Repo Men


Repo Men (USA, 2010)

DVD Regionalcode 2, Universal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 114 Minuten

Extras
- Audiokommentar von Regisseur Miguel Sapochnik und den Autoren Eric Garcia und Garrett Lerner
- Unveröffentlichte Szenen mit optionalem Audiokommentar von Regisseur Miguel Sapochnik und den Autoren Eric Garcia und Garrett Lerner
- Die Werbespots der Union (4:12 Min.)
- Visuelle Effekte (6:09 Min.)

Regie:
Miguel Sapochnik

Hauptdarsteller:
Jude Law (Remy)
Forest Whitaker (Jake Freivald)
Alice Braga (Beth)
Carice van Houten (Carol)
Liev Schreiber (Frank Mercer)




Inhalt:

Remy und Jake, Freunde seit der Schulzeit, sind Repo Men. Sie arbeiten für den mächtigen Konzern "The Union", der im Jahre 2025 den Markt für Organtransplantate beherrscht. Organspender werden nicht mehr benötigt, denn die von der Union hergestellten künstlichen Organe ("Artiforgs" = Artificial Organs) sind perfekt und halten ein Leben lang. Allerdings sind sie so teuer, dass Normalsterbliche sie nicht bezahlen können. Die Union bietet zwar Kredite an, aber die Raten sind exorbitant. Tatsächlich macht die Union mit den Finanzierungszinsen die meisten Gewinne. Wenn jemand die Raten nicht mehr bezahlen kann, erhält er nach einer dreimonatigen Schonfrist Besuch von den Repo Men, die das Produkt in den Besitz der Union zurückführen. Mit anderen Worten: Sie schlitzen den zahlungsunfähigen Kunden auf und entnehmen das Organ - mit fatalen Folgen, wenn es sich um lebenswichtige Organe wie Herzen, Lungen, Nieren und so weiter handelt. Die Repo Men sind also nichts anderes als Kopfgeldjäger und Killer, aber ihre Taten sind legal. Viele von ihnen, so auch Remy und Jake, haben Spaß an dem blutigen Gemetzel. Sie erhalten nicht nur Rückholaufträge von ihrem Vorgesetzten Frank Mercer, sondern durchstreifen die Stadt, um mit Scannern nach Trägern "überfälliger" Artiforgs zu suchen und somit fette Zusatzprämien einzuheimsen. Viele Menschen verstecken sich im Untergrund vor den Razzien der Repo Men und es gibt einen blühenden Schwarzmarkt für Artiforgs. Remy gehört zu den besten Repo Men, aber seine Ehe leidet unter dieser Tätigkeit.

Eines Tages wird Remy von seiner Frau vor die Wahl gestellt: Job oder Familie? Da Remy seinen Sohn nicht verlieren will, strebt er eine Versetzung in die Verkaufsabteilung der Union an. Er will nur noch einen allerletzten Rückholauftrag erledigen. Dabei geht jedoch etwas schief. Durch einen defekten Defibrillator, mit dem er das künstliche Herz seines Opfers abschalten wollte, erhält Remy einen elektrischen Schlag. Als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, trägt er selbst ein Artiforg-Herz in der Brust. Dieses Erlebnis hat einen einschneidenden Sinneswandel zur Folge. Remy will niemanden mehr töten, und als er in den Verkauf versetzt wird, bringt er es nicht einmal über sich, neue Kunden in die Schuldenfalle zu treiben. Deshalb kann er die Raten für sein neues Herz bald nicht mehr bezahlen und wird zum Freiwild für seine einstigen Kollegen. Selbst Jake, der ihm zunächst noch helfen wollte, setzt sich auf seine Spur. Zu Hause kann Remy nicht bleiben, zumal er von seiner Frau vor die Tür gesetzt wurde. Auf der Flucht gabelt Remy die Sängerin Beth auf, die sich mit zahlreichen Artiforgs aufgerüstet hat, welche sie nicht mehr bezahlen kann. Die beiden verlieben sich ineinander und versuchen ins Ausland zu fliehen. Am Flughafen kommt man ihnen jedoch auf die Schliche, so dass sie umkehren müssen. Beths künstliches Knie wird so schwer beschädigt, dass es ausgetauscht werden muss. Im Unterschlupf des Schwarzmarkt-Arztes, den sie deswegen aufsuchen, werden sie von Jake überrascht. Remy erfährt, dass Jake den Defibrillator manipuliert hat - er wollte seinen Partner nicht verlieren. Remy wird im Kampf gegen Jake bewusstlos geschlagen.

Als Remy wieder zu sich kommt, hat Beth Jake außer Gefecht gesetzt. Es gibt jetzt nur noch eine Möglichkeit, wie sich Remy und Beth dem Zugriff durch die Union und die Repo Men entziehen können. Remy will ihre Konten so manipulieren, dass die Artiforgs als zurückgegeben gelten. Die beiden dringen in die Firmenzentrale ein und kämpfen sich bis zum Serverraum durch. Um die Codes der Artiforgs einlesen zu können, müssen sich Remy und Beth selbst aufschlitzen und einen Handscanner einführen - eine zeitraubende Angelegenheit, die es Jake und Mercer ermöglicht, sich ebenfalls Zutritt zur Zentrale zu verschaffen. Mercer will Remy erschießen, der gerade Beth operiert, doch Jake steht seinem alten Freund bei und tötet Mercer. Gemeinsam retten sie Beth, deren Atem bereits ausgesetzt hat, und zerstören die Computerbänke der Union. Somit gibt es keine Kundendaten und keine überfälligen Artiforgs mehr. Remy, Beth und Jake setzen sich in die Tropen ab und genießen das süße Nichtstun. Remy veröffentlicht ein erfolgreiches Enthüllungsbuch. Alles scheint in Ordnung zu sein, doch Remy hat manchmal seltsame Wahrnehmungsstörungen.

Das ist kein Wunder, denn alles, was Remy seit dem Kampf gegen Jake erlebt hat, bei dem er bewusstlos geschlagen wurde, ist nur Illusion. In Wahrheit hat er einen Hirnschaden erlitten. Beth lebt zwar noch, aber Jake will sich um sie "kümmern". Remy wurde an die neueste Errungenschaft der Union angeschlossen: Ein Gerät, das ihn in eine virtuelle Realität versetzt. In dieser Traumwelt ist er zufrieden - solange jemand die Raten bezahlt...

Der Film:

Eine Welt nach einem verheerenden Krieg, zerfallende Städte, ein allmächtiger Konzern mit äußerst zynischen Geschäftspraktiken, mehr oder weniger künstliche Menschen, Vermischung von Schein und Wirklichkeit - das alles klingt irgendwie nach einer Geschichte des SF-Schriftstellers P.K. Dick, aber die Story dieses Films stammt nicht aus seiner Feder. Also wurde vermutlich nur ein bisschen abgekupfert, und nicht nur bei Dick. Das Szenario ähnelt Blade Runner, der finale Kampf vor dem Serverraum der "Union" weckt Erinnerungen an "Oldboy" und das Ende wurde ziemlich dreist bei Brazil geklaut. Leider erreicht "Repo Men" niemals die Qualität dieser drei Filme. In "Blade Runner" steht die dystopische Welt im Vordergrund, bei "Repo Men" ist es die Action. Die allerdings hat es in sich. Und zwar derart, dass ich mich einmal mehr über die Alterseinstufung wundern muss. Ein Film, in dem Menschen bei lebendigem Leib aufgeschnitten und ausgeweidet werden und in dem das Blut bei den minutenlangen Kämpfen nur so an die Wände spritzt, wäre in gar nicht so lange vergangenen früheren Zeiten mindestens mit FSK 18 eingestuft, wenn nicht gar indiziert worden. Zumal das gesellschaftskritische Potential der durchaus originellen Grundidee nicht ausgeschöpft wird, sondern eben nur als nett ausgedachter Hintergrund für die ausgedehnten Gewaltszenen herhalten muss.

Das soll aber nicht heißen, dass der Film schlecht wäre. Das ist er ganz und gar nicht, wenn man nicht zu viel erwartet. Er bietet spannende, rasante und ziemlich blutige Action. Auf der Habenseite kann der Film außerdem einiges an schwarzem Humor und eine sehr schön, aber unaufdringlich designte Zukunftswelt verbuchen. Man kann sich zweifellos gut unterhalten fühlen und für den Splatter-Fan wird auch so einiges geboten. Leider wird dabei aber die Story vernachlässigt. Deshalb kommt Remys Wandlung vom Killer, der erkennbar viel Spaß bei der Arbeit hat, hin zum mitfühlenden Opfer viel zu schnell. Dieser Wandel wirkt nicht glaubwürdig, er wird nicht gut genug vorbereitet. Letzten Endes passen alle Elemente irgendwie nicht so richtig zusammen und man fragt sich, was "Repo Men" eigentlich sein soll: Ein Action-Thriller? Gesellschaftssatire? Kritische Science Fiction? Ich weiß es nicht. Spaßige Unterhaltung ist aber definitiv garantiert.

DVD-Features:

Das Bonusmaterial dieser DVD-Version fällt eher mager aus. Den Audiokommentar habe ich mir noch nicht zu Gemüte geführt. Man sieht einige Szenen, in denen digitale Effekte eingefügt wurden und es werden fünf nicht verwendete Szenen gezeigt. Unter anderem gibt es mehr von Remy und Jake während der Kriegszeit im Panzer zu sehen. Am interessantesten sind sieben Werbeclips für diverse Produkte der "Union". Im Film sind die immer nur kurz zu sehen, z.B. auf animierten Werbetafeln. Hier kann man sie in voller Länge bewundern - purer Zynismus, einfach köstlich.


Screenshots


Repo Men

Normalerweise stecken Frauen keine Dinge in Männer hinein, wenn ich mich nicht irre...


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Realität?


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Oder Traum?


J. Kreis, 08.03.2011




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