Resident Evil Retribution


Resident Evil: Retribution (USA / Kanada / D, 2012)

Blu-ray, Constantin Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 96 Minuten

Extras:
- 2 Audiokommentare
- Extended and deleted Scenes (12:51 Min.)
- Outtakes (4:36 Min.)
- Resident Evil Special: Die Regiearbeit (7:33 Min.), Die Entwicklung von Alice (6:17 Min.), Wiedersehen (9:09 Min.), Design und Bauten (8:38 Min.), Die untoten Kreaturen (6:24 Min.), Die Stunts (5:43 Min.), Code: Mika (5:01 Min.)
- Darstellerinfos (Text)
- Trailer (incl. "Story of Alice"-Trailer)

Regie:
Paul W. S. Anderson

Hauptdarsteller:
Milla Jovovich (Alice)
Sienna Guillory (Jill Valentine)
Li Bingbing (Ada Wong)
Johann Urb (Leon S. Kennedy)
Aryana Engineer (Becky)
Boris Kodjoe (Luther West)
Shawn Roberts (Albert Wesker)
Michelle Rodriguez (Rain Ocampo-Klone)




Story

Zur Vorgeschichte siehe:
Resident Evil
Resident Evil: Apocalypse
Resident Evil: Extinction
Resident Evil: Afterlife

Die ARCADIA wird von Umbrella-Soldaten angegriffen. Jill Valentine, die immer noch von einem Spinnenroboter-Implantat beeinflusst wird, führt den Angriff an. Die Gefangenen werden getötet. Alice wird von der Druckwelle einer Explosion ins Meer geschleudert und verliert das Bewusstsein. In einer Umbrella-Gefängniszelle kommt sie wieder zu sich. Sie wird von Jill verhört und gefoltert. Plötzlich fällt das gesamte Sicherheitssystem aus, so dass Alice aus der Zelle entkommen kann. Sie durchschreitet ein Tor und befindet sich plötzlich in Tokio, umringt von Passanten, die keine Notiz von ihr nehmen. Mitten in der Menschenmenge verwandelt sich eine Frau in einen Zombie, weitere folgen. Alice bekämpft die Untoten und flieht durch ein sich öffnendes Tor. Sie gelangt in ein Steuerzentrum. Hinter den Computerterminals sitzen nur Tote.

Verantwortlich dafür ist die ehemalige Umbrella-Topagentin Ada Wong. Sie und Wesker, der sich per Videosignal zuschaltet, erklären Alice die Situation. Sämtliche verbliebenen Einrichtungen Umbrellas werden von der Red-Queen-KI beherrscht. Deren Ziel besteht in der Ausrottung allen Lebens auf der Erde. Jill und die Umbrella-Soldaten stehen völlig unter der Kontrolle des Supercomputers. Alice befindet sich in einem zu einer gigantischen Forschungseinrichtung umgebauten unterseeischen U-Boot-Bunker der ehemaligen Sowjetunion, tief unter dem ewigen Eis. Dies ist das Zentrum aller Aktivitäten des Umbrella-Konzerns. In mehreren riesigen Kuppeln wurden perfekte Nachbildungen verschiedener Städte errichtet, bevölkert von Klonen mit künstlichen Erinnerungen, die diese Umgebungen für real halten. So konnten T-Virus-Ausbrüche unter kontrollierten Bedingungen getestet und gleichzeitig potentiellen Kunden präsentiert werden. Alice ist eines der 50 Basismodelle für die Fabrikation; neue Klone werden permanent hergestellt.

Wesker hat ein von Leon S. Kennedy geleitetes Einsatzteam entsandt, das Alice befreien und das Testzentrum zerstören soll. Luther West ist Mitglied des Teams. Alice und Ada kämpfen sich durch verschiedene Testareale bis zum Rendezvouspunkt vor, während Leons Männer von außen eindringen und Sprengladungen legen. In der von Zombies überrannten Nachbildung von Raccoon City begegnet Alice einer Überlebenden, einem kleinen Mädchen namens Becky, der "Tochter" eines Alice-Klons. Becky hält Alice für ihre Mutter. Alice wiederum entwickelt mütterliche Gefühle für die Kleine und nimmt sie mit. Ada bleibt zurück, um Jill und deren ebenfalls geklonte Truppe (zu der auch ein Rain Ocampo-Klon gehört) aufzuhalten. Alice steht Leons Team im Kampf gegen eine neue Art von Untoten bei. Diese Wesen sind mit Las Plagas-Parasiten infiziert und können Waffen sowie Fahrzeuge benutzen. Ein ins Riesenhafte vergrößertes Licker-Monster ist mit dabei. Alice und Leons Trupp erreichen das U-Boot-Dock. Erneut greifen Jills Klonsoldaten an. Als nur noch wenige Minuten bis zur Sprengung verbleiben, wird Becky vom Licker entführt. Alice befreit das Mädchen und tötet das Monster, wobei die Klonfabrik vernichtet wird. Alice kehrt mit Becky gerade noch rechtzeitig zu einem Aufzug zurück, bei dem Leons Leute warten.

Nur Alice, Becky, Leon und Luther entkommen aus der Anlage, die nach der Explosion geflutet wird. Sie fahren mit einem Schneemobil zum Extraktionspunkt. Das Fahrzeug wird von einem durch das Eis brechenden U-Boot umgeworfen. Jill und Rain, die Ada als Gefangene bei sich haben, steigen aus. Rain injiziert sich einen Las Plagas-Parasiten, der sie unverwundbar macht. Sie tötet Luther und schlägt Leon bewusstlos. Alice muss sich Jill stellen und unterliegt beinahe. In letzter Sekunde vernichtet sie das Spinnenroboter-Implantat, wodurch Jill außer Gefecht gesetzt wird. Dann zerschießt sie das Eis unter Rains Füßen, so dass die Frau einbricht und von unzähligen Untoten unter Wasser gezogen wird. Alice, Leon, Ada, Jill (die wieder sie selbst ist) und Becky werden per Hubschrauber ins Weiße Haus gebracht. Wesker residiert dort im Oval Office. Er injiziert Alice den T-Virus und gibt ihr somit ihre Superkräfte zurück. Sie wird für den letzten Kampf der Menschheit gegen die Red Queen gebraucht. Die Lage scheint aussichtslos zu sein. Die Umgebung des Weißen Hauses wurde in ein befestigtes Heerlager umgewandelt. Unzählige Untote und mutierte Ungeheuer aller Art greifen unablässig an.

Kommentar

Der fünfte Film frei nach Motiven der Videospielserie Resident Evil erinnert insoweit an die Games, als er selbst nach dem simplen Strickmuster eines Videospiels abläuft. Kurz und knapp wird die Ausgangssituation klar gemacht, indem Alice die bisherigen Geschehnisse in einem Monolog zusammenfasst, der trotz seiner Kürze angesichts der rudimentären Handlung der ersten vier Filme völlig ausreicht. Was folgt, ist eine fast ununterbrochene Abfolge thematisch eher lose miteinander verknüpfter Kampf- und Verfolgungsszenen. Genau wie in einem Actionspiel kämpfen sich Alice und ihre Freunde durch verschiedene Levels voran (hier: die unterschiedlichen Testareale der Umbrella-Basis), gelegentlich kommt es zu einem Bossfight, und am Schluss wartet der besonders schwer zu bezwingende Endgegner. Schrieb ich gerade "Schluss"? Na ja, einen richtigen Schluss hat der Film eigentlich nicht, vielmehr beginnt der letzte Kampf um das Schicksal der Menschheit erst in Teil sechs, der so sicher kommen wird wie das Amen in der Kirche. Natürlich werde ich Idiot dann wieder ins Kino rennen und die Blu-ray kaufen, obwohl mir schon vorher klar sein müsste, dass ich genau dieselbe Mixtur allseits bekannter Elemente in allenfalls leichter Abwandlung geboten bekommen werde, die schon in den bisherigen Filmen immer neu aufgekocht worden ist. Diesmal werden sogar verschiedene Szenen ziemlich frech wiederholt: Die Sache mit dem Zombie-Mädchen auf der Straßenkreuzung in Tokio, der Kampf gegen den Executioner...

Man merkt schon gleich zu Beginn des Films, dass sowohl die Story als auch sämtliche Figuren mit Ausnahme von Alice vollkommen irrelevant, egal, überflüssig und verzichtbar sind. K-Mart, Claire und Chris Redfield, in Teil 3 bzw. 4 noch groß eingeführt, verschwinden sang- und klanglos. Quasi als Ersatz tauchen diverse andere bekannte Figuren aus den Games auf, nämlich Ada Wong, Leon S. Kennedy (Game "Resident Evil 2") und Barry Burton (erstes Game). Außerdem werden die Las Plagas-Zombies (Resident Evil 4) eingeführt. Was diese Viecher angeht, wird wieder einmal nicht erklärt, woher sie kommen usw. - man muss einfach akzeptieren, dass Umbrellas Fundus der Scheußlichkeiten für jeden Film eine neue Überraschung bereithält. Ada, Leon und Barry - das ist nichts anderes als Namedropping. Fans nehmen zufrieden zur Kenntnis, dass diese Figuren ihren digitalen Vorbildern optisch ähneln, aber so what? Ständig werden irgendwelche Personen, Monster, Begriffe usw. in den Raum geworfen, Erklärungen sind Mangelware. Wer die Spiele nicht kennt, wird sich verwundert fragen, was das denn für Leute sind oder warum sie wichtig sein sollten. Niemandem wird genug Aufmerksamkeit gewidmet, als dass man z.B. traurig sein könnte, wenn Barry seinen letzten Zug aus der Zigarre nimmt. Allmählich frage ich mich übrigens, wo all die Leute eigentlich herkommen. Angeblich wurde doch die ganze Welt von Zombies überrannt. Wieso gibt es denn dann immer noch voll funktionsfähige Umbrella-Einrichtungen?

Natürlich bietet der Film genau wie seine Vorgänger beste Action-Unterhaltung, wenn man über mangelnde Story, Figurenentwicklung und Logik hinwegsehen kann. Sehr schönes Kreaturendesign, gleich drei Kampf-Amazonen in sexy Klamotten (Jill und Ada machen eine mindestens ebenso gute Figur wie Alice), dynamische Feuergefechte und Kloppereien, gewaltige Explosionen, beeindruckende Sets - tolles Futter für die Augen wird definitiv geboten. Die erste Viertelstunde ist besonders nett gemacht: Man sieht den Angriff auf die ARCADIA in rückwärts verlaufender Zeitlupe, dann kommt der schon erwähnte Monolog, dann folgt derselbe Angriff nochmal, nur richtig herum und mit normaler Geschwindigkeit. Anschließend scheint Alice in einer neuen Existenz zu erwachen, nämlich als Ehefrau und Mutter in einer Kleinstadt. Die Idylle wird durch einen Zombie-Angriff empfindlich gestört. Das ist zwar geklaut, siehe Dawn of the Dead, aber es kommt wenigstens Horrorfilm-Atmosphäre auf, wovon im restlichen Film nicht mehr die Rede sein kann. Altbekannte Figuren treten in neuen Identitäten auf: Carlos Olivera als Ehemann, Rain als NRA-Gegnerin... später wird klar, dass sie alle nur Klone in der Umbrella-Testeinrichtung waren. Die sich aus diesem Konzept ergebenden Implikationen werden aber nicht vertieft. Sind die Klone Menschen oder nur organische Roboter? Der Becky-Klon ist ja offensichtlich ein "echter" Mensch mit Gefühlen und Ängsten, also wird das wohl für alle anderen genauso gelten. Dass niemand auch nur einen Gedanken an die unzähligen unschuldigen Klone verschwendet, die bei der Vernichtung der Basis sterben müssen, hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack.

Vielleicht sollte man nicht nachdenken, sondern sich die Zombies zum Vorbild nehmen. Hirn abschalten und die primitive Lust an der Zerstörung genießen! Dann macht der Film einen Heidenspaß.

Blu-ray-Features

Hinter dem Menüpunkt "Resident Evil Special" verbergen sich sieben kurze Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 50 Minuten. An wessen Sehgewohnheiten orientieren sich diese hektischen Zusammenschnitte von Filmszenen, Hinter-den-Szenen-Materieal und Interviewfetzen eigentlich? Wer braucht in einer Filmdoku solche Mätzchen wie Wackelkamera und wilde Zoomerei? Wer interessiert sich für Statements von Schauspielern und Mitgliedern des Produktionsteams, in denen es fast ausschließlich um gegenseitige Lobpreisungen und die Nacherzählung der Filmhandlung geht? Na, wenigstens lernen wir, dass die Arbeit der Stuntleute im Zeitalter der 3D-Technik (der Film wurde komplett in 3D gedreht) um einiges gefährlicher geworden ist, weil man nicht mehr nur so tun kann, als würde man sich ganz böse verkloppen. Jetzt darf nicht mehr vorbeigehauen werden, und offenbar hatte Milla Jovovich ein kleines Problem damit, wirklich auf ihre Stuntpartner einzuprügeln, da sie im Gegensatz zu ihrem filmischen Alter Ego ein ganz umgänglicher Mensch zu sein scheint. Ihre vierjährige Tochter ist am Set zu sehen. Das Mädchen sieht tatsächlich aus wie eine Mini-Milla!

Neben einigen recht witzigen schiefgegangenen Szenen werden teilweise verlängerte, teilweise ganz neue Deleted Scenes geboten. Familienidyll und Zombie-Angriff sowie der geniale Kampf im Lichttunnel des Japan-Szenarios sind länger, außerdem sieht man, wie Ada von Rain gefangen wird. Zuvor begegnen Alice und Ada einem dritten (untoten) Rain-Klon, und Alice erwähnt, dass das Erlernen von Zeichensprache zur Umbrella-Grundausbildung gehört. Ich hatte mich schon gefragt, wieso sich Alice sofort problemlos mit Becky verständigen kann!


J. Kreis, 23.04.2013




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