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Riddick und Pitch Black Pitch Black Special Edition (USA, 2000)
DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 16
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras
Einführung durch Regisseur David Twohy, Bild-Enzyklopädie zu "Riddick - Chroniken eines Kriegers", Johns Jagd-Logbuch, Preview auf "The Chronicles of Riddick - Dark Fury", "Das Spiel hat begonnen", "Ein Blick in die Finsternis", Making of, Audiokommentare, Trailer

Regie:
David Twohy

Hauptdarsteller:
Vin Diesel (Richard B. Riddick)
Radha Mitchell (Carolyn Fry)
Cole Hauser (William J. Johns)
Keith David (Abu al-Walid - "Imam")
Claudia Black (Sharon Montgomery - "Shazza")
Rhiana Griffith (Jack bzw. Jackie)
Lewis Fitz-Gerald (Paris P. Ogilvie)




Inhalt:

Ein Passagier-Raumschiff ist unterwegs durchs All. An Bord sind ca. 40 "tiefgefrorene" Menschen, die die Reise im Kälteschlaf hinter sich bringen wollen. Dummerweise kreuzt das Schiff jedoch die Bahn eines Schwarms von Mikro-Meteoriten, die die Schiffshülle wie Geschosse perforieren, einige Systeme beschädigen und vor allem auch den Captain des Schiffs durchlöchern. Die beiden anderen Crewmitglieder werden aufgeweckt und aus ihren Schlafkapseln geworfen, doch sie können kaum noch etwas tun, denn das Schiff ist bereits dabei, auf einen Planeten zu stürzen. Carolyn Fry, die Pilotin, kann zwar eine Notlandung bauen, aber dabei kommt ihr Kollege ums Leben und nur wenige der Passagier-Tiefschlafkapseln überstehen den Crash. Fry hatte sowieso vorgehabt, die Passagiermodule abzukoppeln, aber ihr Kollege hatte das verhindert. Hätte er es mal nicht getan - denn einer der Passagiere ist der morphiumsüchtige Kopfgeldjäger Johns (der sich als Polizist ausgibt), und der hat eine extrem gefährliche, für ihn aber sehr wertvolle Fracht zu befördern: Den Schwerverbrecher und angeblichen Massenmörder Riddick. Als Riddick nach dem Absturz entkommt, glauben die wenigen Überlebenden, daß er sie alle umbringen werde.

Doch Riddick ist keineswegs das einzige und vor allem nicht das schlimmste Problem, das Fry und die anderen haben: Ihr Schiff ist nur noch ein Trümmerhaufen und der Planet scheint eine unbewohnte Wüstenwelt zu sein. Glück im Unglück: Nicht weit von der Absturzstelle entfernt befinden sich die Reste eines Camps, in dem bis vor ca. 20 Jahren Geologen gearbeitet zu haben scheinen. Seltsam nur, daß keiner dieser Leute mehr da ist, obwohl nichts darauf hindeutet, daß sie abgereist sind - sogar ein kleines Raumschiff steht noch in der Siedlung. Leider ist das Schiffchen ohne Energie, aber mit den Energiezellen aus dem Wrack könnte man es wieder in Betrieb nehmen. Dazu kommt es allerdings erst einmal nicht, denn einer der Überlebenden kommt ums Leben, als er die Leichen der Absturzopfer beerdigt. Zuerst glauben die anderen, Riddick habe ihn getötet. Als es Johns gelingt, Riddick einzufangen, streitet der jedoch diese Tat ab. Es stellt sich heraus, daß gefährliche fleischfressende Wesen, die sich in unterirdischen Höhlen vor dem Sonnenlicht verstecken, den Mann getötet haben. Diese Bestien waren wohl auch Schuld daran, daß es keine anderen Lebewesen außer ihnen auf dem Planeten mehr gibt und daß die Geologen-Siedlung jetzt ausgestorben ist, denn auch dort haben sie sich breit gemacht. Diese Erkenntnis bezahlt ein Junge aus der kleinen Gruppe mit dem Leben: Die Wesen fressen ihn bei lebendigem Leibe.

Riesige Schwärme dieser unheimlich schnellen, flugfähigen und mit rasiermesserscharfen Zahnreihen ausgestatteten Ungeheuer kommen aus den Höhlen, als der von mehreren Sonnen beleuchtete Planet in den Schatten eines riesigen anderen Planeten des Systems eintritt, so daß für längere Zeit eine totale Sonnenfinsternis herrscht. Die Wesen fürchten das Licht, aber in der totalen Dunkelheit, die alle 22 Jahre wiederkehrt, sind sie fast unbesiegbar. Jetzt knurren ihnen so richtig die Mägen, sie dezimieren deshalb alsbald die Gruppe der Überlebenden, die gerade dabei sind, Energiezellen aus dem Wrack zu holen. Bis jetzt hat Riddick den Leuten geholfen, denn Johns hat ihm versprochen, ihn im Gegenzug freizulassen. Als Riddick erkennt, daß Johns gar nicht daran denkt, sich an die Abmachung zu halten, kommt es zu einem Zweikampf auf Leben und Tod, bei dem Riddick gewinnt. Er hat nämlich einen entscheidenden Vorteil: Seine Augen wurden chirurgisch so verändert, daß er im Dunkeln sehen kann. Scheinbar ist er auch gar nicht so böse, wie der zwielichte Johns ihn dargestellt hat, denn er hilft den letzten drei Überlebenden, das intakte Raumschiff in der Siedlung zu erreichen. Am Ende sind es aber nur Riddick, der Pilgerfahrer "Imam" und das junge Mädchen Jackie (die Kleine ahmt ihr großes Vorbild Riddick in allen Details nach - sie rasiert sich sogar eine Glatze), die den Planeten verlassen, denn Fry wird im letzten Moment von einem der gefräßigen Monster verspeist...

Der Film:

Über die Story und die innere Logik dieses Films muß man kaum etwas sagen. Beides ist praktisch nicht vorhanden. Ebensowenig darf man nach einer Charakterentwicklung bei den Hauptpersonen suchen, denn die meisten dienen nur als Futter für die Monster und als Stichwortgeber für die Frage, wen es als nächsten erwischen wird - und auf welche Weise. Nach dem schon in unzähligen Filmen verwendeten "Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip" muß auch hier einer nach dem anderen dran glauben, das "Interessante Sterben" ist das zentrale Thema von "Pitch Black". Die Figur des Riddick - eigentlich die Hauptperson des Films - funktioniert nicht so richtig, denn er soll zwar böse sein, schafft das aber nicht ganz. Sympathiepunkte kann er aber auch nicht wirklich sammeln, eben weil er ja eigentlich gar schröcklich böse sein will. Interessant ist Riddick aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb, weil man nicht schlau aus ihm wird), jedenfalls spielt Vin Diesel ihn ganz gut. Irgendwie hat mich die Art, wie Riddick sich gibt, die ganze Zeit an Hannibal Lecter erinnert. Fry wäre dann das Äquivalent zu Clarice Starling, wozu auch die etwas verquere Beziehung passt, die Riddick und Fry zueinander entwickeln. Dieser Eindruck scheint also wohl beabsichtigt gewesen zu sein.

Komischerweise macht der Film trotz aller Schwächen Spaß. Die Action ist solide inszeniert und die Regel "Du sollst das Monster nicht zeigen!" wird beherzigt. Zunächst mal wird man ja ein wenig in die Irre geführt, d.h. man soll denken, Riddick sei in diesem Film das Monster. Daß dem nicht so ist, wird aber sehr schnell klar. Von den tentakelbewehrten Flugwesen sieht man dann immer nur einen vorbeihuschenden Schatten, ein Fehlfarbenbild aus Riddicks Sicht oder eine halb im Dunkeln verborgene Gestalt. Meist hört man sie nur, etwa wenn sie ihre seltsamen Schreie ausstoßen oder wenn sie mit klackenden Klauen über eine Raumschiffshülle stampfen. Damit werden viel bessere Spannungsmomente erzeugt, als man es mit einem in allen noch so ekligen Details erkennbaren Monster schaffen könnte. Und wenn die Viecher dann wieder einmal blitzschnell aus dem Nichts auftauchen und sich das nächste Opfer schnappen, kann man durchaus mal erschrecken. Auch sonst gefällt mir der Stil dieses Films. Schon die Eröffnungs-Szene mit dem Absturz des Raumschiffs ist extrem gut gemacht. Zwar ist es ziemlich unwahrscheinlich, daß jemand es wirklich überleben kann, wenn die Windschutzscheibe beim Absturz direkt vor ihm zersplittert. Und eigentlich hätte die Hülle des Wracks noch mindestens einige Stunden lang glühen müssen (stattdessen spaziert man darauf herum usw.). Aber das schmälert nicht den sehr überzeugenden Eindruck, den diese Szenen machen. Dann die sehr effektvolle grelle Ausleuchtung und Farbgestaltung der von mehreren Sonnen bestrahlten Planetenoberfläche, der sich allmählich ins Bild schiebende Nachbar-Riesenplanet, die bizarren Stockformationen der Monsterhöhlen, die eigenartigen Skelette von ausgestorbenen Riesenwesen... Sehr schön!

Insgesamt also ein durchaus sehenswerter Film - was man von dem Nachfolger Riddick nicht uneingeschränkt behaupten kann. Übrigens ist Riddick keine Fortsetzung von "Pitch Black": Es kommt nur zufällig die gleiche Hauptperson darin vor.

Die DVD:

Pitch Black habe ich mir in der recht kostengünstigen Doppelbox zusammen mit Riddick gekauft, das Cover ist für beide Filme gleich. Klappt man die Box auf, sieht man innen die Einzelcover.

Alle Extras dieser DVD zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, daß sie extrem kurz sind. Bis auf die Audiokommentare natürlich. Man kann die Extras getrost vergessen: Das "Making of" ist ein lediglich vier Minuten langer Werbeclip und auch der ganze Rest ist praktisch nur Werbung für den Film Riddick, sowie das Spiel zum Film und den Dark Fury - Animefilm. Das gilt auch für die "Einführung des Regisseurs", denn zu Pitch Black erfährt man so gut wie gar nichts. Die sogenannte "Bild-Enzyklopädie" ist geradezu eine Frechheit, denn hinter diesem Titel verbergen sich nicht etwa Bildergalerien, sondern ganz kurze, schlecht zusammengeschnittene Sequenzen aus dem Film und ein paar kaum erkennbare, winzige Bilder - danach folgt der Hinweis, daß eine ausführlichere Version auf der Riddick-DVD vorhanden sei...

Einzig das "Jagd-Logbuch" des Kopfjägers Johns scheint mir extra für die DVD produziert worden zu sein. Das Logbuch ist tatsächlich nichts anderes als ein bißchen gesprochener Text, in dem Johns (Cole Hauser) erzählt, wie er Riddick über verschiedene Planeten verfolgt hat und wie er auf das Schiff gekommen ist, das dann schließlich auf dem Planeten der Finsternis abstürzt. Leider nicht besonders interessant.

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