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resident_evil_apocalypse Resident Evil: Apocalypse - Premium Edition (D / F / GB, 2004)
DVD - Regionalcode 2, Constantin Film
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Audiokommentare, ROM-Teil mit dem Spiel "Genetic Labor", TV-Spots, Blick hinter die Kulissen, Werbeclip der Umbrella Cooperation, Trailershow (zu anderen Kinofilmen), Interviews, Infos zu Cast & Crew (Texttafeln), Deleted Scenes, Making of Short Edit, Geheimarchiv (schiefgegangene Szenen), Featurette - Fighting Girls, Featurette Die Umbrella Cooperation, Special Effects Featurette, Making of - Resident Evil

Regie:
Alexander Witt

Hauptdarsteller:
Milla Jovovich (Alice)
Sienna Guillory (Jill Valentine)
Oded Fehr (Carlos Olivera)
Mike Epps (Lloyd Jefferson "L.J." Wayne)
Thomas Kretschmann (Major Cain)
Sophie Vavasseur (Angela Ashford)
Jared Harris (Dr. Charles Ashford)
Raz Adoti (Peyton Wells)
Sandrine Holt (Terri Morales)
Matthew G. Taylor (NEMESIS)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe meine Review zum ersten Resident Evil - Film.

Die Umbrella-Corporation begeht nach dem Zwischenfall im unterirdischen Forschungslabor in Raccoon City einen entscheidenden Fehler: Einige Forscher dieses mächtigen Konzerns öffnen den "Hive", um nachzusehen, ob dort noch irgend etwas zu retten ist. Dadurch setzen sie ungewollt das T-Virus frei und so dauert es nicht lange, bis die ganze Stadt von menschenfressenden Untoten überrannt wird. Der militärische Arm der Umbrella Corporation umgibt ganz Raccoon City mit einem Schutzwall, dessen einziges Tor geschlossen wird, als unter den Flüchtlingen die ersten T-Virus-Zombies auftauchen. Somit sind alle noch lebenden Bürger der Stadt innerhalb der Mauer eingeschlossen und den blutdürstigen Untoten hilflos ausgeliefert!

Mitten drin in diesem Chaos steckt Jill Valentine, ehemalige Beamtin der polizei-internen Special Tactics an Rescue Squad (S.T.A.R.S.). Zusammen mit einem Kameraden, der leider von einem Zombie gebissen wurde, und mit einer TV-Reporterin, die wenig später von einer zombifizierten Schulklasse verspeist wird, versteckt Jill sich in einer vermeintlich sicheren Kirche. Doch hier treiben sich einige "Licker" herum, gegen die sie keine Chance hat. In letzter Sekunde werden sie und ihre zu diesem Zeitpunkt noch lebendigen Begleiter von Alice gerettet, die den Beginn der Epidemie in einem Umbrella-"Krankenhaus" verschlafen hat. Alice ist ebenfalls mit dem T-Virus infiziert, aber bei ihr hat er einen anderen Effekt: Sie hat das Virus auf zellulärer Ebene absorbiert und umgewandelt - dadurch ist sie zu einer unbesiegbaren Kampfmaschine geworden.

Das ist genau das Ergebnis, das Umbrella mit dem T-Virus erreichen wollte. Um zu testen, wie stark Alice wirklich ist, wird NEMESIS in Raccoon City abgesetzt. NEMESIS ist das, was aus Matt (dem zweiten Überlebenden des Hive-Zwischenfalls) infolge einer virusbedingten Mutation geworden ist: Ein riesiges Monster, dem man per Fernsteuerung Befehle erteilen kann, die er unaufhaltsam ausführt. Jetzt soll er versuchen, Alice auszuschalten, aber die ersten Konfrontationen verlaufen unentschieden. Jill, Alice und der Kleinganove L.J., auf den die Mädels unterwegs stoßen, schlagen sich zu einer Schule durch, wo Angela, die Tochter von Dr. Charles Ashford (Erfinder des T-Virus), auf Rettung wartet. Ashford hat einen Weg gefunden, Kontakt mit Jill und Alice aufzunehmen. Über die vielen in der Stadt verteilten Überwachungskameras kann er sie beobachten und ihnen einen Weg in die Freiheit weisen - als Gegenleistung sollen sie Angela retten.

In der Schule stößt Carlos Olivera zu der kleiner werdenden Gruppe. Carlos ist einer von vielen Umbrella-Söldnern, die zur Eindämmung der Virusepidemie nach Raccoon City geschickt, im Kampf gegen die Zombie-Horden aber aufgerieben worden sind. Auch Carlos ist gebissen worden, doch er hat Glück: Angela hat ein Gegenmittel dabei! Denn eigentlich hat Dr. Ashford das T-Virus nur entwickelt, um seine bis vor wenigen Jahren noch gelähmt gewesene Tochter zu heilen - das Virus kann also durchaus positive Wirkungen haben, es muß nur mit dem Gegenmittel unterdrückt werden. Dr. Ashford lotst die Gruppe zu einem Helikopter, der die Stadt demnächst verlassen wird. Es wird höchste Zeit, aus Raccoon City herauszukommen, denn Umbrella ist bereits dabei, das Virus-Problem auf besonders "elegante" Weise zu lösen: Ein Marschflugkörper mit atomarem Sprengkopf wird auf die Stadt abgeschossen...

Zunächst läuft alles gut, doch beim Helikopter wartet schon Major Cain, der skrupellose Initiator des NEMESIS-Programms. Er hat hat heimlich alles beobachtet und nimmt Alice und ihre Freunde gefangen. Dann erschießt er Dr. Ashford, um Alice dazu zu zwingen, gegen NEMESIS zu kämpfen. Alice behält die Oberhand, erkennt aber Matt unter dem klobigen Äußeren des Monsters, und tötet ihn nicht. NEMESIS stellt sich deshalb auf ihre Seite und ermöglicht ihr (sowie Jill, Carlos, L.J. und Angela) die Flucht, bevor er selbst von den Trümmern eines Kampfhubschraubers erschlagen wird. Cain findet sein wohlverdientes Ende in den Mägen einiger Zombies. Doch so ganz gelingt die Flucht doch nicht, denn der Helikopter gerät in die Druckwelle der Atomexplosion und stürzt ab, wobei Alice scheinbar stirbt. Nur sie wird deshalb später von Umbrella-Einsatzkräften geborgen.

Einige Zeit später interessiert sich niemand mehr für die von Jill und Carlos verbreitete Wahrheit - es ist Umbrella gelungen, die beiden zu diskreditieren und die Fakten zu vertuschen. Alice liegt in einem Umbrella-Labor in einem Regenerationstank, doch als sie herausgeholt wird, erinnert sie sich wider Erwarten an alles und flieht. Draußen wird sie von Jill und Carlos abgeholt, die den Kampf gegen den mächtigen Konzern weiterführen wollen. Aber wer ist Alice wirklich - bzw. was hat der T-Virus inzwischen aus ihr gemacht? Die Umbrella-Wissenschaftler, die übrigens gar nichts gegen ihre "Flucht" einzuwenden haben, sind schon gespannt...

Der Film:

Die objektive Betrachtung des normalen Kinogängers:
Hatte Resident Evil noch eine rudimentäre Story zu bieten, so besteht das Sequel eigentlich nur aus pausenlosem Geballer, Martial-Arts-Geprügel, vielen betont coolen Onelinern und noch coolerem aber sinnlosem "Helden-Posing". Der Horror-Aspekt tritt dem gegenüber total in den Hintergrund, denn obwohl diesmal noch viel mehr untotes Gesindel durch die Szenen wankt als im ersten Teil, bekommt man gar nicht mal so viel davon zu sehen: Schnelle Schnitte und optische Verfremdungen verhindern, daß man die Zombies in Ruhe betrachten kann. Die meisten Hauptfiguren bleiben genauso farblos wie die in kalten Tönen gehaltene Optik des ganzen Films und selbst Thomas Kretschmann schafft es nicht, dem Oberbösewicht mehr zu verleihen als einen etwas beiläufigen Zynismus. NEMESIS gleicht ein wenig zu sehr der Hauptfigur alter Godzilla-Filme, wie er da ebenso plump wie unaufhaltsam durch die Kulissen stapft - das sieht eher lustig als bedrohlich aus. Eigentlich ist das Sequel aber gerade wegen all seiner Schwächen die perfekte Videospiel-Verfilmung: Die Helden befinden sich von Anfang an in Gefahr und müssen alles niederballern oder -prügeln, was sich ihnen nähert. Dann kommen sie zum nächsten Level, wo sie genau das gleiche machen müssen - bis zum großen "Endgegnerkampf". Da bleibt jegliche Spannung auf der Strecke, denn man weiß meistens schon vorher ganz genau, was als nächstes geschehen wird und trotz der Einstufung "keine Jugendfreigabe" kommt praktisch nie auch nur ein Hauch von Atmosphäre auf. Ich habe übrigens schon FSK-16-Filme mit einem erheblich derberen Gorefaktor gesehen und frage mich, warum dieses Werk keine Jugendfreigabe erhalten hat... Man muß sagen, daß dieser Film trotz der langen Zusammenfassung, die ich geschrieben habe, weniger Handlung hat als die zugrunde liegenden Spiele! Es geht nur darum, eine Kampfszene nach der anderen abzuhandeln und den Spezialeffekte-Leuten die Gelegenheit zu geben, ordentlich mit Pyrotechnik herumzuspielen. Dabei wird die Logik dermaßen mit Füßen getreten, daß es wirklich wehtut. Wohin gehen die Helden zum Beispiel als erstes, nachdem sie endlich begriffen haben, daß alle Toten auferstehen und die Lebenden angreifen? Natürlich auf einen Friedhof! Oder warum springt Alice mit einem Motorrad durch ein Kirchenfenster? Schließlich konnte sie nicht wissen, daß im Inneren gerade jemand zur Licker-Zwischenmahlzeit werden sollte. Wollte sie nur mal ihr neues Bike ausprobieren? Naja... In der DVD-Version ist der Film einige Minuten länger als in der Kinoversion, aber es ist gar nicht so leicht, alle zusätzlichen Szenen zu identifizieren. Insgesamt tun sie dem Film zwar gut (es gibt ein paar mehr Gags und Dialoge, die das tumbe Action-Feuerwerk etwas auflockern), für einen Horrorfilm hat "RE: Apocalypse" aber immer noch zu wenig Horror, für einen Actionfilm zu wenig Glaubwürdigkeit.

Die subjektive Betrachtung des RE-Fanboys:
Anders als im ersten Film wird diesmal mehr auf die Videospiele eingegangen, insbesondere auf den zweiten und dritten Teil der Spiele-Serie. Will sagen: Die Handlung orientiert sich mehr an dem, was man aus den Games kennt. Außerdem begegnet man endlich Figuren, die auch in den Spielen vorkommen. Da wäre einmal NEMESIS, der detailgenau mit der Videospiel-Vorlage übereinstimmt - so etwas sorgt bei mir immer für ein zufriedenes Grinsen. Auch der Film-NEMESIS hat etwas gegen "STARRRRRRSSSSSS", und man erfährt jetzt auch, warum das so ist. Zum anderen wäre da Sienna Guillory, die ich mal als fleischgewordene Jill Valentine bezeichnen möchte. Diese Rolle ist mit ihr ganz einfach perfekt besetzt worden. Genau so habe ich mir Jill immer vorgestellt: Tough und doch verletzlich, kampfstark und clever - und extrem lecker. Selbst ihre Kleidung stimmt genau mit dem überein, was Jill im dritten RE-Spiel trägt. Auch Carlos, Nicholai, Ashford und seine Tochter (vergleichbar mit Sherry Birkin) sind den Spielen entlehnt. Es gibt darüber hinaus viele Szenen, die sehr genau mit den entsprechenden Stellen der Spiele übereinstimmen. Schönstes Beispiel ist vielleicht die Stelle, wo Alice durch einen Korridor rennt, während ein Hubschrauber die Fensterfront zerschießt - das entspricht fast hundertprozentig dem Intro des Spiels "Resident Evil Code: Veronica". Man findet sogar kleine Querverbindungen zum ersten Film, die vielleicht nicht sofort auffallen - z.B. ist Angelas Stimme die Stimme der Red Queen. Als Kenner der Spiele bemerkt man all diese Details und ist zufrieden.

Fazit:
Wer kein Fan der "Resident Evil" - Spiele ist, sollte um diesen Film wohl besser einen großen Bogen machen. Oder zumindest das Gehirn ausschalten, bevor er beginnt. Aber was soll ich sagen? Ich mag den Film...

Die DVD:

Was zuerst auffällt, wenn man eine der beiden DVDs einlegt: Die Menüs sind nicht nur animiert, sondern auch mit Milla Jovovichs Synchronstimme unterlegt. Diese erklärt Bedienung und Inhalt der Menüs.

Alle Extras außer den Audiokommentaren befinden sich auf der zweiten DVD. Hauptbestandteil ist ein ca. 50-minütiges, in mehrere Kapitel unterteiltes "Making of", das leider zum größten Teil aus Filmausschnitten besteht (die sich teilweise auch noch mehrmals wiederholen) und so schnell geschnitten ist, daß man sich auf nichts konzentrieren kann. Immerhin erfährt man durchaus einige interessante Details, es werden ein paar Interviewschnipsel und Impressionen von den Dreharbeiten gezeigt. Zum Beispiel hatte ich gedacht, bei der Szene, in der Alice an einer senkrechten Hochhauswand herunterläuft, handele es sich um einen Spezialeffekt. Weit gefehlt! Die Stuntfrau und Milla Jovovich haben das wirklich gemacht. Man sieht, wie der NEMESIS-Darsteller durch den Rückstoß der tatsächlich funktionsfähigen Railgun ins Wanken gerät und Sienna Guillory verrät, daß sie Spaß beim Ballern mit ihren Pistolen hatte... Etwas genauer kann man sich die Spezialeffekte in einer kleinen zusätzlichen Featurette anschauen. Besonders eindrucksvoll: Die Zombie-Masken. Ich hätte mir gewünscht, diese Makeup-Effekte auch im Film besser zu sehen zu kriegen!

Der Beitrag "Fighting Girls" ist insbesondere für männliche Zuschauer interessant (grins). Milla Jovovich, Sienna Guillory und ihre Rollen werden eingehend vorgestellt. Die Schauspielerinnen kommen ausführlich zu Wort - nur leider hat man einige der Filmausschnitte, die hier gezeigt werden, schon (mehrmals) im "Making of" gesehen... Unter einem weiteren Menüpunkt sind alle Interviews zusammengefaßt - auch hier wiederholt sich vieles, was schon im "Making of" enthalten war. Zum vierten Mal bekommt man die gleichen Bilder und die gleichen Interviewschnipsel im "Short Edit" des Making of zu sehen! Das könnte man fast schon als Frechheit bezeichnen. Etwas genauer kann man sich die Dreharbeiten in dem Beitrag "Hinter den Kulissen" ansehen, denn der ist mal nicht so hektisch geschnitten, sondern hat längere Einstellungen und ist zum größten Teil unkommentiert. Hinter dem Menüpunkt "Geheimarchiv" verbergen sich einige ganz lustige schiefgegangene Szenen. Um das Archiv zu öffnen, muß man einen Code eingeben, der sich angeblich im Booklet befindet. Nur hat die Premium-Edition leider kein Booklet. Nicht verzweifeln: Der Code findet sich auf der ausklappbaren Seite der Box, auf der die Kapitelübersicht steht. Er lautet "26473" - jedenfalls bei mir.

Sonst noch erwähnenswert: Eine kurze Featurette über die fiktive Umbrella-Corporation und einige entfallene Szenen. Interessant ist allenfalls die erste, bei der man mehr über die Figur Terri Morales erfährt. Der "Werbeclip" der Umrella Corporation ist wirklich witzig. Da wird ein Hautpflegeprodukt dieser fiktiven Firma angepriesen - aber die üblen Nebenwirkungen werden auch nicht verschwiegen...

Die DVD hat auch einen ROM-Teil mit einem kleinen Spielchen. Man kann sich aus verschiedenen Komponenten sein eigenes Monster zusammenklicken und erhält, wenn das Ergebnis gut war, neue Komponenten für noch fiesere Kreaturen. Nicht besonders aufregend, läuft aber wenigstens direkt von der DVD, d.h. man muß nichts installieren.

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