Prometheus


Prometheus - Dunkle Zeichen (USA/GB, 2012)
- Prometheus -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 124 Minuten

Extras:
- 2 Audiokommentare
- Entfallene und alternative Szenen (36:51 Min.)
- Die Peter-Weyland-Akten (18:57 Min.)
- Prometheus-App
- BD Live

Regie:
Ridley Scott

Hauptdarsteller:
Noomi Rapace (Dr. Elizabeth Shaw)
Logan Marshall-Green (Dr. Charlie Holloway)
Michael Fassbender (David 08)
Charlize Theron (Meredith Vickers)
Idris Elba (Captain Janek)
Guy Pearce (Sir Peter Weyland)
Sean Harris (Fifield)
Rafe Spall (Milburn)




Story

Die jungen Archäologen Elizabeth Shaw und Charlie Holloway entdecken im Jahre 2089 mehrere Jahrtausende alte Höhlenmalereien auf der Isle of Skye. Unter anderem sind dort Menschen zu sehen, die vor einem doppelt so großen Humanoiden knien, der wiederum auf eine bestimmte Sternenkonstellation deutet. Genau dieselbe Konstellation haben Shaw und Holloway schon in vielen Bildern und Relikten der unterschiedlichsten Kulturen gefunden. Shaw geht davon aus, dass es sich um eine Einlandung von Außerirdischen handelt, und dass diese Wesen - die "Konstrukteure" - entweder Vorfahren der Menschen sind oder diese sogar erschaffen haben. Die fragliche Sternenkonstellation existiert wirklich, und ein Planet, der um eine der Sonnen kreist, hat einen Mond, auf dem Leben möglich sein müsste. Dass es den Kulturen, in deren Kunstwerken die Konstellation erscheint, gar nicht möglich gewesen sein kann, diese weit entfernten Sterne zu sehen, wird als weiterer Beweis für Shaws Theorie gewertet. In Peter Weyland, dem Chef der Weyland Corporation, finden Shaw und Holloway einen zahlungskräftigen Sponsor, der eine Expedition des Raumschiffes Prometheus zum Mond LV-223 finanziert. Zur Besatzung der Prometheus gehören neben den beiden Archäologen, Captain Janek und Meredith Vickers, einer hochrangigen Weyland-Angestellten, noch mehrere Wissenschaftler und Techniker sowie der Android David, dem die Aufgabe zufällt, das Schiff und die in Stasis ruhenden Menschen während des zweijährigen Fluges zu überwachen.

Zu Weihnachten 2093 erreicht die Prometheus ihr Ziel. Die Besatzung wird aufgeweckt und jetzt erst über die Hintergründe informiert. Die Prometheus landet auf LV-223 in der Nähe einer Reihe gigantischer, allerdings uralt und zerfallen wirkender Bauwerke. Es handelt sich offensichtlich um eine Basis der Außerirdischen, in der unzählige zylinderförmige Objekte mit unbekanntem Inhalt aufbewahrt werden, aber es ist kein lebender Konstrukteur anwesend. Nur teilweise mumifizierte, mindestens zweitausend Jahre alte Leichen sind zu finden, und es sieht so aus, als hätten die Konstrukteure damals versucht, vor etwas zu fliehen. Es wird angenommen, dass LV-223 nicht die Heimatwelt der Konstrukteure ist. Das Gebäude ist nicht völlig ohne Leben. Dort existieren kleine Würmer, die von den Forschern jedoch nicht bemerkt werden. Die Zylinder scheinen auf die Anwesenheit der Menschen zu reagieren. Sie sondern eine schwarze Flüssigkeit ab, die bald fast den ganzen Boden bedeckt. Da sich eine gigantische Sturmfront nähert, müssen die Männer und Frauen ins Schiff zurückkehren. Shaw nimmt den abgetrennten Kopf eines Konstrukteurs mit. Dasselbe macht David insgeheim mit einem Zylinder. Der Geologe Fifield und der Biologe Milburn bleiben zurück. Sie hatten sich schon zuvor von der Gruppe getrennt und sich verirrt. Jetzt müssen sie in dem Bauwerk übernachten, bis sich der Sturm gelegt hat. Bei der Untersuchung des Schädels wird festgestellt, dass die DNS des Außerirdischen mit dem menschlichen Erbgut übereinstimmt. Das Gehirn wird mit Elektroimpulsen stimuliert. Daraufhin zerplatzt der Kopf. Shaw geht davon aus, dass der Konstrukteur mit etwas infiziert war.

David öffnet den Zylinder und findet große Ampullen mit schwarzer Flüssigkeit. Nachdem er von einem Unbekannten neue Anweisungen erhalten hat, verabreicht David Holloway heimlich eine winzige Menge der Substanz. Danach schlafen Shaw und Holloway miteinander. In der Zwischenzeit werden Fifield und Milburn von den unter dem Einfluss der schwarzen Flüssigkeit mutierten und gewachsenen Würmer angegriffen. Milburn wird getötet, Fifield fällt mit beschädigtem Helm in die schwarze Flüssigkeit. Am nächsten Tag dringen die Wissenschaftler erneut in das Gebäude ein. Sie finden Milburns Leiche. David trennt sich von der Gruppe. Er entdeckt ein unterirdisch verstecktes Raumschiff, das seinerzeit offensichtlich zur Erde hätte starten sollen. In einem Stasisbehälter liegt noch ein lebendiger Konstrukteur. Holloways Zustand verschlechtert sich rapide, sein Körper beginnt sich zu verändern. Er wird zurück zur Prometheus gebracht. Vickers verwehrt dem Kranken den Zutritt. Holloway weiß, dass er nicht zu retten ist. Er provoziert einen Angriff und wird von Vickers mit einem Flammenwerfer getötet. Wenig später taucht der ebenfalls mutierte Fifield auf, tötet mehrere Besatzungsmitglieder und kann nur mit knapper Not vernichtet werden. Shaw wird einem Körperscan unterzogen. Dabei wird festgestellt, dass sie im vierten Monat schwanger ist - ein Ding der Unmöglichkeit, denn sie ist unfruchtbar. David erkennt, dass das Ungeborene nicht menschlich ist. Da er sich weigert, die Kreatur zu entfernen, nimmt Shaw den Eingriff mittels eines robotisierten Behandlungstisches selbst vor.

Endlich erfährt Shaw die wahren Hintergründe der Prometheus-Mission. Der tot geglaubte Peter Weyland ist an Bord. Von ihm hat David all seine Befehle erhalten. Weyland ist dem Tode nahe. Er glaubt, dass die Konstrukteure sein Leben verlängern können, und lässt sich von David zu dem schlafenden Konstrukteur führen. Shaw darf ihn begleiten. Der Konstrukteur wird erweckt. David kann sich mit ihm verständigen. Der Außerirdische reißt dem Androiden den Kopf ab und tötet Weyland sowie all seine Begleiter außer Shaw, die ins Freie flieht. Als der Konstrukteur mit seinem Raumschiff startet, bittet Shaw Captain Janek, dieses aufzuhalten. Sie nimmt an, dass der Konstrukteur die Absicht hat, alles Leben auf der Erde zu vernichten. Janek rammt das Raumschiff mit der Prometheus. Zuvor wird Weylands autarkes Rettungsmodul abgekoppelt, Vickers springt mit einer Fluchtkapsel ab. Beim Zusammenprall wird die Prometheus völlig vernichtet. Das fremde Raumschiff stürzt ab, Vickers wird darunter zerquetscht. Shaw sucht im Rettungsmodul Zuflucht, dort allerdings stößt sie auf den inzwischen riesenhaft angewachsenen, krakenförmigen Fötus. Der Konstrukteur hat den Absturz seines Schiffes überlebt und folgt Shaw in das Modul. Shaw hetzt den Fötus auf den Konstrukteur und verlässt das Modul. Sie glaubt, auf LV-223 gestrandet zu sein. David ist noch funktionsfähig und nimmt Funkkontakt mit ihr auf. Er weiß, wie die Raumschiffe der Außerirdischen gesteuert werden, und dass es auf dem Mond noch weitere dieser Schiffe gibt. Shaw, die letzte Überlebende der Prometheus, holt Davids Kopf und Rumpf aus dem Wrack und startet mit einem anderen Schiff. Sie will nicht zur Erde zurückkehren, sondern die Heimatwelt der Konstrukteure suchen, um zu erfahren, warum die Konstrukteure die Menschen erschaffen haben - und warum sie sie wieder vernichten wollten. Der Konstrukteur wurde inzwischen von dem Krakenwesen überwältigt. Eine andere Kreatur bricht nun aus dem Körper des Konstrukteurs hervor.

Kringels Meinung

Ist "Prometheus" Bestandteil des Alien-Universums oder nicht? Darüber scheint Uneinigkeit zu bestehen. Ich neige zu der Annahme, dass die Handlung folgender Filme im selben Universum stattfindet, wobei die Reihenfolge, in der ich sie nenne, der Chronologie der Handlung entspricht: Predator, Predator 2, Alien vs. Predator, Alien vs. Predator 2, "Prometheus", Alien bis Alien 4 - Die Wiedergeburt: Irgendwann in ferner Vergangenheit waren die Konstrukteure auf der Erde. Was genau sie dort getan haben, ist unklar. Sicher ist, dass die Konstrukteure eine Substanz besitzen, mit der das Erbgut von Lebewesen verändert werden kann. Möglicherweise wurden Wesen wie der Xenomorph (das Alien) irgendwann in der Vergangenheit mit dieser Substanz erschaffen, vielleicht handelt es sich aber auch um eine Spezies, die sich ohne Mitwirkung der Konstrukteure entwickelt hat. Jedenfalls wurden solche Kreaturen vor Jahrtausenden von außerirdischen Jägern zur Erde gebracht und dort zu Trainingszwecken eingesetzt. Die Jäger betrachten die Erde als Jagdrevier. Mindestens seit 1997 werden die Jäger von einer militärischen Spezialeinheit der USA beobachtet. Im Jahre 2004 entdeckt der Robottechnik-Pionier Charles Bishop Weyland eine Trainingseinrichtung der Jäger in der Antarktis. Ein von ihm angeführtes Forschungsteam wird dort von Jägern und Aliens aufgerieben, die Trainingseinrichtung wird vernichtet. Ein toter Jäger wird von seinen Artgenossen per Raumschiff abgeholt. Aus seinem Körper bricht ein Xenomorph hervor und bringt das Schiff zum Absturz. Der Xenomorph beginnt sich in der Stadt Gunnison, Colorado, zu vermehren. Ein Jäger reist zur Erde, um die Aliens und alle Mitwisser zu beseitigen. Die Stadt wird mit einer Atombombe vernichtet, wobei auch der Jäger ums Leben kommt. Seine Plasmawaffe fällt den Menschen in die Hände und wird einer Miss Yutani übergeben, evtl. einer Geschäftspartnerin des verstorbenen C.B. Weyland. Wahrscheinlich führen die aus der Erforschung der außerirdischen Technik gewonnenen Erkenntnisse in den folgenden Jahren zu großen Fortschritten auf dem Gebiet der Raumfahrt, so dass Peter Weyland im Jahre 2093 mit dem Raumschiff Prometheus zum Mond LV-223 im ca. 40 Lichtjahre von der Erde entfernten Sonnensystem Zeta-2-Reticuli fliegen kann, wo sich eine Basis der Konstrukteure befindet. Dort wird die Substanz, mit der sich das Erbgut verändern lässt, in großen Mengen gehortet, aber vor ca. 2000 Jahren ist es zu einem Zwischenfall gekommen, dem alle Konstrukteure bis auf einen zum Opfer gefallen sind. Bis auf Elizabeth Shaw stirbt die gesamte Besatzung der Prometheus auf LV-223. Shaw und der Android David 08 fliegen mit einem Raumschiff der Konstrukteure zu deren Heimatwelt. Die Weyland-Yutani-Corporation sucht insgeheim nach weiterer außerirdischer Technik. Im Jahre 2122 fängt das von der Weyland-Yutani-Corporation betriebene Raumschiff Nostromo ein vom Planetoiden LV-426 ausgehendes außerirdisches Funksignal auf. Der Bordcomputer setzt eigenmächtig Kurs auf LV-426. Die Besatzung der Nostromo findet das Wrack eines Raumschiffs der Konstrukteure, in dem Alien-Eier liegen. Evtl. ist ein Konstrukteur vor 2000 Jahren damit von LV-223 geflohen, war aber bereits "infiziert". Die Besatzung der Nostromo fällt einem Alien zum Opfer, das aus einem dieser Eier stammt. Nur Ellen Ripley überlebt. 57 Jahre später gibt es eine menschliche Kolonie auf LV-426, die von den Aliens ausradiert wird. Die Weyland-Yutani-Corporation versucht diese Wesen für die Biowaffenforschung sicherzustellen, scheitert jedoch bei dem Versuch. Einige Zeit später begeht Ellen Ripley auf der Gefängniswelt Fiorina 161 Selbstmord, um das letzte Alien - eine in ihrem Körper heranwachsende Alien-Queen - zu vernichten. 200 Jahre später werden Ripley und die Alien Queen im Forschungsraumschiff Auriga geklont. Erneut kommt es zur unkontrollierten Ausbreitung der Aliens, die Auriga stürzt auf der Erde ab. Es ist nicht bekannt, ob dabei alle Aliens vernichtet werden. Der Ripley-Klon überlebt den Absturz.

Aber ich schweife ab. Zurück zu "Prometheus"! Der Film beginnt mit einer Szene, die ich in der Handlungszusammenfassung nicht erwähnt habe. Man sieht einen Konstrukteur in einer grandiosen, aber öden Landschaft ohne Leben - möglicherweise ist das die urzeitliche Erde. Der Konstrukteur schluckt etwas, bei dem es sich wahrscheinlich um dieselbe schwarze Flüssigkeit handelt, die auf LV-223 gelagert wird. Daraufhin beginnt sein Körper zu zerfallen. Die Überreste stürzen in einen Fluss, wo sich sogar die DNS des Konstrukteurs auflöst. Anschließend setzt sich die DNS neu zusammen. Sich ständig teilende Zellen sind zu sehen. Welche Bedeutung hat diese Szene? Hat sich der Konstrukteur geopfert, um das Leben auf der Erde - oder zumindest den Menschen - zu erschaffen? Das jedenfalls vermuten Shaw und Weyland. Und diese Vermutung ist der Aufhänger für eine quasi-religiöse Thematik, die in diesem Film meiner bescheidenen Meinung nach nicht angemessen behandelt wird und ohnehin nicht gebraucht worden wäre. Das gilt auch noch für weitere Handlungsbestandteile. Weyland hatte die ganze Heimlichtuerei nicht nötig und hätte keine Wissenschaftler mitnehmen müssen. Es ging ihm ja nur darum, mit einem Konstrukteur zu reden, um die Unsterblichkeit zu erlangen. Wozu also das Drumherum? Was haben die Wissenschaftler denn für Weyland geleistet? Sie stellen sich unglaublich dämlich / unwissenschaftlich an, benehmen sich wie die Axt im Walde und stören den Ablauf der Expedition. Ganz abgesehen davon, dass sie völlig eindimensional bleiben und den Zuschauer dennoch nerven - mir ist es jedenfalls so ergangen. Im Grunde erledigt David alles, was für Weylands Absichten nötig ist. Außer David wird nur noch die dreiköpfige Raumschiffsbesatzung benötigt. Und dem Captain ist es ja egal, warum überhaupt nach LV-223 geflogen wird. Somit hätte Vickers als Stand-In für Weyland ebenfalls weggelassen werden können. Fast noch überflüssiger finde ich Shaws Hintergrundgeschichte mit Verlust der Eltern, ihrer Unfruchtbarkeit und so weiter. Ständig stellen die "Wissenschaftler" irgendwelche wilden, unbewiesenen Theorien auf, von denen sie sich dann leiten lassen. Auch die Selbstmordaktion von Captain Janek gehört dazu. Shaw glaubt, dass der Konstrukteur zur Erde fliegen wird, um die Menschheit zu vernichten. Warum sollte er das tun? Vielleicht wollten seine Kollegen 2000 Jahre zuvor nur zur Erde zurückkehren, um dort wie Götter unter den von ihnen erschaffenen Menschen leben zu können? Und vielleicht will der letzte Konstrukteur ja jetzt gar nicht zur Erde fliegen, sondern nach Hause?

"Prometheus" ist zweifellos ein Fest für die Augen. Alles wirkt absolut echt, die Prometheus sieht richtig klasse aus, die Kreaturen sind angemessen eklig, es wurde - auch bei den Bauwerken - wieder auf Entwürfe H.R. Gigers zurückgegriffen. Die Spezialeffekte sind exzellent, da kann ich wirklich nicht meckern. Aber Eye-Candy allein reicht nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn es zu viele störende Elemente wie die o.g. überflüssigen Handlungsbestandteile, die holprige Handlung und die schiere Dämlichkeit der Protagonisten gibt. In meinem Fall kommt noch hinzu, dass ich die von Noomi Rapace und Logan Marshall-Green verkörperten Figuren einfach unsympathisch finde. Holloway ist als "Wissenschaftler" vollkommen unglaubwürdig. Er wirkt eher wie ein Funsportler, der auf LV-223 eine sportliche Herausforderung sucht. Meiner Meinung nach funktioniert die Beziehung Shaw-Holloway überhaupt nicht, und ich frage mich, wie diese beiden lächerlichen Figuren es geschafft haben, den Multimilliardär Weyland für ihre Ideen zu begeistern. Der gute Mann muss angesichts des nahenden Todes ganz schön verzweifelt gewesen sein, dass er sich auf die Sache eingelassen hat... Charlize Theron hat kaum mehr zu tun als fies aus der Wäsche zu gucken. Idris Elba sammelt als cool-knurriger Captain ein paar Sympathiepunkte, aber der ganze Rest? Den kann man abhaken. Einziger Lichtblick: Michael Fassbender in der Rolle des Androiden David. Hinter seiner Höflichkeit und seinem aufgesetzten Lächeln verbirgt sich ein Rätsel. Handelt er nur getreu seiner Programmierung? Hat er wirklich keine Gefühle und keine Seele? Fassbender bringt die Ambivalenz dieser Figur wunderbar zum Ausdruck.

Dem Vergleich mit "Alien" hält "Prometheus" meiner Meinung nach nicht ansatzweise stand. Er ist nicht halb so spannend, die Kreaturen sind nicht annähernd so furchteinflößend. Für sich betrachtet ist "Prometheus" aufgrund der exzellenten Tricktechnik aber durchaus sehenswert. Leider kann ich die genannten Schwächen nicht ignorieren.

Blu-ray-Features

Die Laufzeit der 14 entfallenen Szenen (mit optionalem Audiokommentar) täuscht, denn teilweise wurde nur der Ablauf der Szenen leicht verändert oder ergänzt, und man sieht somit größtenteils das, was auch den Weg in den fertigen Film gefunden hat. Es gibt aber doch ein paar ganz interessante Abweichungen. So war offenbar urprünglich vorgesehen, dass der mutierte Fifield dem bekannten Alien-Design sehr ähneln sollte. Er bewegt sich in der nicht verwendeten Szene auch sehr ähnlich wie das Alien. Der letzte Konstrukteur greift Shaw im Showdown erst an, als die mit einer Axt auf ihn losgeht. Außerdem spricht der letzte Konstrukteur mit David. Er fragt nicht nur, warum die Menschen nach LV-223 gekommen sind und warum Weyland ewig leben will, sondern gibt auch eine Auskunft. Er nennt den Namen des Ortes, von dem er kommt. Der Name kommt David zufolge in vielen irdischen Sprachen vor und bedeutet soviel wie "Paradies"...

Hinter dem Menüpunkt "Die Peter-Weyland-Akten" verbergen sich vier Filme, die Bestandteil der viralen Werbekampagne für den Film waren. "Nachricht von Elizabeth Shaw" ist eine Videonachricht von Shaw, in der sie Weyland für das Prometheus-Projekt zu gewinnen versucht. "Happy Birthday, David" ist quasi ein Werbeclip für Androiden vom David-Typ - Fassbender spielt hier wieder absolut genial! "Übertragung der Prometheus an LV-223" enthält eine Zusammenstellung von Bildern der Crew beim Training, der Erdoberfläche, verschiedener Kunstwerke usw., dazu ist Musik zu hören. Mit dieser Botschaft sollten wohl die Konstrukteure auf die Leistungen der Menschheit aufmerksam gemacht werden. "TED-Konferenz, 2023" zeigt einen jungen Peter Weyland, der in einem gigantischen Amphitheater zu einer begeisterten Menge spricht. Er propagiert eine Wissenschaft ohne Grenzen und ohne Moral - offenbar war der gute Mann schon in jungen Jahren größenwahnsinnig. Einen Blick sind auch die Texte wert, die man zu jedem dieser Filme lesen kann. Darin werden nämlich nicht nur Parallelen zum ersten "Alien"-Film hergestellt (ein Funksignal wurde aufgefangen, aber es stammt nicht von LV-223, sondern vom zweiten Mond desselben Planten: LV-426), sondern auch zu Blade Runner, dem zweiten Meisterwerk Ridley Scotts. In einem Text wird angedeutet, dass Dr. Eldon Tyrell, der Schöpfer der vom Blade Runner gejagten Replikanten, Weylands Mentor war. Zeitlich käme das hin, denn "Blade Runner" spielt ja im Jahre 2019. Somit müsste ich auch "Blade Runner" in obige Handlungs-Timeline einbeziehen!


J. Kreis, 25.12.2013




Gastkommentare


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Dirk Wolf (31.12.2013):

Ja, da habe ich doch Lust, auch wieder einen - nur verstärkenden - Kommentar abzugeben. Du hast ja schon alles gesagt. Doch, da ich ja mal in grauer Vorzeit auch einmal was Naturwissenschaftliches studiert habe:
diese "Vollhonks" die da im Film wie die Irren jede Vorsicht und jede angemessene Verfahrensweise haben vermissen lassen.... meine Güte, habe ich mich über die geärgert. Selbst ein Pavian würde subtiler vorgehen. Wenn das das Wissenschaftsbild der Allgemeinheit ist, weiß ich, warum die Leute immer mehr esoterischischem Schnickschnack hinterherlaufen.

Wünsche gute Fahrt ins neue Jahr :-)



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