Riddick


Riddick - Extended Cut (USA/GB, 2013)

Blu-ray, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 118 Minuten (Kinoversion) bzw. 126 Minuten (Extended Cut)

Extras:
- Ein Blick hinter die Kulissen von Riddick (2:23 Min.)
- Der Einfluss von Regisseur David Twohy (6:21 Min.)
- Die Technik in Riddick (10:13 Min.)
- Held und Antiheld: Vins Riddick (8:49 Min.)
- Triff die Söldner! (10:44 Min.)
- Die Welt von Riddick (10:50 Min.)
- Motion Comic: "Riddick: Blindsided" (5:29 Min.)
- Trailer
- BD-Live

Regie:
David Twohy

Hauptdarsteller:
Vin Diesel (Richard B. Riddick)
Matthew Nable (R. Johns)
Jordi Molla (Santana)
Karl Urban (Siberius Vaako)
Dave Bautista (Diaz)
Andreas Apergis (Krone)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Pitch Black und Riddick - Chroniken eines Kriegers.

Nach einigen Jahren als neuer Lord Marshal hat Riddick genug von den Necromongern, und das beruht auf Gegenseitigkeit. Dass Attentäter auf ihn angesetzt werden, weil er nicht zum Glauben an das Underverse konvertieren will, stört ihn nicht weiter. Er würde jedoch gern seine Heimat Furya wiedersehen. Kommandant Vaako ist der einzige Mensch, der die Koordinaten dieses Planeten kennt. Um den lästigen Usurpator loszuwerden und selbst Lord Marshal zu werden, verspricht Vaako Riddick, sein Vasall Krone werde ihn nach Furya bringen. Doch Krone betrügt Riddick. Er fliegt mit ihm zu einem lebensfeindlichen Planeten und tötet ihn. Das glaubt er jedenfalls, doch Riddick überlebt schwer verletzt. Er versteckt sich in einem Höhlensystem vor der extrem aggressiven Fauna des Planeten. Nachdem er sich erholt und ein hundeartiges Wesen als Freund gefunden sowie zwei riesige giftige Schlammkriecher getötet hat, die ihm den Weg versperren, macht sich Riddick auf den Weg zu einem Gebäudekomplex, den er in der Ferne gesehen hat. Es handelt sich um einen Zufluchtsort für Söldner und Kopfgeldjäger. Riddick stellt fest, dass es auf dem Planeten bald sehr ungemütlich werden wird. Gewaltige Gewitterfronten ziehen auf, schwere Regenfälle sind zu erwarten. Sobald der Boden aufgeweicht ist, werden sich die Schlammkriecher überall in der für sie jetzt noch unzugänglichen wüstenartigen Umgebung ausbreiten können. Notgedrungen aktiviert Riddick einen Sender, der ihn scannt und seine Personendaten dem Signal beifügt.

Da schon vor langer Zeit ein saftiges Kopfgeld auf Riddick ausgelobt wurde, das verdoppelt werden soll, wenn der Delinquent tot abgeliefert wird, geben sich schon bald Kopfgeldjäger auf dem Planeten die Klinke in die Hand. Das Raumschiff eines gewissen Santana trifft zuerst ein. Wenig später landet R. Johns mit seinem Team bei der Station. Er ist der Vater eines Kopfgeldjägers, den Riddick vor einigen Jahren getötet hat. Johns will wissen, ob sein Sohn noch lebt oder wie er gestorben ist. Man entfernt Energiezellen aus beiden Schiffen, um zu verhindern, dass Riddick eines kapert und sich damit aus dem Staub macht. Die beiden Gruppen arbeiten gezwungenermaßen zusammen, als Riddick schon in der ersten Nacht drei Mitglieder von Santanas Team tötet und am nächsten Tag die Energiezellen an sich bringt. Da die Sturmfront immer näher kommt, trifft sich Riddick unbewaffnet mit Johns und Santana, um einen Deal abzuschließen. Er wird erneut betrogen und mit einem Betäubungsgewehr außer Gefecht gesetzt. Sein "Hund" wird getötet. Die Energiezellen hatte er allerdings nicht bei sich; er hat sie in der Wüste vergraben. Riddick wird in der Station angekettet. Als er sich weigert, Johns' Fragen zu beantworten (erst später sagt er Johns die Wahrheit über dessen nichtsnutzigen und feigen Sohn), überlässt dieser ihn Santana. Der kommt nicht dazu, Riddick zu köpfen, denn der Sturm bricht los und Massen von Schlammkriechern greifen an.

Im entstehenden Ducheinander bringt Riddick Santana um. Zwei von Johns' Leuten werden von den Schlammkriechern getötet. Als klar wird, dass das Gebäude den Attacken der Ungeheuer nicht mehr lange standhalten kann, löst Johns Riddicks Ketten und bittet ihn um Hilfe. Johns, Riddick und Diaz, ein Söldner aus Santanas Gruppe, schlagen sich auf Schwebe-Motorrädern zum Versteck der Energiezellen durch. Unterwegs provoziert Diaz einen Unfall, bei dem Johns' Bike zerstört wird. Riddick nimmt Johns auf dem Sozius mit. Sobald Riddick die Zellen ausgegraben hat, versucht Diaz ihn und Johns zu töten. Riddick besiegt den Mann. Im Todeskampf zerschießt Diaz eines der Bikes. Das zweite hat er schon zuvor unbemerkt sabotiert. Riddick und Johns müssen sich zu Fuß durch die Schlammkriecher-Horden kämpfen. Dabei wird Riddick so schwer verletzt, dass er nicht weitergehen kann. Johns nimmt die Energiezellen an sich und geht allein zum Raumschiff, wo die zwei letzten Überlebenden auf ihn warten. Währenddessen wehrt sich Riddick verzweifelt gegen eine Schlammkriecher-Übermacht. Als er zu unterliegen droht, erscheint Johns mit dem Raumschiff und schießt die Bestien ab. Johns wollte Riddick nicht im Stich lassen; es wäre ihm nur nicht möglich gewesen, die Zellen und Riddick zu schleppen. Das zweite Schiff wird flott gemacht und Riddick überlassen.

Riddick kehrt zu den Necromongern zurück. Deren Flotte befindet sich in der Nähe einer Art Wurmloch im Weltraum. Als Riddick Krone zur Rede stellt, behauptet dieser, Vaako befinde sich nicht mehr unter den Necromongern, und stößt Drohungen aus. Riddick tötet ihn und fragt eine Sklavin, ob Vaako tot sei oder lebe. Sie sagt: "Beides".


Kringels Meinung

Die letzte Szene - Riddick bei den Necros - ist in der Kinoversion nicht enthalten. Sie ist Bestandteil des etwa acht Minuten längeren Extended Cut. Das "Wurmloch" ist vermutlich ein Portal zum "Underverse". Bekanntlich wollen die Necomonger dieses Paralleluniversum (oder was immer es sein soll) erreichen. Was die Sklavin am Ende sagt, lässt darauf schließen, dass Vaako das Underverse bereits erreicht hat. Da Vaako die einzige Person ist, von der Riddick den Weg nach Furya erfahren kann, muss sich Riddick ebenfalls ins Underverse begeben, wenn er jemals nach Hause zurückkehren will. Auch der Beginn des Extended Cut ist anders und viel länger als bei der Kinoversion. Nur im Extended Cut ist zu sehen, wie Riddick von einer Attentäterin angegriffen wird und wie Vaako von der Eroberung Furyas berichtet, die er als Kind miterlebt hat. Somit werden die Zusammenhänge mit Riddick - Chroniken eines Kriegers deutlicher. Was es mit dem Sohn von R. Johns auf sich hat, könnt ihr im Film Pitch Black sehen. "Riddick" ist also (zumindest im Extended Cut) eine echte Fortsetzung beider Filme. Abgesehen vom verlängerten Anfang und Schluss hat der Extended Cut nur einzelne ganz kurze zusätzliche Szenen zu bieten, die nicht der Erwähnung wert sind.

"Riddick" beginnt richtig gut, nämlich mit Riddicks Überlebenskampf auf dem unwirtlichen Planeten. Man weiß zunächst nicht, wie er dort hingekommen ist, warum er so schwere Verletzungen hat und was wohl als nächstes geschehen wird. Ungefähr zwanzig Minuten lang gibt es keinen Dialog, nur ein wenig "inneren Monolog". Riddick versorgt seine Wunden, kämpft gegen leicht verfremdete Geier, Schakale und Skorpione (das Kreaturen-Design ist zwar etwas einfallslos, wurde aber tricktechnisch gut bis sehr gut umgesetzt), dann folgt der Rückblick, in dem erklärt wird, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Anschließend marschiert Riddick zur Söldnerstation und setzt das Notsignal ab. Bis dahin ist der Film zwar ebenso handlungsarm wie "Pitch Black", aber es macht einfach Spaß, dem knurrigen Einzelgänger dabei zuzusehen, wie er sich gegen die Widrigkeiten der mordlustigen Tierwelt durchsetzt. Diese Phase des Films gefällt mir, aber dann folgt Ernüchterung. Sobald die beiden Söldnergruppen gelandet sind, tritt Riddick in den Hintergrund und der Film wird langweilig. Nach einer völlig sinnfreien Szene (Santana erschießt eine Gefangene, die aus unerfindlichen Gründen im Raumschiff mitgeschleppt wurde) muss man das für die rudimentäre Handlung komplett bedeutungslose Geplänkel zwischen den Söldnern ertragen. Nur wenn Riddick als Bedrohung aus dem Hintergrund agieren darf, kommt wieder so etwas wie Spannung auf. Ansonsten wirft man sich lächerliche Drohungen und pubertäre Beleidigungen um die Ohren - das Gelaber darüber, wer wen wann und wie zu töten und/oder zu bespringen gedenkt, will schier kein Ende nehmen.

Es folgt der actionreiche Showdown. Bei dieser in der Regel eher kurzen Phase von Filmen entwickelt sich die Story ja üblicherweise nicht mehr so arg weiter. "Riddick" macht da keine Ausnahme, aber es ist doch schon ziemlich dreist, dass praktisch genau dasselbe Schema wie in "Pitch Black" nochmals verwendet wurde: Energiezellen für das Raumschiff müssen bei Dunkelheit und Regen von A nach B transportiert werden, dabei muss sich das weiter zusammenschrumpfende Häuflein der Überlebenden gegen Monstermassen wehren. Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor? Immerhin ist das Ganze ausreichend blutig, die Monster sind schön eklig und Riddick kann verschiedene heldenhafte Posen einnehmen. Fortsetzung folgt? Das verlängerte Ende des Extended Cut könnte darauf hindeuten, dass ein vierter Film angedacht ist. Einverstanden, von mir aus auch wieder mit dem Trash-Faktor der bisherigen Filme - aber bitte mit einer etwas gehaltvolleren und nicht in Selbstzitaten verharrenden Handlung.


Blu-ray-Features

Im Menü stehen Kinoversion und Extended Cut zur Auswahl. Das ist auch schon alles, was ich an Lob zur Ausstattung der Blu-ray sagen kann, denn die sechs Featurettes sind allesamt viel zu oberflächlich und obendrein lieblos-hektisch zusammengeschnitten. Es werden sowieso zu mindestens 50 Prozent Filmausschnitte gezeigt, dazu kommen noch kurze Interviewfetzen, in denen sich die Schauspieler und Mitglieder des Produktionsteams in gegenseitigen Lobhudeleien ergehen. Der geringe Anteil an Hinter-den-Szenen-Material lässt lediglich erkennen, dass praktisch alles im Studio gedreht wurde, und dass doch weniger CGI eingesetzt wurde als ich dachte. Die Schiffe sowie manche Kreaturen bzw. Bestandteile derselben wurden "in echt" gebaut, damit die Schauspieler damit interagieren konnten. Und man sieht, dass Vin Diesel mit viel Herzblut bei der Sache war. Er sagt, zur Finanzierung des Films habe er sein Haus mit einer Hypothek belasten müssen. Das glaube ich ihm sogar und ich wünsche ihm, dass er das Geld wieder reingekriegt hat.

Das "Motion Comic" sieht für mich aus wie eine mit Dialog aus dem Film unterlegte Zusammenstellung von Storyboardzeichnungen. Die Bilder zeigen Riddicks Rückblick auf seine Zeit bei den Necromongern und das Attentat auf ihn. Dieses verläuft im Comic allerdings etwas anders. Riddick wird zuerst von zwei Necromongern angegriffen, die stachelbewehrte Rüstungen tragen. Erst nachdem er die beiden besiegt hat, sticht ihm seine verräterische Gespielin den Dolch in den Rücken.


J. Kreis, 19.02.2015




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