Resident Evil


Resident Evil - Special Edition (D/USA, 2002)
DVD - Regionalcode 2, Constantin Video
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
- Audiokommentar des Regisseurs und der Hauptdarsteller
- Extended Evil - Modus
- Die Entstehung:
-- Making of Resident Evil (27:19 Min.)
-- Die Filmmusik (11:07 Min.)
-- Vom Game zum Film (15:08 Min.)
-- Die Storyboards (6:25 Min.)
- Hinter den Kulissen:
-- Milla Jovovich (5:47 Min.)
-- Michelle Rodriguez (5:04 Min.)
-- Paul W.S. Anderson (4:30 Min.)
- Alternatives Ende:
-- Paul W.S. Anderson über das alternative Ende (3:19 Min.)
-- Alternatives Ende (00:49 Min.)
- Trailer
- Fotogalerie
- "Cast & Crew" (Text)

Regie:
Paul W.S. Anderson

Hauptdarsteller:
Milla Jovovich (Alice)
Michelle Rodriguez (Rain Ocampo)
Eric Mabius (Matt Addison)
James Purefoy (Spence Parks)
Martin Crewes (Chad Kaplan)
Heike Makatsch (Dr. Lisa Addison)




Story

Raccoon City - ein kleines, von dichten Wäldern umgebenes Städtchen in den USA. Tief unter der Stadt erstreckt sich eine riesige, weit verzweigte Forschungsanlage über zahlreiche unterirdische Etagen. Die Anlage gehört der mächtigen Umbrella-Corporation, einem weltweit operierenden Konzern, dessen Produkte allgegenwärtig sind. Vordergründig ist Umbrella ein Unternehmen der Computer- und Pharmaindustrie, in Wirklichkeit wird in der Anlage von Raccoon City ("The Hive" genannt) geheime und vor allem illegale Biowaffenforschung betrieben. Fünfhundert Wissenschaftler sind hauptsächlich damit beschäftigt, das sogenannte T-Virus zu entwickeln, eine teuflische Substanz, die aus jedem Lebewesen (und auch aus jedem "ehemaligen" Lebewesen) eine bestialische Kampfmaschine machen kann. Die Forschung läuft nicht nur mit strengster Geheimhaltung, sondern auch unter extremsten Sicherheitsmaßnahmen. Alle Abläufe werden von einem Supercomputer, der "Red Queen", kontrolliert. Als ein Unbekannter absichtlich eine Probe des T-Virus im Hive freisetzt, schottet die Red Queen die gesamte Anlage hermetisch ab und tötet alle Forscher mit einem Giftgas, denn eine Kontamination der Außenwelt muss mit allen Mitteln verhindert werden. Leider nützt diese Maßnahme gar nichts, denn die mit dem T-Virus infizierten Forscher verwandeln sich nach dem Tod in Zombies mit einem ausgeprägten Appetit auf frisches, warmes Menschenfleisch...

Der Hive-Eingang befindet sich zur Tarnung in einem alten Herrenhaus, das in den Wäldern bei Raccoon City steht. Dort erwacht Alice, eine junge Frau, in der Dusche. Aus Sicherheitsgründen wurde das Herrenhaus von der Red Queen mit Betäubungsgas geflutet. Durch das Gas werden bei Alice Gedächtnisstörungen verursacht. Sie irrt durch die Villa, kommt aber nicht weit, denn plötzlich dringt eine Umbrella-eigene Spezialeinheit durch die Fenster ein. Dieser schwer bewaffnete Trupp soll die Lage im Hive klären und die Red Queen ausschalten, sollte dies erforderlich sein. Alice und ein angeblicher Polizist namens Matt Addison, der sich ebenfalls in der Villa aufhält, werden kurzerhand mit in den Hive genommen. Der einzige Zugang besteht aus einer firmeneigenen Eisenbahnlinie, deren Gegenstation unter der Villa liegt. Dort greifen Alice und ihre Leute eine weitere Person mit Gedächtnisverlust auf. Sein Name ist Spence und Alice kennt ihn von ihrem Hochzeitsfoto - er trägt den gleichen Ehering wie sie. Sind die beiden also verheiratet? Als der Trupp im Hive ankommt, sind alle Labors hermetisch verriegelt. Man verschafft sich Zugang zur Kammer der Red Queen. Dabei kommt es schon zu den ersten Verlusten, denn der Computer befindet sich hinter einem automatischen Verteidigungssystem. Den Überlebenden gelingt es, den Computer auszuschalten. Dadurch werden jedoch alle Sperren aufgehoben. Durch die jetzt offenen Türen strömt alsbald die Horde der Untoten.

Während die dezimierte Gruppe durch den Hive flüchtet, erinnert sich Alice nach und nach daran, dass sie und Spence zum Sicherheitspersonal von Umbrella gehören. Ihre Angebliche Ehe dient nur der Tarnung. Sie haben die Aufgabe, den Zugang zum Hive zu schützen. Alice hatte jedoch Kontakt zu einer Hive-Forscherin, die brisante Informationen über die finsteren Machenschaften der Umbrella-Corporation an die Öffentlichkeit bringen wollte. Alice sollte die Informationen an den Bruder der Wissenschaftlerin weitergeben - der Bruder ist niemand anderer als Matt. Als die Erinnerungen klarer werden, stellt sich heraus, dass Spence derjenige war, der die T-Virus-Probe freigesetzt hat. Er wollte seine Spuren verwischen, denn er hatte vor, die Biowaffe zu stehlen und an den Meistbietenden zu verkaufen. Auch Spence erinnert sich wieder an diese Details und stellt sich sofort gegen seine Gefährten. Die gerechte Strafe ereilt ihn jedoch in Form eines "Licker"-Mutanten, als er sich mit dem unterirdischen Zug absetzen will. Auch Alice erreicht den Zug, ihre Begleiter sind Rain (die von einem Zombie gebissen wurde), Matt und ein weiterer Soldat. Fast scheint es so, als wären sie entkommen, doch da wird der Soldat vom Licker aus dem Zug gerissen und Rain verwandelt sich in einen gefährlichen Untoten. Der "Licker" dringt in den Zug ein, Matt wird durch einen Krallenhieb verletzt.

Nachdem die untote Rain ausgeschaltet ist, gelingt es Alice und Matt gemeinsam, den Licker in Brand zu setzen und aus dem Zug zu werfen. Die beiden letzten Überlebenden erreichen das Herrenhaus in letzter Sekunde, bevor sich die Tore des Hive schließen. Im Haus warten schon Umbrella-Wissenschaftler in Vollschutzkleidung. Matt wird für weitere Forschungen abtransportiert, denn infolge des Licker-Krallenhiebs beginnt er zu mutieren. Alice wird betäubt und in ein Krankenhaus gebracht. Als sie nach längerer Bewusstlosigkeit erwacht, findet sie das Krankenhaus verlassen vor. Draußen wird ihr das gesamte Ausmaß der Katastrophe bewusst. Irgendwie muss sich die Virusinfektion über ganz Raccoon City ausgebreitet haben, es herrscht Chaos. Die Schlagzeile der Raccoon City Times lautet: "The Dead walk!"

Fortsetzung folgt!


Kommentar

Videospiel-Verfilmungen sind traditionell genauso schlecht wie Videospielumsetzungen von Filmen. "Resident Evil ist bzw. war im Jahre 1998 der Blockbuster unter den damaligen Spielen für die alte Sony Playstation. Das war der erste richtige Vertreter eines neuen Genres, das man als Survival-Horror bezeichnet. Ein unvergessliches Erlebnis für Gamer-Veteranen! Das Spiel "Resident Evil" hat bereits mehrere Fortsetzungen erlebt, der erste Teil wurde einmal als Director's Cut für die Playstation und einmal als Remake für eine Videospielkonsole der nächsten Generation neu aufgelegt, es gibt eine Romanserie nach Motiven aus diesen Spielen und auch "Resident Evil" - Comics sind erschienen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die Geschichte um das zombieverseuchte alte Herrenhaus auch den Weg auf die Leinwand finden würde. Und im Gegensatz zu anderen vergeblichen Versuchen, Spiele zu verfilmen, finde ich diesen Film wirklich gelungen - und zwar nicht nur, weil ich Fan der Spieleserie bin.

Natürlich hat der Film einige Schwächen. Ich halte es nicht für schlecht, dass die Story des Spiels nicht übernommen wurde, die Geschichte ist nur leider ebenso dünn und zum Teil unlogisch wie die des Spiels. Man muss aber einräumen, dass der "Geist" des Game-Vorbilds durchaus spürbar ist. Einige Ideen wurden von anderen Filmen abgeschaut und damit meine ich noch nicht einmal die Klassiker von George Romero. Als Beispiel sei hier nur die Szene genannt, in der einer der Soldaten von einem Laserstrahl in kleine Stückchen geschnitten wird. Das hat man fast genau so schon einmal in dem Film "Cube" gesehen. Im Vergleich zu "richtigen" Zombiefilmen aus den Siebzigerjahren enthält "Resident Evil" nur eine moderate Gewaltdarstellung. Splatterfans kommen deshalb nicht so recht auf ihre Kosten. Wenn man aber keinen echten Zombiefilm mit exzessiven Metzel- und Fress-Szenen erwartet und auch keine Ansprüche an die Handlung stellt, dann kann man mit der Actionkost, die hier geboten wird, sehr zufrieden sein. Der Film gewinnt viel durch den treibenden Industrial-Soundtrack, den Marilyn Manson eigens dafür komponiert hat. Ohne diese Musik, die (genau wie im Spiel) lauter und aggressiver wird, wenn man sich fürchten soll oder wenn tatsächlich etwas passiert, wäre die Atmosphäre vermutlich nur halb so gut.

Man kann sich noch an der etwas etwas übertriebenen Powerfrau-Darstellung von Michelle Rodriguez stoßen oder bemängeln, dass keiner der Helden aus dem Spiel namentlich vorkommt, aber mal ehrlich: Wen stört das schon, wenn Milla Jovovich mitspielt? Sobald sich Alice erstmal an ihre kämpferischen Fähigkeiten erinnert hat, lässt sie es ordentlich krachen. Für Fans ist der Film gespickt mit Anspielungen an alle Teile der "Resident Evil" - Spieleserie. Sei es nun lediglich ein Zug, auf dem ALEXIA steht oder die Bemerkung eines Forschers, der anordnet, dass Matt für das "Nemesis"-Projekt eingesackt werden soll. Man kann den Film aber auch als Nicht-Fan goutieren. Er ist spannend, kompakt und kurzweilig, geizt nicht mit interessanten Toden, hat nette Special Effects zu bieten und die eigentlichen Helden - die Zombies - sehen so schön aus, wie Untote überhaupt aussehen können. Vor allem bewegen sie sich langsam und rennen nicht so wild herum wie die "modernen" Zombies. Zum Glück wurde mit dem Einsatz von CGI sparsam umgegangen. Selbst der Licker ist nicht in allen Szenen computergeneriert, stattdessen kamen verschiedene "lebensgroße" Modelle und Masken zum Einsatz.

Man könnte fast behaupten, dieser Film sowie das Dawn of the Dead - Remake von Zack Snyder seien Wegbereiter für die Renaissance des Zombiefilm-Genres. Insoweit wäre "Resident Evil" sogar ein Meilenstein der Filmgeschichte.

DVD-Features

Die Special Edition umfasst zwei Silberlinge, wobei die meisten Extras auf den zweiten gepackt wurden. Während des Hauptfilms können der Audiokommentar und der "Extended Evil" - Modus eingeschaltet werden. Aktiviert man letzteren, kann man auf Making of - Material zugreifen.

Hinter dem Menüpunkt "Die Entstehung" verbergen sich vier Featurettes, deren Inhalt teilweise redundant ist. Das "Making of" ist deutsch synchronisiert (die anderen Featurettes nicht, Untertitel fehlen), bietet aber lediglich die übliche hektische Mixtur aus Filmszenen, kurzen Interviews und Blicken hinter die Kulissen. Man sieht, wie die Schauspieler bei einem militärischen Training schwitzen und es gibt einige Nahaufnahmen der Zombies zu bewundern. Witzig: Ein Dobermann wird auf "untot" getrimmt. Das brave Tier guckt in die Kamera, als wolle es fragen, was zum Geier da mit ihm passiert... Marilyn Manson und Marco Beltrami schildern ihre Inspirationsquellen für die geniale Filmmusik und in einer weiteren Featurette wird auf die Games und ältere Zombie-Filme eingegangen. Es sind auch Spieleszene zu sehen - witzig, dass man diesen Pixelbrei mal furchteinflößend gefunden hat! Paul W.S. Anderson, der anscheinend ebenso wie Milla Jovovich und Michelle Rodriguez Gamer ist, erklärt, im Grunde sei dieser Film ein Prequel. Das könnte man wirklich so sagen. Der Film zeigt, wie es zu der Situation gekommen ist, die man im ersten Spiel der Reihe vorfindet. Anderson spricht die Gewaltkontroverse an. Er sagt, es sei ihm wichtig gewesen, nicht auf die Altersfreigabe zu achten. Das allein finde ich schon sehr lobenswert. In der vierten Featurette kann man sich verschiedene Szenen im Vergleich mit den entsprechenden Storyboards anschauen.

Die Zusammenstellung "Hinter den Kulissen" enthält unkommentierte Aufnahmen von den Dreharbeiten. Die Schauspieler bereiten sich auf die nächste Szene vor, Paul Anderson gibt Regieanweisungen (er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "TRY HARDER"), es wird letzte Hand an Make-up und Frisuren gelegt, dann wird geprobt und gedreht. Zwischendurch wird ein bisschen herumgealbert. Ganz interessant, dieser Blick auf die Arbeit am Drehort.

Das sehr kurze und nicht vollständig bearbeitete alternative Ende ist nicht besonders interessant. Man sieht lediglich, wie Milla Jovovich schwer bewaffnet in eine Umbrella-Zentrale (oder so) eindringt, die sie anscheinend ausräuchern will. Das ist alles. Ein paar Erläuterungen des Regisseurs zu dieser Szene und warum sie nicht verwendet wurde sind vorhanden.






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme