Non-Stop


Non-Stop (GB/F/USA, 2014)

DVD Regionalcode 2, Studiocanal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras:
- Spannung in 12.000 Metern Höhe (7:26 Min.)
- Non-Stop Action (5:01 Min.)
- Am Set (1:05 Min.)
- Making of (9:56 Min.)
- Hinter den Kulissen (2:05 Min.)
- Deutschlandpremiere von Non-Stop (1:56 Min.)
- Interviews (11:59 Min.)
- Trailer

Regie:
Jaume Collet-Serra

Hauptdarsteller:
Liam Neeson (William Marks)
Julianne Moore (Jen Summers)
Scoot McNairy (Tom Bowen)
Nate Parker (Zack White)
Jason Butler Harner (Kyle Rice)
Anson Mount (Jack Hammond)
Omar Metwally (Dr. Fahim Nasir)
Michelle Dockery (Nancy Hoffman)




Story

William Marks hasst das Fliegen. Dummerweise ist genau das sein Job. Er ist US Air Marshal und begleitet interkontinentale Flüge zum Schutz vor Entführern und Terroristen. Seine Art, mit dem Stress (sowie mit den Erinnerungen an den Tod seiner kleinen Tochter) umzugehen, ist das Trinken - Marks ist Alkoholiker. Während eines Nonstop-Fluges von New York nach London erhält Marks auf halbem Weg über dem Atlantischen Ozean Textnachrichten auf seinem abgesicherten Handy, das für Außenstehende eigentlich nicht erreichbar sein sollte. Jemand im Flugzeug fordert 150 Millionen Dollar, zu überweisen auf ein bestimmtes Konto, andernfalls werde alle zwanzig Minuten jemand an Bord sterben.

Um eine Panik zu vermeiden, informiert Marks nur den Flugkapitän, den Copiloten und die Stewardess Nancy Hoffman. Jack Hammond, der zweite Air Marshal in der Maschine, benimmt sich seltsam. Anscheinend hat er etwas zu verbergen. In einer Bordtoilette spricht Marks seinen Kollegen darauf an, wird prompt von ihm angegriffen und ist gezwungen, ihn zu töten. Genau in diesem Moment läuft die erste Zwanzigminutenfrist ab. In Hammonds Koffer entdeckt Marks eine große Menge Kokain. Hammond war jedoch nicht derjenige, der die Textnachrichten geschickt hat; weitere Botschaften treffen ein. Auch diesen Vorfall hält Marks zunächst geheim, er weiht aber Jen Summers ein, eine Passagierin, die ihm vertrauenswürdig zu sein scheint. Mittels der Überwachungsanlagen an Bord versuchen sie den Erpresser zu identifizieren, was aber nicht zum Erfolg führt. Außerdem bleibt den Passagieren nicht verborgen, dass etwas nicht stimmt, denn Marks bedroht Verdächtige mit der Waffe. Dann erfährt Marks, der in ständigem Kontakt mit der Sicherheitsbehörde TSA steht, dass das vom Erpresser angegebene Konto auf seinen Namen läuft. Somit glaubt alle Welt, Marks habe das Flugzeug entführt. Das wird auch den Passagieren klar, denn die Sache ist in allen Nachrichten, und die können im Flugzeug gesehen werden. Als wieder zwanzig Minuten verstrichen sind, stirbt der Flugkapitän. Es ist ein Arzt an Bord, aber der kann die Ursache nicht feststellen.

Copilot Kyle Rice übernimmt die Steuerung und setzt nach Anweisungen der TSA Kurs auf Island, das Cockpit bleibt verschlossen. Zwei Kampfjets eskortieren die Maschine. Mit Hilfe des Programmierers Zack White kann das Handy, von dem aus die Nachrichten versandt wurden, identifiziert werden. Als Marks den Verdächtigen zur Sprache stellt, stirbt dieser auf dieselbe Weise wie der Flugkapitän. Marks stellt fest, dass beide durch Pfeile vergiftet wurden, die mit einem Blasrohr durch ein Loch in der Toilettenwand verschossen worden sind. Außerdem findet er eine im Kokain versteckte Bombe, die nicht entschärft werden kann. Einige Passagiere greifen Marks an, doch er überwältigt sie und schenkt nun allen reinen Wein ein. Alle müssen zusammenarbeiten, um die Sache zu überleben. Der Bombenkoffer wird an eine Luke im Heck der Maschine gelegt und mit Gepäckstücken ummantelt. Auf diese Weise soll der Explosionsdruck nach außen gelenkt werden. Marks stellt fest, dass der Passagier Tom Bowen hinter allem steckt - er hat das Handy in die Tasche des Verdächtigen gesteckt. Bowen steckt mit White unter einer Decke. Den beiden gehen die Sicherheitsmaßnahmen, die seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 getroffen wurden, nicht weit genug. Um das zu ändern, wollen sie beweisen, dass Air Marshals keinen ausreichenden Schutz bieten. Während Rice das Flugzeug auf 8000 Fuß hinunterdrückt, kommt es in der Kabine zum Showdown. White, der sich von Bowen getäuscht fühlt (ihm war nicht klar, dass Bowen von Anfang an ein Selbstmordattentat im Sinn hatte), wird von diesem angeschossen. Im Durcheinander des heftigen Sinkfluges kann Marks Bowen erschießen. Die Bombe explodiert und tötet White, richtet aber ansonsten wie erhofft nur geringen Schaden an, so dass das Flugzeug sicher landen kann. Marks wird als Held gefeiert.


Kringels Meinung

Mit 96 Hours, Unknown Identity und anderen aktuellen Filmen, die sich noch nicht in meiner Sammlung befinden, stellt Liam Neeson eindrucksvoll seine Eignung zum sympathischen Actionhelden, den man einfach gewinnen sehen will, unter Beweis. "Non-Stop" macht da keine Ausnahme. Wieder ist die von Neeson verkörperte Figur mehr oder weniger auf sich allein gestellt, erneut schaltet er eine Bedrohung nach der anderen effizient aus. Nur macht er diesmal einige Fehler und braucht letzten Endes doch fremde Hilfe, außerdem soll William Marks eher so etwas wie ein "gebrochener Held" sein. Seine tragische Vergangenheit, die Flugangst, der Alkoholmissbrauch usw. spielen aber nur in der sehr kurzen Expositionsphase eine Rolle, im weiteren Verlauf des Films ist das nicht mehr von Bedeutung. Alle anderen Insassen des Flugzeuges werden noch stiefmütterlicher behandelt. Im Grunde werden sie nur gebraucht, damit der Zuschauer ebenso wie Air Marshal Marks auf falsche Fährten gelockt werden kann. In "Non-Stop" geht es wirklich nur um den Aufbau des Bedrohungsszenarios und die Versuche des Helden, damit fertigzuwerden. Eine Story ist somit eigentlich überhaupt nicht vorhanden.

Dafür wird umso mehr Suspense geboten. Schon der Ort des Geschehens sorgt selbst dann für ein mulmiges Gefühl, wenn man nicht unter Flugangst leidet. Das Konzept, einige Personen zusammen mit einem unbekannten Mörder in einen mehr oder weniger isolierten Raum zu sperren, ist ja nicht neu. Das hat schon in Agatha Christies "Tod auf dem Nil" oder "Mord im Orient-Express" bestens funktioniert. Weil das Ganze jedoch in einer Passagiermaschine stattfindet, die in 12.000 Metern Höhe mitten über dem Ozean fliegt, wird die Atmosphäre weitaus klaustrophobischer. Und wenn sich der Verdacht der Außenwelt dann auch noch auf den Helden richtet, mit dem man sich zu diesem Zeitpunkt schon identifiziert hat, dann legt die Spannung nochmal einen Zahn zu. Die Suche nach dem Killer kommt - abgesehen vom etwas übertriebenen Showdown - mit relativ wenig Action aus und bleibt in sich schlüssig, hätte aber vielleicht nicht gar so viele Twists nötig gehabt. Vom erklärenden Monolog des Oberschurken ganz zu schweigen.

Wenn es den beiden bösen Buben so wichtig war, das System der Air Marshals durch ein mit ihrer unfreiwilligen Hilfe verübtes Attentat zu diskreditieren, dann hätten sie es anders aufziehen und sich nicht selbst als Unsicherheitsfaktor mit einbringen sollen. Es wäre doch völlig ausreichend gewesen, die Bombe an Bord zu schmuggeln und das irgendwie zu dokumentieren. Das ganze Drumherum mit der vermeintlichen Entführung des Flugzeugs durch einen Air Marshal wirkt vor diesem Hintergrund allzu konstruiert und vor allem fehleranfällig. Aber angesichts der packenden Inszenierung kann man das verschmerzen.


DVD-Features

Es wäre sinnlos, genauer auf das aus mehreren kurzen Werbe-Featurettes zusammengestückelte Bonusmaterial einzugehen, denn darin werden dieselben wenig aussagekräftigen Inhalte mehrfach wiederholt. Immerhin ist zu erfahren, dass das Innere des Flugzeugs eigens für den Film gebaut wurde und an welche unangenehmen Flug-Erfahrungen sich Liam Neeson und Julianne Moore erinnern...


Screenshots


Non-Stop

Das Unheil nimmt seinen Lauf - dank digitaler Tricktechnik sogar mit deutschem Text


Non-Stop

Dieses Zeug wird richtig reinknallen!


Non-Stop

Betrunkener Air Marshal, Maschine im steilen Sinkflug, aber der Schuss sitzt. Respekt!


J. Kreis, 31.12.2014




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