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Die Braut des Prinzen Die Braut des Prinzen (USA, 1987)
- The Princess Bride -

DVD - Regionalcode 2, Concorde Home Entertainment
FSK: 6
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Rob Reiner

Hauptdarsteller:
Cary Elwes (Westley)
Robin Wright Penn (Buttercup)
Mandy Patinkin (Inigo Montoya)
Chris Sarandon (Prinz Humperdinck)
Peter Falk (Großvater)




Inhalt:

Ein kleiner Junge liegt krank im Bett. Sein Großvater liest ihm eine märchenhafte Geschichte vor. Sie handelt von dem Stalljungen Westley und der schönen Buttercup aus dem Königreich Florin, die wahre Liebe füreinander empfinden. Da Westley nicht genug Geld für die Hochzeit hat, muss er sich auf eine Schiffsreise begeben - von der er nicht zurückkehrt. Angeblich, so erfährt Buttercup wenig später, wurde Westleys Schiff vom grausamen Piraten Roberts gekapert, der dafür bekannt ist, dass er keine Gefangenen am Leben lässt. Fünf Jahre später erwählt Prinz Humperdinck nach altem Floriner Recht ausgerechnet Buttercup zu seiner Braut. Allerdings macht er das nicht aus Liebe, sondern nur in der Annahme, dass etwas von der Zuneigung, die das Volk für Buttercup empfindet, auch auf ihn abfärbt. Tatsächlich will er sie ermorden lassen und beauftragt den Banditen Vizzini mit ihrer Entführung. Auf diese Weise soll gleichzeitig ein Krieg mit dem Nachbarland angezettelt werden.

Vizzini wird jedoch nach vollbrachter Tat von einem maskierten Unbekannten verfolgt, der sich als Piratenkapitän Roberts ausgibt. Der Unbekannte besiegt zwei Begleiter Vizzinis: Den Schwertkämpfer Montoya und den Riesen Fezzik. Er verschont jedoch das Leben der beiden. Nicht so nachsichtig geht er mit Vizzini um. Schnell begreift Buttercup, dass der Unbekannte niemand anderer ist als Westley. Er hat die Nachfolge des Piraten Roberts angetreten, dessen blutrünstiger Ruf nur Tarnung ist. Gemeinsam fliehen Buttercup und Westley vor Prinz Humperdinck und überleben sogar die Feuersümpfe, in denen ihnen RVAGs (Ratten von außergewönlicher Größe) nachstellen, werden letztlich aber doch in die Enge getrieben. Buttercup willigt ein, Humperdincks Frau zu werden, damit dieser Westley verschont. Der hinterhältige Prinz gibt Westley jedoch in die Hände des Grafen Rugen. Der saugt ihm (aus rein wissenschaftlichem Interesse) mit einer teuflischen Maschine in der Grube der Verzweiflung allmählich das Leben aus dem Leib.

Buttercup besinnt sich inzwischen eines Besseren und weist den Prinzen erneut zurück. Der schlägt einen Handel vor: Sollte Westley nicht rechtzeitig zur Hochzeit erscheinen, möge Buttercup den Prinzen als alternativen Gatten betrachten. Natürlich stellt er sicher, dass Westley nicht dazwischenfunken kann. Er stellt Rugens Maschine auf die höchste Stufe. Das scheint Westleys Tod zu sein. Montoya und Fezzik hören Westleys Schreie und eilen ihm zu Hilfe. Montoya, der sowieso von Westleys Ehrenhaftigkeit beeindruckt ist, braucht den gewitzten jungen Mann, um seine Rachepläne zu verwirklichen. Denn Graf Rugen ist der Mann, der Montoyas Vater getötet hat, und den er schon seit Jahrzehnten sucht. Montoya und Fezzik bringen Westley zu einem Wundermacher, der ihnen eine Wiederbelebungspille gibt. Die bringt Westley zwar wieder zu Bewusstsein, aber nicht auf die Beine - Westleys Körper hat keine Kraft und muss sich erst allmählich regenerieren.

Dennoch greifen die drei Gefährten Humperdincks Burg an, in der die Hochzeitszeremonie schon gelaufen ist. Allerdings hat niemand daran gedacht, Buttercup die obligatorische Frage zu stellen, auf die sie mit "Ja" hätte antworten müssen - also ist die Ehe nach Westleys Meinung ungültig. Während Montoya sich endlich an Graf Rugen rächt, bringt Westley den Prinzen durch einen Bluff dazu, sich zu ergeben. Buttercup wird befreit, Montoya tritt Westleys Nachfolge als angeblicher Pirat an, und wenn sie nicht gestorben sind...

Der Film:

Die Braut des Prinzen ist ein schöner, farbenprächtiger, spannender und romantischer Fantasy- oder vielmehr Märchenfilm. Er ist aber auch gleichzeitig eine Parodie dieses Genres. Das fängt schon damit an, dass die Handlung immer wieder unterbrochen wird. Mal findet der kleine Junge, dem die Geschichte erzählt wird, Opa solle lieber die "Knutsch-Szenen" weglassen, dann kann er nicht glauben, dass Buttercup den fiesen Prinzen wirklich heiratet und so weiter. In solchen Momenten wechselt die Szenerie und man findet sich im Zimmer des Jungen wieder. Wenn Opa zurückblättert, um den Faden wiederzufinden, setzt auch die Filmhandlung an dieser Stelle wieder ein. Der Film enthält alle Elemente, die das Genre erfordert, aber die werden wiederum so übertrieben und augenzwinkernd verwendet, dass man sie nicht ernst nehmen kann.

Irgendwie ist dieser Film in den Achtzigern komplett an mir vorbeigegangen. Vielleicht war er ja wegen der immer wieder durchschimmernden Selbstironie und der ungewöhnlichen Erzählweise nicht so erfolgreich wie andere Fantasy-Filme aus dieser Zeit? Anders als andere Rezensenten hatte ich aber nicht den Eindruck, einen Film für Kinder gesehen zu haben (auch wenn er frei ab 6 ist). Dazu ist er an einigen Stellen doch etwas zu grausam.

Ein wenig störend fällt der oft allzu offensichtliche Wechsel von Studiokulissen zu echten Umgebungen auf. Letztere entschädigen dafür aber durchaus: Wunderbare Landschaftsaufnahmen, stimmungsvolle Innenräume in Schlössern (okay, letztere werden wahrscheinlich auch im Studio entstanden sein...). Das einzige wirklich schlechte Element ist meiner Meinung nach die Musik. Anstelle von Synthesizern hätte man doch lieber ein Orchester spielen lassen sollen.

Die DVD:

Ich habe oben bei Extras "keine" geschrieben, denn ich weigere mich, Werbung für drei andere Filme als Bonusmaterial zu bezeichnen...

J. Kreis, 18.09.2006
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