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Mit Dynamit und frommen Sprüchen Mit Dynamit und frommen Sprüchen (USA, 1975)
- Rooster Cogburn and the Lady -

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras
Kinotrailer

Regie:
Stuart Millar

Hauptdarsteller:
John Wayne (Reuben J. "Rooster" Cogburn)
Katherine Hepburn (Eula Goodnight)
Richard Jordan (Hawk)




Inhalt:

Deputy Marshal Rooster Cogburn hat wieder einmal einige Verbrecher erschossen, die er eigentlich hätte verhaften sollen. Daraufhin wird er zwangspensioniert. Allerdings wird er mit der Aussicht auf ein hohes Kopfgeld und Wiedereinsetzung in sein Amt bald darauf "reaktiviert", denn man braucht den alten Haudegen, um eine Gruppe von Banditen dingfest zu machen. Die Bande wird von Hawk angeführt, einem alten "Bekannten" Cogburns. Hawks Leute haben einen ganzen Karren voller Sprengstoff geraubt, womit sie eine Bank überfallen wollen. Cogburn setzt sich allein auf Hawks Fährte (die vom Richter versprochene Unterstützung trifft nie ein), die ihn zu der kleinen Siedlung Fort Ruby führt. Dort haben die Banditen am Vortag ein Massaker angerichtet. Auch Reverend Goodnight, ein alter Pastor, ist erschossen worden.

Zu den Überlebenden gehören Eula Goodnight, die betagte Tochter des Reverend, und der Indianerjunge Wolf. Cogburn will Eula und Wolf in Sicherheit bringen, aber die ebenso bibelfeste wie resolute Pfarrerstochter besorgt sich eine Waffe und besteht darauf, Cogburn bei der Verfolgung der Banditen durch die Wildnis zu begleiten. Cogburn ist der bissigen Dame nicht gewachsen und nimmt sie widerstrebend mit. Von ihren ständigen Bibelzitaten und Ermahnungen zu einer asketischen Lebensweise ist Cogburn, der gern einen über den Durst trinkt und Seife nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, bald mehr als genervt. Über Wolfs Begleitung freut er sich mehr, denn der junge Mann bewundert den legendären Marshal. Mit der Zeit raufen Cogburn und Eula sich dennoch zusammen. Es entsteht sogar eine spröde Freundschaft.

Durch einen geschickten Hinterhalt gelingt es Cogburn tatsächlich, den Banditen den Karren mit dem Sprengstoff abzujagen. Hawk lässt sich aber nicht so leicht abschütteln. Er verfolgt Cogburn, Eula und Wolf bis zum Fluß. Die drei Gefährten müssen mit einem Floß durch die Stromschnellen fliehen, werden dann im flachen Wasser aber von Hawks Leuten abgefangen. Cogburn läßt einige Holzkisten mit Nitroglyzerin zu Wasser. Als die Banditen versuchen, die Kisten einzusammeln, schießt Cogburn darauf - die folgende Explosion überlebt keiner der Banditen. Jetzt muss Cogburn nur noch versuchen, dem Richter zu erklären, warum er schon wieder keine Gefangenen gemacht hat. Letzten Endes ist es Eulas scharfer Zunge zu verdanken, dass Cogburn wieder in Amt und Würden eingesetzt wird. Dann trennen sich Cogburns und Eulas Wege, denn die Pfarrerstochter will die Siedlung neu aufbauen.

Der Film:

Im Grunde ist dieser Film nicht viel mehr als eine leicht abgewandelte Version des Westerns "Der Marshal", in dem John Wayne schon einmal das einäugige Raubein Rooster Cogburn gespielt hat. Die Rolle des knurrigen alten Einzelgängers ist ihm einfach perfekt auf den Leib geschrieben, sie "funktioniert" deshalb auch diesmal wieder prächtig. Der Film wird aber hauptsächlich durch John Waynes Zusammenspiel mit Katherine Hepburn sehenswert. Tatsächlich kann ich ihn immer wieder anschauen, ohne mich zu langweilen. Roosters und Eulas Wortgefechte haben es in sich, und im englischen Original funktionieren sie wegen einiger unübersetzbarer Wortspiele sogar noch besser. Diese Auseinandersetzungen nehmen - zum Glück - breiten Raum ein, eine Story im eigentlichen Sinne ist praktisch nicht vorhanden. Es gibt aber auch eine ganze Menge handfester Action mit viel Pulverdampf (ich sage nur: Gatling Gun!) sowie Verfolgungsjagden zu Pferd und auf dem Wasser. Auch sehr schön: Die wundervollen Landschaftsaufnahmen. Im Gegensatz zu vielen anderen alten Western wurde nämlich nicht im Studio gedreht, sondern vor Ort, mitten in der Natur.

Ich habe übrigens einen interessanten Effekt beim Vergleich der deutsch synchronisierten Version mit der englischen Originalversion festgestellt. Im englischen Original schwankt und zittert Katherine Hepburns Stimme nämlich immer recht stark, die deutsche Synchronstimme ist natürlich stetig und fest. Nun muss man wissen, dass Hepburn seinerzeit schon an der Parkinson'schen Krankheit gelitten hat, wodurch auch die schwankende Stimme verursacht wurde. Aber wenn man das nicht hört, dann fallen die anderen Krankheitssymptome fast nicht auf. Hört man aber die Stimme, dann weiß man sofort, was mit der Schauspielerin los ist...

Über die positive Darstellung des ständig gewaltbereiten versoffenen Einzelgängers Rooster Cogburn, der lieber erstmal schießt, und dann vielleicht fragt, und der selbst im Whiskyrausch noch zwei in die Luft geworfene Brötchen mit Schüssen aus der Hüfte trifft, sollte man übrigens besser nicht weiter nachdenken.

Die DVD:

Keine Extras (Trailer zählt nicht) - kein Kommentar! Technisch ist der Film trotz seines hohen Alters einwandfrei: Über Bild und Ton kann man nicht meckern.

J. Kreis, 19.10.2006
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