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pirates Fluch der Karibik (USA 2003)
- Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl -

DVD - Regionalcode 2, Disney Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 137 Minuten

Extras
Audiokommentare, "Das Epos auf See": Umfangreiches Making Of mit ausführlichen Infos zu Schauspielern, Schiffen, Kostümen, Stunts, visuellen Effekten u.v.m., "Blick auf das Film-Set": Die Entstehung verschiedener Szenen, Foto-Tagebuch des Produzenten, Tagebuch eines Piraten, Logbuch des Schiffs, 19 zusätzliche Szenen, Gag-Reel, "Unter Deck": Eine interaktive Geschichte der Piraten, Die Piraten - Attraktion im Disneyland, "Mondschein-Serenade": Entstehung der Special Effects

Regie:
Gore Verbinski

Hauptdarsteller:
Johnny Depp (Captain Jack Sparrow)
Orlando Bloom (Will Turner)
Geoffrey Rush (Captain Barbossa)
Keira Knightley (Elizabeth Swann)
Jack Davenport (Commodore Norrington)
Jonathan Pryce (Gouverneur Weatherby Swann)




Inhalt:

Wir befinden uns im 18. Jahrhundert, irgendwann um 1720 herum. Der neue Gouverneur des Karibik-Städtchens Port Royal, Weatherby Swann, ist per Schiff unterwegs zu seiner neuen Wirkungsstätte. Mit an Bord ist seine kleine Tochter Elizabeth. Plötzlich stößt man auf ein im Nebel treibendes brennendes Schiffswrack: Das war das Werk von Piraten! Einziger Überlebender des Überfalls ist ein kleiner Junge, der auf einer Planke auf dem Meer treibt. Man zieht den Jungen an Bord. Will Turner ist sein Name und er trägt ein seltsames goldenes Medaillon - Elizabeth nimmt es heimlich an sich, damit es niemand sieht. Sie fürchtet, man würde ihn wegen des Medaillons sonst für einen Piraten halten.

Jahre später: Elizabeth Swann ist im heiratsfähigen Alter und wird von Commodore Norrington, dem Befehlshaber der britischen Seeflotte von Port Royal, umworben. Sie liebt aber Will Turner, der als Geselle für einen Waffenschmied arbeitet und natürlich keine adäquate Partie für die Tochter des Gouverneurs wäre, was ihm auch durchaus bewußt ist. Will meidet deshalb Elizabeths Nähe, obwohl er sie ebenfalls liebt. Eines Tages kommt der legendäre Piratenkapitän Jack Sparrow nach Port Royal. Er hat nach einer Meuterei sein Schiff, die BLACK PEARL, verloren. Genauer gesagt: Er wurde von der meuternden Mannschaft auf einer einsamen Insel ausgesetzt, ist jedoch von einem Handelsschiff gerettet worden. Jack ist jetzt auf der Suche nach einem neuen Schiff, besonders gut würde ihm der schnelle Zweimaster INTERCEPTOR gefallen, der im Hafen von Port Royal vor Anker liegt. Als er es gerade "besichtigt" (wobei ihm zwei etwas trottelige Wachen in die Quere kommen), stürzt Elizabeth Swann von einer Festungsmauer ins Meer. Schuld an ihrer Ohnmacht war nicht der Heiratsantrag, den Commodore Norrington ihr gerade machen wollte, sondern ihr zu eng geschnürtes Korsett... Jack springt ihr nach und rettet sie. Bevor er sie aus dem Wasser zieht, schickt das goldene Medaillon, das sie am Hals trägt, eine eigenartige Schockwelle durch das Meer. Der Wind dreht sich...

Da Jack als Pirat erkannt wird und festgenommen werden soll, schnappt er sich kurzerhand die gerade erst gerettete Elizabeth und flieht. Er gerät ausgerechnet in Will Turners Schmiede und wird von diesem lange genug aufgehalten (Will hat seit Jahren mit den von ihm selbst gefertigten Säbeln geübt), bis die Wachen eintreffen. Jack landet im Kerker, seine Hinrichtung soll demnächst erfolgen. Doch noch in derselben Nacht wendet sich das Blatt. Port Royal wird von Piraten angegriffen! Zielstrebig brechen die marodierenden Seeräuber in den Gouverneurspalast ein und entführen Elizabeth. Das Piratenschiff ist die BLACK PEARL, Jack Sparrows ehemaliges Schiff! Will befreit Jack, denn er ist der einzige, der den geheimen Ankerplatz der BLACK PEARL, die Isla de Muerta, kennt. Jack willigt ein, denn er will die BLACK PEARL zurückgewinnen. Dafür brauchen die beiden zunächst einmal ein Schiff. Durch einen Trick gelingt es ihnen, die INTERCEPTOR zu kapern. Norrington verfolgt sie natürlich sofort mit seinem eigenen Schiff, dem Kriegsschiff DAUNTLESS, aber die INTERCEPTOR ist die schnellste Einheit der Flotte und kann nicht so leicht eingeholt werden. Erstes Ziel der beiden ungleichen Kameraden, die bald eine etwas seltsame Freundschaft verbindet, ist die Insel Tortuga. In diesem Piratennest heuern sie eine bunt zusammengewürfelte Mannschaft an und machen sich auf den Weg. Jack eröffnet Will, daß dessen Vater "Bootstrap Bill Turner" ein Pirat aus seiner alten Mannschaft war - was Will nicht akzeptieren will, denn seine Mutter hat ihm immer erzählt, er sei ein respektabler Handelsfahrer gewesen...

Währenddessen muß Elizabeth feststellen, daß es keine gute Idee war, dem Piratenkapitän Barbossa (Jack Sparrows Ex-Maat) weiszumachen, ihr Name sei "Turner". Die Jungs wollten nämlich durchaus nicht die Gouverneurstochter entführen, etwa um Lösegeld zu erpressen. Ihr Ziel ist ein ganz anderes. Sie sind nämlich auf der Suche nach der letzten Goldmünze aus einem verfluchten Aztekenschatz, den sie vor einiger Zeit geraubt haben. Um den Fluch, durch den die Piraten für die Ewigkeit in Untote verwandelt worden sind, aufheben zu können, müssen sie jede einzelne Münze in eine uralte steinerne Truhe zurücklegen und das Ganze mit Blut besiegeln. Barbossa glaubt, Elizabeth sei die Tochter von Bootstrap Bill, den er einst selbst getötet hat - schließlich besitzt sie die letzte Münze! - und deshalb sei ihr Blut besonders geeignet, um den Fluch aufzuheben. Die Zeremonie, durchgeführt in einer mit Schätzen angefüllten Höhle, funktioniert natürlich nicht. Will, der sich angeschlichen hat, nutzt die Verwirrung der Piraten aus, um mit Elizabeth zu verschwinden. Jack, der Will begleitet hat, wird dagegen von Barbossas Leuten geschnappt. Will, Elizabeth und die Crew fliehen mit der INTERCEPTOR, doch die BLACK PEARL ist noch schneller und holt auf. Jack rettet sein eigenes Leben, indem er Barbossa verrät, wer wirklich Bootstrap Bills Kind ist. Das hält Barbossa aber nicht davon ab, seinen ehemaligen Kapitän unter Deck in einen Käfig zu sperren.

Nach einem kurzen Feuergefecht wird die INTERCEPTOR geentert. Will ist unter Deck auf dem sinkenden Schiff eingeklemmt, der Rest der Crew wird von den Piraten gefangen genommen. Dann wird die INTERCEPTOR gesprengt. Will ist jedoch entkommen. Er droht, sich selbst zu erschießen, wenn Elizabeth und Jack nicht freigelassen werden. Barbossa, der Wills Blut braucht, geht auf den Handel ein, setzt die beiden jedoch einfach auf der gleichen einsamen Insel aus, auf der Jack schon einmal festgesessen hat. Während Jack und Elizabeth ein wenig auf der Insel schmoren müssen, bis sie endlich von der DAUNTLESS gerettet werden, schleppen die Piraten Will in ihre Höhle, um ihn dort zu opfern. Norrington erklärt sich erst bereit, die BLACK PEARL zu verfolgen, als Elizabeth ihm die Ehe verspricht. Jack soll die Piraten aus der Höhle in einen Hinterhalt locken. Was Jack nicht verrät und was Norrington nicht ahnt: Mit Kugeln und Schwertern kann man den untoten Piraten, die sich im Mondlicht in Skelette verwandeln, rein gar nichts anhaben... Auch ist kein Verlaß auf Jack: Er verrät Barbossa den ganzen Plan und hat einen neuen Handel vorzuschlagen: Wenn Barbossa erst einmal die riesige DAUNTLESS erobert hat, könnte er doch Jack wieder zum Kapitän der BLACK PEARL machen? Damit seine Leute für das Kapervorhaben unbesiegbar bleiben, tötet Barbossa Will zunächst nicht. Er will in der Höhle auf den Ausgang der Schlacht warten, die alsbald zu toben beginnt.

Elizabeth hat sich heimlich auf die BLACK PEARL geschlichen, wo sie Jacks Crew befreit. Die Leute weigern sich allerdings, ihr bei der Rettung von Will und Jack zu helfen, so daß sie sich allein auf den Weg zur Höhle macht. Dort beweist Jack einmal mehr, daß niemand ihm trauen darf, denn er wirft Will einen Säbel zu und kämpft selbst gegen Barbossa - und da er heimlich eine der verfluchten Goldmünzen an sich genommen hat, kann auch er nicht getötet werden! Als Elizabeth ankommt, wirft Will sowohl ihre als auch Jacks Münze in die Steintruhe, im gleichen Moment schießt Jack Barbossa eine Kugel durch die Brust. Der Fluch ist aufgehoben - Barbossa fühlt endlich wieder etwas, wenn es auch nur die Kälte des Todes ist. Auch auf der DAUNTLESS ist der Kampf im selben Moment zuende, denn jetzt sind die Piraten wieder sterblich.

Pech für Jack, daß seine Crew sich mit der BLACK PEARL aus dem Staub gemacht hat, denn jetzt soll er wieder einmal gehängt werden. So steht er denn wenig später in Port Royal auf dem Richtplatz und hat die Schlinge schon um den Hals. Will taucht auf und spricht jetzt endlich seine Gefühle gegenüber Elizabeth aus, im nächsten Moment befreit er Jack - nur um wenig später zusammen mit ihm festgenommen zu werden. Doch Elizabeth stellt sich vor ihn und Norrington sieht ein, daß er sie verloren hat. Während Jack ins Meer springt (von Ferne naht nun doch noch die BLACK PEARL, an deren Ruder Jack alsbald steht), dürfen Will und Elizabeth endlich ihr Happy End genießen...

Der Film:

Wer hätte gedacht, daß das Genre des Piratenfilms doch noch einmal wiederbelebt werden könnte? "Fluch der Karibik" ist natürlich kein "ernsthafter" Piratenfilm. Oder jedenfalls kein Historienfilm, bei dem Wert auf die korrekte Darstellung geschichtlicher Ereignisse gelegt wird. Der Film ist ein einziger großer Spaß, eine selbstironische Mischung aus Actionfilm und Komödie, opulent ausgestattet, hervorragend besetzt, gespickt mit sehenswerten Spezialeffekten und Stunts. Natürlich wird kein Klischee ausgelassen und natürlich sind die Charaktere völlig überzeichnet und comichaft - allen voran Captain Jack Sparrow. Johnny Depp hat sich bei der Darstellung des exzentrischen Piratenkapitäns an einer realen Person orientiert: Keith Richards diente ihm als Vorbild für Körpersprache, Mimik und Sprechweise. Jack Sparrow mit seinen Cayal-Lidschatten, Dreadlocks (komplett mit Perlen und allem), Goldzähnen und Tätowierungen ist rein optisch schon eine bizarre Figur. Er bewegt sich die ganze Zeit, als habe er entweder zu tief ins Glas geblickt oder als sei er zu lange in der Sonne gewesen und spricht auch so - diese Art zu spielen ist vielen übel aufgestoßen, die lieber einen Macho-Piraten gesehen hätten. Dabei paßt diese Spielweise genau zum chamäleonhaften Charakter des verschrobenen, durchtriebenen und irgendwie sympathischen Captains. Er wirkt deshalb durchaus glaubwürdig und muß auf seine Art ernstgenommen werden - ein anderer Schauspieler hätte aus Jack Sparrow vielleicht eine Witzfigur gemacht.

Doch auch die anderen Schauspieler sind wundervoll. Geoffrey Rush als Barbossa ist ein richtig schön gruselig-böser Schurke, Orlando Bloom darf sich mal im Gegensatz zu seiner Legolas-Rolle als glutvoller Jüngling zeigen. Einfach herrlich. Eine Hauptrolle spielen selbstverständlich auch die komplett am Computer entstandenen Skelett-Piraten. Die sehen sehr überzeugend aus, wenn es auch noch die eine oder andere nicht ganz gelungene Szene gibt, in der man noch deutlich erkennen kann, daß die Skelette nur CGI sind. Bei "Fluch der Karibik" hat man trotz aller Effekte nicht das Gefühl, als würde man die Grafik-Demo eines in seine Geschöpfe verliebten Programmierers sehen. Hier stimmt die Mischung und die Effekte dienen dem Film, nicht umgekehrt. Die eigentlich recht simpel gestrickte Story wartet immer wieder mit einer unerwarteten Wendung auf, was natürlich Jack Sparrow zu verdanken ist, bei dem man bis zum Ende nicht weiß, auf wessen Seite er eigentlich steht. Allerbeste Unterhaltung, großes Popcorn-Kino und auch beim zweiten Ansehen alles andere als langweilig.

Die DVD:

Bei den Tonnen von Extras, die sich auf dem zweiten Silberling drängen, bleiben keine Wünsche offen. Oben habe ich die Extras so aufgeschrieben, wie sie auf der DVD-Hülle stehen. Dahinter verbergen sich teilweise aber zahlreiche Unterpunkte, die man sowohl einzeln aufrufen als auch komplett abspielen kann, so daß man nicht ständig in irgendwelchen Menüs herumklicken muß.

Die Filmdokumentationen sind wirklich informativ und unterhaltsam, auf allzu exzessive Verwendung von Filmausschnitten wurde verzichtet. Ansonsten sieht man Aufnahmen von den Dreharbeiten mit Erläuterungen und Interviews (manchmal auch ohne jeglichen Kommentar - auch nicht schlecht), letztere enthalten zum Glück hauptsächlich echte Informationen und nicht die Lobhudeleien, die man normalerweise in TV-Interviews zu hören bekommt. Leicht versteckt findet sich auch ein ganz kurzes Interview mit Keith Richards, dem Johnny Depp offenbar als Dank dafür, daß er ihn als Vorlage für Jack Sparrow "benutzen" durfte, Teile seines Piratenkostüms geschenkt hat...

"Unter Deck" ist ein interessantes Feature: Man klickt sich durch die Räume eines virtuellen Schiffes und erhält zu jedem Aspekt des Piratenlebens Erläuterungen von einem Historiker, dazu werden Ausschnitte aus verschiedenen alten Piratenfilmen sowie zeitgenössische Darstellungen (Gemälde) gezeigt.

Am besten hat mir das "Tagebuch eines Piraten" gefallen. Der Schauspieler Lee Arenberg (Darsteller des Piraten Pintel) hatte bei den Dreharbeiten offenbar immer eine kleine Digitalkamera dabei, mit der er alles mögliche gefilmt hat. Auf diese Weise erhält man sehr interessante Einblicke in seine tägliche Arbeit.

Ein weiterer kurioser Beitrag stammt aus dem Jahre 1968, darin wird die Piratenattraktion in Disneyworld, die dem Film als Vorbild diente, ausführlich vorgestellt. Walt Disney himself kommt zu Wort und man bekommt einiges von der Attraktion zu sehen. Herrlich schräg.

Die anderen Specials erklären sich eigentlich selbst. Hervorragende Ausstattung, sehr nett präsentiert: Daumen hoch!

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