R.E.D.


R.E.D. - Älter. Härter. Besser. (Collector's Edition) (USA, 2010)
- RED -

Blu-ray, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 111 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Trivia Track
- Exklusive Einblicke von Cast & Crew (30:47 Min.)
- CIA-Geheimnisse (6:28 Min.)
- Entfallene und erweiterte Szenen (9:17 Min.)
- Trailer

Regie:
Robert Schwentke

Hauptdarsteller:
Bruce Willis (Frank Moses)
Mary-Louise Parker (Sarah Ross)
Karl Urban (William Cooper)
Morgan Freeman (Joe Matheson)
John Malkovich (Marvin Boggs)
Helen Mirren (Victoria Winslow)
Brian Cox (Ivan Simanov)
Richard Dreyfuss (Alexander Dunning)
Julian McMahon (Robert Stanton)




Story

Frank Moses, ehemaliger Top-Agent der CIA, ist im Ruhestand und lebt allein in Cleveland. Wann immer er einen Vorwand findet, ruft er bei Sarah Ross an, seiner Sachbearbeiterin bei der Pensionskasse in Kansas City. Beide sind einsam, unterhalten sich über alles mögliche und entwickeln eine Art Freundschaft. Eines Tages ringt sich Frank endlich dazu durch, Sarah einmal zu besuchen. Das erste Date verläuft allerdings etwas unglücklich, obwohl genau das geschieht, wovon Sarah (eine begeisterte Leserin von Agententhrillern und Liebesromanen) immer geträumt hat. Ein Killerkommando dringt in Franks Haus ein, hat dem keineswegs eingerosteten Agenten aber nichts entgegenzusetzen und wird ausgeschaltet. Frank weiß nicht, warum er getötet werden soll, geht aber zu Recht davon aus, dass sein Telefon abgehört wurde. Somit ist auch Sarah in Gefahr. Frank flieht nach Kansas City und entführt Sarah, weil sie ihm natürlich nicht glaubt. In New Orleans lässt er sie in einem Motel zurück und sucht seinen in einem Altersheim lebenden, unheilbar an Krebs erkrankten Mentor Joe Matheson auf. Der lässt seine Beziehungen spielen und findet heraus, dass die CIA hinter dem Anschlag steckt. Dieselben Söldner, von denen Frank angegriffen wurde, haben vor kurzem eine Reporterin der New York Times ermordet. Derweil kann sich Sarah befreien und Hilfe herbeirufen. Dass Franks Geschichte wahr ist, wird ihr klar, als ein Polizist versucht, sie zu betäuben und zu kidnappen. Das wird von Frank in letzter Sekunde verhindert. CIA-Agent William Cooper, der die ganze Aktion leitet, verfolgt Frank und Sarah, wird aber vorerst abgehängt. Frank erfährt später, dass Joe getötet wurde.

Die Reise geht weiter nach New York. Von der Mutter der toten Reporterin erhalten Frank und Sarah einen Hinweis, der zu einer in einem Buch versteckten Namensliste führt. Um herauszufinden, was es mit diesen Namen auf sich hat, braucht Frank die Hilfe seines alten Freundes Marvin Boggs. Der ist zwar paranoid, weil er jahrelang von der CIA mit Drogen behandelt wurde, aber sein Verfolgungswahn erweist sich als nützlich. Aus dem von ihm zusammengetragenen Geheimmaterial geht hervor, dass alle von der Reporterin aufgelisteten Personen (darunter Frank) im Jahre 1981 an einem Einsatz in Guatemala beteiligt waren. Nur der Pilot Gabriel Singer lebt noch, wird aber erschossen, nachdem er dem Trio erzählt hat, dass er damals den Auftrag hatte, einen CIA-Agenten in ein Dorf zu fliegen, in dem jemand ein Massaker angerichtet hatte. Der Agent hatte den Verantwortlichen dort herausgeholt. Offensichtlich sollen jetzt alle Mitwisser zum Schweigen gebracht werden. Nach einem Kampf gegen Coopers Schergen sucht Frank die russische Botschaft auf und schließt einen Handel mit dem Geheimagenten Ivan Simanov ab. Ivan hilft Frank und Sarah bei der Infiltration der CIA-Zentrale, dafür schuldet Frank ihm nun einen Gefallen. Frank besorgt sich die Guatemala-Akte und lässt sich auf einen Kampf mit Cooper ein, um an dessen ID-Karte zu gelangen. Frank wird angeschossen, kann aber mit Sarah entkommen - nicht zuletzt dank Joes Hilfe! Joe hat seinen Tod nur vorgetäuscht. Das Team wird durch die britische Ex-Agentin Victoria Winslow vervollständigt. Die ehemalige Geliebte Ivans flickt Frank wieder zusammen und schließt sich der Gruppe an.

Aus dem Abgleich der Akte mit der Todesliste geht hervor, dass der Waffenhändler Alexander Dunning mit dem CIA-Agenten identisch ist, der 1981 an der Guatemala-Affäre beteiligt war. Der Mann hat offensichtlich gute Beziehungen, denn er ist nicht zum Abschuss freigegeben. Frank, Marvin und Joe verschaffen sich Zugang zu Dunnings Haus und setzen ihn solange unter Druck, bis er ihnen sagt, dass der jetzige Vizepräsident Robert Stanton derjenige war, der damals das Massaker angerichtet hat. Inzwischen hat Cooper Franks Spur wieder aufgenommen. Einsatzkräfte kesseln das Haus ein. Cooper telefoniert mit Frank und erfährt von der Beteiligung des Vizepräsidenten. Cooper sichert Frank freies Geleit zu, doch als der erste Mann aus dem Haus kommt, wird er von einem Unbekannten erschossen. Es ist allerdings nicht Frank, sondern Joe, der sich für seinen Freund geopfert hat. Frank und Marvin können entkommen, Victoria sorgt für Feuerschutz. Sarah fällt jedoch der CIA in die Hände. Ihr Verhör wird durch einen Anruf Franks unterbrochen, den dieser von Coopers Haus aus macht. Frank macht dem CIA-Mann klar, dass dessen gesamte Familie sterben muss, falls Sarah etwas zustoßen sollte. Dann kündigt Frank an, dass er Stanton ermorden wird. Tatsächlich überfallen Frank und seine Freunde eine von Stanton ausgerichtete Spendengala in Chicago. Ivan mischt kräftig mit und rettet Victoria, die verwundet zurückbleiben muss, als Frank und die anderen den Vizepräsidenten entführen.

Frank schlägt Cooper einen Austausch Stantons gegen Sarah vor. Bei dem Treffen tauchen Dunning und Coopers Vorgesetzte Wilkes auf. Dunning brüstet sich damit, dass er derjenige war, der das Massaker angerichtet hat. Stanton ist nur ein Strohmann. Dunning schießt Stanton nieder, weil der nicht mehr mitspielen will. Wilkes gibt Cooper den Befehl, Frank zu fesseln und Sarah zu beseitigen. Es soll so aussehen, als habe Frank den Vizepräsidenten ermordet. Dazu ist Cooper nicht bereit. Er drückt Frank den Schlüssel für die Handschellen in die Hand und erschießt Wilkes, als sie die Sache selbst in die Hand nehmen will. Frank tötet Dunning eigenhändig. Dunnings Killer werden von Marvin und Victoria ausgeschaltet, die das Ganze versteckt beobachtet haben. Cooper lässt Frank gehen und bereinigt die Angelegenheit. Somit haben Frank und seine Freunde ihr altes Leben zurück - oder fast, denn zuerst muss Frank zu seinem Wort stehen und Ivan einen Gefallen tun. Der besteht darin, eine gestohlene Atombombe aus Moldawien zurückzuholen...

Kringels Meinung

Ich wüsste ja gerne mal, wer zuerst auf die Idee gekommen ist, alte Film-Ikonen zu reaktivieren und zu einer ungewöhnlichen Truppe zusammenzustellen: Sylvester Stallone als Autor und Regisseur von The Expendables, oder die Macher von R.E.D.? Wer hat also bei wem abgekupfert? Dass R.E.D. auf einer gleichnamigen Comic-Trilogie aus den Jahren 2003 und 2004 basiert (habe ich nicht gelesen), zählt in diesem Zusammenhang nicht. Denn der Clou sowohl bei The Expendables als auch bei R.E.D. besteht ja darin, dass in die Jahre gekommene Schauspieler bzw. die von ihnen verkörperten Figuren es noch einmal wissen wollen. Für Leute wie mich, die sozusagen mit den ersten Filmerfolgen dieser Leute aufgewachsen und mit den Schauspielern alt geworden sind, besteht der besondere Reiz darin, dass man quasi ihren "zweiten Frühling" miterleben darf. Während The Expendables als humorvolle Hommage an das Söldnerfilm-Genre der Achtzigerjahre betrachtet werden kann, stellen Frank Moses und seine Freunde im Agententhriller R.E.D. unter Beweis, dass auch Opas und Omas immer noch ordentlich austeilen können.

Die Story ist dabei im Grunde zweitrangig, wenn man sie bei der teils bewusst übertriebenen Action und der herrlichen Interaktion zwischen den alten Recken überhaupt wahrnimmt. Zugegeben, nicht jeder Gag "funktioniert". So halte ich den Shootout zwischen Marvin Boggs und der mit einer Bazooka bewaffneten Agentin für heillos übertrieben, aber nur mäßig witzig. Aber ansonsten sind die Wortgefechte und die Situationskomik wirklich gut gelungen. Und es ist einfach nur schön zu sehen, mit wie viel Spielfreude alle Schauspieler am Werk sind. Bruce Willis in der gewohnten Rolle als nicht totzukriegende Kampfmaschine! John Malkovich in Ganzkörpertarnung, bis an die Zähne bewaffnet und nicht ganz zurechnungsfähig! Helen Mirren im Abendkleid an einer Maschinenkanone! Brian Cox als verliebter russischer Geheimagent! Richard Dreyfuss als sinistrer Strippenzieher! Nicht zu vergessen Ernest Borgnine, der hier, mit 93 Jahren, einen seiner letzten Auftritte in einem Kinofilm hat. Er ist wenige Jahre später verstorben. Dazu Karl Urban als ebenfalls mit beeindruckenden Fähigkeiten ausgestatteter gar nicht so böser Gegenspieler und Mary-Louise Parker als graue Büromaus, die sich nach Abenteuern sehnt und nach anfänglicher Widerspenstigkeit Spaß an der Sache zu haben beginnt - die Darstellerriege überzeugt von A bis Z. Oder beinahe, denn Morgan Freeman bekommt erstaunlich wenig zu tun.

Der Film ist aber auch an und für sich nicht schlecht, wenn man keine tiefsinnige Handlung oder irgendwelche ungewöhnlichen Ideen erwartet. R.E.D. bietet bewährte Thriller-Kost - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Durch den häufigen Schauplatzwechsel, das Hinzukommen immer neuer Figuren und die permanente Bedrohung reißt die Spannungskurve nicht ab. Mir hat's gefallen!

Blu-ray-Features

Die Collector's Edition enthält R.E.D. und R.E.D. 2 im Steelbook.

Der Audiokommentar wird von einem ehemaligen CIA-Stabsoffizier namens Robert Baer gesprochen. Ich hatte noch keine Zeit dafür, aber wenn es darin um ähnliche Themen wie in der leider recht kurzen Featurette "CIA-Geheimnisse" geht, dann muss ich mir den Kommentar unbedingt mal zu Gemüte führen. Die Featurette kann als Bild-im-Bild-Track zum laufenden Film hinzugeschaltet oder einzeln angeschaut werden und besteht aus gesprochenem Text sowie einfachen Animationen. Man erfährt Unglaubliches! Zum Beispiel wurden wohl wirklich Agenten - genau wie Marvin im Film - unter LSD gesetzt und anderen Experimenten unterzogen. Noch skurriler: Angeblich hat die CIA früher mal versucht, mit Mikrofonen und Antennen bestückte Katzen als Spione einzusetzen!

Der Beitrag "Exklusive Einblicke von Cast & Crew, ebenfalls als PIP-Track aktivierbar und gesondert im Bonusmaterial enthalten, ist leider fast völlig uninteressant. Man sieht hauptsächlich Filmausschnitte, ganz wenig Hinter-den-Szenen-Material und einige Interviewschnipsel, in denen die Schauspieler kaum mehr tun, als sich gegenseitig sowie den Regisseur über den grünen Klee zu loben. Immerhin erfährt man, dass Helen Mirrens Designer-Handtasche, die ihr mal geschenkt worden ist und die sie nie benutzt hat, als Filmrequisite zu neuen Ehren gekommen ist.

Auch die zehn entfallenen und erweiterten Szenen sind größtenteils verzichtbar. Ganz lustig ist der erweiterte Schluss. In der letzten Szene des Films sieht man ja, wie Marvin (als Frau verkleidet mit blonden Zöpfen!) und Frank vor der moldawischen Armee fliehen. Diese Szene war ursprünglich etwas länger. Die beiden Opis gehen in Deckung, Marvin würde die gemopste Atombombe gern zünden. Frank, der sich auf einen Strandurlaub mit Sarah freut, kann es ihm gerade noch ausreden.


J. Kreis, 09.06.2014




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