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Robin of Sherwood Season 1 Robin Hood - Die 1. Staffel (GB 1984)
- Robin of Sherwood -

DVD - Regionalcode 2, Koch Media
FSK: 12
Laufzeit: ca. 50 Minuten pro Episode, insg. ca. 300 Minuten

Extras:
Making of
"The Electric Theatre Show": Featurette und unveröffentlichte Aufnahmen
Audiokommentare zu einzelnen Episoden
Outtakes
Promo-Aufnahmen von Clannad
Bildergalerie

Regie:
Ian Sharp

Hauptdarsteller:
Michael Praed (Robin of Loxley)
Judi Trott (Lady Marion of Leaford)
Nickolas Grace (Robert de Rainault, Sheriff von Nottingham)
Ray Winstone (Will Scarlet, vormals Will Scathlock)
Clive Mantle (John Little, genannt "Little John")
John Abineri (Herne, der Jäger)
Robert Addie (Sir Guy von Gisburne)
Philip Jackson (Abt Hugo de Rainault)
Phil Rose (Bruder Tuck)
Peter Llewellyn-Williams (Much)
Mark Ryan (Nasir)
Anthony Valentine (Baron de Belleme)




Inhalt:

Die Box umfaßt die komplette erste Staffel der Robin-Hood - Fernsehserie. Die im Booklet als Episoden 1 und 2 bezeichneten Folgen bilden einen zusammen gehörenden Pilotfilm. Die Episoden im Einzelnen:

1.1: Der Magische Pfeil (Robin Hood and the Sorcerer - Part 1)

England im Jahre 1180: Ailric von Loxley ist der Anführer einer Rebellion der Angelsachsen gegen die Normannen. Sein Gegner Robert de Rainault, der Sheriff von Nottingham, lässt das Dorf Loxley niederbrennen. Ailric bringt seinen kleinen Sohn Robin bei einem Müller in Sicherheit und stellt sich de Rainault zum Kampf. Der erscheint mit einer Übermacht, Ailric wird getötet. Der Sheriff bringt Ailrics Silberpfeil in seinen Besitz, ein uraltes Relikt, das als Symbol für den Freiheitswillen der Angelsachsen gilt.

15 Jahre später: Ailrics Sohn Robin und sein Ziehbruder Much werden von Sir Guy of Gisburne, einem Schergen des Sheriffs, beim Wildern im Wald von Sherwood erwischt. Die beiden werden in den Kerker geworfen, wo sie Will Scarlet und anderen Gefangenen begegnen. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Robin wird allerdings in der Burg eingeschlossen und muss sich verstecken. So begegnet er Lady Marion, dem Mündel des korrupten Abts Hugo de Rainault, die sich einer Heirat mit dem Baron de Belleme, einem verrufenen Okkultisten, durch den Eintritt in ein Kloster entziehen will. Robin und Marion sind sofort voneinander fasziniert.

Robin flieht in den Wald, wo er von John Little, einem Sklaven des Barons de Belleme, angegriffen wird. Robin besiegt den riesigen Kerl, befreit ihn von seinem Fluch und gewinnt auf diese Weise einen weiteren Gefährten. Wenig später begegnet Robin Herne dem Jäger. Diese mystische Gestalt erwählt Robin als Befreier des unterdrückten Volkes und verleiht ihm mächtige Waffen: Das Schwert Albion und einen Langbogen. Robin und seine Freunde nehmen den Kampf gegen die Angelsachsen auf. Sie bringen Gisburne, der Lady Marion ins Kloster bringen sollte und unterwegs Robins Ziehvater ermordet hat, eine empfindliche Niederlage bei: Im Gegensatz zu den Normannen kennen sie den Wald wie ihre Westentasche und sind dort unbesiegbar. Robin und Marion gestehen sich ihre Liebe, aber Marion will dennoch ins Kloster gehen.

1.2: Der Wettkampf (Robin Hood and the Sorcerer - Part 2)

Robert de Rainault ersinnt einen Plan, um Robin Hood aus dem Wald zu locken. Er ruft einen Wettkampf im Bogenschießen aus. Der Preis für den Gewinner soll Hernes Silberpfeil sein. Robin nimmt in Verkleidung teil. Natürlich gewinnt er und erhält den Pfeil, doch dann soll die Falle zuschnappen. Allerdings befinden sich Robins Gefährten in der Zuschauermenge und verhelfen ihm zur Flucht. Jetzt nimmt der frustrierte Sheriff die Hilfe des Barons de Belleme in Anspruch. Der schlägt vor, man solle ihm Lady Marion überlassen. Dies sei ein unfehlbarer Köder für Robin Hood. Er verschweigt allerdings, dass er die junge Frau dem Teufel opfern und den Silberpfeil in seinen Besitz bringen will.

Bruder Tuck, der Vertraute Marions, hat mitgehört. Er holt Marion aus dem Kloster, doch die Häscher des Barons nehmen sie gefangen. Tuck wehrt sich zwar nach Kräften, wird jedoch niedergeschlagen. Er berichtet Robin von dem Vorfall. Natürlich begibt Robin sich allein in die Burg des Barons, doch dort scheint er den hypnotischen Kräften seines Widersachers zu erliegen. Er soll Marion töten. Robin verstellt sich nur: Er rammt dem Baron den Silberpfeil in die Brust und befreit seine Geliebte. Auf dem Weg nach draußen stellt sich ihnen der Sarazene Nasir entgegen, der bisher unter dem Bann des Barons gestanden hat. Nasir verschont Robin, dessen Gefährten schon eingetroffen sind. Auch Gisburne ist mit zahlreichen Soldaten angerückt. Es kommt zu einem heftigen Kampf, bei dem einige Freunde Robins fallen. Dennoch will er den Kampf nicht aufgeben. Nasir schließt sich ihm an. Robin und Marion werden von Herne vermählt.

2: Die Hexe von Elsdon (The Witch of Elsdon)

Die schöne Jennet of Elsdon wird der Hexerei beschuldigt und zusammen mit ihrem Mann in den Kerker geworfen. In vier Tagen sollen beide dem Henker vorgeführt werden. Das Ganze ist allerdings nur eine von Guy of Gisburne inszenierte Farce. Er will sich lediglich an Jennet rächen, weil sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen hat. Dem Sheriff kommt diese Intrige gerade recht, denn er hat wieder einmal Grund, sich über Robin Hood zu ärgern. Dessen Leute haben einen Steuereintreiber überfallen, ihm das Geld abgenommen und es den armen Leuten zurückgegeben. Der Versuch, Robin in Sherwood Forest anzugreifen, wäre Selbstmord. Deshalb schließt der Sheriff einen Handel mit der "Hexe" ab: Sie kann das Leben ihres Mannes retten, wenn sie sich bei Robins Leuten einschleicht und ihnen einen von ihr hergestellten Trunk verabreicht, der sie willenlos macht. Jennet willigt ein und führt Gisburne nach vollbrachter Tat zu den bewusstlosen Banditen. Doch die sind in Wirklichkeit putzmunter und nehmen ihrerseits Gisburne gefangen, um ihn beim Sheriff gegen Jennets Mann auszutauschen.

3: Die Kreuzritter (Seven Poor Knights from Acre)

Robin und seine Leute werden von Kreuzrittern angegriffen, die gerade aus dem Heiligen Land zurückgekehrt sind. Die Ritter nehmen Much gefangen und drohen, ihn zu hängen. Auch Robin wird wenig später gefangen genommen, als er versucht, Much zu befreien. Nach einem Zweikampf mit einem der Ritter kann Robin entkommen, muss aber Albion zurücklassen. Wenigstens erfährt er, was die Ritter überhaupt wollen: Sie glauben, Robins Leute hätten ihnen ein goldenes Wappen gestohlen, ein heiliges Symbol, dessen Verlust bedeuten würde, dass sie aus ihrem Orden ausgestoßen werden würden. Es gibt tatsächlich einen Dieb, aber der ist inzwischen schon dem Sheriff von Nottingham in die Hände gefallen. Der Sheriff wittert eine Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, denn die Kreuzritter werden nicht ruhen, bis sie Robin und all seine Leute getötet haben - nur um dann doch ausgestoßen zu werden. Letzteres wäre ihm sehr recht, denn die fanatischen Ritter sind ihm lästig. Robin erfährt, wo das Wappen sich befindet, und holt es zurück, um es den Rittern zu übergeben. Als sie dennoch angreifen, lockt er sie in einen Hinterhalt, so dass er auch Albion zurückgewinnt.

4: Der Minnesänger (Alan a Dale)

Der Sheriff von Nottingham will die erst 16-jährige Mildred de Bracy heiraten - aber nicht aus Liebe, sondern wegen der enormen Mitgift, die der Brautvater versprochen hat. Die Hochzeitspläne werden jedoch von Robin Hoods Leuten vereitelt. Sie sind in Sherwood Forest dem Minnesänger Alan a Dale begegnet, der Mildred liebt. Robin ist allerdings auch weniger am Glück der jungen Liebenden interessiert als an dem Brautgeld, das er gut für verschiedene Zwecke brauchen könnte. Zum Beispiel wurden die Bewohner eines Dorfes, in dem Little Johns Geliebte Meg of Wickham lebt, mit einer Geldstrafe belegt, weil sie Robins Leute unterstützen. Außerdem wird Lösegeld für König Richard Löwenherz gebraucht, der während einer Fahrt ins Heilige Land in Gefangenschaft geraten ist. Mildred wird befreit und glücklich mit Alan vereint. Robin hat keinen Grund zur Freude, denn in der Mitgiftkiste sind nur Steine. Dieses eine Mal behält also der Sheriff die Oberhand: Er muss das verhasste Mädchen nicht heiraten und darf das Geld trotzdem behalten, denn offiziell wurde es ja geraubt...

5: Richard Löwenherz (The King's Fool)

Richard Löwenherz, König von England, war lange Zeit als Gefangener im Ausland. Jetzt ist er zurückgekehrt - nicht zuletzt durch die Hilfe der armen Landbevölkerung, die einen Teil des Lösegelds aufgebracht hat. Als er durch Sherwood Forest reitet, wird er von Banditen angegriffen und droht getötet zu werden. Da greifen Robin Hood und seine Gefährten ein. Sie retten ihn, ohne zu wissen, wen sie vor sich haben. Sie ahnen nicht, dass der König es auf sie abgesehen hat: Nach einer in Robins Lager verbrachten Nacht treffen die Soldaten des Königs ein und nehmen Robin Hoods Leute fest. Richard lässt sie jedoch frei. Da er ihnen sein Leben verdankt, erklärt er Robin und seine Gefährten für begnadigt. Darüber hinaus lädt er sie für den Abend nach Nottingham ein. Der etwas übereifrige Gisburne nimmt Robins Leute zwar fest, als sie der Einladung Folge leisten, aber er wird wieder einmal gedemütigt: Diesmal ist es der König persönlich, der ihm einen Rüffel erteilt.

Nach dem rauschenden Fest wird Robin erneut zum König gerufen. Er wird aufgefordert, Richard Löwenherz in die Normandie folgen, wo der König einige an Frankreich verlorene Gebiete zurückerobern will. Robins Dankbarkeit und Bewunderung für den König sind so groß, dass er dieser Aufforderung folgen will. Er merkt nicht, dass der König ihn lediglich als Galionsfigur für seinen Feldzug braucht. Nach und nach wird Robin von seinen Freunden verlassen. Auch Herne warnt Robin vor der Hinterlist des Königs. Als Robin Richard Löwenherz zur Rede stellen will, weil der König zur Finanzierung seines Feldzuges schon wieder neue Steuern erhebt, ändert der König seine Meinung und befiehlt dem wieder als Sheriff eingesetzten Robert de Rainault, Robin zu töten. Robin kann entkommen, auf der Flucht wird Marion jedoch von einem Armbrustpfeil getroffen. Mit Hernes Hilfe wird die Sterbende geheilt, die Gefährten werden wieder vereint.

Die Episoden:

Robin of Sherwood gehört zu den besten TV-Serien, die ich kenne - und das gilt auch jetzt noch, fast 25 Jahre nach ihrer Erstausstrahlung. Die Serie war seinerzeit eine der ersten "ernsthaften" Neuinterpretationen des Robin Hood - Mythos; ansonsten ist mir nur noch Robin and Marian mit Sean Connery aus dem Jahr 1976 bekannt. In älteren Verfilmungen waren Robin und seine "Merry Men" (sic!) nicht mehr als eher lächerliche Helden in Strumpfhosen, die ihre Zeit hauptsächlich mit Gesängen oder Liebesaffären verbrachten. In Robin of Sherwood stehen die Gegensätze zwischen den korrupten adligen Machthabern und den unterdrückten Leibeigenen sowie der Konflikt zwischen Angelsachsen und Normannen im Mittelpunkt. Erst 1991 gab es mit Robin Hood - König der Diebe (mit Kevin Costner) einen ähnlichen Ansatz. Interessanterweise tritt in diesem Film auch wieder ein Sarazene als Freund Robins auf. Vielleicht wurde diese Figur ja von Nasir, dem wortkargen Schwertkämpfer aus dem Heiligen Land, inspiriert (einer meiner Lieblingshelden übrigens)?

Sehr ungewöhnlich und damals völlig neu für eine Robin Hood - Verfilmung waren die mystischen Elemente. Herne der Jäger, die Schwerter von Wayland, aus dem Morgenland mitgebrachte okkulte Praktiken und Andeutungen, die an das heidnische Erbe der Kelten erinnern, verleihen der Serie einen ganz besonderen Charakter. Diese Atmosphäre wird noch durch den wunderbaren Soundtrack der Gruppe Clannad verstärkt (erhältlich auf CD, Titel Legend). Hinzu kommt, dass man sich offensichtlich um Realismus und historische Authentizität bemüht hat. Die Schauspieler agieren nicht vor billigen Studiokulissen, sondern in echten Burgen und im echten Wald. Das sorgt allerdings auch für die eine oder andere etwas eigenartige Szene, in der man das Gefühl hat, Robin Hood habe sich irgendwie in den Stadtpark verirrt. Das mittelalterliche Leben wird jedenfalls durchaus glaubwürdig dargestellt. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die verwendeten Requisiten, Kostüme usw. für das 12. Jahrhundert korrekt sind, aber es wirkt alles sehr überzeugend. Übrigens wurde auch weitgehend auf Make-up verzichtet. Robins Leute laufen auch mal dreckig und mit in Unordnung geratener Frisur herum...

Auch die Themen der einzelnen Episoden sind anders, als man es aus früheren Robin Hood - Verfilmungen kennt. Da geht es nicht nur um Robins Rebellion, sondern auch um Korruption (komplett mit Vernunftehen, raffgierigen Kirchenfürsten usw.), religiösen Fanatismus, die Ausbeutung der Leibeigenen und so weiter. Die Helden sind nicht alle strahlende Gutmenschen, sondern teils recht ambivalente Gestalten. Will Scarlet zum Beispiel ist eigentlich ein eher unangehehmer Zeitgenosse und selbst König Richard Löwenherz ist alles andere als der herbeigesehnte Befreier: Er ist ein Machtmensch und ein Militarist. Marion dagegen ist in dieser Serie nicht nur die schöne Frau, die dauernd aus diversen Gefahren gerettet werden muss. Sie muss sich zwar erst gegen ihren überprotektiven Lover durchsetzen, darf dann aber gleichberechtigt mitkämpfen und rettet aufgrund ihrer Besonnenheit so manche Situation. Die Helden sind übrigens alle sehr jung, auch das war in früheren Verfilmungen stets anders. Dann die Bösewichte, allen voran der Sheriff! Seine cholerische und manchmal richtig durchgeknallte Art ist einfach köstlich. All das war seinerzeit für eine Robin Hood - Verfilmung mehr als ungewöhnlich. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass mich das damals ordentlich beeindruckt hat.

Natürlich hat die Serie auch ihre schwachen Seiten. Vergleicht man etwa die Actionszenen mit modernen Produktionen, dann kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Action wirkt aufgrund der langen Einstellungen fast behäbig, der videoclipartig schnelle, manchmal viel zu hektische Schnitt heutiger Filme war damals noch weitgehend unbekannt. Die Kämpfe wirken manchmal etwas unbeholfen; man meint zu erkennen, dass die Schauspieler krampfhaft bemüht sind, sich nicht gegenseitig zu verletzen. Manchmal bleibt auch die Logik auf der Strecke. Da gelingt zum Beispiel einer Handvoll Kreuzrittern etwas, das Gisburne mit Dutzenden von Soldaten nicht schafft: Sie treiben Robins Leute in die Enge. Mir ist unverständlich geblieben, warum Robins Leute in Episode 2 nach dem fatalen Trank nicht bewusstlos sind. Man muss auch sagen, dass sich das Handlungsmuster "Robin wird von Gisburne verfolgt, flieht in den Wald und meuchelt dort alle Soldaten" ein paarmal zu oft wiederholt. Aber diese Schwächen fallen schon aufgrund des Nostalgiefaktors nicht ins Gewicht. Für Kinder der Achtziger ist diese DVD-Box sowieso ein "Must-have".

Die DVD:

Ich finde es sehr lobenswert, dass diese Kultserie in einer so schön aufgemachten DVD-Box herausgebracht worden ist. Die aufklappbare Box ist mit Motiven aus dem Film bedruckt und steckt in einem Teilschuber. Sie enthält ein überraschend umfangreiches Booklet, in dem die einzelnen Hauptfiguren, ihre Darsteller und die Synchronsprecher ausführlich vorgestellt werden. Außerdem ist ein informativer Text über die Serie selbst sowie ein Episodenführer enthalten.

Die Serie ist in Deutschland nur gekürzt ausgestrahlt worden. Auf DVD liegen alle Episoden in der ursprünglichen, ungekürzten Version vor. Die "neuen" Szenen sind nicht nachsynchronisiert worden, der englische Ton ist deutsch untertitelt (Untertitel sind abschaltbar). Zu den Episoden 1.1, 1.2 und 6 gibt es darüber hinaus Audiokommentare. Im englischen Original wirkt die Serie doppelt so gut, denn die Sprache spielt ebenfalls eine große Rolle. Auf der einen Seite die Adligen, die sich gewählt ausdrücken und reines Oxford-Englisch sprechen, auf der anderen Seite die einfachen Leute mit ihren verschiedenen (teilweise fast unverständlichen) Akzenten.

Weiteres Bonusmaterial:

Making of - Wer hätte gedacht, dass ein einstündiger Beitrag, der fast nur Interviews enthält, so interessant sein könnte? Alle Schauspieler sowie Regisseur und Produzent wurden - vermutlich für die erste englische DVD-Veröffentlichung im Jahre 2002 - interviewt. Sie erzählen von den Erinnerungen, die sie an die Serie, ihre Rolle und die Dreharbeiten haben. Es ist schon interessant zu sehen, wie die Leute sich verändert haben. Besonders Peter Llewellyn-Williams und Mark Ryan sind kaum wiederzuerkennen. Aber auch das, was sie zu berichten haben, ist hörenswert. Man erfährt, wie die einzelnen Rollen sich entwickelt haben (Nasir hätte z.B. in der ursprünglichen Drehbuchfassung schon im Pilotfilm sterben sollen), dass die meisten Stunts von den Schauspielern selbst gemacht worden sind, wie die Stimmung am Set war; auch Anekdoten werden zum Besten gegeben. Das Ganze wird durch leider nur wenige Aufnahmen von den Dreharbeiten sowie Filmszenen aufgelockert.

The Electric Theatre Show muss eine englische Fernsehsendung sein - im Jahre 1983 beschäftigte sie sich mit Robin of Sherwood. Die ca. 25 Minuten lange Sendung enthält ein ausführliches Interview aus 1983 mit Richard Carpenter, dem Autor des Drehbuchs. Es sind auch zeitgenössische Interviews mit dem Regisseur und einigen Schauspielern enthalten. Man bekommt wesentlich mehr Aufnahmen von den Dreharbeiten zu sehen als im "Making of". Die DVD enthält außerdem noch mehr als eine Stunde an Material, das seinerzeit offensichtlich für diese Sendung gedreht, aber nicht verwendet worden ist. Wahrscheinlich weil die Aufnahmen zum Teil schiefgegangen sind (mal zischt ein Düsenjäger übers Set, mal brüllt jemand im Hintergrund herum oder so - sehr amüsant). Es handelt sich zum Teil um weitere Interviews, hauptsächlich aber um lange, unkommentierte Aufnahmen von den Aufnahmen, teilweise ohne Ton. Gar nicht so uninteressant, man erhält einen Eindruck vom Alltag beim Dreh.

Die Outtakes sind leider nur ca. 8 Minuten lang. Unter anderem sieht man, wie Judi Trott x-mal versucht, einen Pfeil abzufeuern. Immer fällt das Ding runter oder der Bogen springt ihr aus der Hand... Auch die anderen schiefgegangenen Szenen und Scherze der Schauspieler sind echt witzig. Am Ende singt die ganze Crew, vermutlich zum Abschluß der Dreharbeiten, ein kleines Liedchen.

Eher kurios sind die Werbeaufnahmen mit der Gruppe Clannad. Man sieht zwar, wie die Musiker singen und ihre Instrumente bearbeiten - aber man hört nichts. Diese Aufnahmen haben keinen Ton...

Die Galerie umfasst 175 sehr schöne Bilder.

J. Kreis, 18.09.2006
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