Resident Evil: The Final Chapter


Resident Evil: The Final Chapter (GB/D/USA/F/Kanada/Australien, 2016)

Blu-ray, Constantin Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 107 Minuten

Extras:
- Making of (4:38 Min.)
- Interviews (28:12 Min.)
- Stunts und Waffenarsenal (9:04 Min.)
- Den Hive erkunden (4:19 Min.)
- Regieführung bei "The Final Chapter" (5:03 Min.)
- Die Dreifaltigkeit der Bösewichte und die Frauen aus Resident Evil (6:33 Min.)
- Rola als Cobalt (3:35 Min.)
- Von Heiligen zu Sündern (8:46 Min.)
- Vom Drehbuch auf die Leinwand (9:56 Min.)
- Trailer

Regie:
Paul W. S. Anderson

Hauptdarsteller:
Milla Jovovich (Alice / Alicia Marcus)
Iain Glen (Dr. Alexander Isaacs)
Ali Larter (Claire Redfield)
Shawn Roberts (Albert Wesker)
Eoin Macken (Doc)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Resident Evil: Retribution.

Albert Wesker hat Alice und ihre Freunde in eine Falle gelockt. Es ging ihm nie um die Verteidigung einer der letzten Gruppen von Überlebenden gegen die Armee der Untoten, sondern um das genaue Gegenteil. Sein Chef, Dr. Alexander Isaacs (ein Gründungsmitglied der Umbrella Corporation), hat vor zehn Jahren einen ebenso ehrgeizigen wie teuflischen Plan entwickelt. Bekanntlich hätte sich die Menschheit irgendwann selbst ausgerottet, sei es durch Kriege und internationalen Terrorismus oder durch die weiter ansteigende Überbevölkerung und die damit verbundenen Folgeerscheinungen: Rücksichtslose Ausbeutung aller Ressourcen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und so weiter. Isaacs wollte dieser Entwicklung vorgreifen und den Weltuntergang selbst verursachen - aber auf kontrollierte Weise und unter seinen Bedingungen. Er selbst hat damals das T-Virus in Raccoon City freigesetzt. Wie geplant ist es zu einer globalen Pandemie gekommen, so dass fast alle Menschen gestorben sind oder sich in Untote verwandelt haben. Im Hive, der Umbrella-Zentrale unterhalb von Raccoon City, wurden tausende Kryostasiskapseln aufgestellt. In diesen Kapseln sollten die Mitglieder der Umbrella-Führungsriege und zahlende Kunden den Weltuntergang buchstäblich verschlafen, um Jahre später zu erwachen und über eine Welt zu herrschen, die allein ihnen gehört und deren Infrastruktur zumindest teilweise noch intakt ist. Das Weiße Haus war eine der verbliebenen Enklaven - und sie wurde überrannt. Alice ist die einzige Überlebende.

Über einen noch funktionsfähigen Rechner in den Ruinen des Weißen Hauses nimmt die Red Queen - ein Supercomputer, der sämtliche Anlagen Umbrellas steuert - Kontakt mit Alice auf und teilt ihr mit, dass es im Hive ein Antivirus gibt, das sich über die Luft ausbreitet und alles vernichtet, was mit dem T-Virus infiziert ist. Alice hat nur 48 Stunden Zeit, das Antivirus freizusetzen, denn dann werden die letzten menschlichen Siedlungen ausgelöscht sein. Alice ist skeptisch, doch die Red Queen verspricht, im Hive werde sie Antworten auf all ihre Fragen finden. Unterwegs nach Raccoon City gerät Alice in einen Hinterhalt der Umbrella-Schergen. Sie wird von Isaacs gefangen genommen, der mit zwei gepanzerten und schwer bewaffneten Fahrzeugen unterwegs ist, um eine gewaltige Untotenhorde nach Raccoon City zu locken. Alice flieht. Sie erreicht die Stadt einige Stunden vor Isaacs. Dort begegnet sie einer Gruppe von Überlebenden, die von ihrer alten Freundin Claire Redfield sowie deren Lover "Doc" angeführt werden. Die Menschen haben sich in der Ruine eines Hochhauses verschanzt und einen Verteidigungsperimeter eingerichtet. Alice unterstützt die Gruppe im für beide Seiten verlustreichen Kampf gegen Isaacs. Ein Panzerfahrzeug wird vernichtet, das andere wird erobert. Die meisten Untoten können durch in Brand gesetztes Benzin unschädlich gemacht werden. Der Rest wird mit dem Panzerfahrzeug aus der Stadt gelockt. Isaacs überlebt, nimmt das Fahrzeug wieder in Besitz und fährt zurück in die Stadt.

Alice und einige Kämpfer der Überlebenden betreten den Hive. Die Red Queen meldet sich erneut bei Alice und warnt sie vor einem Verräter in ihren Reihen. Die KI darf sich nicht direkt gegen Mitarbeiter von Umbrella wenden und muss alle von Umbrella-Angehörigen gegebenen Befehle ausführen, ist aber durch ein Video, das jemand in sie eingespeist hat, in einen Gewissenskonflikt geraten. Dieses Video enthält die versprochenen Informationen über die wahren Absichten Umbrellas. Alices Gruppe wird durch Fallen und T-Virus-Kreaturen dezimiert, bis nur Alice, Claire und Doc übrig sind. Alice legt Sprengladungen in der Kryokammer. Im Kern der Anlage steht sie Wesker und Dr. Alexander Isaacs gegenüber - dem echten Isaacs. Die draußen lauernde Version ist lediglich ein Klon, der sich für das Original hält. Alice erfährt, dass sie selbst ebenfalls kein "echter" Mensch ist, sondern ein Klon der Umbrella-Mitinhaberin Alicia Marcus. So erklärt sich Alices Gedächtnisverlust - in Wahrheit hat sie keine Erinnerungen an die Zeit vor dem T-Virus-Ausbruch, weil sie erst in dieser Zeit erschaffen wurde. Alicias Vater Dr. James Marcus hat das T-Virus seinerzeit zur Heilung seiner todkranken Tochter entwickelt, aber nicht mit den Nebenwirkungen gerechnet. Wesker hat ihn in Isaacs Auftrag ermordet, weil er das ganze Programm einstampfen wollte. Gegen Wesker und den mit Kampfsoftware und diversen Upgrades ausgerüsteten Isaacs haben Alice und Claire keine Chance, zumal sich Doc als Verräter entpuppt. Doch es ist noch jemand anwesend: Alicia. Sie feuert Wesker, so dass die Red Queen sich gegen ihn wenden und lebensgefährlich verwunden kann. Claire tötet Doc. Der gesamte Hive wird durch Explosionen vernichtet. Vor ihrem Ende überträgt Alicia all ihre Erinnerungen an die Red Queen.

Alice und Claire verfolgen Isaacs, der den einzigen existierenden Behälter mit dem Gegenmittel bei sich hat und ins Freie flieht, sind ihm jedoch nicht gewachsen. Mit seinem draußen wartenden Klon hat Isaacs nicht gerechnet. Der Isaacs-Klon ist nicht erfreut, als Kopie abgetan zu werden. Er sticht das Original nieder, wird dann aber von den Untoten zerfleischt, die ihn verfolgt haben. Alice setzt das Antivirus frei. Prompt fallen alle Zombies um, Alice allerdings auch, denn sie trägt das T-Virus in sich, was ihr wohl bekannt war. Alice erwacht nach kurzer Zeit unversehrt. Die Red Queen erklärt, dass nur das Virus in Alices Körper zerstört wurde, die lebenden Zellen aber nicht. Alice hat bewiesen, dass sie bereit ist, sich selbst zu opfern. Somit ist sie würdig, Alicias Erinnerungen in sich aufzunehmen. Die Red Queen stellt die Daten bereit. Nun macht sich Alice auf den Weg, um den Kampf gegen Untote und T-Virus-Kreaturen weiterzuführen, denn es wird Jahre dauern, bis sich das Antivirus über die ganze Welt verbreitet hat.


Kringels Meinung

Der sechste Film frei nach Motiven der Videospielserie Resident Evil soll das letzte Kapitel sein. So lautet jedenfalls der Titel und Alice sagt selbst, dies sei das Ende ihrer Geschichte. Ob es stimmt? Die Geschichte ist ja nicht ganz zu Ende, schließlich ist Alice keineswegs gestorben. Fröhlich heizt sie mit einem Motorrad in die Welt hinaus, verfolgt von fliegenden T-Virus-Kreaturen. Wird es also doch noch einen siebten Film geben? Eine Fortsetzung vielleicht nicht, aber womöglich ein Prequel? Ich könnte darauf verzichten, sofern ein solcher Film nach demselben Schema zusammengestoppelt wäre wie die letzten beiden. Hier kopiere ich mal einen Teil meines Kommentars zu "Resident Evil: Retribution", denn genau dasselbe trifft für "The Final Chapter" zu: Kurz und knapp wird die Ausgangssituation klar gemacht, indem Alice die bisherigen Geschehnisse in einem Monolog zusammenfasst, der trotz seiner Kürze angesichts der rudimentären Handlung der ersten Filme völlig ausreicht. Was folgt, ist eine fast ununterbrochene Abfolge thematisch lose miteinander verknüpfter Kampf- und Verfolgungsszenen. Genau wie in einem Actionspiel kämpfen sich Alice und ihre Freunde durch verschiedene Levels voran, gelegentlich kommt es zu einem Bossfight und am Schluss wartet der besonders schwer zu bezwingende Endgegner. Mehr darf man nicht erwarten, weniger durchaus.

Warum "weniger"? Nun, inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, in einem Film der "Resident Evil" - Reihe nichts anderes geboten zu bekommen als Prügeleien und Schießereien, mal Menschen gegen Menschen, mal Menschen gegen diverses untotes Gezücht. Das ist auch in "The Final Chapter" wieder der Fall. Ich hatte aber nicht erwartet, dass das Ganze so einfallslos und ermüdend daherkommen würde. Nach dem Ende von "Retribution" hatte ich angenommen, der nächste Film werde mit einer grandiosen, epischen Massenschlacht um das Weiße Haus beginnen. Ich war einigermaßen enttäuscht, als ich feststellen musste, dass diese Schlacht schon stattgefunden hat. Man bekommt nur ein paar langweilige Ruinen, eine Flugkreatur und einen einzigen Zombie zu sehen, den Alice (die es eigentlich längst besser wissen müsste) nicht sofort endgültig vernichtet, sobald sie die Gelegenheit dazu hat, so dass er ihr einige Zeit später nochmal ins Genick springen kann. Das ist alles! Wenn die Schlacht geschlagen und verloren wurde, wo sind denn dann die ganzen Kadaver, die eigentlich überall herumliegen müssten, von der siegreichen Armee der Untoten ganz zu schweigen?

Nach dieser Eröffnung konnte ich mich des Verdachts nicht erwehren, dass für "The Final Chapter" nur ein Teil des Budgets zur Verfügung gestanden hat, das im vorherigen Film verbraten wurde. Und so müssen wir uns in der auf die Eröffnung folgenden Stunde mit Ruinen-Variationen, gleichförmigen Kämpfen und nicht immer gut gelungenen CGI-Zombies zufrieden geben. Eine altbekannte Schwäche der Filmreihe, nämlich die totale Beliebigkeit fast aller Nebenfiguren, kommt noch hinzu. Ich habe mir gar nicht mehr die Mühe gemacht, mir die Namen dieses verzichtbaren Kanonenfutters zu merken (sofern die Figuren überhaupt Namen haben), denn wie erwartet beißen die meisten sehr schnell ins Gras beziehungsweise werden gebissen. Milla Jovovich reißt es wieder heraus; ohne sie müsste ich diesen Teil des Films als Zeitverschwendung bezeichnen. Im Hive wird es allmählich besser, sowohl in Sachen Handlung als auch bei der Gestaltung der Actionszenen. Abigails Ende ist schon mal packend inszeniert. Anschließend muss sich Alice mit einem richtig schön ekligen Riesenmonster herumschlagen und bekommt es mit dem echten Dr. Isaacs zu tun, der womöglich noch bedrohlicher wirkt als der schon leicht durchgeknallte Klon - Iain Glen spielt beide Versionen gleich überzeugend. Es folgen einige interessante Enthüllungen und Plot-Twists, so dass ich zumindest bestätigen kann, dass die übergreifende Story der Reihe, so dünn sie auch sein mag, zu einem akzeptablen Abschluss gebracht wird.


Extras

Es widerstrebt mir, Zeit zur Beschreibung des größtenteils uninteressanten Bonusmaterials aufzuwenden. Man nehme nur die Interviews. Es ist schon erstaunlich, wie die Interviewten es fertigbringen, fast eine halbe Stunde lang rein gar nichts zu sagen! Immer wieder wird betont, wie super die Zusammenarbeit war, was für ein toller Typ der Regisseur ist, wie nett dieser Kollege oder diese Kollegin war. Zum Film haben die Leute nicht mehr zu sagen als die üblichen Worthülsen. Immerhin erfährt man, dass Eoin Macken ein großer Fan des ersten RE-Spiels ist und dass der Regisseur die finalen Plot-Twists vom ersten Film an im Kopf hatte.

Die neun kurzen Einzel-Featurettes sind kaum gehaltvoller, da sie größtenteils aus Filmausschnitten und Schnipseln der genannten Interviews plus ein paar neue sowie ein klein wenig Hinter-den-Szenen-Material bestehen, in dem hauptsächlich zu sehen ist, dass die Schauspielerinnen und Schauspieler viele Stunts selbst absolviert haben. Selbst wenn man die teilweise redundanten Featurettes sinnvoll zusammengestellt hätte, wäre immer noch keine vernünftige Filmdoku herausgekommen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum so ein Aufhebens um die junge Frau namens Rola gemacht wird - eine Featurette ist ihr gewidmet - deren Figur ("Cobalt") leider von einem Zombie totgebissen wird. Rola ist ein in Japan sehr populäres Model. Wieder was dazugelernt.


J. Kreis, 08.05.2018




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