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The Rocky Horror Picture Show The Rocky Horror Picture Show (USA, 1975)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 96 Minuten

Extras
Audiokommentar, Multi-View-Kinoerlebnis, Anweisungen zum Mitsingen, Publikumsbeteiligung

Regie:
Jim Sharman

Hauptdarsteller:
Tim Curry (Dr. Frank N. Furter)
Susan Sarandon (Janet Weiss)
Barry Bostwick (Brad Majors)
Richard O'Brien (Riff-Raff)
Patricia Quinn (Magenta)
Little Nell (Columbia)
Jonathan Adams (Dr. Everett Scott)
Peter Hinwood (Rocky Horror)
Meat Loaf (Eddie)
Charles Gray (Erzähler)




Inhalt

Das frisch verlobte Paar Janet und Brad will den Mann besuchen, der sie zusammengebracht hat: Dr. Scott. Unterwegs platzt ihnen aber mitten im Wald ein Reifen und sie müssen in einem unheimlichen Schloß um Hilfe bitten. Dort hausen allerdings Außerirdische vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transsylvania, deren Anführer Dr. Frank N. Furter einige Gäste eingeladen hat, um seinen neuesten Erfolg zu feiern: Die Erschaffung eines künstlichen Menschen, der ganz zur Befriedigung von Dr. Furters speziellen Vorlieben designt wurde. Nach einem kurzen Auftritt des tiefgekühlten Rockers Eddie, der nicht nur ein "Verflossener" von Dr. Furter ist, sondern ihm auch als unfreiwilliger Gehirnlieferant für den künstlichen Bodybuilder Rocky gedient hat, setzt der transsexuelle Wissenschaftler seine Verführungskünste ein, um nicht nur einen echten Mann aus Rocky zu machen, sondern auch Brad und Janet (anständige, aber auch ziemlich verklemmte junge Leute) zum Auftauen zu bringen. Bei Janet klappt das etwas zu gut, denn sie hat Blut geleckt und nimmt sich zu Brads Entsetzen den gerade erst wenige Stunden alten Rocky vor.

Da trifft Dr. Scott ein, Dr. Furters Erzrivale. Die Transsylvanier wittern Verrat, doch Dr. Scott ist nur auf der Suche nach Eddie, seinem Neffen. Brad, Janet, Dr. Scott, Rocky und Eddies Freundin Columbia (die auch zu Dr. Furters "Verflossenen" gehört) werden zuerst in Stein verwandelt, dann werden sie in Strapse und Mieder gesteckt. Dr. Furter veranstaltet mit ihnen zuerst eine bizarre Bühnenshow, dann feiern alle zusammen eine wilde Orgie im Swimmingpool. Doch da treten die Geschwister Riff-Raff und Magenta auf den Plan. Die beiden sind ebenfalls Transsylvanier und haben Dr. Furter bis jetzt gedient. Doch nun haben sie genug von den Extravaganzen ihres Chefs und wollen das gesamte Haus zurück zu ihrem Heimatplaneten beamen. Dr. Furter können sie dabei aber nicht brauchen und jagen ihm daher Antimateriestrahlen in den Leib. Rocky ist außer sich vor Wut, versucht mit Dr. Furters Leiche zu fliehen und wird ebenfalls erschossen. Janet, Brad und Dr. Scott werden verschont, sie können gerade noch entkommen, bevor das Haus spurlos verschwindet.

Der Film:

Obige Zusammenfasung ist eigentlich vergebliche Liebesmüh, denn die Geschichte, die immer wieder mal unterbrochen und von einem knochentrockenen Erzähler kommentiert wird, ist absolute Nebensache. Sie bildet nur den Rahmen für eine Fülle von Songs, die fast alle Ohrwurmqualitäten haben, wenn man Rock'n Roll mag. Die Story ist ein wildes Sammelsurium von Anspielungen auf alle möglichen alten Science Fiction- und Horrorfilme - was wiederum deshalb besonders witzig ist, weil "The Rocky Horror Picture Show" inzwischen selbst in diversen anderen Filmen zitiert wurde. Der Film wurde natürlich recht schnell zum Kult erklärt und kaum ein anderer Film hat dieses Prädikat so sehr verdient wie dieser, denn mit ihm wird tatsächlich ein Kult der besonderen Art betrieben: Wenn man das Glück hat, ihn im Kino zusammen mit einer möglichst großen Gruppe echter Fans sehen zu können, dann darf man sich auf einiges gefaßt machen. Man schaut sich diesen Film nämlich nicht einfach so an, sondern spielt entweder einzelne Szenen in voller Kostümierung nach (wenn der Kinosaal es zuläßt), oder man beteiligt sich auf andere Weise am Geschehen auf der Leinwand. Bei der einleitenden Hochzeitsszene wird zum Beispiel Reis geworfen. Wenn Brad und Janet durch den Regen gehen, wird mit Wasserpistolen herumgespritzt, andere Zuschauer halten sich dann zum Schutz Zeitungen über den Kopf. Und wenn der "Time Warp" erklingt, hält es echte Fans nicht auf den Sitzen...

Das Musical wurde von Richard O'Brian geschrieben, der in der Verfilmung die Rolle des Riff-Raff übernommen hat und darin ziemlich genial ist. Tim Curry ist die perfekte Besetzung für Dr. Frank N. Furter. Freakiger, cooler und überzeugender geht es einfach nicht! Auch Meat Loaf ist sehenswert, spätestens dann, als er tranchiert unter der gläsernen Platte des Eßtischs liegt. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Obwohl offensichtlich nur wenig Geld zur Verfügung gestanden hat, wirken Dr. Furters Schloß und Laboratorium recht gut. All das ist sowieso nur als Hommage an und als Parodie auf die SF-/Gruselfilme der Fünfziger- und Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts gedacht.

Natürlich kann es gut sein, daß der Film euch überhaupt nicht gefällt. Ich erlebe es immer wieder, daß Leute nichts mit dem Film anfangen können und daß sie ihn dumm, albern und/oder billig finden, vor allem dann, wenn sie das oben beschriebene Kino-Erlebnis nie hatten. Dabei hat der Film - man höre und staune - sogar eine gegen jegliche Prüderie gerichtete Botschaft, die sich vielleicht in einem Zitat von Dr. Frank N. Furter zusammenfassen läßt: "Don't dream it - be it!"

Die DVD:

Gar nicht schlecht, die Extras der normalen DVD: In einem Audiokommentar unterhalten Richard O'Brien und Patricia Quinn sich über ihre Erinnerungen an die Zeit der Entstehung des Musicals und des Films. Wenn ihr gern mitsingen möchtet, euch die Texte aber nicht merken könnt, dann aktiviert die Anweisungen zum Mitmachen. Dann werden spezielle Untertitel eingeblendet. Eine zusätzliche, Publikumsbeteiligung genannte Tonspur vermittelt euch einen ganz kleinen Eindruck von der Atmosphäre, die bei einer Kinovorführung des Films entsteht. Diese Tonspur ist ein Audiokommentar der besonderen Art, denn es wurde einfach nur die "Audience Partici....pation" in einem Kino mitgeschnitten. Und es gibt keine Szene und keine Textzeile, die unkommentiert, unparodiert und unverballhornt bleibt. Der Clou ist allerdings das Multi-View-Kinoerlebnis. Wenn ihr diesen Menüpunkt aktiviert, dann wird während des Films immer wieder zu einem Kinosaal umgeblendet, in dem eine Horde Fans sitzt. Fast alle kostümiert, und alle machen fleißig mit. Herrlich!

Dieser Film wurde nie synchronisiert und somit gibt es auf der DVD nur eine englische Tonspur sowie deutsche Untertitel. Gut so, sage ich, denn eine Übersetzung wäre ebenso unmöglich wie sinnlos.

Achtung: Die DVD gibt es auch als Special Edition mit mehr Bonusmaterial, aber mit absolut identischem Cover- und Rückseitenbild. Man erkennt den Unterschied einzig und allein an der längeren Liste der Extras auf der Rückseite.

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