The Osiris Child


The Osiris Child (Australien, 2016)
- Science Fiction Volume One: The Osiris Child -
Blu-ray, Eurovideo
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 99 Minuten

Extras:
- Interviews mit Cast und Crew (53:47 Min.)
- B-Roll (9:19 Min.)
- Trailer

Regie:
Shane Abbess

Hauptdarsteller:
Daniel MacPherson (Kane Sommerville)
Kellan Lutz (Sy Lombrok)
Teagan Croft (Indiana Sommerville)
Isabel Lucas (Gyp)
Luke Ford (Bill)
Rachel Griffiths (Generalin Lynex)
Temuera Morrison (Mourdain)




Inhalt

In der Zukunft werden Planeten in anderen Sonnensystemen mittels Terraforming soweit umgewandelt, dass sie sich zur Besiedlung durch Menschen eignen. Der mächtige Konzern EXOr ist hierbei führend. Schwerverbrecher werden in den Kolonien als Zwangsarbeiter eingesetzt. Zu EXOr gehörende Militäreinheiten kontrollieren den Terraformingprozess und überwachen die Gefängnisse. Auf einer besonders weit von der Erde entfernten Welt führt der sadistische Gefängnisdirektor Mourdain mit Unterstützung der EXOr-Generalin Lynex insgeheim illegale Menschenversuche an Sträflingen durch. Ziel ist die Erschaffung aggressiver Kreaturen, die auf Planeten abgesetzt werden sollen, welche von Lebewesen bewohnt werden, die sich der Kolonisierung widersetzen könnten und ausgerottet werden müssen. Das Projekt ist fast abgeschlossen. Es sind massige, gepanzerte Wesen namens Raggeds entstanden, die selbst durch massiven Beschuss kaum zu töten sind und sich obendrein sehr schnell vermehren können. Wie Chamäleons oder Frösche sind die Raggeds in der Lage, ihre Zungen hervorschnellen zu lassen. Wen sie damit erwischen, dessen Erbgut verändert sich drastisch. Innerhalb weniger Stunden entsteht auf diese Weise ein neuer Ragged.

Eines Tages zettelt ein verurteilter Mörder namens Sy Lombrok eine Revolte in Mourdains Gefängnis an. Sy ist als Häftling auf diesem Planeten gelandet, weil er einen Mann getötet hat, der im Alkoholrausch einen Verkehrsunfall verursacht hat. Bei diesem Unfall sind Sys Frau und Tochter ums Leben gekommen. Im Chaos des Aufstands werden nicht nur sämtliche Gefangenen befreit, sondern auch die Raggeds. Diese beginnen sofort damit, die Aufgabe zu erfüllen, für die sie erschaffen wurden. Sie überrennen alle Siedlungen im Umkreis des Gefängnisses, töten oder verwandeln jeden, der sich ihnen in den Weg stellt, und nähern sich unaufhaltsam der Hauptstadt Osiris. Die Existenz der Raggeds darf nicht bekannt werden. Deshalb plant Lynex die Auslöschung allen Lebens in der Kolonie durch einen Atomschlag. Das Ganze soll so aussehen, als hätten die Gefängnisinsassen Geiseln genommen, mit der Freisetzung eines tödlichen Virus gedroht und letztlich einen Kernreaktor gezündet. Nur wenige EXOr-Mitarbeiter kennen die Wahrheit. Lieutenant Kane Sommerville, ein in der über den Wolken schwebenden EXOr-Kommandozentrale (der "Flottille") arbeitender Infrastrukturplaner, wird von einem befreundeten Offizier eingeweiht.

Kane desertiert und stiehlt ein Jagdflugzeug, denn ihm bleiben nur noch wenige Stunden, um seine in Osiris weilende Tochter Indiana ("Indi") abzuholen und in einem geheimen Tiefbunker in Sicherheit zu bringen. Es gelingt Kane, einen Verfolger zu vernichten, doch seine eigene Maschine stürzt ab. Kane rettet sich mit dem Schleudersitz, landet aber ohne jegliche Ausrüstung auf dem Planeten. Er begegnet Sy, der sich als im Gefängnis tätig gewesener Pfleger ausgibt. Sy hilft Kane bei der Suche nach Indi. Er bringt ihn mit den Halbgeschwistern Bill und Gyp zusammen, die einen gepanzerten Bus besitzen und Kontakte zu Waffenhändlern haben. Dort rüsten sich Kane und Sy vor der Fahrt nach Osiris neu aus. In der Hauptstadt wüten bereits die Raggeds. Kane und Sy holen Indi aus der Wohnung. Derweil fällt Bill einer Explosion zum Opfer. Während der Fahrt zum Bunker wird der Bus von einem Jagdflugzeug angegriffen. Kane und Gyp sterben im Kugelhagel. Sy bringt Indi zum Bunker, wird aber von einem Ragged infiziert und beginnt sich zu verwandeln. Er will Selbstmord begehen, doch Indi fleht ihn an, bei ihr zu bleiben, weil sie sonst niemanden mehr hat. Beide überstehen die Atombombenexplosion im Bunker, ansonsten gibt es keine Überlebenden auf dem Planeten. Die Flottille macht sich auf den Rückweg zur Erde.

Einige Zeit später wird das Höhlensystem, in dem sich der Bunker befindet, von EXOr-Agenten durchsucht. Sie sind den Signalen eines Peilsenders gefolgt. Ein Agent wird von einem Ragged getötet. Dies ist der verwandelte Sy - er ist zu Indis Beschützer geworden. Der Sy-Ragged ist kein hirnloses Raubtier; Indi kann per Zeichensprache mit ihm kommunizieren. Von der zweiten Agentin erfahren die beiden die Wahrheit über den Genozid. Gemeinsam zwingen sie die Agentin, sie mit deren Raumschiff zur Flottille zu bringen.


Kringels Meinung

Der Film endet zwar nicht gerade mit einem Cliffhanger, befriedigend finde ich das Ende der Geschichte aber nicht. Der englische Originaltitel lässt vermuten, dass eine Fortsetzung angedacht ist, aber sollte es wirklich jemals ein Volume Two geben, dann kann ich darauf verzichten, sofern der zweite Film genauso langweilig ist wie der erste. Schrieb ich gerade "Geschichte"? Nun, von einer vernünftig aufgebauten Story mit Einleitung, Mittelteil, Höhepunkt und Schluss kann kaum die Rede sein. Zunächst einmal konnten sich die Drehbuchautoren anscheinend nicht entscheiden, welche Geschichte sie erzählen wollten. Die von Kane? Oder die von Sy? Oder soll Indi im Zentrum stehen? Herausgekommen ist ein unausgegorenes, langatmiges Nichts voller Klischees, Stereotypen und kitschigem Pathos.

Obige Handlungszusammenfassung gibt die Geschehnisse in chronologischer Reihenfolge wieder, so ist der Film aber nicht aufgebaut. Er beginnt damit, dass Indi in einem Voiceover-Kommentar von der problematischen Vergangenheit ihres Vaters berichtet (er hat den Tod seiner Kampfeinheit verursacht, möglicherweise im Drogenrausch), die für den gesamten Film genauso irrelevant ist wie die dysfunktionalen Familienverhältnisse: Indi ist auf dem terrageformten Planeten nur zu Besuch. Ihre Eltern sind geschieden und Kane ist ein ziemlich schlechter Vater. In der Folge wird Kane lang und breit als Hauptfigur eingeführt, nur um über weite Strecken hinweg ignoriert zu werden und kurz vor Schluss zu sterben. Stattdessen wird Sy immer wieder in den Vordergrund gerückt. Lange Rückblenden zeigen, wie die Revolte der Sträflinge vorbereitet und durchgeführt wurde und warum Sy überhaupt im Gefängnis gelandet ist. Das alles wird schlicht und einfach für den Film nicht gebraucht, zumindest nicht in dieser Ausführlichkeit. Und Indi? Die tritt während 90 Prozent des Films überhaupt nicht in Erscheinung.

Vermutlich haben die Autoren geglaubt, durch das permanente Hin und Her könnten sie den Eindruck von Vielschichtigkeit erwecken, aber die ständigen Zeitsprünge sowie das sinnlose Verweilen bei Nebenfiguren (Bill und Gyp) oder gar bei völlig bedeutungslosen Typen wie den beiden Waffenhändlern (in einer viel zu langen Sequenz wird gezeigt, wie sie von Raggeds getötet werden) verhindern, dass jemals so etwas wie eine Spannungskurve entsteht. In dem wirren Durcheinander lose miteinander verknüpfter Szenen wird nie das Gefühl der Dringlichkeit spürbar, das sich bei der Suche nach Indi einstellen müsste. Gleiches gilt für die von den Raggeds ausgehende Gefahr - sie ist nicht vorhanden. Der ganze Ablauf ist vorhersehbar. Das ist anscheinend auch den Autoren aufgefallen, und weil ihnen kein besserer Plot-Twist eingefallen ist, lassen sie halt die Hauptfigur sterben. Was für ein Chaos! Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich mitgerissen gefühlt. Die Erzählweise hat es mir unmöglich gemacht, in die ohnehin sehr dünne Story einzutauchen. Kein Tod hat mich berührt. Tatsächlich musste ich mich zwingen, nicht dauernd auf die Schnellvorlauf-Taste zu drücken.

Dabei machen die Schauspieler ihre Sache durchaus gut und es werden viele sehenswerte Spezialeffekte geboten. Zugegeben, was reale Drehorte angeht, bekommt man hauptsächlich karge australische Landschaften, 08/15-Gebäude und uninteressante Innenräume zu sehen. In den Kampfszenen merkt man, dass da nicht sehr viele Komparsen agieren; es stehen meist einfach nur ein paar Leute rum und ballern auf Ziele, die man nicht zu sehen bekommt. Ich finde es ja lobenswert, dass man für die Raggeds ausschließlich Ganzkörpermasken und Animatronics verwendet hat, aber leider kann das Ergebnis nicht hundertprozentig überzeugen. Die Raggeds erinnern frappierend an die friedfertigen Mystics aus Der Dunkle Kristall, sie bewegen sich ebenso langsam und wirken kaum bedrohlich. Nahaufnahmen sind OK, die Mimik der Kreaturen wurde gut umgesetzt. Sobald die Raggeds ganz zu sehen sind, ist es mit der Illusion vorbei. Wenn computergenerierte Umgebungen, CGI-Raumschiffe und dergleichen zum Einsatz kommen, gibt es dagegen nichts auszusetzen. Die über den Wolken schwebende EXOr-Zentrale, der Dogfight zwischen Kanes Jäger und einer anderen Maschine sind richtig klasse. Das reicht jedoch nicht, um den Film zu retten.


Extras

Das Bonusmaterial ist noch uninteressanter als der Film. Die nicht untertitelten Interviews bestehen fast ausschließlich aus Handlungsabrissen, Lobhudeleien und sonstigen belanglosen Floskeln. Immerhin sieht man hier mal den Mann hinter der Ragged-Maske (Dwaine Stevenson). Hinzu kommen ein paar nicht kommentierte Blicke hinter die Kulissen.


J. Kreis, 04.10.2018




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