Predators


Predators (USA, 2010)

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 107 Minuten

Extras:
- Audiokommentar von Robert Rodriguez und Nimrod Antal
- Prequel-Comics (10:56 Min.)
- Die Rückkehr der Predatoren (40:12 Min.)
- Die Auserwählten (4:52 Min.)
- Entstehung einer Szene (7:06 Min.)
- Entfallene und erweiterte Szenen (11:21 Min.)

Regie:
Nimrod Antal

Hauptdarsteller:
Adrien Brody (Royce)
Alice Braga (Isabelle)
Topher Grace (Edwin)
Laurence Fishburne (Noland)
Oleg Taktarov (Nikolai)
Walton Goggins (Stans)
Louis Ozawa Changchien (Hanzo)
Danny Trejo (Cuchillo)
Mahershalalhashbaz Ali (Mombasa)




Story

Der Söldner Royce fällt bewusstlos vom Himmel. Er kommt gerade noch rechtzeitig zu sich, um den Fallschirm zu öffnen. Er stürzt in einen endlosen Dschungel, wo er wenig später weitere Menschen trifft, die sich ebenso wenig wie er daran erinnern können, wie und warum sie in diese Situation gekommen sind: Den mexikanischen Auftragskiller Cuchillo, den russischen SpezNas-Kämpfer Nikolai, die Scharfschützin Isabelle, den Rebellensoldaten Mombasa, den Schwerverbrecher Stans, den Yakuza Hanzo und den Arzt Edwin. Die meisten waren mitten in einem Kampf, als ihre Erinnerung aussetzte, und sind deshalb schwer bewaffnet. Ihnen wird schnell klar, dass sie sich nicht mehr auf dem Planeten Erde befinden, und dass sie nicht die ersten Menschen sind, die hier ausgesetzt wurden. Als die Gruppe von bizarren Kreaturen zersprengt wird, die schwer zu töten sind und sich erst zurückziehen, als ein schriller Ton erklingt, begreift Royce, was hier los ist: Der fremde Planet ist das Jagdrevier von Unbekannten, und die Menschen - besonders gefährliche Vertreter ihrer Spezies, denn die Jagd soll ja Spaß machen - sind das "Wild". Die Gruppe wurde soeben von "Jagdhunden" aufgescheucht, die jetzt vom Jäger zurückgepfiffen wurden. Cuchillo ist das erste Opfer der Unbekannten. Seine Leiche ist der "Speck" in einer Falle, in die Royce aber nicht hineintappt.

Royce dreht den Spieß um. Er folgt den Spuren der "Jagdhunde" und stoßt auf das Camp der Unbekannten. Bizarre Totempfähle erheben sich dort, überall liegen Knochen, gehäutete Kadaver und andere Überreste unterschiedlichster Lebewesen herum; offensichtlich Trophäen, die von den Jägern über einen Zeitraum von Jahrhunderten hinweg gesammelt wurden. Ein noch lebendiger Außerirdischer hängt wie ein Gekreuzigter an einem Totempfahl. Royce nutzt seine Gefährten als Köder, um die Jäger anzulocken. Tatsächlich zeigen sich drei Kreaturen, die dem Gekreuzigten ähneln, aber größer sind als dieser. Einer von ihnen tötet Mombasa. Die Überlebenden fliehen. Isabelle macht Royce Vorwürfe, doch der hat bemerkt, dass sie den Gekreuzigten wiedererkannt hat und kann den Ärger der anderen somit von sich ablenken. Tatsächlich kennt Isabelle nur den detailreichen Bericht des einzigen Überlebenden einer Eliteeinheit, die im Jahre 1987 von solch einem Wesen angegriffen worden ist. Royce glaubt, dass es möglich sein müsste, die Jäger in einen Hinterhalt zu locken. Zu diesem Zweck muss die Gruppe weiter zusammenhalten. Mit Edwin als Lockvogel gelingt es den Menschen, einen Unbekannten zu töten - es ist aber kein Jäger, sondern ein anderer Außerirdischer, der genau wie die Menschen als Jagdwild dienen sollte.

Kurz danach wird die Gruppe von einem Fremden überrumpelt, der dieselbe Ausrüstung trägt wie die Jäger. Es ist jedoch ein Mensch namens Noland, der schon seit vielen Jahren auf dem Planeten lebt. Er nutzt das labyrinthische Innere einer riesigen alten Tunnelbohrmaschine als Versteck und sammelt nach dem Ende jeder Jagdsaison ein, was von den Opfern bzw. ihrer Ausrüstung übrig geblieben ist. Aufgrund seiner Erfahrung konnte er selbst schon zwei oder drei Jäger besiegen. Noland führt die Gruppe in das Versteck. Nach seinen Erkenntnissen kommen die Jäger immer in Dreiergruppen. Sie veranstalten die Jagd nicht nur zum Vergnügen, sondern auch um zu lernen. Sie werden somit von Saison zu Saison zu immer besseren Killern. Es gibt zwei Unterarten dieser Kreaturen, und anscheinend tragen diese eine alte Fehde aus. Royce wird hellhörig, als Noland erklärt, dass die Jäger stets mit einem Raumschiff kommen, das jetzt in der Nähe des Camps steht. Damit will Royce von dem Planeten fliehen, der Gekreuzigte soll ihm dabei helfen. Noland hat den anderen allerdings nicht aus Menschenfreundlichkeit geholfen. Er will sie ermorden und sich ihre Waffen unter den Nagel reißen. Royce richtet es so ein, dass die Jäger auf das Versteck aufmerksam werden. Prompt kommen sie herbei, töten Noland und jagen die anderen. Dabei verliert Nikolai sein Leben, kann aber eine Mine zünden und einen Jäger mit in den Tod reißen. Ein anderer Jäger wird von Stans verwundet und reißt ihm die Wirbelsäule heraus. Hanzo stellt sich dem Jäger und besiegt ihn, wird aber selbst tödlich getroffen.

Unterwegs zum Jagdcamp tritt Edwin in eine Falle und kann nur noch humpeln. Royce lässt ihn zurück. Isabelle will den Verletzten nicht verlassen. Beide werden vom letzten Jäger geschnappt und in eine Fallgrube geworfen. Royce befreit derweil den Gekreuzigten. Dieser aktiviert das Raumschiff, muss sich dann aber dem letzten Jäger stellen und wird enthauptet. Das Raumschiff startet und wird vom letzten Jäger abgeschossen. Edwin gesteht, dass es für seine Anwesenheit einen guten Grund gibt: Er ist ein Mörder und fühlt sich als Monster unter Monstern auf dem Jagdplaneten ganz wohl. Er lähmt Isabelle mit einem Nervengift und will sie töten. Da schreitet Royce ein; er hat das Raumschiff gar nicht betreten. Royce lässt sich von Edwin nicht täuschen. Er sticht ihn nieder, tötet ihn aber nicht, sondern verkabelt ihn mit Handgranaten. Der Jäger schluckt den Köder und wird verwundet. Royce nutzt die Erkenntnisse aus dem von Isabelle zitierten Bericht, um den Jäger zu verwirren. Trotzdem droht er zu unterliegen, aber Isabelle kann sich wieder bewegen und einen Schuss auf den Jäger abfeuern. Danach kann Royce dem Wesen den Todesstoß versetzen. Am nächsten Morgen sehen Royce und Isabelle neue Fallschirme am Himmel...

Kringels Meinung

"Predators" ist kein Reboot der Predator-Filme, sondern eine Art Fortsetzung. Das heißt: Die Geschehnisse des ersten und zweiten Teils werden zwar nicht weitergeführt, aber es wird darauf Bezug genommen und der Film spielt eindeutig im selben Universum wie Predator und Predator 2. Schließlich zitiert Isabelle einen Bericht Dutch Schaefers, der die Geschehnisse des ersten Films wiedergibt. Das "Predator"-Universum wird in sich schlüssig weiter ausgearbeitet. War das Revier des Jägers im ersten Film noch auf den südamerikanischen Urwald begrenzt, so wurde es im zweiten in einen Dschungel anderer Art verlegt, nämlich in eine moderne Großstadt. Im ersten Film wird fast gar nichts über den Jäger verraten. Im zweiten erfahren wir, dass das Wesen kein Einzelgänger war, sondern zu einer Gruppe gehört, die wohl schon seit Jahrhunderten auf der Erde zugange ist, einem bestimmten Ehrenkodex folgt und trotz entsprechender Bemühungen von den Menschen nicht unbemerkt geblieben ist.

Im dritten Film - ich bezeichne "Predators" mal so, d.h. ich lasse Alien vs. Predator und dessen Fortsetzung außer Betracht - kommen die nächsten logischen Schritte. Ein Jagdrevier auf fremdem Terrain (also auf der Erde) mag ja gut und schön sein, aber viel spaßiger ist es doch, eine eigene Umgebung dafür zu haben, in der man die Rahmenbedinungen selbst festlegen kann und in dem man garantiert kein Aufsehen erregt (das wollen die Jäger ja vermeiden), selbst dann nicht, wenn man das Spiel weiter würzt, indem man Jagdwild von verschiedenen Planeten zusammenbringt. Außerdem erfahren wir, dass die Jagd durchaus einen praktischen Zweck hat und nicht nur dem Vergnügen dient. Die Jäger wollen sich verbessern, die Jagd ist ihre Art der Evolution. Und so ist es kein Wunder, dass sie sich auch körperlich weiterentwickeln. Die drei Jäger sind größer als der Standard-Predator, zumindest einer von ihnen hat außerdem ein anderes "Gesicht", das womöglich noch furchteinflößender aussieht als die bekannte Fratze. Tja, und wer sich nicht weiterentwickelt, der wird eben selbst zum Opfer wie der "Gekreuzigte". Der ist nämlich ein Standard-Predator.

Die Action kann sich sehen lassen, denn es wird viel gekämpft und geballert, mit blutigen Toden wird nicht gegeizt. Das Design der neuen Jäger ist super gelungen (das der "Hunde" allerdings weniger), CGI wurde nur sehr sparsam eingesetzt und es wurde viel in der freien Natur gedreht. Und nein, ich habe überhaupt nichts daran auszusetzen, dass Adrian Brody nicht so muskelbepackt ist wie Arnold Schwarzenegger! Das wurde in manchen Reviews kritisiert, ich sehe das anders. Royce ist halt ein anderer Kämpfertyp und als solcher ist er nicht weniger beeindruckend als das große Vorbild. Laurence Fishburne spielt den nach jahrelanger Einsamkeit nicht mehr ganz zurechnungsfähigen Noland richtig klasse. Also ist doch alles gut, oder? Trotzdem hat mich der Film nicht so recht vom Hocker gerissen. Ich kann aber nicht sagen, woran das liegt. Vielleicht hat der Film doch zu wenig Eigenständigkeit und Originalität. Nichts ist wirklich überraschend. Zum Glück bleibt das Tempo durchweg hoch, so dass man sich gut unterhalten fühlen kann, aber nach 100 Minuten Großwildhatz haben sich bei mir dann doch gewisse Ermüdungserscheinungen bemerkbar gemacht.

Blu-ray-Features

Die "Prequel-Comics" zeigen die Vorgeschichte einiger Figuren in teilweise animierten und mit kleinen Realfilm-Elementen angereicherten Bildern. Die Comics wurden von den Schauspielern synchronisiert und sind eine nette Ergänzung des Films, verleihen den Figuren aber letztlich auch nicht viel mehr Tiefe. In die gleiche Richtung geht die kurze Featurette "Die Auserwählten". Hier werden Filmszenen durch eigens eingespielte Szenen ergänzt, in denen die Figuren mehr von sich enthüllen. Auch die entfallenen und erweiterten Szenen runden das Bild weiter ab, oder wenigstens einzelne davon, denn meist sieht man nur etwas mehr Herumgestapfe im Urwald und belanglose Dialoge. Immerhin: Stans sagt, dass er 38 Morde begangen hat und den dritten Platz der FBI-Liste meistgesuchter Verbrecher belegt. Royce hat Edwin schon früher im Verdacht, doch nicht ganz so zufällig wie von ihm behauptet auf den Planeten gelangt zu sein. Edwin gibt zu, wegen drogeninduzierter Halluzinationen eine Patientin ermordet zu haben. Ob das die ganze Wahrheit ist? Man weiß es nicht.

Die Featurettes "Die Rückkehr der Predatoren" und "Entstehung einer Szene" bieten die übliche Mischung aus Filmszenen, Interviews und Hinter-den-Szenen-Material. Es sind auch Ausschnitte aus dem Schwarzenegger-Film "Predator" zu sehen. Interessant fand ich, dass an Originalschauplätzen in Hawaii und Texas gedreht wurde. Hätte nicht gedacht, dass es dort so "außerirdische" Orte gibt.


J. Kreis, 30.07.2014




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