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planet_der_affen Planet der Affen (USA, 2001)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 116 Minuten

Extras
Audiokommentare von Tim Burton und Danny Elfman, Darsteller- und Crew-Profile (Texttafeln), Optionale Making-of-Einblendungen im Film

Regie:
Tim Burton

Hauptdarsteller:
Mark Wahlberg (Captain Leo Davidson)
Tim Roth (General Thade)
Helena Bonham Carter (Ari)
Michael Clarke Duncan (Colonel Attar)
Estella Warren (Daena)
Cary-Hiroyuki Tagawa (Krull)





Inhalt:

Captain Leo Davidson ist in der US Air Force und arbeitet im Jahre 2029 auf einer Raumstation, von wo aus genmanipulierte Affen mit kleinen Raumkapseln auf Erkundungsmissionen geschickt werden. Die "verbesserten" Affen sind zwar sehr intelligent und können die Instrumente der Kapseln bedienen, aber als einer der Burschen auf seiner Mission in einen elektromagnetischen Sturm gerät, ist er nicht in der Lage, sich selbst zu retten. Davidson folgt ihm eigenmächtig in einer zweiten Kapsel, wird aber von dem Sturm erfaßt und weit in die Zukunft geschleudert. Er stürzt auf einem Planeten ab, die Kapsel versinkt in einem Dschungelsee und Davidson findet sich unversehens ohne Waffen und Ausrüstung in einem Käfig wieder. Er wurde zusammen mit einigen anderen Menschen bei einer Hetzjagd eingefangen. Wie sich herausstellt, haben auf diesem Planeten die Affen das Sagen. Die Affen sind intelligent, sie sprechen, befinden sich auf einem technologischen Niveau, das in etwa dem des irdischen Mittelalters entspricht (sie kennen z.B. keine Schußwaffen) und haben eine komplexe Gesellschaftsform entwickelt, deren Wohlstand auf Sklavenhaltung basiert. Und wer sind wohl die Sklaven? Genau: Die Menschen. Die Affen betrachten die Menschen als minderwertig, sie halten sie für barbarische Wesen, die keine eigene Kultur haben und fast auf dem Niveau von Tieren anzusiedeln sind, obwohl auch sie sprechen können.

Davidson hat Glück, daß Ari, die Tochter eines Senators, ihn unter ihre Fittiche nimmt und daß sie Menschenrechtlerin ist. Sonst hätte es nämlich leicht geschehen können, daß er General Thade zum Opfer gefallen wäre. Thade ist das Oberhaupt aller Affen-Streitkräfte des Planeten und würde am liebsten alle Menschen ausrotten, denn während die Geburtenrate bei den Affen zurückgeht, vermehren die Menschen sich wie die Fliegen und werden allmählich zu einer Bedrohung. Thade wird nur von Aris Vater noch im Zaum gehalten. Doch als Davidson sich befreit, zusammen mit einigen anderen Menschensklaven flieht und dabei auch Ari mitnimmt (die Gefallen an dem aufmüpfigen jungen Mann gefunden hat), glaubt der Senator, seine Tochter sei entführt worden und Thade sei der einzige, der sie zurückbringen könnte. Er gibt Thade deshalb freie Hand und schon bald rückt die Affenarmee aus, um Davidson zu fangen und die Menschen zu vernichten.

Davidson birgt derweil einen Kommunikator aus dem Wrack seiner Kapsel. Er staunt nicht schlecht, als er Kontakt erhält: Seine Kameraden müssen ebenfalls auf dem Planeten sein! Er führt seine neuen Freunde zur Quelle des Signals, die er in der verbotenen Zone Calima lokalisieren kann. Aber dort erwartet ihn ein Schock: Vor sich sieht er das Wrack seiner Raumstation - und nach Aris Aussage liegt es hier seit Jahrtausenden, hier soll das Affenvolk seinen Ursprung haben! Das Wrack hat noch Energie und Davidson kann ein Video-Logbuch abspielen, aus dem die Wahrheit hervorgeht: Die Station war beim Versuch, Davidson zu retten, hier abgestürzt. Das heutige Affenvolk stammt von den genetisch veränderten Tieren der Station ab, eines Tages hatten die sich nämlich gegen ihre Herren erhoben. Die heutigen Menschensklaven sind Nachkommen der überlebenden Stationsbesatzung. Mit Hilfe der teilweise noch funktionierenden Anlagen des Wracks kann Davidson die Affen-Armee kurzzeitig aufhalten, doch letztlich wäre er dem wütenden Angriff Thades doch erlegen, wenn nicht im passenden Moment eine weitere Raumkapsel gelandet wäre. Dem Schiff entsteigt der Schimpanse, den Davidson ursprünglich hatte retten wollen und diesen Burschen verehren die Affen als wiedergekehrten Gott.

Der Krieg ist vorbei, Affen und Menschen wollen fortan in Frieden miteinander leben. Davidson fliegt mit der zweiten Kapsel ins All und dringt erneut in den seltsamen Weltraumsturm ein. Tatsächlich scheint er die Erde seiner Gegenwart zu erreichen, er baut eine Bruchlandung direkt vor einem Gebäude, das er für das Lincoln Memorial hält. Wer beschreibt sein Entsetzen, als er im Halbdunkel das Gesicht der riesigen Statue erkennt: Es der Kopf eines Affen und einer Inschrift zufolge wurde es General Thade, dem "Retter des Planeten" gewidmet! Ein Auflauf bildet sich um die Absturzstelle, Streifenwagen und Feuerwehr fahren auf, Polizeihubschrauber fliegen ein, Reporter erscheinen. Und es sind alles Affen...

Der Film:

Wieder mal so ein Film, den ich nur deshalb gekauft habe, weil er auf dem DVD-Wühltisch für ein paar Öcken verramscht wurde. Ich habe ihn angeschaut, "na ja" gedacht und werde ihn wahrscheinlich recht bald wieder vergessen, denn er hat zwar durchaus seine bemerkenswerten Aspekte, bleibt insgesamt aber ziemlich belanglos und sogar langweilig. Man kann den Film auch nicht als Remake des Klassikers gleichen Namens bezeichnen, in dem Charlton Heston (der diesmal einen Cameo-Auftritt im Affenkostüm hat: Er ist Thades sterbender Vater) die Hauptrolle gespielt hat. Regisseur Tim Burton verwendet die Romanvorlage von Pierre Boulle für eine etwas andere Herangehensweise. Da man vom Original schon weiß, wie der Hase läuft, wurde am Anfang eine ausführlichere Einleitung und am Ende noch ein zweiter Plot-Twist eingebaut. Insgesamt ist aber nichts anderes als ein Actionfilm dabei herausgekommen, in dem viel durch den Dschungel gerannt, auf Pferden in der Gegend herumgeritten und geprügelt wird. Sozialkritische Aspekte klingen allenfalls so nebenbei an. Immerhin ist der Auftakt mit den Szenen auf der Raumstation schon aufgrund des optischen Kontrasts zu den primitiveren Sets auf dem Planeten sehenswert. Auch die Affenmasken und -kostüme können sich sehen lassen. Es ist erstaunlich, wieviel Mienenspiel insbesondere Tim Roth (Thade) trotz der dicken Latex-Schichten seiner Maske, die ihm ein völlig nicht-menschliches Aussehen verleiht, noch zustandebringt. Überhaupt verhalten die Affen sich in dieser Version des Films viel "äffischer" und somit auch überzeugender als im Original, was auch für ihre Behausungen gilt. Auf die Bewegungsabläufe und Verhaltensweisen wurde offenbar viel Wert gelegt. So rasten die Affen denn gern mal aus und zelebrieren ihr Imponiergehabe, schwingen sich im Eifer des Gefechts auch schonmal von Ast zu Ast oder vermöbeln ihre Feinde in typisch äffischer Manier.

Mit der Romanvorlage stimmen beide Filme nur bezüglich der Grundidee überein. In Tim Burtons Version können die Menschen sogar sprechen und sind alles andere als dumm - das ist eine große Abweichung gegenüber dem Roman (und dem alten Film), in dem die Menschen tatsächlich nur primitive Wesen sind, denen man kaum irgend etwas beibringen kann. Wenn man sieht, wie wenig die Menschen sich in diesem Film von den Affen unterscheiden, versteht man gar nicht, warum sie sich überhaupt dermaßen unterdrücken lassen bzw. wie es zu den Verhältnissen kommen konnte, mit denen der Held sich auseinandersetzen muß. Davidson verhält sich übrigens ziemlich seltsam. Mal scheint er ein solch aufopferungsvolles Gemüt zu haben, daß er sein Leben für einen Schimpansen aufs Spiel setzt, dann wieder scheint er sich nur dafür zu interessieren, wie er am schnellsten wieder von dem Planeten wegkommt. Seine Wandlung zum Volkshelden ist dann vollends unglaubwürdig. Sowohl er als auch alle anderen Hauptfiguren bleiben blaß und oberflächlich - bis auf Thade, der letztlich aber auch nur der übliche Film-Bösewicht ist. Geradezu peinlich ist dagegen die von Helena Bonham Carter gespielte Figur einer Affendame, die sich scheinbar in den Helden verliebt. Warum eigentlich? Fragt man sich da unwillkürlich, wo sich der Typ die ganze Zeit alle Mühe gibt, möglichst unsympathisch zu sein.

Worüber ich besonders enttäuscht war, ist die Tatsache, daß sich in diesem Film kaum etwas oder gar nichts von der phantasievollen Bildersprache und Erzählweise wiederfindet, die man aus anderen Filmen von Tim Burton kennt...

Die DVD:

Erwähnenswert ist an der DVD nur der "Enhanced Viewing Mode". Aktiviert man diesen, dann werden während des Films kleine Fenster eingeblendet, in denen kurze Aufnahmen von den Dreharbeiten oder Interviews zu sehen sind. Eine Art Making of also, bei dem man die Entstehung der Szene, die man gerade sieht, verfolgen kann. Dummerweise ist es nicht möglich, diese Clips separat anzuwählen, d.h. man muß sich den ganzen Film nochmal ansehen. Und ob man das nach dem ersten Mal wirklich will...

Den Film gibt es übrigens auch als Special Edition mit 2 DVDs, auf denen mehr Specials enthalten sind.

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