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enzyklopythonia
Die Ritter der Kokosnuss (GB 1974)
- Monty Python and the Holy Grail -

DVD - Regionalcode 2, Columbia TriStar
FSK: 12 (Einzelfilm) bzw. 16 (Enzyklopythonia-Box)
Laufzeit: ca. 86 Minuten

Extras:
Audiokommentare, Untertitel für Leute, die den Film nicht mögen, Trailer, Lieder zum Mitsingen, Fotogalerie und Filmografien, Nicht verwendetes Material, Heilige Relikte, Die Suche nach dem Heiligen Gral

Regie:
Terry Gilliam und Terry Jones

Hauptdarsteller:
Graham Chapman (König Artus)
John Cleese (Lancelot)
Eric Idle (Sir Robin)
Terry Gilliam (Patsy)
Terry Jones (Sir Bedevere)
Michael Palin (Sir Galahad)
Carol Cleveland (Zoot)




Inhalt:

König Artus von Britannien reitet durch sein Land und sucht die edelsten und tapfersten Ritter, um sie zu seiner Tafelrunde in Camelot einzuladen. Nun ja, reiten ist vielleicht das falsche Wort, denn genaugenommen hüpft er per Pedes durch die Lande, während sein Knappe Patsy, der nebenbei auch das gesamte Gepäck zu schleppen hat, zwei Kokosnußhälften gegeneinanderschlägt, um das Hufgetrappel zu imitieren. Wie dem auch sei - Artus rekrutiert nach einem Fehlversuch mit dem schwarzen Ritter, den er im fairen Duell tranchiert, nach und nach Sir Bedevere, Sir Lancelot, Sir Robin und andere edle Recken. Die sich allerdings durch die Bank als komplette Idioten erweisen. Unterwegs nach Camelot erhalten Artus und seine Mannen den Auftrag, nach dem Heiligen Gral zu suchen.

Diese Queste ist allerdings eine haarige Angelegenheit. Die Ritter müssen getrennte Wege gehen und gefährliche Situationen meistern. Sie begegnen dem dreiköpfigen Ritter und den furchtbaren Rittern, die NI sagen, müssen sich gegen zudringliche Jungfrauen zur Wehr setzen, gegen arrogante Franzosen antreten und manchen blutigen Kampf bestehen. Erst als sie wieder vereint sind und Tim den Zauberer treffen, zeigt sich eine Spur des Grals. Doch weitere Gefahren stellen sich Artus in den Weg: Schreckliche Ungeheuer wie das Killerkaninchen, welches nur mit Hilfe der Heiligen Handgranate von Antiochia besiegt werden kann, dezimieren die wackere Gruppe, und am Ende muß Artus auch noch die Brücke des Todes überqueren. Als er dann endlich vor den Toren des Schlosses steht, in dem der Heilige Gral sich angeblich befindet - da warten dort schon die blöden Franzosen auf ihn, die ihn so verhöhnen, daß er schließlich zum Angriff schreitet! Doch leider geht alles ganz anders aus, als man es selbst in einer Ritterfilm-Verarschung erwarten würde...

Der Film:

Filme von Monty Python bestehen im Grunde nur aus mehr oder weniger lose zusammenhängenden Einzelszenen, die bestenfalls durch eine einfache Story zusammengehalten werden. So auch bei diesem Film. Aber wen interessiert schon die Story in einem Monty Python - Film? Hauptsache, ein aberwitziger Sketch folgt dem anderen! Den Humor der Python-Gruppe kann man entweder lieben oder man findet ihn überhaupt nicht witzig. Es handelt sich noch nicht einmal um typisch englischen Humor, wie immer wieder gern behauptet wird, sondern ganz einfach um den einzigartigen Monty Python - Humor, dem nichts heilig ist. Zwischendurch gibt es immer wieder mal die bekannten Terry Gilliam - Cartoons, welche z.T. sogar in die Filmhandlung eingebaut werden - jedenfalls solange, bis der Zeichner mitten in der Arbeit einen Herzanfall erleidet, was zur wundersamen Errettung von Artus und seinen Mannen vor einem (gezeichneten) Ungeheuer führt, das dann mitten in der Szene verschwindet...

Zwar kann man der fürchterlichen deutschen Synchronisation auch schon wieder einen gewissen Kultcharakter bescheinigen, denn sie wimmelt nur so vor bescheuerten Spontisprüchen, die man damals wohl für witzig gehalten hat (in Perfektion kann man das bei der TV-Serie Die Zwei bewundern). Diese sog. Übersetzung verfremdet aber den gesamten Film, denn man hat versucht, praktisch jede Dialogszene durch bloße Beklopptheit "lustiger" zu machen, auch wenn im englischen Original das Amüsante eines solchen Dialogs i.d.R. eher dadurch entsteht, daß Artus selbst in den absurdesten Situationen immer todernst seine gedrechselten königlichen Sätze von sich gibt, während seine Gesprächspartner in moderner Sprache antworten oder ihn (wie die Franzosen) auf den Arm nehmen. Doch halt! Es handelt sich ja um eine DVD und so kann man den Film jetzt endlich im englischen Original genießen - erst dann begreift man, wie schlecht, platt und primitiv die eingedeutschte Version wirklich ist.

Obige Aufzählung der Schauspieler und ihrer Rollen ist selbstverständlich bei weitem nicht vollständig, denn wie es sich für die Pythons gehört, spielt jeder eine Vielzahl von Rollen in unterschiedlichen mehr oder weniger stark verfremdenden Masken und Kostümen.

Die DVD:

Der Film ist sowohl einzeln als auch zusammen mit Das Leben des Brian und Der Sinn des Lebens in der Montys Enzyklopythonia - Box erhältlich. Ich habe zwar beide, aber ich kann den gleichzeitigen Erwerb beider Versionen nur absoluten Hardcore-Fans empfehlen, denn der einzige Unterschied besteht darin, daß in der Enzyklopythonia-Version eine zusätzliche Szene in den Film hineingeschnitten wurde (und zwar ohne deutsche Synchronisation), während dieselbe Szene in der anderen Version nur in den Extras vorhanden ist. Alles andere - auch die ganzen Extras - ist absolut identisch. Die unterschiedliche Altersfreigabe kommt dadurch zustande, daß sie sich nach dem Film mit der höchsten Freigabe in der Box richten muß, und das ist Der Sinn des Lebens mit FSK 16. Wer also die beiden anderen Filme schon hat, sollte die Box lieber nicht noch zusätzlich kaufen, sondern die Einzel-DVD. Die Box enthält auch sonst keine besondere Ausstattung - wenn man mal von der Gestaltung absieht: Die Hülle soll wohl einer Bibel mit Goldprägedruck nachempfunden sein, was im Regal ganz nett aussieht.

Kommen wir zu den wie gesagt in beiden Versionen identischen Extras. Die sind einfach nur genial und wiederum typisch Python-esk! Das fängt schon mit den animierten Menüs an, die im gleichen Stil wie die Cartoons im Film gestaltet sind: Allein die sind schon echte Hingucker. Sehr interessant ist die Dokumentation mit Michael Palin und Terry Jones, die im Jahre 2000 nochmal zu den ehemaligen Drehorten zurückgekehrt sind. Die beiden enthüllen erschröckliche Wahrheiten darüber, daß bei fast allen Szenen ein und dieselbe Burgruine (die heute natürlich eine Pilgerstätte für Fans ist) bzw. ihre Umgebung als Schauplatz verwendet wurde. Man sollte sich, Englischkenntnisse vorausgesetzt, den Film auch mal mit den Audiokommentaren ansehen. Die Pythons wären nicht die Pythons, wenn man sich dabei nicht kaputtlachen würde. Die Heiligen Relikte sind eine Ansammlung von kurzen Filmbeiträgen, z.B. ein Sketch mit Michael Palin über die Herstellung der Kokosnußhälften und ein Making-of aus dem Jahre 1974. Zu den Highlights gehört das mit Lego-Männchen nachgestellte Camelot-Lied.

Monty Python - Fans kommen an dieser DVD natürlich nicht vorbei. Aber auch für Leute, die den Film noch nie gesehen haben, ist sie absolut empfehlenswert, schon wegen der Vielzahl an Extras. Allerdings würde ich empfehlen, die englische Tonspur zu wählen, weil - wie gesagt - die deutsche Synchronisation eigentlich nur peinlich ist.

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