Zurück zu den Filmen

Poltergeist Poltergeist (USA, 1982)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Tobe Hooper

Hauptdarsteller:
JoBeth Williams (Diane Freeling)
Craig T. Nelson (Steve Freeling)
Heather O'Rourke (Carol Anne Freeling)
Oliver Robins (Robbie Freeling)





Inhalt:

Das Cuesta Verde - Neubaugebiet wurde auf dem Grundstück eines alten Friedhofs errichtet. Daran stört die Familie Freeling sich nicht, denn Familienvater Steve ist Immobilienmakler bei der verantwortlichen Firma und hat selbst einen schicken Neubau in Cuesta Verde erworben. Außerdem sollen die Toten ohnehin umgebettet worden sein. Doch eines Tages wird das Haus der Freelings von Poltergeistern heimgesucht. Die fünfjährige Carol Anne unterhält sich mit Geistern, die aus dem Fernseher zu ihr sprechen, Stühle werden von unsichtbarer Hand verstellt und auch andere Gegenstände bewegen sich scheinbar von selbst oder gehen ohne erkennbaren Grund kaputt. Die Freelings sind zwar leicht beunruhigt, aber auch fasziniert von diesen Ereignissen, bis sich die Ereignisse in einer Gewitternacht überschlagen. Robbie, Carol Annes älterer Bruder, wird beinahe von einem alten Baum verschlungen, der vor dem Haus steht. Das knorrige Ding wird plötzlich lebendig und zerrt den Jungen aus dem Schlafzimmerfenster. Während die Eltern Robbie mit letzter Kraft aus den Klauen des unheimlichen Baumwesens retten, wird Carol Anne in die Geisterwelt hinübergezogen und geistert seitdem selbst durchs Haus: Man kann ihre körperlose Stimme auf einem Fernsehkanal hören, auf dem eigentlich gar kein Signal liegt.

Die Freelings suchen Hilfe bei Parapsychologen. Die sind zwar mehr als nur erstaunt über das unglaubliche Chaos, das die Poltergeister noch immer im ganzen Haus, vor allem aber im Kinderzimmer veranstalten. Mehr, als das Ganze mit diversen Kameras und anderen Geräten aufzuzeichnen, können sie aber auch nicht tun. Sie rufen deshalb ein Medium zu Hilfe, das tatsächlich erkennen kann, was bei den Freelings eigentlich vorgeht. Einige gequälte Seelen, die sich im Jenseits auf dem Weg zur Erlösung verirrt haben, "bevölkern" das Haus. In Carol Anne haben sie etwas gefunden, das sie an ihr verlorenes Leben erinnert und das sie deshalb nicht wieder gehen lassen wollen. Es gibt allerdings noch eine weitere Entität, ein bösartiges Wesen, das die verirrten Seelen und auch Carol Anne gefangen hält. Dieses Wesen ist so mächtig, daß es ihm gelungen ist, eine Verbindung zwischen der Geisterwelt und der Welt der Lebenden zu öffnen. Mit Hilfe des Mediums gelingt es Diane Freeling, diese Verbindung zu nutzen und Carol Anne in die reale Welt zurückzuholen. Das Medium verkündet stolz, das Haus der Freelings sei nun "gereinigt".

Natürlich will die Familie nicht in dem Spukhaus bleiben - "Reinigung" hin oder her. Der Umzug geht aber nicht so schnell vonstatten, außerdem muß Steve noch einige geschäftliche Dinge erledigen. Diane und die Kinder müssen also eine letzte Nacht im Haus verbringen. Da schlagen die Poltergeister erneut zu, und zwar schlimmer als je zuvor. Das ganze Haus wird auf den Kopf gestellt, ein riesiger Tunnel öffnet sich und droht diesmal beide Kinder zu verschlingen. Als Diane panisch aus dem Haus läuft und um Hilfe ruft, fällt sie in die mit Regenwasser gefüllte Baugrube, in der eigentlich ein Swimmingpool hätte entstehen sollen. Zu ihrem Entsetzen tauchen darin plötzlich verweste Leichen und Gerippe auf. Auch im Haus durchbrechen Särge den Boden und geben ihren vermoderten Inhalt frei. Als Steve zurückkommt, begreift er den Grund für den Spuk: Die Toten des ehemaligen Friedhofs wurden nicht umgebettet - man hat lediglich die Grabsteine entfernt und die Häuser über den noch "bewohnten" Gräbern errichtet. Mit knapper Not entkommen Diane und die Kinder dem implodierenden Haus, das komplett in die Geisterwelt hinübergesogen wird. Die total erschöpften Freelings fahren zu einem Motel. Dort stellen sie als erstes den Fernseher vor die Tür...

Der Film:

Ich gebe zu, daß ein paar Szenen dieses Films es auch heute noch schaffen, mir eine Gänsehaut über den Rücken zu jagen (früher hat er mir schlaflose Nächte bereitet und auch in meinem Kinderzimmer mußte ein Nachtlicht brennen...), zum Beispiel hasse ich diese gruselige Clownspuppe, die den kleinen Jungen unter das Bett zerrt (*schauder*) und die Szene, in der das Gesicht des bebrillten Parapsychologen auseinanderfällt, ist auch nicht ohne. Genauer gesagt: Wer sie noch nicht kennt, wird ziemlich geschockt sein. Sie ist übrigens in dieser DVD-Version im Gegensatz zu so mancher TV-Ausstrahlung des Films in voller Länge vorhanden! Gruselig ist der Film also allemal, obwohl er bis auf besagte Szene und bis auf die am Schluß im wahrsten Sinn des Wortes auftauchenden Gerippe gänzlich ohne blutige Szenen und sonstige Horror-Klischees auskommt. Inzwischen hat der Film sogar einen nicht zu unterschätzenden Nostalgiewert für Leute wie mich, die in den Siebzigern und Achtzigern des vorigen Jahrhunderts ihre prägenden Jugendjahre hatten. Und das nicht nur deshalb, weil er sowieso ein Klassiker ist. Man beachte nur das typische Kinderzimmer mit Star Wars - Bettdecke und diversem Spielzeug, das auch bei mir herumgestanden hat...

Der Film hat seine besten Szenen in der ersten Hälfte. Man sieht die Familie in ihrer typisch amerikanischen Vorstadt-Idylle. Die in mancherlei Beziehung jung gebliebenen Eltern rauchen abends gern mal einen Joint, die ältere Tochter telefoniert heimlich unter der Bettdecke, die jüngeren Kinder treiben allerlei Unfug. Nur ganz allmählich schleichen sich kleine Störungen ein, die Atmosphäre verändert sich und die Spannung steigt permanent, wozu auch der Soundtrack wesentlich beiträgt. Ausgerechnet der praktisch ununterbrochen laufende Fernseher wird dann zum Mittler zwischen der Geisterwelt und der Welt der Lebenden. Genial übrigens die folgende Szene: Klein Carol Anne starrt gebannt auf das weiße Rauschen eines Fernsehbildschirms, denn sie hofft, daß die Geister wieder mit ihr reden werden. "Das ist nicht gut für die Augen", sagt Mami und schaltet um auf einen Kanal, auf dem gerade ein brutaler Kriegsfilm läuft... Lustig auch die Reaktionen der "Geisterjäger". Einer berichtet stolz, er habe in einem Spukhaus über Stunden hinweg mit einer Zeitrafferkamera beobachten können, wie ein Matchbox-Auto von selbst eine Strecke von einigen Zentimetern zurückgelegt habe. "Aha", sagt der wenig beeindruckte Papa Freeling und öffnet die Tür zum Kinderzimmer, in dem ein wahrer Wirbelsturm von Gegenständen herumfliegt...

Irgendwann steht aber nicht mehr so sehr die Reaktion der Familie auf die ungewöhnlichen Ereignisse in ihrem Haus im Vordergrund, sondern der Spuk selbst. Dann verliert der Film meiner Meinung nach ein wenig von seiner speziellen Atmosphäre und konzentriert sich etwas zu sehr auf optische Effekte - die übrigens auch heute noch überraschend gut aussehen. Den sehr überzeugenden schauspielerischen Leistungen aller Darsteller ist es aber zu verdanken, daß man bis zum Schluß um das Wohlergehen der Familie bangt.

Die DVD:

Kurz und bündig: Keine Extras. Dafür ist das Bild für einen so alten Film erstaunlich scharf und "farbecht". Und, wie schon erwähnt: Die berühmte einzige Gore-Szene des Films ist uncut.

Seitenanfang