Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten


Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten (USA, 2011)
- Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides -

Blu-ray, Walt Disney
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 136 Minuten

Extras:
- Audiokommentar mit Regisseur und Produzent
- Karibische Pannen (3:29 Min.)
- Lego Pirates of the Caribbean (2:06 Min.)

Regie:
Rob Marshall

Hauptdarsteller:
Johnny Depp (Captain Jack Sparrow)
Penelope Cruz (Angelica)
Geoffrey Rush (Captain Hector Barbossa)
Ian McShane (Captain Edward Teach, genannt Blackbeard)
Kevin McNally (Joshamee Gibbs)
Sam Claflin (Philip Swift)
Astrid Berges-Frisbey (Syrena)




Story

Dem spanischen König fällt ein Dokument mit Hinweisen auf das Versteck der vor 200 Jahren von Ponce de Leon entdeckten Quelle der ewigen Jugend in die Hände. Die Spanier brechen sofort dorthin auf. Als das dem britischen König George II. zu Ohren kommt, rüstet er eine eigene Expedition aus. Sie wird von Captain Barbossa geleitet, der die Black Pearl (sowie ein Bein) an den grausamen Piratenkapitän Blackbeard verloren hat und in die Dienste der Royal Navy getreten ist. Man braucht allerdings noch jemanden, der den Weg zur Quelle kennt. Da kommt nur Captain Jack Sparrow in Frage. Er besitzt die Karte des Piratenlords Sao Feng, auf der die Quelle eingezeichnet ist, und einen Kompass, der immer den Ort anzeigt, an dem sich das befindet, was sich sein Besitzer am meisten wünscht. Jack wird gefangen genommen, als er vergeblich versucht, seinen Maat Gibbs aus dem Gefängnis zu befreien. Er wird dem König vorgeführt, schlägt dessen Angebot jedoch aus und flieht. Er verliert die Karte an Gibbs, der diese vor Barbossas Augen verbrennt und seinen Hals rettet, indem er behauptet, er habe sich den Fundort der Quelle eingeprägt. Somit kann die britische Expedition endlich in See stechen.

Jack bleibt in London, denn er hat gehört, dass dort jemand unter seinem Namen eine Schiffsbesatzung rekrutiert. Er begegnet seinem Vater, Captain Teague, von dem er mehr über die Quelle der ewigen Jugend erfährt. Dann enttarnt er den Hochstapler, vielmehr die Hochstaplerin: Es ist seine Ex-Geliebte Angelica, die er vor längerer Zeit sitzen gelassen hat. Jack wird betäubt und als einfaches Besatzungsmitglied für Blackbeards Schiff Queen Anne's Revenge zwangsverpflichtet. Jack und seine Kameraden werden von Zombies in Schach gehalten. Blackbeard schlägt eine von Jack angezettelte Meuterei mit Hilfe eines magischen Schwertes nieder, durch welches das Schiff quasi zum Leben erweckt werden kann. Nach und nach findet Jack heraus, dass Angelica Blackbeards Tochter ist und nach der Quelle sucht, um ihren Vater zu retten, der einer Weissagung zufolge innerhalb der nächsten zwei Wochen von einem einbeinigen Mann getötet werden wird. Durch ein besonderes Ritual, für dessen Durchführung das Wasser der Quelle, zwei Kelche des Ponce de Leon und Tränen einer Meerjungfrau benötigt werden, kann man sein Leben verlängern. Wer das Wasser mit den Meerjungfrauentränen aus dem einen Kelch trinkt, auf den werden alle Lebensjahre desjenigen übertragen, der das Wasser ohne Tränen aus dem anderen Kelch zu sich nimmt und daraufhin stirbt. Die Black Pearl wurde nicht versenkt, sondern miniaturisiert und - ebenso wie viele andere von Blackbeard besiegte Schiffe - in eine Flasche gesteckt, die in der Kapitänskajüte aufbewahrt wird. Blackbeard besitzt außerdem eine Voodoopuppe in Jacks Gestalt.

Bei White Cap Bay nutzt Blackbeard seine eigene Besatzung als Köder, um eine Meerjungfrau zu fangen. Dem jungen Missionar Philip Swift, einem Gefangenen Blackbeards, gelingt dieser besondere Fischzug eher zufällig. Er verliebt sich in die schöne Meerjungfrau und gibt ihr den Namen Syrena. Nun müssen die Kelche gefunden werden. An einer Schlucht wird Jack gezwungen, sich von der Gruppe zu trennen. Er findet Ponce de Leons Schiff, doch Barbossa ist schon dort. Allerdings ist auch er zu spät gekommen; die Spanier waren bereits da und haben die Kelche mitgenommen. Jack und Barbossa verbünden sich und stehlen die Kelche aus dem spanischen Lager. Jack erfährt, dass Barbossa nur in die Dienste des Königs getreten ist, um sich an Blackbeard rächen zu können. Jack und Gibbs bringen die Kelche zu Blackbeard, der inzwischen eine Träne Syrenas erbeutet hat. Die Meerjungfrau hat zwar der Folter widerstanden, aber durch Philips Liebesgeständnis wurde sie zum Weinen gebracht. Blackbeard marschiert weiter zur Quelle. Syrena wird gefesselt zurückgelassen. Das Wasserwesen soll am nächsten Tag in der Sonne verbrennen. Gibbs wird laufen gelassen. Jack überlässt ihm seinen Kompass.

Im Versteck der Quelle entbrennt ein Kampf zwischen Blackbeards Männern und Barbossas Trupp, der Jack gefolgt ist. Dann erscheinen auch noch die Spanier, denen es allerdings nur darum geht, die gotteslästerliche Quelle zu vernichten. Philip wird tödlich verwundet, kann jedoch fliehen und Syrena befreien. Barbossa sticht Blackbeard mit einem vergifteten Schwert nieder. Die Spanier zerstören den Quellentempel, werfen die Kelche ins Wasser und ziehen wieder ab. Barbossa bringt Blackbeards Schwert an sich, übernimmt später das Kommando über die Queen Anne's Revenge und segelt, nun wieder als Pirat, nach Tortuga. Angelica verletzt sich an der vergifteten Klinge, als sie diese aus der Brust ihres Vaters zieht, und muss somit ebenfalls sterben. Da taucht Syrena mit den Kelchen auf und überreicht sie Jack. Der fängt damit die letzten Tropfen aus der Quelle auf und gibt Syrenas Tränen in einen Kelch. Angelica will sich für ihren Vater opfern, der ohne zu zögern nach dem vermeintlich richtigen Kelch greift. Beide trinken, doch Jack hat die Kelche vertauscht. Blackbeard stirbt. Seine Lebenskraft geht auf Angelica über, so dass sie geheilt wird. Derweil kehrt Syrena zu Philip zurück, rettet ihn mit einem Kuss vor dem Tod und nimmt ihn mit in die Unterwasserwelt der Meerjungfrauen.

Da Angelica trotz ihrer Rettung keineswegs gut auf Jack zu sprechen ist, setzt er sie auf einer einsamen Insel in der Nähe einer vielbefahrenen Schifffahrtsroute aus. Dann tut er sich mit Gibbs zusammen, der mit Hilfe des Kompasses die Black Pearl (sowie alle anderen Flaschenschiffe) gefunden und in seinen Besitz gebracht hat. Jetzt müssen die beiden nur noch herausfinden, wie man die Schiffe aus den Flaschen herausbekommen kann...

Kommentar

Nach dem Abspann folgt noch eine Szene, in der man Angelica auf der einsamen Insel sieht. Die Jack-Voodoopuppe wird an den Strand gespült. Die Voraussetzungen für einen weiteren "Pirates"-Film sind also gegeben, denn wenn es Jack gelingen sollte, die Buddelschiffe wieder zu vergrößern, stünde ihm eine ganze Flotte zur Verfügung. Mit der Voodoopuppe könnte Angelica ihm aber einen dicken Strich durch die Rechnung machen, denn alles, was man der Puppe antut, widerfährt auch Jack! Was mich betrifft, so würde ich eine weitere Fortsetzung gutheißen. Das wäre dann schon der fünfte Teil dieser Reihe! In meinem Kommentar zum dritten Film habe ich geschrieben, dass ein weiterer Aufguss derselben Story zuviel des guten wäre. Nun, ich habe mich geirrt, denn "Fremde Gezeiten" ist so etwas wie ein Neustart der Reihe, und ich halte den Reboot für gelungen. Man könnte sagen, dass in den ersten drei Filmen gar nicht so sehr Jack Sparrows Geschichte erzählt wurde, sondern die von William Turner und Elizabeth Swann. Diese Geschichte ist abgeschlossen. Will ist der neue Captain des Flying Dutchman, Elizabeth ist seine Frau und sieht ihn nur alle zehn Jahre. Das ist ein gutes Ende, und es wäre in der Tat wohl wirklich nur ermüdend gewesen, wäre dasselbe Ensemble für einen vierten Film mit noch schrillerem Klamauk, noch mehr übernatürlichen Elementen, noch ekligeren Kreaturen und noch gewaltigeren Seegefechten reaktiviert worden.

Zum Glück wurde nicht versucht, einen draufzusetzen und den Zuschauer mit einem noch größeren Effektgewitter zu überwältigen - dass es in Teil 2 und 3 um genau solche Steigerungen ging, habe ich in meinen jeweiligen Kommentaren ja schon erwähnt. Stattdessen wird ein wenig zurückgeschaltet. Der Einsatz von CGI wurde deutlich zurückgefahren, und das tut dem Film gut. Natürlich werden auch in Teil 4 wieder zahlreiche Fechtkämpfe geboten, irreale Kreaturen (Zombies und Meerjungfrauen) mischen mit und schon zu Beginn des Films gibt's eine längere Verfolgungsjagd durch die Straßen Londons. Und selbstverständlich chargiert Johnny Depp wie gewohnt in seiner genialen Paraderolle, erneut mit starken Gegenpolen: Geoffrey Rush zeigt neue Seiten Barbossas, der sich bis kurz vor Schluss "very british" und pseudo-aristokratisch gibt, komplett mit gepuderter Perücke und Tee zum Frühstück auf Deck. Angelica (Penelope Cruz) ist ein ebenbürtiger Gegenpart für Jack, und zwar nicht nur im Säbelduell, sondern auch in Sachen Humor. Sie ist meiner Meinung nach eine viel stärkere und glaubwürdigere Frauenfigur als Keira Knightley in der Rolle von Elizabeth Swann, deren Wandlung von der Gouverneurstochter zur Piratenbraut für mich nicht sonderlich überzeugend war. Ian McShane wirkt als Blackbeard ausreichend bedrohlich, hat aber irgendwie keine besonders starken Szenen.

Die Story ist gut nachvollziehbar und wird geradlinig durcherzählt. Die Quelle der ewigen Jugend ist ein klar definiertes Ziel, das Wettrennen dorthin verleiht der Geschichte die nötige Dynamik. Von den wild durcheinander gehenden, manchmal ziemlich abstrusen Handlungssträngen vor allem des letzten Films kann keine Rede mehr sein. Dabei wirkt nur die Beziehung zwischen Philip und Syrena wie ein Fremdkörper. So als hätte man die Liebesgeschichte nachträglich hinzugefügt, damit auch für ein bisschen Herzschmerz gesorgt ist. So darf Philip die meist herzzerreißend traurig aus der nicht vorhandenen Wäsche (sorgfältig drapierte lange Haare erfüllen denselben Zweck) guckende schöne Meerjungfrau anschmachten und von ihr am Ende gerettet werden. Warum ist Syrena eigentlich so nett? Ihre Artgenossinnen haben junge Männer zwar durchaus zum Fressen gern, allerdings nur im kulinarischen Sinne...

"Fremde Gezeiten" ist ein sehr unterhaltsames klassisches Piraten-Abenteuer, das im positiven Sinne viel mehr an Fluch der Karibik erinnert als die letzten beiden Filme. Opulent ohne zu bunt zu sein, actionreich ohne zur Stunt-Revue zu geraten, humorvoll ohne in übertriebenen Slapstick auszuarten. So darf es gern weitergehen!

Blu-ray-Features

Die "karibischen Pannen" sind zwar an sich nicht besonders witzig, aber wenn die Schauspieler ihre Lachflashs kriegen, muss man einfach mitlachen. In "Lego Pirates of the Caribbean" sind zwei kurze CGI-Filme im Lego-Stil zu bewundern. Es handelt sich um nachgespielte Filmszenen mit einem Erzähler.


J. Kreis, 10.04.2013




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