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Oz Der Zauberer von Oz (USA, 1939)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Entertainment
FSK: Keine Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 98 Minuten

Extras
Original-Dokumentation "The Wonderful Wizard of Oz: The Making Of A Movie Classic" / "Hinter den Kulissen" / Nicht verwendetes Material / Trailer / "Die Geschichte von Oz" / "Unsterbliches Oz"

Regie:
Victor Fleming

Hauptdarsteller:
Judy Garland (Dorothy Gale)
Ray Bolger (Hunk / Die Vogelscheuche)
Jack Haley (Hickory / Der eiserne Holzfäller)
Bert Lahr (Zeke / Der furchtsame Löwe)
Frank Morgan (Prof. Marvel / Der Zauberer von Oz u.a.)
Margaret Hamilton (Mrs. Almira Gulch / Die böse Hexe des Westens)
Billie Burke (Glinda)
Clara Blandick (Tante Em)
Charley Grapewin (Onkel Henry)





Inhalt:

Kansas ist eine eher karge, triste Gegend in den USA, und wenn man noch dazu auf einer einfachen Farm lebt wie die kleine Dorothy Gale, dann kann man sich schonmal weit weg in ein schöneres Land "jenseits des Regenbogens" wünschen, wo es keine Sorgen gibt...

Toto, ihr kleiner Hund, ist Dorothys Ein und Alles. Als man ihr Toto eines Tages auf Betreiben einer böswilligen Nachbarin, die er angeblich gebissen hat, wegnehmen will, läuft Dorothy von zu Hause weg. Sie begegnet dem gutherzigen Jahrmarktsschausteller Prof. Marvel, der seine "wahrsagerischen Kräfte" nutzt, um ihr zu verdeutlichen, daß ihre Leute sich Sorgen um sie machen. Dorothy bekommt ein schlechtes Gewissen und kehrt um, doch kaum ist sie wieder auf der Farm, da zieht ein Wirbelsturm auf und reißt das Haus mit sich. Die Farmleute haben sich längst in einen Sturmkeller gerettet und Dorothy ist allein im Haus. Sie verliert das Bewußtsein, und als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich unversehens im Lande Oz wieder. In dieser farbenprächtigen, skurrilen Märchenwelt wird sie vom Zwergenvolk der Munchkins als Retterin willkommen geheißen, weil die böse Hexe des Ostens von Dorothys Haus erschlagen worden ist. Glinda, eine gute Hexe, gibt Dorothy den Rat, immer der Gelben Ziegelsteinstraße zu folgen, um zur Smaragdstadt zu gelangen. Dort regiert der große und mächtige Zauberer von Oz, und nur er wäre in der Lage, Dorothy zurück nach Hause zu bringen. Außerdem sorgt Glinda dafür, daß Dorothy die magischen roten Schuhe der toten Hexe erhält. Dadurch zieht das kleine Mädchen sich aber den Haß der bösen Hexe des Westens zu, die alles daransetzt, die roten Schuhe an sich zu bringen.

Auf ihrem Weg zur Smaragdstadt findet Dorothy drei Freunde, die ihr beistehen und ebenfalls zum Zauberer reisen wollen, um ihm ihre sehnlichsten Wünsche vorzutragen: Eine mit Stroh ausgestopfte Vogelscheuche, die gern ein Gehirn hätte. Ein eiserner Holzfäller, der sich ein Herz wünscht. Ein feiger Löwe, dem Mut zu seinem Glück fehlt. Trotz aller Nachstellungen der bösen Hexe, die den Gefährten immer wieder Steine in den Weg legt, erreichen Dorothy und ihre Freunde nach vielen Abenteuern glücklich die Smaragdstadt. Dabei hat auch die gute Hexe Glinda ihre Hände im Spiel. Die vier Bittsteller werden zum Zauberer vorgelassen, einer ehrfurchtgebietenden Erscheinung, die hinter Flammen und Qualm kaum zu erkennen ist. Der Zauberer ist bereit, alle Wünsche zu erfüllen, doch er knüpft eine Bedingung daran: Die Gefährten sollen ihm den Besenstiel der bösen Hexe des Westens bringen. Ein unmögliches Unterfangen, denn dazu müßte man die Hexe erst einmal töten! Die Gefährten wagen sich in die Nähe des Hexenschlosses, kommen aber nicht weit: Dorothy und Toto werden von den geflügelten Affen der Hexe entführt. Die Hexe erkennt, daß sie Dorothy die Schuhe nicht entreißen kann, solange das Mädchen lebt. Aber damit hat die Hexe kein Problem; sie beginnt sofort damit, Dorothys Ermordung zu planen.

Toto kann entkommen, er führt die Vogelscheuche, den Blechmann und den Löwen zum Schloß der Hexe. Gemeinsam gelingt es ihnen, sich in das Gemäuer zu schleichen und Dorothy zu befreien. Sie werden aber von der Hexe und ihren Schergen in die Enge getrieben. Als die Hexe die Vogelscheuche in Brand steckt, löscht Dorothy das Feuer mit einem Eimer Wasser - dabei trifft sie auch die Hexe, die umgehend zerschmilzt. Prompt wird Dorothy auch von den ehemaligen Soldaten der Hexe als Befreierin gefeiert. Natürlich erhält sie auch den Hexen-Besenstiel. Zurück in der Smaragdstadt werden die Gefährten erneut vertröstet, doch da entlarvt Toto den Zauberer als Betrüger: In Wirklichkeit ist er nur ein alter Mann, der sich mit Tricks und ferngesteuerten Spezialeffekten als mächtiges Wesen in Szene gesetzt hat. Und doch gelingt es ihm, die Wünsche der Gefährten Dorothys zu erfüllen, denn eigentlich ist die Vogelscheuche klüger als mancher, der etwas anderes als Stroh im Kopf hat, der eiserne Holzfäller hat auch ohne Herz viel Gefühl und der Löwe hat seinen Mut beim Kampf gegen die Hexe schon längst bewiesen. Sie mußten nur dazu gebracht werden, an sich selbst zu glauben. Auch für Dorothy hat der "Zauberer" gute Neuigkeiten: Er selbst ist einst mit einem Fesselballon ins Land Oz geraten - und den Ballon besitzt er immer noch. Er ist bereit, Dorothy damit zurück nach Kansas zu bringen.

Leider wird dann doch nichts daraus, denn Dorothy muß im letzten Moment aus dem Ballon springen, um Toto einzufangen, der mal wieder einer Katze nachjagt. Der Ballon hebt ab - ohne Dorothy. Da erscheint Glinda und enthüllt Dorothy das Geheimnis der roten Schuhe. Mit ihrer Hilfe kann man jeden Ort erreichen, zu dem man sich hinwünscht. Dorothy erkennt, daß es nirgendwo besser ist als zu Hause. Sie nimmt tränenreich Abschied von ihren Freunden, schlägt die Absätze der roten Schuhe dreimal zusammen - und wenig später wacht sie in ihrem Bett in Kansas auf. War alles nur ein Traum?

Der Film:

Über diesen Film, diesen unvergeßlichen Klassiker unter den Märchenfilmklassikern, ist schon so viel geschrieben worden... Dem habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen. Werde mich deshalb kurz fassen. Ich habe den Film schon als kleiner Junge im Fernsehen gesehen (im TV lief/läuft er oft unter dem Titel "Das zauberhafte Land") und ich bin mit Sicherheit nicht der einzige, dem die böse Hexe des Westens mit ihrer häßlichen Visage, den langen Fingernägeln und dem fiesen Gelächter damals schlaflose Nächte bereitet hat... "Der Zauberer von Oz" ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Auch wirken die Kulissen und Spezialeffekte für CGI-verwöhnte Betrachter möglicherweise nur lächerlich. Dennoch sollte man den Film unbedingt einmal gesehen haben, denn Zitate daraus wurden in unzähligen anderen Werken (Filmen, Romanen und Musikstücken) verwendet, die Haupt"personen" sind weltbekannt. Eigentlich gehört der Film also zur Allgemeinbildung! Und auch sonst kann man sich durchaus auch heute noch von seinem naiven Charme verzaubern lassen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch des US-amerikanischen Schriftstellers L. Frank Baum aus dem Jahre 1900. Dieses Buch - oder vielmehr die sehr frei nacherzählte Version von Alexander Wolkow, in der Dorothy "Ellie" heißt und Toto "Totoschka" - gehört zu meinen frühesten Leseerfahrungen. Mit der Romanvorlage geht der Film zwar ziemlich sorglos um, insbesondere kommt der Traum-Aspekt im Buch nicht so zur Geltung wie im Film, aber diese Änderungen schaden der Geschichte nicht. Im Film begegnet Dorothy nur Gestalten, die verfremdete Versionen von Menschen sind, die sie aus Kansas kennt. Als sie nach ihrem Abenteuer wieder zu sich kommt, sind angeblich nur Minuten vergangen - also hat sie das Ganze wohl tatsächlich nur geträumt. Im Buch wird das anders geschildert.

Sollte es tatsächlich jemanden geben, der den Film noch nicht gesehen hat, dann wird derjenige vielleicht irritiert sein, daß der Film in Schwarz-Weiß mit Sepia-Tönung beginnt. Keine Panik: Das ist nur ein Stilmittel, um den Gegensatz zwischen der tristen Realität von Kansas und dem psychedelischen Farbenrausch im Lande Oz deutlicher zu machen. Sobald Dorothy das Dorf der Munchkins betritt, wechselt der Film in prächtiges Technicolor. Als zweites sei für Unkundige angemerkt, daß "Der Zauberer von Oz" ein Musicalfilm ist. Es wird also viel gesungen! Die berühmten Musiknummern sind mindestens ebenso oft zitiert worden wie der Film selbst. "Der Zauberer von Oz" ist, wie im Vorspann zu lesen ist, allen Kindern und Junggebliebenen gewidmet. Man muß denn auch als Erwachsener großzügig über all den Kitsch und so manche allzu schmalzige Szene hinwegsehen. Man kann sich aber auch heimlich zu Tränen rühren lassen, wenn man nah am Wasser gebaut hat...

Die DVD:

Zunächst einmal sei angemerkt, daß Bild und Ton für einen Film diesen Alters eine sehr gute Qualität haben - man sollte aber keine Wunder erwarten. Obwohl der Film und alle Extras auf eine DVD gepackt wurden, kann die Zusatzausstattung sich mehr als sehen lassen. Die Vielzahl des Bonusmaterials ist schlicht unglaublich - andererseits ist es kein Wunder, daß es über "The Wizard of Oz", der in den USA zu den beliebtesten Filmen aller Zeiten gehört, massenweise Material gibt. Zu allem sind optionale deutsche Untertitel anwählbar. Herzstück ist die 50-minütige Dokumentation "The Wonderful Wizard of Oz: The Making of a Movie Classic" aus dem Jahre 1990. Angela Lansbury erzählt einiges über die Buchvorlage, über die Entstehungsgeschichte des Films und über sein weiteres Schicksal. Man bekommt viele hochinteressante Ausschnitte aus historischen Interviews mit allen Beteiligten zu sehen. Hinzu kommen Aufnahmen von den damaligen Auftritten, bei denen Judy Garland zusammen mit Micky Rooney Werbung für den Film gemacht hat und sogar Liza Minelli (Judy Garlands Tochter) kommt zu Wort. Weiterhin gibt es zeitgenössisches Film- und Bildmaterial über den Erfolg, den der Film vor allen in den USA hatte.

Die so unauffällig erscheinenden Menüpunkte "Hinter den Kulissen", "Die Geschichte von Oz" und "Unsterbliches Oz" bieten umfangreiche Informationen zum Produktionsprozeß: Viele Szenen- und Porträtfotos sowie Werbeplakate und anderes zeitgenössische Bildmaterial, Aufnahmen von Kostüm-/Makeup-Proben, Skizzen und Storyboards, teilweise nicht verwendete Special Effects - Szenen und vieles mehr... es dauert eine ganze Weile, bis man sich alles angeschaut hat. Alles wird mit Texttafeln erläutert, manche Diashows werden durch alte Tonaufnahmen vom Set kommentiert. Weiterhin findet man unter diesen Menüpunkten einige Amateurfilme im 16mm-Format, die Filmkomponist Harold Arlen während der Dreharbeiten gemacht hat.

Deleted Scenes: Nur eine der nicht verwendeten Szenen ist als Film zu sehen, alle anderen sind reine Tonaufnahmen, zu denen Bilder als Diashow oder kurze Ausschnitte von den Dreharbeiten gezeigt werden. Die einzige "richtige" entfallene Szene ist eine sehr viel längere und akrobatischere Version vom Tanz der Vogelscheuche. Sehenswert! Ebenso interessant sind Ausschnitte aus "The Wizard of Oz" - Stummfilmen aus den Jahren 1914 und 1925. In letzterem wurden Vogelscheuche und Zinnmann von Larry Semon und Oliver Hardy (!) gespielt. Weitere Ausschnitte stammen aus einem "The Wizard of Oz" - Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1933. Es gibt noch 8 weitere kurze Zeichentrickfilme zu sehen - die sind wahrscheinlich bei Fernsehausstrahlungen für Werbeunterbrechungen o.ä. verwendet worden. Hinzu kommen noch Interviews aus dem Jahre 1979 und Aufnahmen von der Oscarverleihung im Jahre 1940.

Ton-Specials: Hier findet man neben zwei Original-Radiosendungen aus der damaligen Zeit eine "Musicbox" mit 18 Musikstücken aus dem Film. Dabei handelt es sich teilweise um Probeaufnahmen, d.h. man bekommt auch schiefgegangene Stücke zu hören.

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