überwachungsmonitoren. Adam und Alex werden in die Zentrale gebeten. Dort stehen sie aber nicht Benson gegenüber, sondern Hector. Der Roboter hat die Identität des Menschen übernommen. Dasselbe hat Hector mit Adam und Alex vor. Adam erhält zu diesem Zweck eine Hirnschnittstelle. Hector kontrolliert die Funksprecheinrichtungen der Basis und kann mit den Stimmen der Menschen sprechen, als ein Raumschiff den Mond zur halbjährlichen Routinekontrolle passiert. Adam bastelt sich einen Sprengstoffgürtel aus Energiezellen, den er zündet, als Hector auf die Schnittstelle zugreifen will. Adams und Hectors Körper werden durch die Explosion zerrissen. Alex überlebt und kann die Station verlassen, um zur Erde zu fliegen.


Kringels Meinung

"Saturn 3", auch bekannt als "Saturn-City", ist eines jener obskuren Science-Ficion-Machwerke aus den späten Siebzigern / frühen Achtzigern, die vermutlich nie entstanden wären, wenn sich das Publikum nach Alien nicht nach weiterem Futter ähnlicher Art gesehnt hätte. Ich habe den Film seinerzeit nicht gesehen. Auf den Erwerb der Heimkinoversion habe ich in all den Jahren verzichtet, weil zu lesen war, die deutsche DVD sei geschnitten. Seit Oktober 2015 ist der Film uncut auf Blu-ray erhältlich, und weil das Bild des mörderischen Roboters seit Jahrzehnten in meinem Kopf herumspukt (habe damals ein Aushangfoto von Hector gesehen, der Alex gepackt hält), habe ich mal zugegriffen. Ich wollte nun doch endlich wissen, was es mit diesem Ding auf sich hat. Und siehe da, tatsächlich ist Hector der einzige positive Aspekt des Films! Der Roboter hat ein interessantes Design, er wirkt einigermaßen bedrohlich und die Tatsache, dass Gehirnsubstanz von Ungeborenen zur Konstruktion seiner CPU verwendet wurde, ist recht gruselig. Die hierzu passende Art und Weise seiner Programmierung, die dazu führt, dass die Maschine quasi das Bewusstssein des Menschen übernimmt, klingt nach einer guten Idee.

Leider wird daraus kein guter Film. Zunächst einmal enthält "Saturn 3" zu viele Logikbugs, die ich einfach nicht ignorieren kann. Auf der Erde scheint es aufgrund der Überbevölkerung zu großen gesellschaftlichen Umwälzungen gekommen zu sein. Davon bekommt man leider nichts zu sehen, es bleibt bei Andeutungen. Jedenfalls ist die Nahrungsknappheit eines der größten Probleme. Warum man zur Lösung dieser Probleme eine Forschungsstation auf einem Saturnmond eingerichtet hat, also so weit von der Erde entfernt, dass der Aufwand enorm gewesen sein dürfte, ist mir schleierhaft! Wenn die Menschen die technischen Fähigkeiten besitzen, derart riesige Habitate zu konstruieren, warum nutzen sie diese Technik nicht zur Minderung des Bevölkerungsdrucks auf der Erde? Unklar bleibt auch, was Adam und Alex in der Station überhaupt treiben. Sie scheinen mehr mit Bettspielen beschäftigt zu sein als mit wissenschaftlicher Tätigkeit. Warum sind eigentlich nur zwei Leute in der Station beschäftigt? Müssten dort nicht Heerscharen von Forschern und technischem Personal beschäftigt sein? Und wenn die Station so wichtig ist, warum wird dort ein offensichtlich alles andere als ausgereifter Roboter-Prototyp eingesetzt? Warum gibt es im Astronauten-Umkleideraum, in dem Benson den anderen Captain tötet, eine sich zum freien Weltraum öffnende Tür? Warum müssen Raumschiffe, die sich dem Mond nähern, durch die Ringe des Saturn hindurchfliegen (der Mond wird die Ringe ja wohl kaum queren)? Warum haben Adam und Alex kein eigenes Raumschiff? Wie gelingt es Hector, die Stationsroboter fernzusteuern? Etwa durch Telepathie?!? Das waren nur ein paar Beispiele, man könnte endlos so weitermachen.

Die Story, so dünn sie auch ist, vermag schon gar nicht zu überzeugen. Das "Beziehungsdreieck" funktioniert hinten und vorne nicht. Alex' einziger Existenzzweck scheint darin zu bestehen, leicht bekleidet durch die Korridore der Station zu huschen und mit Adam ins Bett zu hüpfen. Nebenbei bemerkt hätte ich ganz bestimmt darauf verzichten können, den deutlich gealterten und zu penetrantem Overacting neigenden Kirk Douglas nackt zu sehen ... Vor 35 Jahren, als wir Science-Fiction-Fans uns wegen des nicht gerade üppigen Angebots begeistert auf jeden noch so erbärmlichen Trash gestürzt haben, hätte mir der Film vielleicht sogar gefallen. Für die damalige Zeit geht die Tricktechnik in Ordnung, auch wenn so manches Hintergrundbild doch sehr billig wirkt. Heute kann ich nur den Kopf schütteln, wenn ich lese, dass der Film angeblich Kultstatus erreicht hat.


Blu-ray-Features

"Saturn 3" war lange Zeit nur in einer geschnittenen Version erhältlich. Zwei Gewaltszenen haben gefehlt, in denen zu sehen ist, wie der von Benson ermordete Captain buchstäblich geschreddert wird und wie Benson seine Hand verliert. Die Blu-ray enthält die ungeschnittene Version.

Ich habe mir den Film in der englischen Originalfassung angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass Harvey Keitels Stimme irgendwie komisch klingt. Durch das Interview mit Roy Dotrice wird klar, warum das so ist. Keitel wurde von Dotrice nachsynchronisiert! Angeblich hat dem Regisseur Keitels Akzent nicht gefallen. All seine Dialogzeilen wurden an einem Vormittag neu vertont. Das scheint Dotrice immer noch unangenehm zu sein. In einem weiteren Interview (ebenso wie das mit Dotrice vermutlich irgendwann in der heutigen Zeit entstanden) erzählt Colin Chilvers ein bisschen was über die Entstehung verschiedener Spezialeffekte.

Der englischsprachigen Wikipedia zufolge existiert eine Fernsehfassung des Films, die einige für die Kinoversion nicht verwendete Szenen enthält. Diese Szenen liegen beim Bonusmaterial der Blu-ray vor. Die längste Laufzeit hat eine Sequenz, in der Adam Hector zu einer Exkursion außerhalb der Station mitnimmt. Da Hector nicht so recht gehorchen will, fährt Adam allein weiter. Hector kehrt in die Station zurück und sabotiert die Einstiegsschleuse, während sich Benson an Alex heranmacht. Adam muss die Schleuse deshalb sprengen, als er den Notruf seiner Partnerin hört. Die Szenen haben 4:3-Format und eine grausige Bildqualität.

Ähnlich mies ist die Bildqualität die Super-8-Fassung. Sie hat eine Laufzeit von weniger als 20 Minuten und enthält doch alle wesentlichen Elemente, die zum Verständnis der Story benötigt werden. Das will schon was heißen ...


J. Kreis, 27.10.2016




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