Rogue One: A Star Wars Story


Rogue One: A Star Wars Story (USA, 2016)

Blu-ray, Lucasfilm Ltd. / Walt Disney Studios Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 134 Minuten

Extras:
- Die Geschichten (68:58 Min.)
- Rogue-Zusammenhänge (4:31 Min.)

Regie:
Gareth Edwards

Hauptdarsteller:
Felicity Jones (Jyn Erso)
Diego Luna (Cassian Andor)
Ben Mendelsohn (Orson Krennic)
Riz Ahmed (Bodhi Rook)
Mads Mikkelsen (Galen Erso)
Forest Whitaker (Saw Gerrera)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Star Wars Episode III - Die Rache der Sith.

Der Wissenschaftler Galen Erso hält sich mit seiner Frau Lyra und seiner Tochter Jyn auf einem abgelegenen Planeten versteckt. Als ein imperiales Shuttle landet, weiß Galen, was die Stunde geschlagen hat. Sein ehemaliger Vorgesetzter, der Waffenkonstrukteur Orson Krennic, hat ihn aufgespürt, um ihn zur Mitarbeit im ehrgeizigsten je dagewesenen Projekt zu zwingen. Krennic baut den Todesstern, eine Raumstation von der Größe eines Mondes, die einen Planeten mit einem einzigen Schuss vernichten kann. Mit dieser Waffe könnte der Imperator jeden Widerstand im Keim ersticken. Galen und Krennic haben früher zusammengearbeitet, doch Galen konnte die Konstruktion des Todessterns nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Ohne Galen ist das Projekt ins Stocken geraten. Lyra weiß, dass Krennic versuchen wird, sie und Jyn als Druckmittel zu missbrauchen. Sie richtet die Waffe auf Krennic und wird von dessen Todestrupplern erschossen. Jyn beobachtet dies unbemerkt und versteckt sich anschließend in einer Höhle. Galen wird von Krennic mitgenommen. Der mit Galen befreundete Untergrundkämpfer Saw Gerrera nimmt Jyn unter seine Fittiche. Sie wird zu seiner besten Kriegerin, doch irgendwann trennen sich ihre Wege. Jyn schlägt sich unter falschem Namen durch, wird von den Imperialen verhaftet und soll in ein Arbeitslager gebracht werden.

Jahrelang verbirgt Galen seine wahren Gedanken vor Krennic. Er vollendet den Todesstern, baut jedoch eine Schwachstelle in die Superwaffe ein. In einer Holobotschaft, die Galen dem desertierten imperialen Piloten Bodhi Rook übergibt, erklärt er, wie man sämtliche Systeme des Todessterns auf einen Schlag zum Zusammenbruch bringen kann und dass die Konstruktionsunterlagen in einer Basis auf dem Planeten Scarif aufbewahrt werden. Bodhi flieht zur Wüstenwelt Jedha, wo er Gerreras Leuten in die Hände fällt. Cassian Andor, ein Geheimagent der Rebellenallianz, erfährt von der Existenz des Todessterns und Bodhis Flucht. Da die Beziehungen zwischen der Rebellenallianz und Gerrera, der zum Extremisten geworden ist, alles andere als gut sind, wird eine Kontaktperson gebraucht. Hier kommt Jyn ins Spiel, deren wahre Identität den Rebellen bekannt ist. Sie wird befreit und zur Rebellenbasis auf Javin IV gebracht. Man bietet ihr die Freiheit an, wenn es ihr gelingt, Gerrera zur Herausgabe der Nachricht ihres Vaters zu bewegen. Gemeinsam mit Cassian (der den Geheimbefehl erhält, Galen zu töten) und dem umprogrammierten imperialen Droiden K-2SO fliegt Jyn nach Jedha, wo sie mitten in Kampfhandlungen zwischen Sturmtruppen und Gerreras Extremisten hineingerät. Unerwartete Hilfe erhalten Jyn und Cassian von dem blinden Krieger Chirrut Imwe und dem mit ihm befreundeten Söldner Baze Malbus. Da Cassian einige Extremisten tötet, werden alle vier von Gerreras Leuten gefangen genommen. Wie erhofft ist Gerrera erfreut, Jyn zu sehen. Er zeigt ihr Galens Holobotschaft.

Währenddessen bereitet Krennic auf Befehl von Gouverneur Tarkin den ersten Funktionstest des Todessterns vor. Ziel ist Jedhas Hauptstadt. Es wird lediglich mit niedriger Energie gefeuert. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Die Planetenkruste reißt auf, eine gewaltige Schockwelle breitet sich aus. Auch Gerreras Basis geht darin unter. Jyn und ihre Gefährten sowie Bodhi entkommen in letzter Sekunde. Die Holobotschaft existiert somit nur noch in Jyns Kopf, doch Rook weiß, wo sich ihr Vater befindet. Er arbeitet in einer Forschungseinrichtung auf dem Planeten Eadu. Jyn will Galen befreien, damit er den Rebellen persönlich erklären kann, wie man den Todesstern unschädlich machen kann. Zu spät erkennt sie, welche Absichten Cassian wirklich verfolgt, allerdings bringt Cassian es doch nicht über sich, Galen zu töten. Da der Kontakt zwischen Cassian und der Rebellenbasis abgebrochen ist, wird eine Jägerstaffel gegen Eadu in Marsch gesetzt. Der Angriff beginnt kurz nach Krennics Ankunft auf Eadu. Er wurde wegen des Sicherheitslecks, von dem er bisher nichts wusste, als Projektleiter abgesetzt. Tarkin ist nun Kommandant des Todessterns. Krennic ordnet die Exekution aller Ingenieure an, obwohl Galen gesteht, dass er selbst der Verräter ist. X-Wings und Bomber zerstören die Einrichtung. Krennic entkommt. Galen stirbt in den Armen seiner Tochter. Mit einem gestohlenen imperialen Shuttle kehrt die Gruppe nach Javin IV zurück.

Die Existenz des Todessterns ist nun allgemein bekannt und die Rebellen wissen, dass die Superwaffe einen wunden Punkt hat. Ohne die Baupläne ist diese Information allerdings nutzlos. Jyn schlägt einen Großangriff auf Scarif vor, doch der Rebellenrat ist in sich zerstritten. Manche Ratsmitglieder glauben Jyn nicht, andere halten die Fortführung des Kampfes angesichts der Bedrohung durch den Todesstern für sinnlos. Jyn, Cassian und einige Gesinnungsgenossen nehmen die Sache selbst in die Hand. Mit dem von Bodhi auf den Namen Rogue One getauften Shuttle infiltrieren sie die imperiale Basis auf Scarif. Krennic ist bereits vor Ort. Darth Vader hat ihm eindringlich klar gemacht, dass weitere Störungen nicht toleriert werden. Während Jyn, Cassian und K-2SO nach den Plänen suchen, führen Imwe, Malbus und die Rebellen Ablenkungsangriffe durch. Die somit vor vollendete Tatsachen gestellte Rebellenallianz schickt nun doch die gesamte Flotte nach Scarif. Nur wenige X-Wings können zur Unterstützung der gegen Sturmtruppen und Kampfläufer auf verlorenem Posten kämpfenden Bodentruppen entsandt werden, bevor sich ein planetenumspannender Energieschutzschirm schließt. Sternzerstörer und TIE-Jäger fügen der Rebellenflotte schwere Verluste zu. Nach und nach werden Imwe, Malbus und viele Rebellensoldaten getötet. K-2SO wird zerstört. Bodhi fällt einer Explosion zum Opfer, kurz nachdem es ihm gelungen ist, die Rebellenflotte darüber zu benachrichtigen, dass unbedingt eine Bresche im Energieschirm geschaffen werden muss, damit Jyn die Konstruktionsdaten zur Flotte transferieren kann.

Krennic versucht Jyn persönlich aufzuhalten, wird aber von Cassian niedergeschossen. Die Rebellen überlasten den Energieschirm, indem sie zwei Sternzerstörer damit kollidieren lassen. Die brisaten Daten werden übertragen. Der Todesstern erscheint und feuert auf die Basis. Auf Scarif gibt es keine Überlebenden und auch für die Flotte sieht es düster aus, denn Darth Vader führt einen weiteren Sternzerstörer in den Kampf. Ein kleiner Blockadebrecher, die Korvette Tantive IV, entgeht der Vernichtung. Prinzessin Leia Organa befindet sich an Bord. Sie ist im Besitz der einzigen Kopie der Todesstern-Konstruktionspläne.

Fortsetzung folgt!


Kringels Meinung

Ein Star Wars - Film ohne die altbekannte und von mir heiß geliebte Eröffnungsmusik? Na, das war eine Überraschung, als ich "Rogue One" zum ersten Mal im Kino gesehen habe! Und zwar eine so unschöne, dass der Film es nicht leicht hatte, die Scharte wieder auszuwetzen. Ich war wegen dieses im Grunde unbedeutenden Details merkwürdigerweise so sehr negativ voreingestellt, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich dann doch noch "abgeholt" wurde! Um das Ergebnis vorwegzunehmen, weil der folgende Text womöglich etwas zu negativ klingt: Ich finde den Film gut. "Rogue One" gefällt mir trotz der eher dünnen Handlung und schwacher Figuren erheblich besser als Das Erwachen der Macht oder gar "Die letzten Jedi".

"Rogue One" spielt in der zeitlichen Lücke zwischen Die Rache der Sith und Krieg der Sterne. Die Machtposition des Imperiums wurde gefestigt. Nur die Rebellenallianz macht noch Ärger. Der Todesstern soll als ultimative Waffe gegen sie eingesetzt werden und künftig als technologisches Schreckgespenst sicherstellen, dass niemand mehr auch nur an Widerstand denkt. Wer "Krieg der Sterne" kennt, der weiß, dass es den Spionen der Rebellenallianz unter hohen Opfern gelingt, die Konstruktionspläne des Todessterns zu erbeuten. Genau diese Geschichte - nicht mehr und nicht weniger - wird in "Rogue One" erzählt, das heißt, man weiß im voraus, wie der Film ausgehen wird und es kann nur noch um die Frage gehen, wer von besagten Spionen das Ganze überleben wird. Das war für mich das einzige nicht vorhersehbare Element dieses Films, denn ich hätte nicht gedacht, dass man die Hauptfiguren sterben lassen würde.

Man müsste die Figuren also ins Herz schließen, um das Ganze spannend finden zu können. Leider hat keine Haupt- und Nebenperson es geschafft, mich für sich einzunehmen. Ihr Schicksal ist mir gleichgültig geblieben. Felicity Jones müht sich redlich, die Rolle der widerstrebenden Heldin mit Leben zu füllen, aber meiner Meinung nach schafft sie es nicht wirklich. Sie verhält sich die meiste Zeit sehr distanziert. Klar, es passt zu Jyn, aber es überträgt sich auf den Zuschauer. Die von Diego Luna verkörperte Figur des Cassian Andor funktioniert erst recht nicht. Wie soll ich denn bitte jemanden sympathisch finden, der einen Kameraden hinterrücks niederschießt, um sich selbst zu retten? Sein Sinneswandel hat mich ebenso wenig überzeugt wie die angedeutete Liebesgeschichte mit Jyn. Der Rest des Figurenensembles bleibt blass. Ich hatte jedenfalls nie das Gefühl, dass es sich hier um ein Team handelt. Manche nerven sogar wie der blinde Möchtegern-Jedi, vom grenzwertigen Saw Gerrera ganz zu schweigen. Einzige Ausnahme ist Mads Mikkelsen bzw. Galen Erso, eine tragische Figur, die sich einprägt.

Ironischerweise können vor allem die Schurken punkten. Orson Krennic ist ein würdiger Gegner der Rebellen, ein durchtriebener Finsterling, dem man alles Schlechte wünscht. Und dann ist da ja noch Darth Vader! Er mag nur wenige Minuten auf der Leinwand präsent sein, aber die haben es wirklich in sich. Besonders gut gelungen finde ich die finalen Szenen, bei denen man erkennt, dass unmittelbar zu den Geschehnissen von "Krieg der Sterne" übergeleitet wird. Unaufhaltsam kämpft sich Darth Vader bis zum Eingangsschott der Tantive IV vor, die in letzter Minute entkommt. Diese Sequenz ist extrem gut gelungen. "Krieg der Sterne" beginnt bekanntlich mit der Enterung der Tantive IV durch Darth Vader. Der Rest ist Geschichte ... Vaders Auftritte sind für mich auch beim wiederholten Anschauen des Films echte Gänsehautmomente!

Wahrscheinlich sollte sich "Rogue One" deutlich vom Rest des Star Wars-Franchise abheben, deshalb wohl auch der Verzicht auf die Titelmelodie. Der Film ist sehr düster und "Krieg" wird hier wahrhaftig groß geschrieben. Es wird Action satt geboten, und daran gibt es rein gar nichts auszusetzen! Man könnte vielleicht sagen, dass "Rogue One" der Soldat James Ryan des Star Wars - Universums ist, was die Darstellung der Kampfhandlungen angeht. So brutal und dreckig war der Sternenkrieg nach meinem Empfinden bisher nicht. Diesen Ansatz finde ich gar nicht schlecht, will sagen, es stört mich keineswegs, dass "Rogue One" kein naives Weltraummärchen ist. Ich erwarte nicht, dass dasselbe Erfolgsrezept ständig wiederholt wird. Im Gegenteil! Dass so etwas in die Hose gehen kann, sieht man an "Das Erwachen der Macht" und noch mehr an "Die letzten Jedi".

Auf der Habenseite sind auf jeden Fall die Schauwerte zu verbuchen. Tatsächlich enthält "Rogue One" so viele wunderbare Szenarien und neue Eindrücke, dass ich den Film allein ihretwegen empfehlen kann. Der über Jedha schwebende Sternzerstörer und die brachiale Vernichtung dieser Stadt, der Kampf im Tropenparadies gegen Kampfläufer, der wie ein Mond über Scarif aufgehende Todesstern, packende Raumschlachten ... das sind grandiose, für die große Leinwand geschaffene Bilder. Und nebenbei bemerkt sind sie nicht austauschbar; "Rogue One" ist eindeutig Star Wars. Ich muss allerdings erwähnen, dass ich nicht alle Spezialeffekte für restlos gelungen halte. So wurden computergenerierte Gesichter für die Schauspieler eingefügt, die als Doubles für Peter Cushing (Tarkin) und Carrie Fisher (Leia) dienen. Alles ist gut, solange sie nur still dastehen. Wenn man nicht wüsste, dass Peter Cushing nicht mehr lebt, könnte man Tarkin für einen echten Menschen halten. Aber sobald sie sich bewegen oder sprechen, ist der Zauber gebrochen.


Extras

Die Filmdoku "Die Geschichten" besteht aus mehreren Einzel-Featurettes, die zusammen abgespielt werden können. Der Fokus liegt weniger auf dem Produktionsprozess, das heißt, man bekommt gar nicht so sehr viel von der Entstehung des Films zu sehen. Immerhin wird gezeigt, dass unter anderem die Rebellenbasis auf Javin IV, in "Krieg der Sterne" nur ein Matte Painting, für "Rogue One" wirklich gebaut wurde. Das Figurenensemble steht im Mittelpunkt. Ausführlich wird auf alle wichtigen Personen eingegangen, auch auf K-2SO oder vielmehr den Schauspieler Alan Tudyk. Er ist entweder auf Stelzen gelaufen oder musste einen Rucksack mit über seinen Kopf hinausragendem Droiden-Pappgesicht tragen, damit die anderen Schauspieler wussten, wo sie hinsehen mussten. Die Doku enthält Informationen, die mir neu waren, z.B. dass Saw Gerrera eine aus der von mir ignorierten CGI-Fernsehserie "Star Wars: The Clone Wars" bekannte Figur ist. Es wird auch immer wieder Hinter-den-Szenen-Material aus den allerersten Star Wars - Filmen eingeblendet. Besonders deutlich wird, dass viele Schauspieler und Mitglieder des Produktionsteams glühende Fans von Star Wars sind. Dass "Krieg der Sterne" für sie ebenso wichtig ist wie für mich. Ihre Begeisterung ist so klar erkennbar, dass ich mich genötigt fühlte, meinen ursprünglich viel harscher formulierten Kommentar abzumildern.

In der kurzen Featurette "Rogue-Zusammenhänge" werden Anspielungen auf andere Star Wars - Filme hervorgehoben, Gastauftritte des Regisseurs und anderer Teammitglieder gezeigt sowie Hintergrundinformationen vermittelt. Vieles ist mir beim Anschauen des Films gar nicht aufgefallen.


J. Kreis, 03.05.2018




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