Resident Evil Afterlife


Resident Evil: Afterlife 3D - Premium Edition (GB / D / F, 2010)

Blu-ray 3D, Constantin Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
- Hauptfilm mit Picture-in-Picture-Inhalten
- Audiokommentar mit Paul W.S. Anderson, Jeremy Bolt, Robert Kulzer
- Deleted Scenes
- Making of (47:33 Min.)
- Blick hinter die Kulissen (14:33 Min.)
- Weltpremiere in Tokio (7:40 Min.)
- Outtakes (4:30 Min.)
- Trailer
- Darstellerinfos (Text)

Regie:
Paul W.S. Anderson

Hauptdarsteller:
Milla Jovovich (Alice)
Ali Larter (Claire Redfield)
Shawn Roberts (Albert Wesker)
Wentworth Miller (Chris Redfield)
Boris Kodjoe (Luther West)
Kim Coates (Bennett Sinclair)
Kacey Barnfield (Crystal)
Sergio Peris-Mencheta (Angel Ortiz)
Norman Yeung (Kim Yong)
Fulvio Cecere (Wendell)
Spencer Locke (K-Mart)
Sienna Guillory (Jill Valentine)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte siehe:
Resident Evil
Resident Evil Apocalypse
Resident Evil Extinction

Mit Hilfe ihrer "Klonschwestern" vernichtet Alice das unterirdische Umbrella-Hauptquartier in Tokio. Albert Wesker flieht mit einem Senkrechtstarter und aktiviert eine Selbstzerstörungsanlage, die die gesamte Anlage vernichtet und nicht nur große Teile Tokios, sondern auch alle Alice-Klone mit in den Untergang reißt. Die echte Alice hat sich in Weskers Flugzeug versteckt, doch es gelingt ihr nicht, ihren Gegner zu überrumpeln. Er injiziert ihr ein Serum, das die T-Zellen in ihrem Körper neutralisiert. Somit wird sie zwar vom T-Virus geheilt, verliert aber gleichzeitig all ihre übermenschlichen Fähigkeiten. Somit ist sie Wesker nicht mehr gewachsen, zumal er das T-Virus ebenfalls in sich trägt und Kräfte besitzt, die ihn fast unbesiegbar machen. Wesker schlägt Alice zusammen, vernachlässigt aber die Steuerung des Flugzeugs, so dass es abstürzt. Alice überlebt und kann entkommen. Weskers Schicksal ist zunächst ungewiss.

Alice macht sich mit einem alten Propellerflugzeug auf den Weg nach Alaska. Dort soll es eine virusfreie Zone namens "Arcadia" geben, und Alice hofft, dort Überlebende der globalen Katastrophe zu finden. Claire Redfield und K-Mart sind seinerzeit dorthin aufgebrochen. Es gibt eine Funknachricht aus Arcadia, die permanent wiederholt wird und allen Überlebenden eine sichere neue Heimat verspricht. Nach monatelanger Suche findet Alice den Ort, aber er scheint menschenleer zu sein. Doch plötzlich wird Alice angegriffen. Sie überwältigt ihre Gegnerin - es ist Claire. Die junge Frau wird offenbar durch ein spinnenartiges Gerät beeinflusst, das in ihrer Brust sitzt. Alice überwältigt Claire und entfernt den Fremdkörper. Claires Zustand normalisiert sich, aber sie hat ihr Gedächtnis verloren. Nur langsam kehren die Erinnerungen zurück. Die beiden Frauen fliegen die Küste Richtung Süden ab. Im weitgehend zerstörten Los Angeles haben sich alle Zombies um ein einziges Gebäude versammelt: Ein riesiges Gefängnis, in dem einige Menschen Zuflucht vor den nach Fleisch gierenden Untoten gefunden haben. Alice landet auf dem Dach des Gebäudes. Von Luther West, dem Anführer der Gruppe, erfährt Alice, dass Arcadia kein Land ist, sondern ein riesiges Frachtschiff. Es liegt in Sichtweite vor Anker. Allerdings ist das von dort ausgehende Funksignal inzwischen abgebrochen.

Kurz nach Alices und Claires Ankunft zeigt sich, dass die Sicherheit im Gefängnis trügerisch ist. Die Zombies haben sich von der Kanalisation aus bis ins Gebäude durchgegraben, außerdem erscheint der "Executioner", ein riesiges Tyrant-ähnliches Ungeheuer, das sich anschickt, die Tore aufzubrechen. Als die ersten Untoten ins Gebäude eindringen, müssen die Menschen fliehen. Der ehemalige Filmproduzent Bennett stiehlt das Flugzeug und lässt seine Schicksalsgenossen im Stich. Da es keinen anderen Ausweg gibt, wendet sich Alice an einen geheimnisvollen Mann, der im Hochsicherheitstrakt eingesperrt ist. Die anderen halten ihn für einen Mörder, was er bestreitet. Er behauptet, im Chaos des Virusausbruchs in diese Lage geraten zu sein, und angeblich kennt er eine Fluchtmöglichkeit. Alice lässt ihn frei. Als er Claire sieht, gibt er sich als ihr Bruder Chris Redfield zu erkennen. Sie kann sich aber nicht an ihn erinnern. Chris führt die Gruppe zu einem gepanzerten Fahrzeug, mit dem man einfach über die Zombies hinwegrollen könnte. Dummerweise ist der Panzer nicht fahrbereit. Die Situation gerät außer Kontrolle, als Massen von Zombies das Gefängnis stürmen. Der Executioner kann zwar besiegt werden, aber letztlich gelangen nur Alice, Claire und Chris durch die von den Zombies gegrabenen Tunnels ins Freie. Später entkommt auch Luther, wovon die anderen aber nichts erfahren.

Als Alice, Claire und Chris die ARCADIA erreichen, kehren Claires Erinnerungen zurück. Sie weiß jetzt, dass die Legende von der sicheren Zuflucht eine Falle ist. Die ARCADIA ist ein Schiff des Umbrella-Konzerns, und durch den Funkspruch sollten Überlebende angelockt werden. Mindestens 2000 nicht infizierte Menschen, darunter K-Mart, werden in Kälteschlafkapseln im Schiff gefangen gehalten. Hinter all dem steckt Albert Wesker, der den Absturz seines Senkrechtstarters überlebt hat und bereits an Bord der ARCADIA ist. Da es ihm immer schwerer fällt, das T-Virus unter Kontrolle zu halten, muss er sich regelmäßig gesunde menschliche DNS zuführen. Mit anderen Worten: Er frisst Menschen. Aus Angst vor ihm hat die Besatzung die ARCADIA verlassen. In Bennett, der es zur ARCADIA geschafft hat, hat Wesker einen neuen Handlanger gefunden, und in Alice sieht er seine endgültige Rettung. Sie ist der einzige Mensch, dem eine Symbiose mit dem T-Virus gelungen ist. Wesker will sie verschlingen, um dasselbe zu erreichen. Weskers unglaublicher Kraft und Schnelligkeit hat Alice allein nichts entgegenzusetzen, aber sie erhält Hilfe von Claire, Chris und der aus dem Kryotank befreiten K-Mart. Wesker wird besiegt, kann aber wieder einmal entkommen, wobei er die Selbstzerstörungsanlage der ARCACIA aktiviert. Doch diesmal hat Alice vorgesorgt und die Bombe in Weskers Flugzeug deponiert. Dieses wird in einer gewaltigen Explosion vernichtet, aber möglicherweise gelingt es Wesker, sich mit einem Fallschirm zu retten.

Alle Gefangenen werden befreit. Alice will die ARCADIA ihrer eigentlichen Bestimmung zuführen und weiter nach Überlebenden suchen. Plötzlich erscheinen unzählige Flugzeuge, bemannt mit Umbrella-Soldaten unter der Führung von Jill Valentine, die ein Spinnen-Implantat trägt.

Der Film:

Dies ist der vierte Film nach Motiven der Videospielreihe Resident Evil. "Nach Motiven" heißt inzwischen: In den Filmen werden lediglich Elemente aus der Spielereihe verwendet, aber die Handlung hat nichts mehr mit dem aus den Spielen bekannten "Resident Evil" - Universum zu tun. Das war in den ersten beiden Filmen noch ein bisschen anders, obwohl man auch da nicht von einer "Verfilmung" sprechen kann. Seit Teil 3 schlagen die Filme aber eine völlig andere Richtung ein. In den Spielen ist nie die Rede von einer weltweiten Katastrophe. Umbrella wird nach dem Raccoon-City-Zwischenfall zerschlagen und spielt keine Rolle mehr. Bioterroristen sind in den Besitz des T-Virus gekommen und setzen ihn als Kampfstoff ein, zum Beispiel in Afrika. Chris Redfield und Jill Valentine schließen sich einer Organisation an, die gegen die Bioterroristen vorgeht. Albert Wesker zieht im Hintergrund die Fäden. Er hat sich selbst das T-Virus verabreicht und mutiert allmählich zu einem Wesen, das nicht mehr als Mensch bezeichnet werden kann. Im Kampf gegen ihn wird Jill vermeintlich getötet, in Wahrheit aber durch ein Spinnen-Implantat "umgedreht", so dass sie gegen Chris kämpft.

Ihr merkt schon: Es gibt durchaus Parallelen zum Film "Resident Evil Afterlife", aber das beschränkt sich mehr oder weniger auf die Nennung von Namen und die Verwendung neuer Monster wie z.B. der Majini-Zombies, die ihre Kiefer auf eine Art und Weise aufklappen können, welche aus Blade II geklaut wurde. Der "Executioner" gehört auch in diese Kategorie. Das ist ein Zwischenboss aus dem Spiel Resident Evil 5. Für sein Auftauchen im Film gibt es eigentlich überhaupt keinen Grund; weder wird erklärt, was das für ein Wesen ist, noch woher es kommt und warum es ausgerechnet in LA erscheint, um dann etwas allzu plötzlich von Alice und Claire schon wieder über die Wupper geschickt zu werden. Das ist eine alte Schwäche der Filme: Es werden irgendwelche Personen, Monster, Begriffe usw. in den Raum geworfen, Erklärungen sind Mangelware. Weder erhalten die Personen irgendeine Art der Charakterisierung, noch erfährt der Zuschauer etwas über ihre Vergangenheit. Fans der Film- und Spiele-Serie sehen solche Gimmicks natürlich immer gern; besonders gefreut hat mich Jills kurzer Auftritt während des Abspanns. Weniger kundige Zuschauer müssen das alles einfach als gegeben hinnehmen. Da den meisten Nebenfiguren nur eine relativ kurze Existenz vergönnt ist, bevor sie von Zombies gefressen oder vom Executioner zerhackt werden, kann man über die mangelhafte Charakterzeichnung hinwegsehen. Milla Jovovich macht ihre Sache als Kampf-Amazone so gut wie immer, und diesmal darf auch Ali Larter zeigen, dass sie einiges auf dem Kasten hat. Shawn Roberts verkörpert Wesker meiner Meinung nach sehr gut. Wentworth Miller kann sich ebenfalls sehen lassen; er profitiert zumindest bei einem "Resident Evil"-Fan wie mir davon, dass er Chris Redfield wirklich ähnlich sieht. Sonst hat er nämlich nicht so arg viel beizusteuern... Lustig übrigens: Alice möchte unbedingt Überlebende finden, gibt sich aber alle Mühe, den kläglichen Rest der Menschheit weiter zu dezimieren - wenn dieser Rest das Pech hat, zu Umbrella zu gehören.

Eine Schwäche, die vielleicht noch größer ist als die dünne Story und das einfallslose Szenario, ist das Fehlen jeglicher Horror-Atmosphäre. Die Untoten sind zwar vorhanden und richten einigen Schaden an, wirken aber angesichts der Leichtigkeit, mit der sie von den Helden niedergemäht werden, nicht besonders bedrohlich. Sie sind deshalb nur für den einen oder anderen kurzen Schreckmoment gut. Immerhin: Auch wenn der Auftritt des Executioners ziemlich sinnlos ist, so muss man doch zugeben, dass der Kampf gegen ihn sehr schön choreografiert wurde. Und das ist genau der Punkt: "Resident Evil Afterlife" ist im Grunde noch nicht mal ein Zombie- bzw. Horrorfilm, sondern ein Actionfilm mit etwas bizarreren Gegnern, als sie in diesem Genre sonst üblich sind. Als Actioner funktioniert der Film aber prächtig. Schon in der ersten Viertelstunde wird klar, was den Zuschauer erwartet: Sehr schicke Kämpfe mit allen möglichen Waffen, gewaltige Explosionen und ziemlich viel Blut. Da werden Leute voller Blei (oder Münzen - ein Hobby von Alice) gepumpt, geköpft und durchbohrt, immer wieder sind blutige Kopfschüsse deutlich zu sehen - ein weiteres Beispiel für den Wertewandel, der in den Gremien der FSK offenbar stattgefunden hat. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden.

Besonders gut gefällt mir, dass auf das für moderne Actionfilme typische, meiner Meinung nach aber nur noch nervende Wackelkamera-Stilmittel komplett verzichtet wurde. Im Gegenteil: Immer wieder wird plötzlich auf Zeitlupe geschaltet oder die Szene friert gänzlich ein, so dass man die stilvollen Posen der Akteure ausgiebig bewundern kann. Das erinnert zwar manchmal sehr an Matrix, aber sehenswert ist's allemal. An der Optik des Films ist jedenfalls fast nichts auszusetzen. Die Zombies sehen schön vermodert aus, der Executioner ist ein beeindruckender Koloss und das klinisch weiße innere der ARCADIA bietet einen netten Gegensatz zur zerstörten Außenwelt. Nur manchmal ist das CGI-Blut zu deutlich als solches zu erkennen. Wenn man nichts anderes erwartet als sinnfreie, aber super gemachte und mit einem genialen Industrial-Soundtrack untermalte Action, dann kann man mit "Resident Evil Afterlife" rundum zufrieden sein. Ich freue mich schon auf Teil 5.

Im Gegensatz zur Kinoversion ist der Film auf DVD und Blu-ray uncut. Soweit ich weiß, wurde in der Kinoversion vor allem (CGI-)Blut entfernt. Möglicherweise sind manche Szenen, z.B. der Tod Kim Yongs, in der Kinoversion um einzelne Frames kürzer als in der DVD/Blu-ray-Fassung. Zur 3D-Version: Bis jetzt ist dies der einzige mir bekannte 3D-Film, bei dem ich sagen würde, dass er wirklich von der Dreidimensionalität profitiert und diese nicht nur als nettes, im Grunde aber verzichtbares Beiwerk enthält (damit meine ich auch "Avatar"). Die Kampfszenen erhalten dadurch eine ganz neue Dimension (man verzeihe mir das Wortspiel), und die Zeitlupen-Effekte wirken in 3D noch viel besser. Man hat auch ohne Wackelkamera den Eindruck, mittendrin zu sein. Klasse gemacht!

Blu-ray-Features:

Der Film ist in der "Premium Edition" gleich dreimal enthalten: Als 3D- und 2D-Version auf Disc 1, auf Disc 2 ein drittes Mal mit Picture-in-Picture-Featurette. Wer nicht über 3D-Equipment verfügt, braucht keine Angst zu haben - alle Inhalte werden völlig problemlos auch in 2D abgespielt. Auf Disc 1 findet man als Bonusmaterial acht nicht verwendete Szenen, teils noch ohne Spezialeffekte. Man sieht, wie Alice ihre Münzen-Munition herstellt, der Rest ist uninteressant. Das PiP-Material besteht aus Interviews, Blicken hinter die Kulissen, Storyboards, Konzeptmalerei und dergleichen. Es erstreckt sich über die gesamte Laufzeit des Films.

Da der Film mit PiP-Material auf Disc 2 schon viel Platz wegnimmt, fällt das übrige Bonusmaterial etwas mager aus. Im Making of, das aus sieben Einzel-Beiträgen besteht (eine "Alles abspielen" - Funktion ist vorhanden) wird die übliche Mixtur aus schnell zusammengeschnittenen Filmszenen, Interviews und hinter-den-Szenen-Material geboten. Es ist dennoch ganz informativ, zum Beispiel sieht man, dass Milla Jovovich mal wieder fast alle Stunts selbst absolviert hat, und es werden einige schöne Blicke auf die Masken der verschiedenen Kreaturen geboten. Außerdem werden Szenen aus dem Film und aus dem Spiel Resident Evil 5 nebeneinander montiert. So kann man sehr gut erkennen, dass einiges, z.B. der Endkampf gegen Wesker, fast 1:1 aus dem Spiel übernommen wurde. Als Fan weiß man das natürlich besonders zu würdigen.

Die Featurette "Blick hinter die Kulissen" ist genauso aufgebaut wie das Making of und enthält zum Teil auch dasselbe Material, aber ein paar neue Einblicke ermöglicht es doch. Hinzu kommen witzige schiefgegangene Szenen und Aufnahmen von der Filmpremiere in Tokio, bei der die Schauspieler den Massen von kreischenden Besuchern unzählige Autogramme geben mussten...


J. Kreis, 16.03.2011




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