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Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt (D, 1972)
DVD - Regionalcode 2, ARD Video
FSK: Keine Altersbeschränkung
Gesamtlaufzeit: ca. 280 Minuten

Extras
"Wie das Fliewatüüt fliegt" (Making of)

Regie:
Armin Maiwald

Sprecher
Harry J. Bong (Rob 344-66/III A)
Ulrike Luderer (Tobias Findeisen)




Inhalt

Diese Doppel-DVD enthält die komplette Serie in der elfteiligen Version, die Folgen sind je ca. 23 Minuten lang.

Folge 1:
Tobias Findeisen, genannt Tobbi, geht zwar noch zur Schule (3. Grundschulklasse), hat aber schon eine geniale Erfindung gemacht: Das Fliewatüüt. Der Name dieses Allround-Fahrzeugs erklärt sich ganz einfach. Es kann fliegen wie ein Hubschrauber, auf dem Wasser fährt es wie ein Schiff, und Räder zum Fahren auf einer Straße hat es auch. Betrieben wird es mit Himbeersaft. Das Problem besteht darin, dass Tobbi zwar alle Konstruktionspläne für das Fliewatüüt fertig hat, aber nicht in der Lage ist, es zu bauen. Da klopft es eines Nachts an Tobbis Fenster. Es ist der Roboter Rob 344-66/III A, genannt Robbi. Der freundliche Blechkasten geht in die 3. Roboterklasse und hat das Fliewatüüt (FWT 1) nach Tobbis Plänen, die er heimlich abgelichtet hat, für seine Roboterprüfung gebaut. Diese Prüfung besteht aber noch aus mehr Aufgaben, und zu deren Lösung braucht er die Hilfe eines menschlichen Freunds. Tobbi ist natürlich begeistert und erklärt sich gern bereit, Robbi zu helfen. Gemeinsam brechen sie auf, um die Antwort auf die erste der drei Prüfungsfragen zu finden.

Folge 2:
Robbis erste Aufgabe besteht darin, die Anzahl der Stufen in einem schwarzgelb geringelten Leuchtturm herauszufinden. Das klingt zwar leicht, aber der Leuchtturm muss erst einmal gefunden werden. Unterwegs wird das FWT 1 von einer Radarstation geortet und hat wenig später zwei Düsenjäger auf dem Hals, denn man hält es für ein UFO. Robbi kann die Jets abhängen und folgt auf Tobbis Vorschlag hin einem Fluß bis zum Meer. Dort gibt es zwar viele Leuchttürme, aber keiner hat schwarze und gelbe Ringe. Tobbi fragt die Besatzung eines Frachtschiffs um Rat, auf dessen Deck das FWT 1 landet. Der Kapitän ist zwar erst etwas erzürnt, stellt den beiden Reisenden dann aber eine Seekarte zur Verfügung, die ihnen den Weg zu dem gesuchten Turm weist.

Folge 3:
Endlich ist der schwarzgelb geringelte Leuchtturm gefunden. Der Leuchtturmwärter, genannt der "glückliche Matthias", begrüßt Robbi und Tobbi herzlich. Während die beiden die Wendeltreppe hinaufsteigen, lösen sie gleichzeitig die erste Prüfungsaufgabe: Der Leuchtturm hat genau 177 Stufen. Im Turmzimmer des Leuchtturmwärters macht man es sich bei Bratkartoffeln gemütlich. Am nächsten Morgen gibt es ein böses Erwachen: Der Himbeersaft, mit dem das Fliewatüüt betrieben wird, ist alle! In Robbis Datenbank ist zwar die Information gespeichert, dass das Fliewatüüt auch mit Lebertran laufen würde, aber Matthias hat nur noch einen kleinen Rest dieses Zeugs. Bei den Eskimos könnte man mehr Lebertran bekommen - aber wie sollen Robbi und Tobbi den Nordpol erreichen?

Folge 4:
Der "schnelle Fridolin", ein mit Leuchtturmwärter Matthias befreundeter Delphin, soll das Fliewatüüt zum Nordpol schleppen. Zu diesem Zweck werden Skier konstruiert, die unter die Räder des Fahrzeugs montiert werden. Dann kann die Reise weitergehen. Als Robbi und Tobbi am Nordpol ankommen, wissen sie zunächst nicht weiter. Niemand ist zu sehen und es ist bitter kalt. Tobbi hält die Kälte nicht mehr aus und selbst Robbi bemerkt, dass er nicht mehr richtig funktioniert...

Folge 5:
Gerade noch rechtzeitig kann Robbi ein Feuer entfachen, an dem die beiden Abenteurer sich wärmen können. Mit einem ölgetränkten Lappen, den sie ins Feuer werfen, erzeugen sie Rauch als Notsignal. Die beiden Eskimokinder Nana und Nunu folgen dem Rauch. Sie können Robbi und Tobbi aus der Patsche helfen, denn sie haben genug Lebertran und warme Kleidung dabei. Die kleine Nunu ist besonders von Robbi angetan, der sie mit "kleine Eisprinzessin" anredet. Der Roboter kippt um: Die Kälte setzt ihm zu. Mit Hilfe der Notrolle kann Tobbi ihn jedoch rebooten. Gemeinsam macht man sich danach per Fliewatüüt und Hundeschlitten auf den Weg zum Nordpol. Tobbis zweite Prüfungsaufgabe lautet nämlich: "Wer steht am Nordpol und fängt mit Z an?"

Folge 6:
Am Nordpol gibt es nur eine kleine Forschungsstation, dort lebt der Nordpolforscher Zacharias Peter Paul Obenauf - und das ist denn auch die Lösung der zweiten Roboter-Prüfungsaufgabe. Obenauf heißt Robbi und Tobbi feierlich am Nordpol willkommen und erklärt den Gefährten seine Tätigkeit. Gleich darauf verabschieden diese sich schon wieder, denn die dritte und schwerste Aufgabe harrt noch der Lösung: Eine dreieckige Burg muss gefunden und ihr Geheimnis muss ergründet werden. Einem Tip Obenaufs folgend reisen Robbi und Tobbi nach Schottland, denn dort gibt es bekanntlich viele Burgen. Unterwegs läuft die Rotorwelle heiß - das Fliewatüüt muss in einem See notwassern, wo Robbi umgehend mit der Reparatur beginnt. Da taucht plötzlich ein riesiges Ungeheuer aus den Fluten auf...

Folge 7:
Robbi und Tobbi haben sich Loch Ness zur Notwasserung ausgesucht - jetzt haben sie es mit Nessie zu tun. Das Ungeheuer ist aber ganz freundlich (wenn auch etwas beschränkt) und läßt sich sogar ausmessen. Außerdem kennt das riesige Wesen den Namen einer dreieckigen Burg mit dreieckigen Türmen. Er lautet "Plumpudding Castle". Nessie weiß aber nicht, wo die Burg liegt. Jetzt haben Robbi und Tobbi wenigstens einen Anhaltspunkt für die weitere Suche.

Folge 8:
Robbi und Tobbi verkleiden sich mit den Mänteln, die sie am Nordpol geschenkt bekommen haben. Tobbi gibt sich als Millionär aus und fragt einen Polizisten nach dem Weg zur dreieckigen Burg. Der Ordnungshüter kennt ihn und weiß auch zu berichten, dass seit einiger Zeit in der ganzen Gegend alle möglichen Gegenstände aus Edelmetall gestohlen werden, und dass es in der Burg angeblich spukt. Dort angekommen, stellen die beiden Gefährten fest, dass tatsächlich alles an und in der unheimlichen Burg dreieckige Form hat. Die Zugbrücke ist oben und völlig verrostet. Doch nachdem sie den Wassergraben übersprungen haben, erklimmen Robbi und Tobbi die Burgmauer mit Hilfe von Robbis Teleskoparm. Im Inneren der Burg ist alles dunkel, kein Mensch (und kein Gespenst) ist zu sehen. Da leuchtet plötzlich eine Schrift am Boden auf. Sie lautet: "Halt! Keinen Schritt weiter".

Folge 9:
Tobbi hat zwar große Angst, aber Robbi läßt sich von der wenig einladenden Leuchtschrift nicht beeindrucken. Die beiden untersuchen die Burg, kommen aber nicht weiter, da ihr Weg an einer massiven Steinwand endet. Da meldet sich ein dünnes Stimmchen: Polly McMouse von Plumpudding Castle, deren Familie schon seit Generationen in der Burg lebt, hat Robbi und Tobbi beobachtet und will ihnen helfen. Den Hinweisen der netten Maus folgend, kann Robbi eine Geheimtür öffnen. Jetzt liegen weitere Räume vor den Gefährten: Eine Waffenkammer, ein Rittersaal und ein weiterer Raum, von dessen Decke es plötzlich seltsamerweise Erbsen regnet. Tobbi nimmt einige davon mit. Bevor die Gefährten sich noch Gedanken über den Erbsenregen machen können, werden sie durch ein beunruhigendes Geräusch abgelenkt: Die eigentlich leeren Ritterrüstungen aus der Waffenkammer marschieren mit gezückten Schwertern an!

Folge 10:
Robbi, Tobbi und Polly McMouse fliehen vor den Rüstungen, die immer näher kommen. Da läßt Tobbi einfach die Erbsen zu Boden fallen, so dass die leeren Blechkameraden übereinander purzeln. Auf einem Turm der Burg beobachten die Gefährten, wie mehrere Vögel verschiedene Gegenstände aus Silber und Messing in einen Schacht fallen lassen. Polly ist zu neugierig und fällt hinein, Robbi und Tobbi folgen ihr. Über eine Rutsche geht es in die "Hexenküche" des Zaubergrafen Joshua. Der betreibt dort eine Maschine, mit der er das von den Vögeln (die er mit einer Flöte abgerichtet hat) gestohlene Metall in Gold verwandeln will. Robbi und Tobbi erkennen gleich, dass diese Maschine überhaupt nicht funktioniert, und sagen das dem angeblichen Grafen auf den Kopf zu. Ein echter Zauberer ist er auch nicht - als Robbi ihm den Zauberstab wegnimmt und zerbricht (es ist nur die Flöte), winselt der Bursche um Gnade. Er hat Glück: Plötzlich fängt die Goldmaschine Feuer, so dass Robbi und Tobbi abgelenkt sind. Während die beiden das Feuer löschen, sucht der Graf das Weite.

Folge 11:
Graf Joshua ist geflohen, das Geheimnis der dreieckigen Burg ist gelöst. Damit sind alle Aufgaben der Robotprüfung erfüllt. Tobbi muss nur noch einen kurzen Bericht darüber schreiben, den Robbi später in Roboterschrift übersetzen kann. Jetzt müssen Robbi und Tobbi noch die örtliche Polizei informieren, die sich um die Rückgabe der gestohlenen Wertgegenstände kümmern soll. Als das erledigt ist, naht der Abschied. Robbi bringt Tobbi nach Hause und fliegt bald wieder mit dem Fliewatüüt ab. Ein Anruf genügt, so versichert er seinem Freund, dann wird er kommen und das Fliewatüüt mitbringen.

Die Serie:

Und wieder so eine Fernsehserie, von der ich als Kind tief beeindruckt war (siehe auch Mondbasis Alpha 1). Wer hätte nicht gern so einen superschlauen, multifunktionalen und wahnsinnig starken Roboter zum Freund oder ein Fliewatüüt als fahrbaren Untersatz gehabt? Diese Serie war, soweit ich weiß, bisher nur in stark gekürzter Form auf VHS erhältlich. Auf DVD liegen alle Episoden in vermutlich voller Länge vor (mit letzter Sicherheit kann ich es nicht sagen). Einige Minuten gehen allerdings für die Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse drauf, mit der jede Episode eingeleitet wird. Folge 11 besteht zum Beispiel zur Hälfte aus einer solchen Zusammenfassung - aber das ist eine extreme Ausnahme. Man kann auch eine "Alles abspielen" - Funktion aktivieren, dann werden diese Zusammenfassungen ausgeblendet.

Die (Neu-)Veröffentlichung solcher uralten Serien oder Filme, an die man sich noch aus Kindertagen erinnert, ist Segen und Fluch zugleich. Es ist natürlich interessant, nach vielen Jahren etwas erneut zu sehen, wovon man früher mal begeistert gewesen ist. Aber man ist älter geworden - damals, bei der Erstausstrahlung, war ich gerade mal fünf Jahre alt - der Geschmack hat sich geändert, man hat sich an einen neuen, besseren Standard gewöhnt. Es kann deshalb passieren, dass die romantisch verklärte Erinnerung, die man an solche alten Sachen hat, recht schnell entzaubert wird. Im Fall von "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" besteht dieses Problem natürlich auch, denn wenn man sich die aus heutiger Sicht einfach nur lächerlich wirkenden Tricks anschaut und wenn man feststellt, wie dünn die Story eigentlich ist, dann fragt man sich unwillkürlich wie in allen solchen Fällen: "Das habe ich mal toll gefunden?" Oder man denkt: "Das habe ich aber anders (besser) in Erinnerung!" Zum Beispiel wußte ich nicht mehr, dass die meisten Puppen gar keine richtigen Marionetten sind, sondern einfache Konstruktionen aus Pappe oder einem ähnlichen Material, die nur ganz wenige Bewegungsmöglichkeiten haben. Und warum ich die Abenteuer in der dreieckigen Burg so wahnsinnig spannend und gruselig fand, kann ich jetzt auch nicht mehr nachvollziehen.

Aber das alles stört überraschenderweise doch nicht so sehr, wie man meinen könnte. Wahrscheinlich ist der Nostalgie-Faktor für mich einfach zu stark. Allein schon die Musik und Robbis "Klick-Klick" sind einfach Kult. Viele Leute denken, diese Serie sei von der Augsburger Puppenkiste produziert worden. Dem ist nicht so, sie stammt vom WDR. Regie hat Armin Maiwald geführt. Genau: Der Armin Maiwald, die wohlbekannte "Erklärstimme" aus der Sendung mit der Maus. Das Besondere dieser Serie ist möglicherweise der "realistische" Look, der durch den Einsatz der Bluebox-Technik erzielt wurde. Das war damals etwas geradezu revolutionär Neues, für Kinderfilme war diese Technik bis dato noch nicht verwendet worden. Anders als bei den Produktionen der Augsburger Puppenkiste sieht man also nicht nur einfache Puppenbühnen, sondern reale Landschaftsaufnahmen, vor denen die Marionetten sich bewegen. Auch das Fliewatüüt selbst mit seinen ausgeklügelten Mechanismen (man muss sich nur mal das Zapfensystem des Rotors ansehen) trägt zu diesem Eindruck bei.

Ich finde es jedenfalls klasse, dass ich dieses "Schätzchen" endlich meiner Sammlung einverleiben konnte. Und beim Ansehen der Serie hat sich immer wieder dieses breite, zufriedene Grinsen auf meinem Gesicht gezeigt, das nur zu sehen ist, wenn mir etwas wirklich gefällt...

Die DVD:

Die Serie war bisher nur auf VHS erhältlich und soll teilweise stark gekürzt gewesen sein. Ich konnte leider nicht herausfinden, ob die Serie auf dieser Doppel-DVD wirklich in ungekürzter Form vorliegt. Mir sind zwar keine krassen Schnitte aufgefallen, aber da ich die Serie zuletzt 1972 gesehen habe, will das nichts heißen...

Die Dokumentation "Wie das Fliewatüüt fliegt" stammt aus dem Jahre 1972 und hat eine entsprechend schlechte Bildqualität. Trotzdem ist sie sehr interessant, leider ist sie nur ca. 22 Minuten lang. Man sieht, welcher Aufwand betrieben wurde, damit der "realistische" Look der Serie erreicht werden konnte.

So wurden zum Beispiel riesige Modelle für das Schiff und den Leuchtturm gebaut. Ein Taucher brachte den schnellen Fridolin zum Schwimmen, während andere Mitarbeiter des Produktionsteams mit Schneeschiebern für Wellen sorgten. Plumpudding Castle war ein noch größeres Modell; für den Bau stellte das Technische Hilfswerk Pontons zur Verfügung, so dass die Burg mitten auf einem See errichtet werden konnte. Das Modell hatte eine Kantenlänge von mehreren Metern, die Türme waren ebenfalls mehrere Meter hoch. Der Iglu des Herrn Obenauf wurde auf einem Gletscher aufgebaut. Alle Flugszenen wurden eigens mit einem Hubschrauber produziert.

Die Dokumentation ist nur sehr sparsam kommentiert, aber das ist in Ordnung, denn die Bilder sprechen für sich. Die Bildqualität der Serie selbst ist übrigens durchaus in Ordnung.

J. Kreis, 03.05.2006

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