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The Ring Thing The Ring Thing (Schweiz, 2004)

DVD - Regionalcode 2, Universum Film
FSK: 12
Laufzeit: ca. 76 Minuten

Extras
Audiokommentar, Making of, Interviews, Musikvideo, Outtaktes, Kinotrailer, Trailershow

Regie:
Marc Schippert

Hauptdarsteller:
Edward Piccin (Fredi)
Gwendolyn Rich (Prinzessin Grmpfli)
Leo Roos (Almgandhi)
Sebastian Arenas (Prinz Rackaroll)
Armin Arnold (Pupsi)
Ralph Vogt (Schleimli)
Jörg Reichlin (Lord Sauraus)
Julia Nakamoura (Heidi)




Inhalt:

Fredi, ein schüchterner und leicht schusseliger Bankangestellter, ist auf Dienstreise mit seiner Chefin Heidi. Er liebt sie, hat aber wenig Chancen, denn sie hält ihn für einen Versager und steht ohnehin nur auf Uniformträger. Während des Fluges will er ihr einen Heiratsantrag machen und übt das Ganze auf der Toilette. Dabei fällt ihm der Ring ins Klo, er hechtet hinterher, bricht mitsamt der Schüssel durch den Boden und plumpst nach einem Sturz durch die Wolken in einen See. Kaum ist er wieder auf dem Trockenen, da kriegt er eins von einem Typen in Rüstung übergebraten, der ihm den Ring wegnimmt. Fredi kommt in einer kleinen Hütte im Land der Telehobbies wieder zu sich. Er wird sogleich von einem bärtigen Kerl vollgequatscht, der ihn für einen gewissen Friedo hält, sich als Almgandhi vorstellt und etwas von einer schrecklichen Bedrohung faselt. Angeblich hat sich Lord Sauraus des Rings bemächtigt, denn er ist seinerzeit bei der Verteilung der Großen Ringe übergangen worden (man hat ihm nur einen Gutschein gegeben) und will jetzt die ganze Welt zu Fondue verarbeiten.

Friedo/Fredi soll den Ring wiedergewinnen und im Berg Chronos vernichten. Zu ersterem ist Fredi durchaus bereit, denn schließlich hat das Geschmeide einige Monatsgehälter gekostet. Außerdem wäre er gern ein echter Held. So macht er sich zusammen mit Almgandhi und dem unerträglichen Telehobbie Pupsi auf den Weg ins Ungewisse. In einer Höhle, die von einem schwulen Plüschdrachen bewohnt wird, gabeln die Gefährten noch den Prinzen Rackaroll und die Prinzessin Grmpfli auf. Jetzt muss Fredi sich nicht nur mit einem senilen Pseudozauberer und einem nervenden Kindskopf herumschlagen, sondern auch mit einem kiffenden Drachentöter und einer nymphoman veranlagten, in Reimen sprechenden Elfin, die sich in Fredi verliebt. Dennoch ist der ehemalige Banker motiviert, denn er beobachtet, wie Sauraus seine angebetete Heidi entführt. Letzter im Bunde ist Schleimli, eine seltsame Figur mit zwei Persönlichkeiten, die den (echten) Ring ebenfalls einige Zeit lang getragen hat und ihn zurückgewinnen möchte - als Intimschmuck.

Der Ring wechselt mehrmals den Besitzer, Almgandhi wird versehentlich in einen Abgrund geschmissen, taucht wenig später aber noch verwirrter als zuvor wieder auf, ferngesteuerte Geister und Uru-Cows machen Fredi das Leben schwer, Sauraus bereitet das finale Fondue vor und Rackaroll, der eigentlich Verstärkung bei den Elfen holen sollte, feiert lieber wilde Partys mit verschiedenen Sorten Pfeifenkraut. Zu guter Letzt besiegen Grmpfli und Schleimli die Uru-Cows, der schwule Drache trägt Fredi, Pupsi und Almgandhi zum Berg Chronos. Hier erweist sich Pupsi als Verräter: Sauraus ist sein Vater. Doch da erscheint endlich Rackaroll mit der aus Schweizer Almbauern (oder so) bestehenden Verstärkung. Im entstehenden Handgemenge gewinnt Friedo den Ring zurück, Sauraus ersäuft in seinem eigenen Fonduekäse und Heidi ist beeindruckt vom Heldenmut ihres Angestellten. Doch der denkt gar nicht daran, ihr den Ring zu schenken. Lieber überlässt er ihn Schleimli, damit der mit Grmpfli glücklich werden kann, und bricht zu neuen Abenteuern auf.

Der Film:

Was für ein Reinfall - und was für eine verschenkte Chance! Die an vielen Stellen doch sehr pathetische Herr der Ringe - Verfilmung bietet eigentlich unzählige Ansatzpunkte für eine herrliche Parodie. Was macht "The Ring Thing" daraus? Eine platte und streckenweise sogar langweilige Verarschung auf dem Niveau von "Die nackte Kanone" und "Scary Movie" - oder noch weit unter dem Niveau dieser Filme. Dabei gibt es durchaus einige Szenen, die wirklich witzig sind. Die kiffenden Elfen, der trottelige Zwerg, Rackarolls Schwertreparatur mit Klebeband und der Prolog mit dem bei der Ringverteilung zu kurz gekommenen Sauraus haben durchaus was. Der Film sieht nach mehr Geld aus, als den Produzenten vermutlich zur Verfügung gestanden hat (die Kulissen der Schweizer Alpen gab's wohl gratis), teilweise wurde die Geldknappheit aber auch mit guten Ideen überspielt, beispielhaft seien hierfür die an Schnüren aufgehängten zweidimensionalen Wolken genannt, durch die das Flugzeug fliegt (tatsächlich sind es Computergrafiken, denke ich). Edward Piccin sieht Elijah Wood so ähnlich, dass einige geniale Szenen möglich geworden sind, die als Parodie sehr gut funktionieren. Jörg Reichlin ist ein herrlich bekloppter Bösewicht (er spielt das "Hütchenspiel" mit Sektgläsern - aua!) Überhaupt hat man das Gefühl, dass die Schauspieler mit viel Spaß bei der Sache sind - aber das reicht alles leider nicht.

Im Wesentlichen besteht "The Ring Thing" nämlich aus schmerzhaft dämlichen Kalauern, Fäkalhumor und misslungenem Slapstick. Die dummen Peinlichkeiten fangen schon mit den verballhornten Namen an - die gelungenen Gags sind dem gegenüber weit in der Minderzahl. Es gibt auch einige Scherze, die ich überhaupt nicht witzig finde. Zum Beispiel wird mit der Almgandhi-Figur immer wieder auf übelste Weise auf die Homosexualität des Gandalf-Darstellers Ian McKellen angespielt. Das ist unterste Schublade, über so etwas kann man sich nur ärgern. Ihr solltet wissen, dass ich bekloppte Filme wie Ace Ventura 2 und "Dumm und Dümmer" einfach nur köstlich finde. Das bedeutet: Mein Geschmack in Bezug auf Komödien ist durchaus auf einem sehr niedrigen Level angesiedelt. Aber bei "The Ring Thing" habe ich mich trotzdem bestenfalls über ein halbes Dutzend Szenen amüsiert (zugegeben, ein oder zwei Mal habe ich auch zu meiner eigenen Überraschung lachen müssen). Der Rest war Langeweile. Da reißt's auch die Schweizer Mundart nicht raus. Wer den Fehler macht, die hochdeutsch synchronisierte Version zu wählen, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen - die verhunzt diesen leider nur unfreiwillig komischen Film dann vollends.

Übrigens: Wer ist eigentlich Friedo? Der echte Friedo taucht im Film nie auf...

Die DVD:

Das Making of ist ca. 20 Minuten lang und enthält vor allem Interviewschnipsel (2 weitere Schnipselchen gibt es unter dem entsprechenden Menüpunkt zu bestaunen). Man sieht zwar ein bisschen was von der Entstehung der Stunts und der digitalen Effekte, aber sonst erfährt man kaum etwas über die Entstehung des Films. Ich kann auch drauf verzichten. Die Outtakes (schiefgegangene Szenen) sind womöglich witziger als der Film selbst. Zum Audiokommentar kann ich nichts sagen, denn ich konnte es nicht über mich bringen, mir den Film ein weiteres Mal mit aktiviertem Kommentar anzutun. Es war schon schlimm genug, die schweizerdeutsche Originalversion mit der grottigen deutschen Synchro vergleichen zu müssen! Insgesamt magere Ausstattung für einen extrem schwachen Film. Passt also.

J. Kreis, 15.08.2006
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