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Der Omega Mann Der Omega Mann (USA 1971)
- The Omega Man -

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Vorwort der Drehbuchautorin und zweier Hauptdarsteller. Original-Dokumentation "The Last Man Alive - The Omega Man". Trailer.

Regie:
Boris Sagal

Hauptdarsteller:
Charlton Heston (Robert Neville)
Anthony Zerbe (Mathias)
Rosalind Cash (Lisa)
Paul Koslo (Dutch)
Eric Laneuville (Richie)
Lincoln Kilpatrick (Zachary)




Inhalt:

3 Jahre nach einem Krieg zwischen der Sowjetunion und China, der in der Endphase vor allem mit biologischen Waffen geführt worden ist, gibt es auf der Erde nur noch wenige Überlebende. Einer davon ist Robert Neville, ein Militärwissenschaftler, der praktisch in letzter Minute vor dem Ende der Welt ein Gegenmittel für die ultimative B-Waffe entwickelt hat. Allerdings kommt das Mittel nicht mehr zur Anwendung - zu groß ist das weltweite Chaos. Neville kann sich das Mittel nur noch selbst injizieren und hält sich fortan für den letzten Menschen auf Erden. Er haust in einem Penthouse, das er mit allem Luxus ausgestattet hat. Allerdings ist Neville keineswegs allein im ausgestorben wirkenden Los Angeles. Nachts kommen lichtscheue Wesen aus ihren Verstecken - vampirartige Gestalten in schwarzen Kutten, mit leichenblasser Haut, Narben und offenen Geschwüren, albinotisch weißen Haaren und seltsamen Augen. Dies sind die mutierten Überlebenden der schrecklichen Seuche, die den größten Teil der Menschheit dahingerafft hat. Unter ihrem Anführer Mathias, einem ehemaligen Nachrichtensprecher, haben diese Wesen - sie selbst nennen sich "Die Familie" - es sich zur Aufgabe gemacht, alle Hinterlassenschaften der Zivilisation zu vernichten. Sie verbrennen Bücher, zerschlagen Maschinen und zerstören alles, was an das Zeitalter der Wissenschaft erinnert, denn diese Wissenschaft ist schließlich für das verantwortlich, was ihnen angetan wurde. Die Verkörperung des Bösen, das sie ausmerzen wollen, ist für sie Robert Neville. Er ist der letzte Repräsentant der von ihnen fanatisch gehaßten alten Ordnung. Und so belagern sie Nacht für Nacht sein Domizil, können es aber nicht erstürmen, da er es mit Stacheldraht, Notstromaggregat, starken Scheinwerfern und Maschinengewehren in eine Festung verwandelt hat und weil sie selbst nach ihrem Credo moderne Waffen im Gegensatz zu Neville nicht benutzen dürfen.

Tagsüber streift Neville durch die menschenleeren Straßen der Stadt. Aus Einkaufszentren besorgt er sich, was er zum Leben braucht. In einem Kino schaut er sich den immer gleichen Film solange an, bis er die Dialoge auswendig mitsprechen kann. Und immer ist er auf der Suche nach den Verstecken der "Familie", deren degenerierte Mitglieder im hellen Sonnenlicht keine Bedrohung für ihn sind. Die Abende verbringt er in Gesellschaft einer Cäsar-Büste mit Schachspielen gegen sich selbst und seine Verzweiflung ertränkt er in Alkohol. Manchmal droht die Einsamkeit zuviel für ihn zu werden - dann phantasiert er von überall in der Stadt klingelnden Telefonen oder begibt sich in die Gesellschaft von Schaufensterpuppen, denn mit den überall herumliegenden Toten ist ja erst recht nichts anzufangen. Ist es also Einbildung, als eines Tages sich eine dieser Schaufensterpuppen zu bewegen beginnt und vor ihm davonläuft? Glück für ihn, daß dem nicht so ist, denn bei einem seiner Streifzüge fällt er in einem dunklen Keller letztlich doch noch Mathias und seiner Horde von Zombie-ähnlichen Fanatikern in die Hände. Sie sind gerade dabei, ihn in einem ehemaligen Stadion auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen, als plötzlich die Flutlichter angehen und ein junger Mann, der mit Blendgranaten um sich wirft, ihn befreit. Auch die "Schaufensterpuppe" ist bei der Rettungsaktion mit von der Partie, verhält sich jedoch zunächst ziemlich ruppig gegen den armen Neville, der seit Jahren keine lebendige Frau mehr gesehen hat. Zu dritt flüchtet man aus der Stadt und Neville glaubt seinen Augen nicht trauen zu dürfen, als seine beiden Retter ihn zu einer Gruppe von ebenfalls gesunden Kindern führen.

Diese (noch) gesunden Überlebenden sind jedoch nicht wirklich immun gegen die Seuche. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie bei jedem ausbricht und ihn (oder sie) in einen Mutierten verwandelt, der dem Lockruf von Mathias nicht widerstehen kann. Neville schöpft dennoch neuen Mut, denn das Gegenmittel befindet sich schließlich immer noch in seinem Blut. Er kehrt mit Lisa (Mrs. Schaufensterpuppe), der er schnell sehr viel näher kommt, zurück in sein festungsähnliches Penthouse. Dort gelingt es ihm, mit Hilfe eines aus seinem Blut hergestellten Serums den jungen Richie zu heilen, der eigentlich schon im Endstadium der Krankheit ist. Jetzt könnte auch Richies Blut für die Herstellung neuen Serums verwendet werden. Der geheilte Junge weiß sogar, wo die Verstecke der "Familie" sind, denn er hat ebenfalls zu den Anhängern von Mathias gehört. Er will aber verhindern, daß Neville die Kranken ausrottet. Er glaubt, die "Familie" davon überzeugen zu können, daß es auch für sie Hoffnung auf Rettung gibt. Deshalb begibt er sich vor Neville zu Mathias, doch er hat nicht mit dem Fanatismus dieser Leute gerechnet. Sie sind überhaupt nicht mehr an einer Heilung interessiert - und töten Richie. Neville findet nur noch seine Leiche. Als Neville in sein Haus zurückkehrt, wartet dort schon Mathias mit einer Horde seiner Anhänger auf ihn. Bei Lisa ist nämlich die Krankheit schlagartig ausgebrochen, während sie auf einem "Einkaufsbummel" war. Wie alle Mutierten hat sie sich Mathias angeschlossen und ihm Zugang zu Nevilles Festung verschafft. Ein letztes Mal gelingt Neville die Flucht, doch durch einen von Mathias geworfenen Speer wird er tödlich getroffen. An einen Springbrunnen gelehnt verströmt er bis zum Morgen sein kostbares Blut. Es gibt noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, denn Dutch, sein Retter aus dem Stadion, ist ebenfalls Biologe und eine einzige Flasche mit dem Antiserum ist noch vorhanden...


Der Film:

Für mich einer der besten Endzeit-Filme, die es jemals gab. Wenn Neville durch die menschenleeren Schluchten der müll- und trümmerübersäten Großstadtstraßen fährt, sich hier und dort in einem aufgebrochenen Geschäft bedient, wo höchstens noch ein Gerippe an der Kasse sitzt, und dann abends einsam in seiner Bude sitzt - das hat was. Der Film basiert auf dem Roman "I am Legend" von Richard Matheson. Da ich das Buch nicht kenne, kann ich nicht sagen, ob es gut oder schlecht verfilmt wurde. Isoliert betrachtet ist der Film aber ein absoluter Klassiker.

Die DVD:

Das "Vorwort" ist eine kurze Interview-Zusammenstellung, bei der allenfalls interessant ist, wie die Darsteller von Dutch und Richie mehr als 20 Jahre nach der Entstehung des Films aussehen. Die Original-Dokumentation ist ebenfalls nur ein paar Minuten lang, man sieht die üblichen Filmausschnitte und kurze Sequenzen von den Dreharbeiten. Interessanter sind die Unterhaltungen, die Charlton Heston 1971 am Set mit einem Soziologen geführt hat, um besser zu verstehen, welche Gedanken und Gefühle einen Mann beherrschen, der sich für den letzten Menschen auf Erden hält.

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