Die Otto Show


Die Otto Show (D, 1973 - 1983)

DVD, WDR / Edel Entertainment
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: Siehe unten

Extras:
- Otto - "Der Libero" (11:43 Min.)
- Otto - "Live in Münster 1983" (10:07 Min.)
- Otto-Sounds
- Bildergalerie
- DVD-ROM-Extras




Inhalt / Kommentar

Die DVD-Box enthält alle Fernsehshows von und mit Otto Waalkes, die in der Zeit von 1973 bis 1983 im WDR bzw. im ZDF erstmals zu sehen waren.

- Die Otto-Show I (1973, 42:05 Min.)
- Die Otto-Show II (1974, 43:54 Min.)
- Die Otto-Show III (1975, 41:59 Min.)
- Die Otto-Show IV (1976, 42:07 Min.)
- Die Otto-Show V (1977, 42:15 Min.)
- Die Otto-Show VI (1978, 42:33 Min.)
- Die Otto-Show VII (1979, 42:52 Min.)
- Ein neues Programm von und mit Otto Waalkes (1981, 43:22 Min.)
- Hilfe, Otto kommt! (1983, 40:28 Min.)

Nicht enthalten ist "So ein Otto" aus dem Jahre 1981, aber dabei handelt es sich ohnehin nur um eine Zusammenstellung von Ausschnitten aus den älteren Otto-Shows.

Otto ist einer der ganz großen Helden meiner Jugend. Die Otto-Shows waren in den Siebzigern und Achtzigern für uns Kinder absolute Highlights. Mit ziemlicher Sicherheit habe ich nicht alle Shows bei der Erstausstrahlung gesehen, aber egal wie oft die Sendungen wiederholt wurden - wir haben immer wieder gebannt vor dem Fernseher gesessen und jeden noch so platten Kalauer, jedes Lied und jede Bewegung des ostfriesischen Komikers studiert, um das alles am nächsten Tag in der Schule wiederholen zu können. Auch wenn wir nicht alles verstanden haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere Eltern ganz schön ins Schwitzen gekommen sind, wenn sie uns wieder mal eines der tief unter der Gürtellinie angesiedelten Wortspiele erklären sollten! Ottos Hibbeligkeit, seine verrückte Art zu gehen, seine Sprechweise, die verschiedenen Kunstfiguren (Harry Hirsch, Frau Suhrbier, Susi Sorglos, Karl Soest, der Priester usw.), die Parodien alter und neuer Lieder ... das fanden wir total faszinierend, so etwas hatte es vorher nicht gegeben. Auf jeden Fall hat Otto meinen Humor neben Monty Python, Loriot, Didi Hallervorden und Heinz Ehrhardt entscheidend mitgeprägt. Ich kann noch immer einige seiner Sketche auswendig vortragen, komplett mit den typischen Otto-Stimmen. Tatsächlich ist mir beim erneuten Anschauen der Otto-Shows nach Jahrzehnten erst so richtig klar geworden, wie viele meiner dummen Sprüche eigentlich von Otto stammen!

Die Sendungen sind Zusammenschnitte von vermutlich viel längeren Liveauftritten vor Publikum. Ich fand es besonders interessant zu beobachten, wie sich die Shows und natürlich auch Otto Waalkes über die Jahre hinweg entwickelt haben. Die allererste Otto-Show ist total minimalistisch: Otto mit Gitarre auf der Bühne, praktisch keine Requisiten, kein Herumgerenne und dergleichen, keine MAZ-Einspielungen. Außerdem ist Otto in der ersten Show nicht allein. Neben ihm treten der österreichische Sänger Peter Horton und das damals recht bekannte Gesangsduo "Cherry Cats" (Ruth Grafenau und Marlen Chanel) auf! Das ist eine Besonderheit, denn in allen anderen Shows spielt Otto alle Rollen seiner Sketche selbst und hat keine Gäste. Nur in der letzten Show ("Hilfe, Otto kommt!") sind wieder andere Akteure mit auf der Bühne, nämlich eine Ballerina und ein Männerchor.

In der ersten Otto-Show ist Ottos Bühnen-Persona noch nicht voll entwickelt. Otto wirkt im Vergleich mit späteren Auftritten geradezu schüchtern! In der zweiten Show geht's dann los mit seinen typischen Moves und Geräuschen. Ab der dritten Show bietet sich das Bild, das man von Otto kennt. Eine Bühne voller Krimskrams, auf der Otto hektisch herumhampelt, um in verschiedene Identitäten zu schlüpfen. Hinzu kommen immer mehr Cartoons und vor allem Videoclips Zum Beispiel beginnt die dritte Otto-Show mit dem recht aufwändig verfilmten Robin-Hood-Sketch. In dieser Show kommt sogar ein gewisser Kommissar Kringel vor! Otto ist nun ganz in seiner Rolle und geht richtig aus sich heraus. In dieser Zeit war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Irgendwann im Verlauf der Achtziger ist er für uns Kids uncool geworden. Warum? Das weiß ich nicht. Aber diesen Otto, also den aus den hier versammelten Shows, finde ich nach wie vor klasse.


Die Otto Show

Links: Otto bei seinem ersten Auftritt. Rechts: Otto verabschiedet sich in seiner letzten Show


DVD-Features

Die vier DVDs stecken in einem Mediabook, das außerdem ein dickes Booklet mit zahlreichen Fotos und einem humoristischen Rückblick auf die Jahre 1973 bis 1983 enthält, bei dem der Fokus natürlich auf Otto und seinen Shows liegt.

Es mögen Jahrzehnte vergangen sein, seit ich die Otto-Shows im TV gesehen habe, aber ich kann mich an vieles noch sehr gut erinnern. Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass zumindest die Folge "Hilfe, Otto kommt!" nicht vollständig auf DVD vorliegt. In der Show, an die ich mich erinnere, gibt Otto zahlreiche Versionen des Liedes "Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald" zum Besten, und zwar im Stil der Neuen Deutschen Welle. Irgendwann beginnt der Abspann, wird aber gleich wieder abgebrochen, weil Otto "Einen hab' ich noch!" ruft und eine weitere NDW-Version singt. Auf DVD ist der Sketch kürzer. Ein paar Versionen fehlen! Keine Ahnung, warum hier die Schere angesetzt wurde, aber ich finde es sehr ärgerlich.

Zur Nutzung der DVD-ROM-Extras lege man Disc 1 ins PC-Laufwerk, öffne den Ordner "img" und dort die Datei "menu.htm". Das ist eine Art verlinktes Inhaltsverzeichnis dieses Bonusmaterials. Es handelt sich um Weblinks, Bildschirmschoner, Wallpaper, ein Ottifanten-Desktop-Theme (mit Installationsanleitung), einen Otto-Stundenplan als PDF sowie Otto-Geräusche im .wav-Format. Letztere könnte man zum Beispiel in .mp3 umwandeln und als Klingeltöne verwenden.

"Der Libero" ist ein Ausschnitt aus einem Hallenfußballspiel, an dem Otto Waalkes teilgenommen hat. Es wurde vermutlich zur Zeit der Otto-Shows in Lübeck ausgetragen, Sponsor war der Uhrenhersteller Pulsar. Der Kommentator ist nicht allzu gut zu hören, aber den Namen eines weiteren Spielers habe ich verstanden: Es ist Volker Lechtenbrink! Wahrscheinlich irre ich mich, aber ich hatte den Eindruck, dass Martin Jente als Schiedsrichter mitgewirkt hat. Natürlich kann bei Ottos Teilnahme von einem geordneten Spielablauf keine Rede sein, lustig ist es allemal. "Live in Münster 1983" wirkt so, als hätte einfach jemand im Publikum mit einer Handkamera gefilmt. Zu sehen sind bekannte Sketche (leicht abgewandelt), die Bildqualität ist schlecht.


J. Kreis, 16.03.2017




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