Prince of Persia: Der Sand der Zeit


Prince of Persia: Der Sand der Zeit (USA, 2010)
- Prince of Persia: The Sands of Time -

Blu-ray, Disney
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 116 Minuten

Extras:
- Der Sand der Zeit
- Zusätzliche Szene - Das Bankett

Regie:
Mike Newell

Hauptdarsteller:
Jake Gyllenhaal (Prinz Dastan)
Gemma Arterton (Prinzessin Tamina)
Richard Coyle (Prinz Tus)
Toby Kebbell (Prinz Garsiv)
Ben Kingsley (Nizam)
Ronald Pickup (König Sharaman)
Alfred Molina (Scheich Amar)
Steve Toussaint (Seso)




Story

Unter der Herrschaft des weisen Königs Sharaman ereicht das Perserreich seine größte Ausdehnung. Es erstreckt sich von den Grenzen Chinas bis nach Afrika. Seinem Bruder Nizam vertraut der König bedingungslos, seit Nizam ihm als Kind das Leben gerettet hat. Sharaman hat zwei Söhne: Den Thronfolger Tus und dessen jüngeren Bruder Garsiv. Eines Tages beobachtet der König, wie der Straßenjunge Dastan außergewöhnliche Tapferkeit und Opferbereitschaft zeigt. Daraufhin nimmt er das Waisenkind als dritten Sohn in die Familie auf. Der Zusammenhalt der Familie, so predigt Sharaman seinen Söhnen, ist das Schwert, das Persien vor allen Feinden schützt.

Fünfzehn Jahre später führen die drei persischen Prinzen einen Feldzug an. Obwohl es dem Befehl ihres Vaters widerspricht, befiehlt Tus die Eroberung der heiligen Stadt Alamut, denn Nizams Spionen zufolge versorgt Alamut die Feinde Persiens mit hochwertigen Waffen. Dastan ist gegen den Angriff, beugt sich aber dem Entschluss seines Bruders. Als Dastan erkennt, dass die Belagerung des Haupttores zu großen Verlusten führen würde, dringt er mit einem kleinen Stoßtrupp durch das nur schwach gesicherte Osttor ein und öffnet dieses für das persische Heer. So kann Alamut schnell eingenommen werden. Dastan besiegt einen Gegner, dem er einen wertvollen Dolch mit Kristallgriff abnimmt. Er ahnt nicht, dass der Mann den Dolch im Auftrag von Prinzessin Tamina vor den Eroberern in Sicherheit bringen sollte. Die Waffe ist der wertvollste Schatz Alamuts und wird seit Jahrhunderten von Taminas Familie bewacht. Beeindruckt von Taminas Schönheit schlägt Tus der Prinzessin ein Bündnis vor, das durch seine Heirat mit ihr besiegelt werden soll. Die Prinzessin zieht den Tod vor, überlegt es sich jedoch anders, als sie sieht, dass Dastan den Dolch bei sich hat. Sharaman eilt nach Alamut, um seine Söhne zu tadeln, denn die Verbündeten Persiens sind nicht erfreut über die Schändung der heiligen Stätte. Trotzdem wird eine Siegesfeier veranstaltet, bei der die Prinzen ihrem Vater Geschenke überreichen. Dastan hat es versäumt, eine Gabe zu besorgen, doch Tus hilft ihm mit einem wertvollen Gebetsmantel aus. Kurz nachdem der König den Mantel angelegt hat, stirbt er qualvoll - der Mantel ist vergiftet, Sharaman verbrennt bei lebendigem Leib. Als vermeintlicher Königsmörder muss Dastan aus Alamut fliehen. Tamina hilft ihm, aber nicht um seinetwillen; es geht ihr nur um den Dolch.

Was es mit der Waffe auf sich hat, erkennt Dastan, als Tamina ihn angreift. Drückt man auf den Edelstein am Knauf, dann wird die Zeit um wenige Minuten zurückgedreht. Nur der Träger des Dolches weiß, was geschehen ist und kann den Ablauf der Geschehnisse verändern. Dabei wird der im Kristallgriff des Dolches befindliche Sand verbraucht. Dastan nimmt nun an, dass Tus seinen Vater ermordet hat, um selbst König zu werden, und dass er Alamut nur wegen des Dolches angegriffen hat. Um das zu beweisen, will Dastan zum Begräbnis Sharamans nach Avrat reisen, um mit Nizam über die Sache zu sprechen. Er hat zwar den gesamten Sand aufgebraucht, geht jedoch zu Recht davon aus, dass Tamina noch einen kleinen Vorrat besitzt. Unterwegs nach Nizam wird er von Tamina ausgetrickst und fällt Scheich Amar in die Hände. Dastan dreht den Spieß um und verkauft Tamina als Sklavin an den zwielichtigen Händler, doch inzwischen hat Tus ein exorbitantes Kopfgeld auf Dastan ausgesetzt, das sich Amar nicht entgehen lassen kann. Amars Leibwächter Seso nimmt den Dolch an sich. Dastan sabotiert Amars Straußenrennbahn, schnappt sich im entstehenden Durcheinander den Dolch und entkommt mit Tamina. In Avrat trifft er sich mit Nizam, doch etwas stimmt nicht. Nizam hat verbrannte Hände (tatsächlich hat er Tus den Gebetsmantel gegeben und sich dabei die Hände verbrannt) und versucht Dastan dazu zu bringen, ihm den Dolch auszuhändigen. Damit ist klar, dass nicht Tus, sondern Nizam hinter allem steckt. Dass Nizam den Dolch nicht erhält, ist Tamina zu verdanken, die Dastan die Waffe unbemerkt abgenommen und sich abgesetzt hat. Dastan hängt Nizams Schergen ab und spürt Tamina in der Wüste auf.

Nizam fordert Dastans Tod, doch Tus spricht sich dagegen aus. Er will seinem Bruder eine öffentliche Gerichtsverhandlung ermöglichen. Das kann Nizam nicht zulassen. Er setzt die Hassansinen auf den Prinzen an, ehemalige Gefolgsleute des Königs, die wegen ihrer Nutzung dunkler Kräfte verstoßen wurden und von denen Nizam erfahren hat, was es mit dem Dolch wirklich auf sich hat. Während sie einen von den Hassansinen heraufbeschworenen Sandsturm abwarten, kommen sich Dastan und Tamina näher. Jetzt endlich schenkt die Prinzessin ihrem Begleiter reinen Wein ein und erzählt ihm die Geschichte des Dolches. Dieser ist ein Geschenk der Götter an die Menschheit, die vor langer Zeit aufgrund ihrer Schlechtigkeit durch einen Sandsturm hätte ausgelöscht werden sollen. Ein Mädchen (Taminas Vorfahrin) hatte sich selbst als Opfer angeboten und die Götter dadurch besänftigt. Der Sand des Sturmes wurde in einen gewaltigen Kristall tief unter Alamut eingeschlossen. Nur mit dem Dolch kann man diese "Sanduhr" anzapfen und den Sand der Zeit für wenige Minuten nutzen. Würde man den Dolch in die Sanduhr stechen und den Edelstein am Knauf gedrückt halten, dann würde der Sand der Zeit endlos hineinfließen, so dass man auch Jahre überbrücken könnte. Es ist Nizams Ziel, zu dem Zeitpunkt zurückzureisen, an dem er Sharamans Leben gerettet hat, um genau das ungeschehen zu machen. Dann wäre er selbst König und Sharamans Söhne wären nie geboren worden. Doch Nizam weiß nicht alles. Tamina behauptet, Nizam würde mit seiner geplanten Tat den vernichtenden Sandsturm neu entfesseln, was zum Ende der Menschheit führen würde. Deshalb muss der Dolch zu einem Tempel im Hindukusch gebracht und den Göttern zurückgegeben werden. Das wäre allerdings gleichbedeutend mit Taminas Tod.

Dastan ist bereit, Tamina zu dem Tempel zu begleiten. Die Zeit drängt, denn Nizams Leute sind schon dabei, den Zugang zur Sanduhr freizulegen. Unerwartete Hilfe erhalten Dastan und Tamina von Amar und seinen Leuten, die ihnen gefolgt sind und sie gefangen nehmen, in der Nacht aber von den Hassansinen angegriffen werden. Dastan nutzt den Dolch, um Amar und die meisten seiner Leute zu retten, so dass sie in seiner Schuld stehen. Kaum ist die Gruppe beim Tempel angekommen, da schlägt Garsiv mit einer kleinen Streitmacht zu. Es gelingt Dastan, den Bruder von seiner Unschuld zu überzeugen. Die Hassansinen greifen an. Garsiv wird getötet, der Dolch geht verloren und wird nach Alamut gebracht. Seso opfert sich, um den Dolch zurückzugewinnen. Dastan tritt Tus gegenüber, erklärt ihm alles und ersticht sich selbst. Tus aktiviert den Dolch, erkennt somit, dass Dastan die Wahrheit gesagt hat, und rettet ihn. Nizam kommt hinzu, tötet Tus und nimmt den Dolch an sich. Mit Taminas Hilfe kann Dastan einmal mehr entkommen. Die Prinzessin kennt einen Geheimgang, durch den sie und Dastan die Sanduhr kurz vor Nazim erreichen, der einen anderen Weg nimmt. Sie verlieren Zeit, da sie zunächst den letzten Hassansinen besiegen müssen. Nazim stößt den Dolch in die Sanduhr. Der Sand beginnt hineinzuströmen, prompt bricht draußen der Sandsturm los. Um die Katastrophe noch verhindern zu können, muss Dastan zulassen, dass Tamina in den Abgrund stürzt. Dastan packt den Dolch und öffnet den Verschluss. So schießt der Sand in die Höhle, wodurch der Sandsturm gestoppt wird. Dastan gelangt in die Vergangenheit. Es ist der Tag der Eroberung Alamuts. Dastan klagt Nizam öffentlich an. Durch sein Wissen gelingt es ihm, Tus von der Wahrheit seiner Behauptungen zu überzeugen. Nizam diskreditiert sich selbst, indem er versucht, Dastan hinterrücks zu ermorden. Tus tötet den Verräter.

Auf diese Weise wurden Dastans Abenteuer praktisch ungeschehen gemacht - so auch Taminas Liebe zu ihm. Tus entschuldigt sich bei der Prinzessin für den auf eine Lüge gegründeten Angriff. Zur Sicherstellung des Friedens sollen Dastan und Tamina heiraten. Die Prinzessin willigt ein, als Dastan ihr den Dolch als Hochzeitsgeschenk überreicht. Zu ihrer Verwunderung scheint der Prinz von Persien ziemlich gut über das Geheimnis des Dolches im Bilde zu sein...


Kringels Meinung

Ach du meine Güte, was für eine lange Handlungszusammenfassung - und welch kurzer Kommentar im Vergleich mit dieser Textwüste! Der Grund für beides ist schnell erklärt. Die Zusammenfassung ist nämlich nicht etwa so lang geworden, weil die Story viel Tiefgang hätte, komplex wäre oder weil der Film vier Stunden lang laufen würde. Nein, es liegt daran, dass die Handlung einfach nur verworren, zu weiten Teilen aber eher irrelevant ist. Ebensogut hätte ich es mir zum Beispiel sparen können, genau zu beschreiben, wer den Dolch wann besitzt, verliert, wiedergewinnt, wieder verliert und so weiter! Letzten Endes ist das ganze Hin und Her rund um den Dolch nur ein grober Rahmen, der die Actionszenen mehr schlecht als recht zusammenhält. "Prince of Persia" ist ja die Verfilmung eines gleichnamigen Videospiels. Ich kenne das Spiel nicht, aber vielleicht durchläuft man dabei ja ein isoliertes Level nach dem anderen? Der episodenhafte Aufbau des Films, bei dem kein durchgehender Spannungsaufbau entsteht, würde das dann ganz gut wiedergeben.

Auf die Laufzeit von knapp zwei Stunden kommt der Film durch die vielen Szenen, in denen Dastan wie ein Parkoursportler über die Dächer springt, an Wänden hochläuft und so weiter - plus einige Schwertkämpfe. Diese Szenen sind toll choreographiert und schön dynamisch, sie hätten nur nicht x-fach wiederholt werden müssen. Auch hier zeigt sich eine Parallele zu den Spielen. Soweit ich weiß, muss man dort ziemlich viel springen und klettern. Nur macht man das selbst, muss also die eigene Geschicklichkeit und Reaktionsschnelligkeit einsetzen, so dass keine Langeweile aufkommen kann. Beim Film guckt man lediglich zu. Das kann auf die Dauer etwas öde werden.

Der Film hat aber zwei große Pluspunkte, nämlich wahrhaft spektakuläre Schauwerte und gut aufgelegte Hauptdarsteller. "Prince of Persia" ist ein farbenprächtiges Orient-Fantasy-Abenteuer mit tollen Stadtpanoramen, wundervollen Kostümen und herrlichen Drehorten (Marokko). Die Zeitreise-Effekte sind gut gelungen, die großen Kampfszenen sind beeindruckend und die Hassansinen sehen schön bedrohlich aus. Jake Gyllenhaal schlägt sich bei alldem sehr tapfer, ist von Anfang an sympathisch und punktet mit einer guten Portion Selbstironie. Gemma Arterton sieht nicht nur gut aus; mit ihrer schnippisch-aristokratischen Art bietet Tamina Prinz Dasten immer wieder Paroli. Dass Ben Kingsley der wahre Bösewicht sein würde, ist etwas zu offensichtlich, aber er füllt diese Rolle prima aus. Und Alfred Molina rockt als zwielichtiger "Geschäftsmann" mit gutem Herzen. Somit ist "Prince of Persia" insgesamt gesehen als buntes Actionspektakel ganz in Ordnung, mehr aber auch nicht.


Blu-ray-Features

Die zusätzliche Szene zeigt ein paar mehr Details bei jenem Bankett, das König Sharaman zum Verhängnis wird, und ist nicht besonders interessant. Aktiviert man den Menüpunkt "Der Sand der Zeit", so erscheint während des Films ein Dolch. Dann kann man insgesamt 20 kurze Making-of-Clips aktivieren. Aber keine Sorge, ihr müsst euch den Film nicht ein zweites Mal anschauen, um die Clips sehen zu können. Sie sind einzeln im Pop-up-Menü auswählbar. Sie haben eine Gesamtlaufzeit von mindestens 70 Minuten und zusammengenommen bieten sie durchaus sehenswerte Einblicke in den Produktionsprozess. So erfährt man, dass die Handlung 500 Jahre vor Christi Geburt spielt, die Drehorte und der Aufbau der gewaltigen Kulissen werden näher in Augenschein genommen, die Entstehung der CGI-Effekte wird gezeigt und man kann genauere Blicke auf die phantastischen Kostüme/Requisiten werfen. Außerdem werden die unterschiedlichen Kampfstile der einzelnen Hassansinen erläutert und es wird gezeigt, dass Gyllenhaal fleißig trainiert und viele Stunts selbst absolviert hat. David Belle, der als Begründer der Parkour-Sportart gilt, hat an der Entstehung der entsprechenden Szenen mitgewirkt.


J. Kreis, 15.04.2015




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