The Road


The Road (USA, 2009)

Blu-ray, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras
- Audiokommentar mit Regisseur John Hillcoat
- Interview mit Regisseur John Hillcoat (11:19 Min.)
- Making of (11:33 Min.)
- Deleted & extended Scenes

Regie:
John Hillcoat

Hauptdarsteller:
Viggo Mortensen (Mann)
Kodi Smit-McPhee (Junge)
Charlize Theron (Frau)




Inhalt:

Nach einer globalen Katastrophe wird der Himmel durch Staub- und Aschewolken verfinstert, so dass ewiger Winter herrscht. Die meisten Tier- und Pflanzenarten sterben aus, die Ernte verfault. Immer wieder kommt es zu Erdbeben und gewaltigen Bränden. Die menschliche Zivilisation bricht zusammen. Nach einigen Jahren gibt es nur noch wenige Überlebende. Manche suchen in den Ruinen der geplünderten und menschenleeren Städte nach übrig gebliebenen Lebensmitteln, andere schließen sich zu Banden zusammen. Einige werden zu Kannibalen und machen gnadenlos Jagd auf ihre Opfer, oder halten sie wie Vieh als Nahrungsvorrat. Ein Mann und sein Sohn wandern durch die USA in Richtung Süden. Der Junge wurde nach der Katastrophe geboren und kennt die Welt vor der Apokalypse nur aus den Erzählungen seines Vaters. Die kleine Familie hat einige Jahre lang in ihrem Haus ausgeharrt, doch eines Tages hat die Mutter des Jungen Selbstmord begangen, weil sie ihre erbärmliche Existenz nicht mehr ertragen konnte. Der Junge ist nun alles, was dem Mann geblieben ist. Er versucht verzweifelt, ihn am Leben zu erhalten. Er leidet an einer Lungenkrankheit, die an seinen Kräften zehrt. An der Küste, so hofft er, wird das Überleben einfacher sein. Er schärft seinem Sohn ein, dass sie "das Feuer bewahren" müssen: Sie dürfen nicht zu degenerierten menschlichen Aasgeiern werden wie die Kannibalen, denen sie mehrmals nur knapp entgehen. Für den äußersten Notfall trägt der Mann einen Revolver mit zwei Schuss Munition bei sich - genug für seinen Sohn und sich selbst - aber er weiß nicht, ob er in der Lage wäre, ihn auch einzusetzen...

Als die beiden nach monatelangem Marsch am Ende ihrer Kräfte und krank vor Hunger sind, entdecken sie einen kleinen unterirdischen Privatbunker voller Lebensmittel. Hier verbringen sie einige Zeit, doch eines Tages sind draußen Geräusche zu hören. Der Vater glaubt, sie seien an diesem Ort nicht mehr sicher. Also ziehen sie weiter. Einen mit Vorräten bepackten Karren nehmen sie mit. Der Mann verliert allmählich seine Menschlichkeit. Einem alten Wanderer, dem die beiden begegnen, überlässt er nur auf Bitten seines Sohnes etwas Nahrung. Er ist aber nicht bereit, dem Alten weiter zu helfen. Als ein Dieb ihre Vorräte stiehlt, stellt er ihn und nimmt ihm alles ab, selbst Kleidung und Schuhe. Wieder ist es der Junge, der seinen Vater dazu bringt, die wenigen Habseligkeiten des Mannes zurückzulassen. Als Vater und Sohn die Küste erreichen, stellt sich heraus, dass das Land dort genauso verheert und unwirtlich ist wie die Gegenden, aus denen sie geflohen sind. Der Mann wird bei einer unerwarteten Begegnung mit anderen Überlebenden durch einen Pfeilschuss verwundet. Geschwächt durch seine Krankheit und die Wunde stirbt der Mann am Strand. Der Junge bleibt jedoch nicht sich selbst überlassen. Eine vierköpfige Familie ist den beiden schon seit einiger Zeit unbemerkt gefolgt. Sie gehören zu "den Guten" und nehmen den Jungen bei sich auf.

Der Film:

Dies ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Cormac McCarthy. Den kenne ich leider noch nicht. Er steht jetzt aber auf meiner "to-buy-Liste", denn das postapokalyptische Szenario des Films hat es mir angetan. Endzeit-Geschichten haben mir schon immer besonders gut gefallen, und in "The Road" wird ein weit glaubürdigerer Ansatz gewählt als in vergleichbaren Filmen wie z.B. Mad Max 2 - Der Vollstrecker oder I am Legend. Allein schon das Bild von Vater und Sohn, total abgerissen und heruntergekommen, wie sie einen Einkaufswagen mit irgendwelchen zerfledderten Plastikplanen und sonstigen Habseligkeiten vor sich herschieben... das erzeugt sofort eine derart bedrückende Atmosphäre, dass man denkt: Ja, genau so wäre es wohl, das Ende der Welt: Nicht so spektakulär wie in den beiden erwähnten Beispielen, sondern ziemlich armselig. Man darf deshalb auch keine tollen Actionszenen oder dergleichen von diesem Film erwarten. Der Zuschauer begleitet die beiden Hauptfiguren einfach nur auf ihrer hoffnungslosen Wanderung. Dabei gibt es zwar immer wieder mal gefährliche Begegnungen, aber der namenlose Mann ist kein Kämpfer und sucht sein Heil lieber in der Flucht.

Man erfährt nichts über die Ursachen des Weltuntergangs, genau genommen weiß man nicht einmal, ob es überall so aussieht wie in den Gegenden, durch die sich Vater und Sohn bewegen. Es könnte ein Atomkrieg gewesen sein, ein Asteroideneinschlag oder der Ausbruch eines Supervulkans. Es könnte sich um eine globale Katastrophe gehandelt haben, aber auch um ein lokal begrenztes Ereignis. Gegen letzteres spricht nur die Tatsache, dass zwischen dem Beginn der Katastrophe und der aktuellen Filmhandlung mehrere Jahre vergangen sein müssen. In "The Road" gibt es keine zünftigen Autorennen, keine wahnsinnigen Despoten, keine nichtmenschlichen Kreaturen und auch sonst keine Elemente, die den Film ins Genre der Phantastik rücken würden. Stattdessen wird gezeigt, wie der Überlebenskampf der Menschen wahrscheinlich wirklich aussehen würde, wenn es nichts mehr zu essen gibt, keine öffentliche Ordnung mehr existiert und keine Aussicht auf Besserung oder Rettung besteht. Warum sollte man in solch einer Welt, in der es offensichtlich nicht den geringsten Rest von Hoffnung gibt, überhaupt noch leben wollen? Konsequenterweise stoßen Vater und Sohn mehrmals auf die Leichen von Selbstmördern. Auch die nur in Rückblenden zu sehende Mutter des Jungen verliert irgendwann den Lebenswillen. Der Vater hat nur noch einen Grund, am Leben zu bleiben: Er muss sein Kind beschützen.

Das Szenario wurde annähernd perfekt umgesetzt. Reale Schauplätze und CGI-Sets wurden so miteinander verschmolzen, dass man den Unterschied kaum bemerkt. Ausgedörrtes Land, tote Bäume, überall Asche, Schutt, Schrott und Dreck. Die Städte sind zwar nicht völlig vernichtet, aber viel mehr als verwahrloste Ruinen sind nicht übrig. Autowracks liegen auf den zerborstenen Straßen und überall sammelt sich der vom Wind umhergetriebene Müll an. Dazu die auch für den Zuschauer fast spürbare allgegenwärtige Kälte, die immer wieder ausbrechenden Großbrände, Erdbeben usw. - das alles wirkt so realistisch, als hätte sich die Katastrophe wirklich ereignet. Wer Fallout 3 gespielt hat, wird sich hier sofort "zu Hause" fühlen. Der Film wäre ohne die hervorragenden Schauspieler aber nicht halb so gut. Viggo Mortensen ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Was dieser Mann allein mit seinem Blick ausdrücken kann, ist schon phänomenal. Mortensen spielt den namenlosen Mann unglaublich intensiv und ist offensichtlich wieder einmal mit vollem körperlichem Einsatz bei der Sache gewesen: Er ist nicht nur dreckig bis in die letzte Pore, sondern auch sehr stark abgemagert. Kodi Smit-McPhee schafft es trotz seiner Jugend durchaus glaubwürdig, die Aufgabe zu erfüllen, die seiner Rolle zukommt: Letzten Endes ist es der Junge, der "die Flamme bewahrt", d.h. der sicherstellt, dass er und sein Vater auch weiterhin zu "den Guten" gehören. Der Vater dagegen verbaut sich duch sein Misstrauen die Chance, sich anderen Überlebenden anzuschließen. Charlize Theron beweist wieder einmal ihre Wandlungsfähigkeit und Robert Duvall, der den alten Eli spielt (eine Anspielung auf den Film "Book of Eli" oder gar auf den biblischen Propheten Elias?), ist unter seinem Make-up kaum zu erkennen.

Ein sehr düsterer, dennoch wunderbarer Film, den man so schnell nicht vergisst.

Blu-ray-Features:

Leider gibt es kaum aussagekräftiges Bonusmaterial. Das "Making of" besteht zur Hälfte aus Filmszenen, im Interview wird hauptsächlich die Geschichte nacherzählt. Hinzu kommen noch fünf sehr kurze nicht verwendete Szenen. Unter anderem begegnen Vater und Sohn einem vom Blitz getroffenen Mann. Immerhin wird auch der zugrunde liegende Roman erwähnt - wie gesagt: Den muss ich mir demnächst unbedingt zulegen.


J. Kreis, 29.03.2011




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