Geburt der Hexe


Nullpunkt - Ich bin dein Killer (BRD, 1979)

DVD Regionalcode 2, Ostalgica
Altersfreigabe: FSK 16 (für die DVD-Box)
Laufzeit: ca. 87 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Jochen Richter

Hauptdarsteller:
Hans Peter Hallwachs (Jeff Brunner)
Victoria Tennant (Annette Dorberg)
Heinz Trixner (Prof. Jürgen Dorberg)
James Faulkner (Dr. Felix Münchenbach)
Roger Fritz (Didi)




Inhalt

Annette Dorberg kommt nach einjährigem Auslandsaufenthalt nach Hause zurück und versteht die Welt nicht mehr. Sie und ihr Mann Jürgen hatten sich nach zehn Ehejahren auseinandergelebt. Die vorübergehende Trennung war vereinbart worden, damit sich beide über ihre Gefühle klar werden konnten. Jürgen hat Annette im Trennungsjahr zahlreiche Liebesbriefe geschickt, so dass sie der Meinung war, die Ehe könne gerettet werden. Doch die Scheidung ist bereits perfekt! Die Wohnung ist vermietet, Annettes Schlüssel passen nicht mehr. Mit Unterstützung eines gemeinsamen Freundes, des Rechtsanwalts Felix Münchenbach, konnte Jürgen glaubhaft machen, Annette habe ihn verlassen und sei verschollen. Ihm geht es nur ums Geld, das er in seine Klinik stecken will. Die "Liebesbriefe" sind lediglich ein Täuschungsmanöver. Auf diese Weise wollte Jürgen seine Frau davon abhalten, vorzeitig zurückzukommen. Sie sind gleichzeitig seine Achillesferse, denn mit ihnen könnte Annette beweisen, dass sie getäuscht wurde.

Felix verfolgt ganz andere Interessen. Er liebt Annette und hat das Scheidungsverfahren durchgeboxt, um sie für sich gewinnen zu können. Ohne Jürgens Wissen beauftragt er den Ganoven Jeff Brunner mit der Beschaffung der Briefe. Er könnte sich die Mühe sparen, denn Annette hinterlegt die Briefe in seiner Kanzlei, fertigt aber Kopien an. Sie behelligt Jürgen mit immer größeren Forderungen. Ein Auto ihrer Wahl, eine sehr kostspielige neue Wohnung, eine Lebensversicherung ... Jürgen sieht sein Lebenswerk in Gefahr und gibt Jeff auf Anregung von Felix den Auftrag, Annette zu ermorden. Jeff könnte den versprochenen Lohn gut gebrauchen, denn er ist hoch verschuldet und bekommt immer wieder Besuch vom Gerichtsvollzieher, der schließlich sogar Jeffs geliebte Musicbox pfändet. Doch Killer und Opfer verlieben sich ineinander und verleben eine glückliche Zeit. Felix engagiert einen zweiten Attentäter. Jeff wird angeschossen. Er bringt Annette bei Didi in Sicherheit, einem wohlhabenden Freund aus dem Rotlichtmilieu.

Jeff stattet seinem Auftraggeber einen Besuch ab und kann gerade noch verhindern, dass Jürgen von dem Killer ermordet wird - diese Tat sollte Jeff angehängt werden. In Didis Etablissement treffen alle Parteien aufeinander. Endlich wird Klartext geredet. Sowohl Annette als auch Jürgen sind entsetzt, als sie die ganze Wahrheit erfahren. Didi schlägt einen Deal vor: Jürgen darf sein Geld behalten, Felix bekommt Annette. Die brisanten Briefe werden sicherheitshalber in Didis Büro verwahrt. Annette lässt sich nicht darauf ein. Sie hat keine Lust, sich wie ein Stück Vieh verschachern zu lassen. Da Jeff bei dem Deal leer ausgegangen wäre, stiehlt er einige Zeit später die Briefe. Didi und Felix nutzen ihre Kontakte bei der Polizei, um Jeff ein Großaufgebot auf den Hals zu hetzen. Sie behaupten, er sei bewaffnet. Jeff wird gestellt. Als er in sein Jackett greift, eröffnen die Beamten das Feuer. Jeff wird tödlich getroffen. Annette eilt zu dem Sterbenden. In der Jacketttasche waren nur die Briefe ...


Kringels Meinung

Dieser Fernsehfilm aus den späten Siebzigern war mir bis dato völlig unbekannt und ich hätte ihn sicher nicht gekauft, wenn Geburt der Hexe (den wollte ich unbedingt haben) zurzeit nicht ausschließlich auf einer DVD erhältlich wäre, die eben diesen Film sowie Eurydike oder das Mädchen von Nirgendwo enthält. Ich finde den Film so belanglos, dass mir kein schlauer Kommentar dazu einfällt. Interessant ist das Fernsehspiel allenfalls, weil der junge Hans Peter Hallwachs zu sehen ist. OK, außerdem erhält man ein paar nette Einblicke in die Siebzigerjahre. Als Milieustudie eignet sich der Film dagegen überhaupt nicht, denn diesbezüglich werden ausschließlich Klischees (und recht viele nackte Tatsachen, was vermutlich der Grund für die FSK-16-Einstufung ist) geboten. Allein schon Jeffs Aufmachung bei seinem ersten Auftritt: Trenchcoat, dunkle Sonnenbrille, Schlapphut. Das ist so lächerlich, dass sich jeder Kommentar erübrigt.

Die Story ist unlogisch und obendrein langweilig, denn sie wird schlecht erzählt. Warum zum Beispiel will Felix, dass Jeff die Briefe klaut? In Jürgens Auftrag macht er das nicht. Jürgen wusste nichts davon und Felix hält es bis zuletzt geheim. Man kann nur vermuten, dass er ein Druckmittel für alle Fälle in der Hand haben wollte. Das hätte deutlicher rüberkommen müssen. Woher weiß Felix, dass Annette und Jeff zusammen sind? Auch das wird nicht klar. Vollkommen unverständlich bleibt, warum Felix Annettes Ermordung überhaupt vorschlägt. Wenn er sie wirklich liebt, ist das völliger Quatsch. Eifersucht kann kein Grund sein, schließlich hatten Annette und Jeff vor dem Auftrag noch nichts miteinander. Wenn Felix nur Annettes Geld will, ist die Mordsache genauso sinnlos, denn noch ist er ja nicht bei ihr gelandet. Die Liebesbeziehung zwischen Annette und Jeff ist ebenfalls unglaubwürdig, zumindest geht das Ganze viel zu schnell.

Ich finde, dass sich die Hauptdarsteller zu gekünstelt verhalten. Das trifft insbesondere auf Hallwachs zut. Der Eindruck der Künstlichkeit wird noch durch die Nachsynchronisierung verstärkt. Ich würde sagen, es gibt keine einzige Szene mit Originalton. Alle Dialoge und Geräusche wurden im Studio nachträglich hinzugefügt. Zu "guter" Letzt bleibt anzumerken, dass der Film eine sehr, sehr schlechte Bildqualität hat. Doch damit nicht genug! An mindestens drei Stellen werden mehrere Sekunden übersprungen. Das ist sehr ärgerlich.


J. Kreis, 13.05.2019




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