Untote wie wir


Untote wie wir (USA, 2009)
- The Revenant -

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 118 Min.

Extras
- Audiokommentare
- Making of (13:07 Min.)
- Unveröffentlichte Szenen

Regie:
Kerry Prior

Hauptdarsteller:
David Anders (Barthenoy Gregory)
Chris Wylde (Joey Leubner)
Louise Griffiths (Janet)
Jacy King (Mathilda)




Inhalt

Leutnant Barthenoy Gergory gerät während des Irakkrieges bei einer nächtlichen Patrouille in einen Hinterhalt und wird erschossen. Irgendetwas geschieht mit seinem Körper, der danach geborgen und vier Wochen später zur Beisetzung in die USA überführt wird. Während sich Barts Freundin Janet nach der Beerdigung mit seinem besten Freund Joey tröstet (die Beziehung war sowieso in einer Krise), entsteigt der Tote seinem Grab. Bart ist verwirrt und ahnungslos, begreift aber angesichts seines schon leicht angefaulten Teints schnell, dass etwas nicht stimmt. Joey ist zunächst entsetzt, als Bart bei ihm aufläuft, nimmt ihn aber bei sich auf. Abgesehen von seinen weißlichen Augen, den Einschusslöchern und dem Verwesungsgestank scheint Bart ganz der Alte zu sein. Er hat jedoch schreckliche Magenschmerzen und kann keine Nahrung bei sich behalten. Sobald die Sonne aufgeht, verliert er das Bewusstsein und ist nicht mehr von einer handelsüblichen Leiche zu unterscheiden. Da man Bart im Krankenhaus nicht helfen kann, zieht Joey Janets Freundin Mathilda hinzu. Sie hat als Krankenschwester und Wicca-Hexe eine Erklärung für Barts Zustand anzubieten: Der Mann ist untot und braucht menschliches Blut, um weiterexistieren zu können. Joey soll Barts Kopf abtrennen und das Herz mit einem Pfahl durchbohren, um sein untotes Dasein zu beenden und seiner Seele Frieden zu schenken. Joey lehnt das ebenso ab wie Janet, die einige Zeit später von Mathilda eingeweiht wird.

Nachdem Bart wieder zu sich gekommen ist und erfahren hat, was mit ihm geschehen ist, versucht er sich Blutkonserven zu beschaffen und Obdachlose anzuzapfen. Beides schlägt fehl, außerdem möchte Bart niemanden töten. Schließlich kommt es doch dazu, allerdings aus Notwehr: Bart und Joey werden von einem Gangster überfallen. Bart wird niedergeschossen, aber Kugeln machen ihm in seinem jetzigen Zustand nichts mehr aus. Der konsternierte Gangster wird von Joey niedergeschlagen. So kann Bart ihn aussaugen. Die blutleere Leiche wird in einem Stausee entsorgt. Prompt bessert sich Barts Hautproblem, alle Wunden schließen sich. Allerdings muss Bart in jeder Nacht frisches Blut trinken, weil er sonst sofort wieder zu verwesen beginnt. Die beiden Freunde kommen auf die moralisch halbwegs akzeptable Idee, nur Kriminelle als Snacks für Bart zu verwenden. Das geht eine Zeit lang gut, aber eines Nachts wird Joey bei einer Schießerei tödlich verwundet. Bart labt sich an ihm und holt ihn dadurch von den Toten zurück. Somit sind beide Freunde kugelfest und räumen erst so richtig unter den Verbrechern in Los Angeles auf. Allerdings bleiben ihre Taten nicht unbemerkt. Im Fernsehen wird darüber berichtet, dass zwei Unbekannte unterwegs sind, die als "Revolver-Rächer" bezeichnet werden und Selbstjustiz verüben. Das wird in der Öffentlichkeit durchaus wohlwollend betrachtet, doch die Polizei wird aufmerksam und auch Mathilda hat bald einen ganz bestimmten Verdacht.

Mathilda beobachtet Bart und Joey, als diese eine Gruppe von Drogendealern töten, bei denen es sich allerdings um korrupte Polizisten handelt. Sie konfrontiert die beiden und droht, mit ihren Kenntnissen zu Presse und Polizei zu gehen. Daraufhin wird sie von Joey erschossen. Sie hat die Unterhaltung jedoch per Handy aufgezeichnet. Diese Datei schickt sie an Janet, bevor sie stirbt. Während Joey einen Umzug in neue Jagdgründe (Las Vegas) vorbereitet, wird Bart von Janet zur Rede gestellt. Da sie ihn immer noch liebt, bietet sie sich als lebende Blutkonserve an, um ihn von weiteren Morden abzuhalten. Bart verliert jedoch die Kontrolle und saugt sie komplett aus. Er enthauptet sie, bevor sie sich in eine Untote verwandelt. Joey will nun allein nach Las Vegas fahren, kommt aber nicht weit. Jetzt rächt sich, dass die beiden Untoten ihren Opfern nie die Köpfe abgetrennt haben. Die vermeintlich toten Mörder, Räuber, Dealer und Vergewaltiger sind auferstanden und zahlen es Joey heim, indem sie ihn zerstückeln und den Kopf absägen. Da dies während einer Wachphase geschieht, bedeutet es nicht Joeys endgültigen Tod. Der noch lebende Kopf wird Bart per Post zugestellt. Als Joey um den Tod bittet, zerquetscht Bart den Kopf mit einem Schaufelbagger. Verzweifelt versucht sich Bart danach selbst umzubringen, hat aber keinen Erfolg. Selbst ein Polizei-Einsatzkommando, das ihn ins Kreuzfeuer nimmt, kann ihn nicht töten. Er erwartet den Tagesanbruch auf einem Hügel, kippt bei Sonnenaufgang um und wird von einem Forscherteam eingesammelt.

Einige Zeit später befinden sich zahlreiche Untote - auch Bart - in staatlichem Gewahrsam. Man findet zwar weder die Ursache der Untoten-Seuche noch ein Heilmittel, wohl aber eine Verwendungsmöglichkeit für die Blutsauger: Sie werden per Fallschirm über dem Iran abgeworfen.

Kommentar

"Untote wie wir" ist ja an sich schon ein ziemlich bescheuerter Titel, aber der Zusatz "Man ist so tot, wie man sich fühlt" setzt der bekloppten Eindeutschung die Krone auf. Außerdem wird dadurch suggeriert, es handele sich bei diesem Film um eine Zombie-Komödie, die sich nahtlos in die Flut ähnlicher Werke einreiht - siehe Shaun of the Dead, Zombieland, Wasting away, Küss mich, Zombie, Boy eats Girl, Dead and Breakfast und Evil. Das stimmt nur bedingt, denn Bart ist eigentlich kein Zombie, sondern ein Vampir. Vor allem aber konnte sich Drehbuchautor/Regisseur Kerry Prior offenbar nicht entscheiden, was für einen Film er machen wollte: Buddy-Komödie? Thriller? Liebesfilm? Psychodrama? Es ist von allem etwas dabei, das Endergebnis ist aber nichts Halbes und nichts Ganzes. Humor ist durchaus vorhanden, die Action ist gut gemacht und die teils recht drastischen Splatter-Effekte können sich sehen lassen. Barts ganz spezielle Selbstfindungsprobleme sind dank des sympathischen Hauptdarstellers nachvollziehbar. Nur die Liebesgeschichte wirkt wie ein Fremdkörper, darauf hätte man getrost verzichten können.

Überhaupt hätte nicht nur eine Beschränkung auf ein einziges Genre dem Film gut sicher getan, sondern auch eine Kürzung. Viele Szenen werden zu sehr in die Länge gezogen, Dialoge kommen nicht auf den Punkt usw. - dem Film fehlt irgendwie das richtige Tempo, es stellen sich immer wieder Längen ein. Das ebenso traurige wie zynische Ende hat dann mit "Komödie" rein gar nichts mehr zu tun. Die Idee ist aber nicht schlecht: Untote als biologische Waffen der besonderen Art, das hat was. Ob ihr Einsatz wohl im Genfer Abkommen geregelt ist? Wahrscheinlich nicht...

Die Gründe für Barts Verwandlung werden nur angedeutet. Er überfährt im Irak ein Kind, das unversehrt wieder aufsteht. Als er nach dem Rechten sehen will, wird Bart erschossen. Seine Leiche wird ruckartig aus dem Bild gezerrt. Vermutlich war das Kind ein Vampir und hat Bart ausgesaugt, wurde dann aber von Barts Kameraden gestört.

Unterm Strich bleibt zu "Untote wie wir" erstaunlich wenig zu sagen. Ganz witzig, handwerklich einwandrei, mit ausreichender Härte und schön blutig - aber zu uneinheitlich und als Party-Film nicht wirklich geeignet.

Blu-ray-Features

Abgesehen von drei mir noch unbekannten Audiokommentaren und sechs nicht verwendeten Szenen, die vielleicht ganz nützlich für eine tiefere Charakterzeichnung gewesen wären, den Film aber nur noch länger (aber nicht besser) gemacht hätten, gibt's als Bonusmaterial eine kurze Featurette, die die Bezeichnung "Making of" nicht verdient. Sie enthält Filmszenen und Hinter-den-Szenen-Material sowie einen auf lustig getrimmten Voiceover-Kommentar, der keine weiteren Informationen vermittelt.


J. Kreis, 03.03.2012




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