Planet der Affen: Revolution


Planet der Affen: Revolution (USA, 2014)
- Dawn of the Planet of the Apes -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 130 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Entfallene Szenen (4:34 Min.)
- Die Hintergründe zum Film (8:47 Min.)
- Andy Serkis verkörpert erneut "Caesar" (9:02 Min.)
- Die Darsteller (17:47 Min.)
- Die Dreharbeiten (14:31 Min.)
- Die Gemeinsachaft der Affen (10:26 Min.)
- Das Performance-Capture-Verfahren (15:25 Min.)
- Die visuellen Effekte (20:27 Min.)
- Der finale Kampf zwischen Caesar und Koba (16:00 Min.)
- Bildergalerie
- Trailer

Regie:
Matt Reeves

Hauptdarsteller:
Andy Serkis (Caesar)
Jason Clarke (Malcolm)
Gary Oldman (Dreyfus)
Toby Kebbell (Koba)
Keri Russell (Ellie)




Story

Vor zehn Jahren haben die Menschen das Retrovirus ALZ-113 erschaffen. Es sollte als Mittel gegen die Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden und wurde an Affen getestet, die dadurch eine dem Homo Sapiens vergleichbare Intelligenz entwickelt haben. Caesar, der erste intelligente Affe, hat seine Artgenossen damals aus den Versuchslaboren sowie aus Zoos und Tierheimen befreit. Gleichzeitig hat sich eine für Menschen tödliche Variante des Virus über die ganze Welt verbreitet. Milliarden Menschen sind gestorben, die moderne Welt wurde praktisch ausgelöscht. Die Wälder in der Nähe von San Francisco sind zur Heimat der intelligenten Affen geworden. Sie haben dort eine Siedlung errichtet und sich stark vermehrt. Caesar ist das Oberhaupt der Siedlung. Alle Affen leben nach seinen Regeln, deren wichtigste lautet, dass kein Affe einen anderen töten darf. Seit zwei Jahren haben die Affen keinen Menschen mehr gesehen. Caesar glaubt, dass diese Spezies ausgestorben ist, doch er irrt sich. Hunderte genetisch gegen das Virus immune Menschen haben in der Geisterstadt San Francisco eine Kolonie im Umfeld eines unvollendeten Wolkenkratzers errichtet. Ihre Gründer Dreyfus und Malcolm träumen davon, die alte Welt wieder aufzubauen. Per Funk wird nach anderen Überlebenden gesucht, die Stromversorgung wird mit Benzinaggregaten sichergestellt. Die Menschen wissen nichts von der Existenz der intelligenten Affen.

Als die Treibstoffvorräte zur Neige gehen, dringt ein von Malcolm geleitetes Team in die Wälder ein, um ein Wasserkraftwerk zu reaktivieren. Dabei kommt es zum Zusammenstoß mit den Affen. Carver, ein Mann aus Malcolms Team, gerät in Panik und schießt einen Affen vor den Augen von Caesars Sohn Blue Eyes nieder, obwohl sich beide friedlich verhalten haben. Caesar wünscht keinen Krieg. Er lässt die Menschen gehen, demonstriert aber Stärke, indem er eine große Affenstreitmacht vor die Tore der Kolonie führt und den Menschen verbietet, jemals wieder in die Nähe der von den Affen beanspruchten Wälder zu kommen. Dreyfus ist bereit, mit Waffengewalt gegen die Affen vorzugehen, denn die Instandsetzung des Kraftwerks ist unabdingbar. Ohne Strom würde die menschliche Zivilisation endgültig untergehen. Malcolm sucht nach einer anderen Lösung und bittet um einen dreitägigen Aufschub. Im Gegensatz zu Dreyfus sieht er in den Affen mehr als nur Tiere. Vor allem der charismatische Caesar hat ihm imponiert. Begleitet von seiner Partnerin Ellie, seinem Sohn Alexander und einigen Technikern (darunter Carver, auf dessen Fachwissen nicht verzichtet werden kann) fährt er erneut in die Wälder. Er stellt sich den Affen allein und zeigt ihnen das Kraftwerk. Da Caesar ebenso wie Malcolm ein friedliches Miteinander für möglich hält, erteilt er den Menschen die Erlaubnis, im Kraftwerk zu arbeiten. Sie dürfen jedoch keine Waffen mit sich führen.

Die Situation droht zu kippen, als eine von Carver eingeschmuggelte Schusswaffe entdeckt wird. Malcolm beschwichtigt Caesar, indem er Carver wegschickt. Außerdem gelingt es Ellie, Caesars schwer kranke Gefährtin zu heilen. Mit Hilfe der Affen kann das Kraftwerk schließlich in Betrieb genommen werden. Zwischen Affen und Menschen beginnt Vertrauen und sogar Freundschaft zu wachsen. Das gefällt Caesars altem Freund Koba gar nicht. Er wurde seinerzeit in einem Versuchslabor gequält und würde am liebsten alle Menschen ausrotten. Viele Affen, nicht zuletzt Blue Eyes, teilen diese Ansicht. Als sich Koba gegen Caesar auflehnt, ist dieser gezwungen, seinen Freund brutal zu maßregeln. Ohne Caesars Wissen spioniert Koba bei den Menschen. Einige sind gerade dabei, sich in einem Waffenlager neu auszustatten. Koba verheimlicht dies, greift das Waffenlager mit einigen Getreuen an und stiehlt zahlreiche Sturmgewehre. Nachdem Koba Carver getötet hat, setzt er die Affensiedlung in Brand, schießt Caesar nieder und lässt es so aussehen, als seien die Menschen für beide Taten verantwortlich, um die Affen zum Angriff auf die Menschen aufzuhetzen. Malcolm und seine Begleiter können fliehen und sich im Wald verstecken, wo sie Caesar finden. Er lebt noch und kennt die Wahrheit, ist aber durch die Schusswunde geschwächt und kann den Krieg nicht verhindern.

Kobas Streitmacht erleidet beim Sturm auf die befestigte Menschenkolonie große Verluste, bleibt aber siegreich. Bis auf Dreyfus und einige andere werden alle Menschen zusammengetrieben und eingesperrt. Dasselbe Schicksal erleiden jene Affen, die Koba nicht folgen wollen. Die anderen lassen sich im Hochhaus nieder. Koba überschreitet eine entscheidende Grenze, als er einen Affen ermordet, der sich weigert, einen Menschen zu töten. Jetzt erkennt Blue Eyes, dass die Affen zu weit gegangen sind. Malcolm, Ellie und Alexander bringen Caesar nach San Francisco, wo er operiert wird und sich erholt. Bei der Beschaffung des Operationsbestecks begegnet Malcolm Blue Eyes und nimmt ihn mit zu Caesar. Gemeinsam befreien sie die Menschen sowie die loyal zu Caesar stehenden Affen und stellen sich Koba. Malcolm trifft auf Dreyfus und zwei weitere Menschen, die die Fundamente des Hochhauses verminen, um die Affen auf einen Schlag zu vernichten. Malcolm versucht dies zu verhindern, doch Dreyfus zündet die bereits platzierten Sprengstoffpakete, so dass das Hochhaus schwer beschädigt wird. Im Inneren des Turmes kämpfen Caesar und Koba gegeneinander. Caesar gewinnt die Oberhand. Er durchbricht seinen eigenen Grundsatz, indem er Koba in die Tiefe stürzen lässt. Malcolm überbringt eine Warnung. Er hat erfahren, dass Dreyfus Funkkontakt mit einem Militärstützpunkt herstellen und Verstärkung anfordern konnte. Die Soldaten sind bereits unterwegs nach San Francisco. Caesar denkt jedoch nicht an Flucht. Ihm ist klar geworden, dass die Affen nicht besser sind als die Menschen. Sie haben den Krieg angefangen und das werden die Menschen ihnen niemals verzeihen.


Kringels Meinung

Ich muss gestehen, dass ich mir nie besonders viel aus den "Planet der Affen" - Filmen der Sechziger- und Siebzigerjahre gemacht habe. Ich fand die Grundidee vom Untergang der Menschheit und der Machtübernahme durch eine andere intelligente Spezies nicht schlecht, aber die Umsetzung hat mir nicht zugesagt. Ich konnte in den Affen nie etwas anderes sehen als Menschen in Kostümen. Tim Burtons Remake aus dem Jahre 2001 ist aus anderen Gründen durchgefallen. Hier fand ich die Story wirr, unglaubwürdig und schlicht langweilig. Zehn Jahre später kam "Planet der Affen: Prevolution" in die Kinos. Kein Film, den ich unbedingt ein zweites Mal sehen müsste, aber einer mit Herz und mit Köpfchen, der mich aufgrund des Performance-Capture-Verfahrens und sehr guter CGI auch visuell überzeugt hat.

Jetzt also die direkte Fortsetzung. Noch sind wir nicht dort angelangt, wo "Planet der Affen" (1968) beginnt, nämlich auf einer Erde, die vollständig von Affen beherrscht wird, welche eine hoch entwickelte Zivilisation entwickelt haben. Allerdings sind die meisten Menschen an der in "Prevolution" ausgebrochenen Affengrippe beziehungsweise bei den mit dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung einhergehenden Unruhen gestorben. Diese Geschehnisse werden im Vorspann kurz durch Nachrichtenclips und dergleichen skizziert. Zehn Jahre nach dem Erlöschen der Lichter in den großen Städten scheint es nur vergleichsweise wenige intelligente Affen zu geben. Die einzige Gruppe dieser Art ist Caesars kleines Völkchen in den Muir Woods. Zahlenmäßig sind allein schon die Bewohner der Menschenkolonie in San Francisco diesem Volk ebenbürtig. Es ist deshalb absolut verständlich, dass Caesar und seinesgleichen auf Abstand gehen. Ein friedliches Zusammenleben scheint möglich zu sein, aber dann wird klar, warum das doch nicht möglich ist: Affen und Menschen sind sich einfach zu ähnlich! Die Story enthält Themen, über die es sich nachzudenken lohnt, sowie Konfliktpotential, das für die nötige Spannung sorgt.

Eine große Stärke von "Prevolution" besteht darin, dass man die computergenerierten Affen als echte Lebewesen akzeptieren kann. In "Revolution" gelingt das sogar noch viel, viel besser, denn die zum Einsatz kommende Technik wurde in den letzten Jahren weiter perfektioniert. Manchmal konnte ich meinen Augen nicht trauen und war davon überzeugt, dass mit echten Affen gearbeitet worden sein müsse! Dem war aber nicht so, wie im Bonusmaterial der Blu-ray zu sehen ist. Ich finde es schon sehr erstaunlich, dass computergenerierte Kreaturen Emotionen so lebensecht ausdrücken können wie Caesar und Koba. Kobas Wandlungsfähigkeit ist geradezu unglaublich. Als er zum Beispiel das Waffenlager überfällt, spielt er zwei menschlichen Wächtern den "dummen Affen" vor. Er albert herum und wirkt vollkommen harmlos. Im nächsten Moment schnappt er sich ein Gewehr und erschießt die Männer. Jetzt blickt er richtig furchteinflößend drein. Dieses Umschalten zwischen völlig gegensätzlichen Charaktereigenschaften funktioniert geradezu beängstigend gut. Die Art, wie die Affen miteinander umgehen, hat viel "äffisches" an sich, lässt aber keinen Zweifel daran offen, dass man es keineswegs mit Tieren zu tun hat.

Allerdings sind nicht alle Effekte so gut gelungen. Der Film beginnt zum Beispiel mit einer Jagd. Die Affen treiben Hirsche durch den Wald, die meiner Meinung nach ziemlich künstlich aussehen. Solche kleinen Schwächen sind aber nebensächlich. Ich konnte alle Affen, insbesondere Hauptfiguren wie Caesar, Koba und den Orang-Utan Maurice, ebenso leicht als eigenständige Charaktere akzeptieren wie die von menschlichen Schauspielern verkörperten Figuren. Die Illusion ist so perfekt, dass ich mir irgendwann überhaupt keine Gedanken mehr darüber gemacht habe! Ebenso wie in "Prevolution" ist die Technik nicht Selbstzweck. Zugegeben, es wird deutlich mehr Action geboten, beim Showdown vielleicht sogar zu viel. Zumindest halte ich es für unwahrscheinlich, dass jemand - egal ob Mensch oder intelligenter Affe - der noch nie ein Sturmgewehr in der Hand hatte, so mühelos damit umgehen kann wie Kobas Schergen. Vom Kampfpanzer, den Koba gegen die Barriere der Menschenkolonie lenkt, ganz zu schweigen. Aber das nur nebenbei! Nicht die Action steht im Mittelpunkt, sondern die Menschen und die Affen. Und Caesar ist eine Identifikationsfigur, der ich den Sieg gegönnt hätte!


Blu-ray-Features

Es wäre sinnlos, wollte ich auf jede einzelne Featurette des Bonusmaterials eingehen. Im Grunde handelt es sich sowieso um Kapitel einer einzigen, abendfüllenden Dokumentation. Alle Beiträge haben den gleichen Aufbau (Filmausschnitte, Interviews, Blicke hinter die Kulissen, Dreharbeiten) und beschäftigen sich mit unterschiedlichen Phasen des Produktionsprozesses. Es sind auch ziemlich viele Szenen aus "Prevolution", "Planet der Affen" (1968) und "Rückkehr zum Planet der Affen" (1970) zu sehen. Der Regisseur schwärmt von den alten Filmen und ich kaufe ihm diese Begeisterung ab. Die Dreharbeiten scheinen teilweise mit großen Unannehmlichkeiten verbunden gewesen zu sein, denn es wurde viel im Wald gedreht - im echten Matsch und in einer realen Affenstadt aus Holz. Die Waffen der Affen werden genauer vorgestellt, Konzeptzeichnungen sind zu sehen und so weiter.

Besonders interessant finde ich die Arbeit der Schauspieler, die das Performance Capturing gemacht haben. Ihre Bewegungen und Mimik wurden als Referenz für die Erzeugung der CGI-Affen herangezogen. Man kann deutlich erkennen, wie viel von Andy Serkis und Toby Kebbell in Caesar und Koba steckt. Nicht zu vergessen Terry Notary, Stuntkoordinator und Bewegungscoach, der schon an vielen Filmen mitgewirkt hat, zum Beispiel an der Hobbit-Trilogie (2012 - 2014). Ich finde es immer wieder verblüffend, wie er es schafft, sich übergangslos in einen Ork, einen Zwerg oder eben einen Affen zu verwandeln.

Die drei nicht verwendeten Szenen (mit optionalem Audiokommentar) sind nicht besonders spektakulär, aber immerhin fertig produziert. Es gibt eine Affenzeremonie nach der Geburt von Caesars zweitem Sohn zu sehen, Malcolm zeigt den Affen den Einstieg zum Staudamm und der Reparaturtrupp bekommt einen Zeltplatz zugewiesen.


J. Kreis, 29.05.2016




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