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ned_devine

Lang lebe Ned Devine (GB 1998)
DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
FSK: 12
Laufzeit: ca. 87 Minuten

Extras
Trailer

Regie:

Kirk Jones

Hauptdarsteller:
Ian Bannen (Jackie O`Shea)
Fionnula Flanagan (Annie O`Shea)
David Kelly (Michael O`Sullivan)
Susan Lynch (Maggie O`Toole)
James Nesbitt (Pig Finn)





Inhalt:

Das verschlafene irische Dörfchen Tullymore hat 52 Einwohner - und fast alle spielen Lotto. Jackie O`Shea ist einer von vielen glücklosen Lottospielern, die ihr ganzes Leben lang ständig tippen, ohne jemals so richtig tief in den Gewinntopf greifen zu dürfen. Eines denkwürdigen Sonntags jedoch wird bekanntgegeben, daß am Vortag einer von Tullymores Einwohnern den Jackpot geknackt hat. Wer von den 49 Leuten (sowohl Annie, Jackies Eheweib, als auch Michael, Jackies bester Freund, versichern glaubhaft, daß sie ebenfalls leer ausgegangen sind) ist wohl der Glückliche, dem jetzt die 6,8 Millionen Pfund gehören? Könnte man ihn oder sie eventuell anpumpen? Um das herauszufinden, organisiert Jackie eine Party für die Lottospieler. Es kommen auch scheinbar alle, jeder weiß, daß irgend ein Tullymorer der Gewinner sein muß, aber keiner will es zugeben. Da fällt Annie auf, daß einer nicht zur Party erschienen ist: Ned Devine. Jackie will den allein lebenden Freund natürlich sofort besuchen, stellt aber fest, daß die glückliche Überraschung offenbar zu viel für den alten Ned gewesen ist: Der Gute sitzt tot vor dem Fernseher, den Lottoschein hat er noch in der Hand...

Jetzt ist guter Rat teuer. Jackie hält seine Entdeckung zunächst einmal geheim, er informiert nur seine Frau und Michael. Was ist zu tun? Wenn der Gewinn nicht in Anspruch genommen wird, fließt das Geld zurück in den Jackpot, in Anspruch nehmen kann den Gewinn aber nur derjenige persönlich, der das Los gekauft hat - und der ist leider tot. Zunächst einmal geht man pragmatisch vor. Es wäre schließlich eine Sünde, das schöne Geld verfallen zu lassen, wo man es in Tullymore doch so gut gebrauchen könnte. Daher wird zunächst die Leiche beseitigt, gegenüber der Lottogesellschaft lassen Jackie und Michael Ned aber wieder auferstehen und fordern den Gewinn telefonisch ein - das von Ned bereits unterschriebene Los ist ja noch vorhanden. Die Sache wird allerdings kompliziert, als ein amtlicher Lottoprüfer in Tullymore erscheint und Ned Devine persönlich aufsuchen will, noch bevor das Geld ausgezahlt wird. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ergibt es sich, daß der schrullige alte Michael dem Lottoprüfer gegenüber die Rolle des Ned Devine übernehmen muß, um den Gewinn entgegenzunehmen.

In so einem kleinen Dorf bleibt es natürlich nicht aus, daß der eine oder andere Verdacht schöpft. Jackie, der irgendwann endlich einsieht, daß es Unrecht wäre, all das Geld für sich allein zu behalten, ruft alle zusammen, denn nur wenn alle zusammenhalten, kann für den Lottofritzen die Illusion aufrechterhalten werden, daß Ned Devine noch am Leben ist. Das sorgt natürlich für helle Aufregung im Dorf. Geteilt durch 51 bleibt zwar für den Einzelnen nicht mehr ganz so viel Schotter übrig, aber immer noch genug, um zum Beispiel die schlimmsten Schulden abzubezahlen, ein Haus zu kaufen oder eine Existenz zu gründen. Nur die alte "Hexe" Lizzy will nicht mitspielen. Die will nämlich auf Nummer Sicher gehen und das ganze Dorf verpetzen - in dem Fall würde sie zur Belohnung sogar 10 Prozent des Gewinns erhalten! Bevor sie aber alles verraten kann, ereilt sie das Schicksal ausgerechnet in Form des Lottofritzen und des Dorfpfarrers. Der gegen die Landluft allergische und deshalb nicht ausreichend auf die Straße konzentrierte Lottomann stößt nämlich fast mit dem Wagen des Pfarrers zusammen. Dieser weicht aus, rammt die einzige Telefonzelle des Dorfs und schleudert diese im hohen Bogen ins Meer. Man darf dreimal raten, wer gerade in der Zelle gewesen ist...


Der Film:

Der Film ist in solchen Momenten amüsant, wenn das Leben der kauzigen, verschrobenen Iren von Tullymore (gedreht wurde übrigens auf der gar nicht so irischen Isle of Man) skizziert wird, wenn jeder jeden verdächtigt, der Lottogewinner zu sein oder wenn die geldgierigen Leute versuchen, sich gegenseitig auszutricksen. Die Szenen jedoch, die wohl für Lacher sorgen sollen (das Versteckspiel mit dem Lottomann, die panische Fahrt eines nackten (!) Opas auf einem Moped) wirken ein wenig zu bemüht und aufgesetzt. Schwarzer Humor wirkt eben leider immer dann nicht, wenn er mit einem allzu großen Schild daher kommt, auf dem "Jetzt lachen" steht. Letztlich sind die Leute von Tullymore auch einfach zu lieb, nett und warmherzig, aber nicht exzentrisch genug, um wirklich jene Art von schwarzem Humor entstehen zu lassen, der vermutlich beabsichtigt war. Unterhaltsam ist er natürlich allemal, wenn auch kein echter Brüller. Und die schönen Landschafsaufnahmen sind auch sehenswert.

Die DVD:

Zur Ausstattung der DVD ist fast nichts zu sagen. Die englische Version enthält nicht ausblendbare deutsche Untertitel, was besonders deshalb ärgerlich ist, weil in der deutschen Synchronisation naturgemäß viel vom "irischen" Charme der Sprache verlorengeht und man den Film besser im englischen Original ansehen sollte.

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