Can't stand losing you - Surviving The Police


Can't stand losing you - Surviving The Police (USA, 2012)

DVD Regionalcode 2, EOne
Altersfreigabe: Ungeprüft
Laufzeit: ca. 79 Min.

Extras:
Keine

Regie:
Andy Grieve, Lauren Lazin




Inhalt / Kommentar

The Police, meiner Meinung nach eine der besten Livebands der Welt, war in den frühen Achtzigern ein echter Top-Act. "Synchronicity", das letzte und erfolgreichste Album der Band, war im Jahre 1983 vier Monate lang auf Platz 1 der Charts, und zwar sogar in den USA. Dagegen konnte selbst Michael Jacksons LP "Thriller" nicht mehr anstinken! Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges haben sich die Bandmitglieder Sting, Stewart Copeland und Andy Summers getrennt. Viele Jahre lang war nichts mehr von The Police zu hören. Doch dann kam es zu einer Wiedervereinigung, die leider nicht zu neuen Studioalben geführt hat, aber zu einer phantastischen Welttournee. Ich war am 8. Juni 2008 in Düsseldorf dabei! Seitdem herrscht wieder Funkstille. Trotzdem gibt es immer wieder Futter für Fans wie mich, denn die drei Ex-Policemen sind solo aktiv und veröffentlichen fleißig neue Alben. Außerdem kommen ab und zu Filmdokumentationen heraus, zum Beispiel Everyone stares - The Police inside out im Jahre 2006 (also vor der Wiedervereinigung), bestehend aus Super 8 - Filmmaterial, das der Schlagzeuger Stewart Copeland in der Zeit von 1978 bis 1983 während der Tourneen und Studioaufnahmen angefertigt, zu einer Filmcollage zusammengestellt und teilweise neu vertont hat.

In "Can't stand losing you - Surviving The Police" erleben wir dieselbe Zeit aus der Sicht des Gitarristen Andy Summers. Im Gegensatz zu Copeland hat Summers diese Dokumentation nicht selbst erstellt, aber sie basiert auf seinen Memoiren "One Train Later" und wird von seinem Voice-Over-Erzählkommentar begleitet. Ähnlich wie Copeland erzählt Summers den Werdegang der Band chronologisch nach, beginnt aber früher - nämlich mit einem kurzen Abriss seines Lebens vor The Police. Ich wusste gar nicht, dass Summers schon im "Swinging London" der Sechzigerjahre auf der Bühne gestanden hat, Gastmusiker bei verschiedenen damaligen Musikgrößen war und sogar als neuer Gitarrist für die Rolling Stones ins Gespräch gebracht wurde! Summers erzählt, wie er mit Sting und Copeland zusammengetroffen ist, deren dritter Mann damals noch der Gitarrist Henry Padovani war. Er erinnert sich an die ersten Auftritte mit Sting und Copeland in der Punkszene (The Police wurde in der Anfangszeit als Punkband gehandelt - das hat nicht funktioniert) und daran, dass er bald die Schnauze voll davon hatte, vom Publikum bespuckt zu werden ... Es folgen die Jahre des stetig zunehmenden Erfolges, die für Summers mit privaten Problemen bis hin zur Scheidung verbunden waren. Zur vorübergehenden Scheidung, heißt das: Summers und seine Frau haben nicht lange nach der Trennung von The Police erneut geheiratet. Summers lässt uns an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben. Ebenso wie Copeland berichtet er von der Parallelwelt, in die man bei langen Tourneen abgleitet, vom Egotrip aller drei Bandmitglieder gegen Ende der Karriere und von Stings zunehmender Dominanz. Zur Tonspur gehört natürlich nicht nur dieser Kommentar, sondern auch der eine oder andere Hit von The Police.

Für die Doku wurden zahlreiche Mitschnitte von verschiedenen Liveauftritten verwendet, zum Beispiel von der Synchronicity-Welttournee, sowie Interviews mit einzelnen oder allen Bandmitgliedern aus allen möglichen Jahren und Quellen, Ausschnitte aus Fernsehsendungen mit The Police und Werbung, die die Band damals für den jungen Musiksender MTV gemacht hat ("I want my MTV!"). Dieses "historische" Material wird stets neuen Aufnahmen gegnübergestellt, hauptsächlich von der Wiedervereinidungs-Tournee. Hierbei sind Sting, Copeland und Summers sowohl bei den Auftritten als auch bei den Proben und sonstigen Vorbereitungen sowie backstage nach den Konzerten zu sehen. Auf diese Weise kommen Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Man sieht nicht nur, wie sich die drei Künstler rein äußerlich verändert haben, sondern auch, dass sie doch nicht mehr ganz so schell und druckvoll spielen wie früher. Hinzu kommen Schwarzweißfotos, die Summers während seiner Zeit mit The Police gemacht hat. Wer sich dafür interessiert, dem kann ich den großformatigen Bildband I'll be watching you: Inside The Police 1980 - 83 empfehlen. Außerdem wurde offensichtlich einiges an Material eigens für diese Doku angefertigt. Man sieht Summers unter anderem in seinem Haus und bei einem Spaziergang durch eine Stadt irgendwo in Fernost. Er kommt zufällig an einer Karaokebar vorbei, in der "Every Breath You Take" gesungen wird. Er geht rein, wird nicht erkannt (er trägt eine Mütze) und singt mit. Als er sich zu erkennen gibt, sind alle Anwesenden total aus dem Häuschen. Köstlich!


Andy Summers

(Andy Summers einst und jetzt)

Soweit ich weiß, existiert keine deutsche Veröffentlichung dieses Films. Meine DVD ist ein Produkt aus den Niederlanden mit englischem Originalton und optionalen niederländischen Untertiteln. Andere Untertitel sind nicht vorhanden. Mich hat's nicht gestört.


J. Kreis, 23.01.2017




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