Outland


Outland - Planet der Verdammten (GB, 1981)
- Outland -

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 109 Min.

Extras
- Audiokommentar
- Kinotrailer

Regie:
Peter Hyams

Hauptdarsteller:
Sean Connery (William T. O'Niel)
Peter Boyle (Mark B. Sheppard)
Frances Sternhagen (Dr. Marian Lazarus)




Story

In der ConAm-Mine 27 auf dem Jupitermond Io wird Titan abgebaut. Die Arbeitsbedingungen hart, das Leben auf dem Mond ist gefährlich und das Versorgungsshuttle kommt nur einmal in der Woche. Unter der Leitung von General Manager Sheppard konnte die Produktivität dennoch beträchtlich gesteigert werden. Marshal O'Niel und seine Männer sorgen für Ruhe und Ordnung in der Kolonie. O'Niel ist erst seit zwei Wochen auf Io und kennt die Situation noch nicht genau. Er wird stutzig, als sich mehrere Arbeiter auf bizarre Weise das Leben nehmen oder durchdrehen und Amok laufen. Nachdem O'Niels Frau, die nicht mit seinen ständigen Versetzungen zurechtkommt und dem gemeinsamen Sohn eine normale Kindheit auf der Erde ermöglichen möchte, überraschend abgereist ist, beginnt der Marshal genauer zu recherchieren. Von der Stationsärztin Dr. Lazarus erfährt er, dass alle Toten sofort abtransportiert und im All bestattet werden. Eine Autopsie ist in keinem Fall durchgeführt worden. O'Niel beschafft eine Blutprobe des letzten Opfers. Darin findet Dr. Lazarus Rückstände einer synthetischen Droge. Offensichtlich nehmen viele Arbeiter diese aufputschende Substanz, um tagelang im Akkord schuften zu können. Die Droge führt jedoch nach mehrmonatigem Konsum zu Psychosen und Wahnvorstellungen.

O'Niel erkennt, dass er auf ein gut funktionierendes kriminelles System gestoßen ist, das bis in höchste Kreise hineinreicht. Solange die Wahrheit vertuscht werden kann, sind alle zufrieden: Sheppard fordert immer mehr Produktivität, versorgt die Arbeiter mit der Droge und zahlt saftige Prämien. Die Polizisten werden geschmiert und sehen weg. Somit wirft die Mine hohe Gewinne für die ConAm-Bosse ab. O'Niel lässt sich nicht bestechen und kündigt an, Sheppard auffliegen zu lassen. Es gelingt ihm, einen von Sheppards Dealern festzunehmen. Der Mann wird jedoch in der Zelle getötet. Einer von O'Niels Männern - der einzige, von dem er Unterstützung hätte erwarten können - wird ebenfalls ermordet. O'Niel entgeht selbst nur knapp einem Mordanschlag. Er findet die neueste Drogenlieferung und vernichtet sie. Daraufhin fordert Sheppard Verstärkung an. Seine Hintermänner entsenden zwei Killer. Sie werden mit dem nächsten Shuttle erwartet. Sheppard gerät selbst in Gefahr beseitigt zu werden, sofern er O'Niel nicht unschädlich machen kann. O'Niel ist im Bilde, denn er kann Sheppards Funksprüche abhören.

Der Marshal hat nun einige Tage Zeit, um sich auf die Ankunft der Killer vorzubereiten. Er steht jedoch fast völlig allein. Die anderen Sicherheitskräfte sind nicht bereit, ihr Leben zu riskieren. Die Arbeiter ziehen sich am fraglichen Tag in die Bar zurück. Nur Dr. Lazarus hält zu O'Niel. Gemeinsam locken sie den ersten Killer in eine tödliche Falle. Der zweite schießt im Gewächshaus auf eine von O'Niel geworfene Abdeckplatte und zerstört die Außenhülle, so dass er ins All geblasen wird. Zuletzt wird O'Niel von einem seiner eigenen Männer angegriffen, behält aber auch in diesem Kampf die Oberhand. Ziemlich angeschlagen schickt O'Niel zu guter Letzt noch Sheppard mit einem Schwinger ins Reich der Träume. Danach verlässt er die Mine und folgt seiner Frau, um mit ihr und seinem Sohn zur Erde zu reisen.

Kommentar

Wieder eine Bildungslücke geschlossen. "Outland" ist einer der wenigen Science-Fiction-Klassiker, die ich noch nicht kannte. Der Film ist ein bisschen Thriller und ein bisschen Western, wird akzeptabel in ein SF-Szenario eingebettet und profitiert nicht unerheblich vom überzeugenden Hauptdarsteller. Sean Connery macht sich gut als etwas rauhbeiniger, wortkarger und unbeugsamer Gesetzeshüter, der sich, wie einst Gary Cooper in "High Noon" ("Zwölf Uhr mittags"), ganz allein gegen einige Schurken durchsetzen muss. OK, nicht ganz allein. Frances Sternhagen ist als zynische, aber gutherzige Ärztin ein prima Gegenpart - ihre bissigen Kommentare sind ein Highlight des Films.

Die Handlung findet in einer abgelegenen Kolonie statt, deren Bewohner auf sich gestellt sind - ein typischer Western-Plot. Die weit verzweigte Verschwörung mit korrupten Polizisten und einem Drogenkartell ist wiederum ein immer wieder gern verwendetes Thriller-Element. O'Niel nutzt die Gegebenheiten der Mine auf dem luftleeren Mond, um seine Gegner auszuschalten, d.h. der Schauplatz wird sinnvoll eingesetzt. Man muss allerdings großzügig darüber hinwegsehen, dass sich die angeblich so fähigen Killer dabei äußerst dämlich anstellen. Die Atmosphäre erinnert sehr an Alien (ohne außerirdische Monster natürlich): Eine hochtechnisierte, aber schon ziemlich abgenutzte, schmutzig-schäbige Arbeitsumgebung, nüchterne Wohneinrichtungen, einsame Korridore und viel Dunkelheit.

Wenn sich die verdreckten Arbeiter in den Umkleideräumen drängen oder auf engem Raum in der Kantine zusammenhocken usw., könnte man glauben, dass wirklich in einer Station fern der Zivilisation irgendwo im All gedreht worden sei - Kulissen und Ausstattung sehen schön realistisch aus. Für die Außenbereiche gilt das nur bedingt, da sieht man oft ziemlich deutlich, dass Matte-Paintings und Miniaturen verwendet wurden. Wenn die Köpfe der bedauernswerten Leute platzen, die dem Vakuum des Alls ausgesetzt sind, dann sieht das doch sehr nach Gummi aus. Mal ganz davon abgesehen, dass der Tod im All so wohl nicht abläuft. Aber das waren damals eben die gängigen Vorstellungen davon. Natürlich stimmt auch noch so manch anderes Detail nicht. So merkt man zum Beispiel nichts davon, dass auf Io nur ein Sechstel der Erdschwerkraft herrscht. Man kann sich fragen, warum das Glas des Gewächshauses beim ersten Schuss zersplittert. Das ist schließlich das einzige, was diesen Bereich vom Vakuum des Alls trennt. Sollte man da nicht lieber Sicherheitsglas verwenden? O'Niels Kampf gegen die Killer kommt mir sehr merkwürdig vor. Warum rennt er wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Station? Er hätte doch genug Zeit gehabt, eine Falle in der Shuttlebucht aufzubauen. Er hätte sich dort auf die Lauer legen und die bösen Buben in aller Ruhe abknallen können. Die beiden sind sogar so nett, ihre Waffen erst nach dem Aussteigen direkt vor einer Überwachungskamera zusammenzusetzen...

Aber auf solche Details muss man sich ja nicht konzentrieren. Insgesamt wird solide SF-Thriller-Kost mit ausreichender Härte geboten, und Sean Connery macht den Film an sich schon sehenswert.

Blu-ray-Features

Abgesehen vom Audiokommentar des Regisseurs und dem Kinotrailer ist leider kein Bonusmaterial vorhanden. Schade! Gerade bei einem so alten Film hätte ich gern ein bisschen Hinter-den-Szenen-Material gesehen. Immerhin ist die Bildqualität der Blu-ray erstaunlich gut; abgesehen von wenigen unscharfen Momenten muss sich der Film nicht vor aktuellen Produktionen verstecken.


J. Kreis, 28.01.2013




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