Der goldene Nazivampir von Absam 2


Der goldene Nazivampir von Absam 2 - Das Geheimnis von Schloß Kottlitz (D, 2008)

DVD Regionalcode 2, Mr. Banker Films
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 45 Minuten

Extras
- Bonusfilm: "Die Handwerker Gottes" (37:26 Min.)
- 2 Audiokommentare
- Featurette: Die visuellen Effekte des Nazivampirs (4:32 Min.)
- Featurette: Die akustische Welt des Nazivampirs (3:11 Min.)
- Featurette: Die Werbemittel des Nazivampirs (10:41 Min.)
- Featurette: Wer ist eigentlich KILLING NOISE? (3:56 Min.)
- Entfallene Szene (2:21 Min.)
- Teaser / Trailer
- Produktionstagebuch (26:12 Min.)
- 2 Fotogalerien

Regie:
Lasse Nolte

Hauptdarsteller:
Daniel Krauss (Captain William "B.J." Blazkowicz)
Götz Burger (General Otto von Grimm)
Hendrik Martz (Smokey Savallas)
Walter Stapper (General Donovan)




Inhalt:

Im Jahre 1942 schmuggelt US-Geheimagent Smokey Savallas geheimes Filmmaterial aus dem transsylvanischen Kloster Snagnov heraus. Er bezahlt dieses Wagnis zwar mit seinem Leben, kann den Film aber zuvor einem Kameraden übergeben. Der Film enthält eine Dokumentation der "Operation Eissturm". Unter diesem Decknamen führt die SS Experimente zur Erforschung okkulter Waffensysteme durch. Unter anderem scheint die Erschaffung von Vampirsoldaten geglückt zu sein. Dann wird bekannt, dass Otto von Grimm, General der Waffen-SS und Spezialist für Okkultismus, die Leitung der SS-Junkerschule in Schloss Kottlitz bei Absam nahe Innsbruck übernommen hat. Somit ist klar, wo die geheimen Experimente stattfinden. Der amerikanische Geheimdienst versucht mehr darüber herauszufinden und das Schloss zu vernichten. Alle mit dieser Aufgabe betrauten Agenten werden jedoch getötet. OSS-Chef General Donovan greift deshalb auf Captain William "B.J." Blazkowicz zurück, von dessen Existenz er bis dato keine Ahnung hatte. B.J. ist zwar ein Feigling und eigentlich nicht fronttauglich, beschäftigt sich aber mit der Erforschung übernatürlicher Phänomene und beherrscht einige Zaubertricks. Außerdem sind bei den gescheiterten Infiltrationsversuchen so viele Agenten ums Leben gekommen, dass Donovan ohnehin keine Wahl hat.

Nach dreiwöchigem Training wird B.J. ins Einsatzgebiet gebracht. Er springt per Fallschirm ab und schleicht sich als Kradmelder ins Schloss ein. Man führt ihn direkt zum General, in dessen Büro er schließlich allein gelassen wird. Zufällig entdeckt er einen Geheimgang zu den Labors und zum Funkraum. Unterwegs dorthin läuft er einigen Nazi-Vampiren über den Weg, die er mit einem aus Würstchen improvisierten Kreuz endgültig ins Jenseits schickt. Er gibt seine Erkenntnisse über Funk an Donovan weiter, nur um gleich darauf erfahren zu müssen, dass man ihn für ein perfides Täuschungsmanöver benutzt hat. Die ganze Aktion diente nur dem einzigen Zweck, den alliierten Streitkräften ein völlig unwirksames Mittel für den Kampf gegen die Vampire zuzuspielen. Alle vermeintlich vernichteten Blutsauger stehen wieder auf. Dazu gehört auch Smokey Savallas, B.J.s ehemaliger Studienfreund, der zum Feind übergelaufen ist.

General von Grimm will sich nur noch mit den aus einer Gruft geborgenen Zähnen Draculas in einen Supervampir verwandeln, dem selbst ein Bad in flüssigem Gold nichts ausmacht. Auf diese Weise will er sich einen Körperpanzer zulegen, durch den er vor dem Sonnenlicht geschützt wäre. Danach wäre er nicht mehr aufzuhalten und könnte die Welt mit seiner Vampirdynastie erobern. Es gelingt B.J., Savallas gegen von Grimm aufzuhetzen. Savallas benutzt Draculas Zähne selbst, wird aber getäuscht: Die Beißerchen sind nur eine Attrappe. Nachdem der General Savallas ausgeschaltet und sich mit den echten Zähnen behandelt hat, stürzt er sich in eine mit geschmolzenem Gold gefüllte Grube. Dort geht er jedoch elend zugrunde, denn B.J. hat Draculas Zähne heimlich gegen die Attrappe ausgetauscht. Nach dem Ende des Obervampirs zerfallen auch alle anderen Untoten zu Staub. B.J. kann nach Hause zurückkehren, wird zum Colonel befördert und bald in einen neuen Einsatz geschickt - diesmal zum Kyffhäuser...

Der Film:

Der Titel könnte darauf schließen lassen, dass es sich um die Fortsetzung eines anderen Films handelt - und am Ende des Abspanns wird in altbekannter James-Bond-Manier angekündigt, Colonel Blazkowicz werde zurückkehren in "Der goldene Nazivampir von Absam 3 - Hossa, Hossa, Barbarossa". Natürlich gibt es diesen dritten Teil ebensowenig wie den ersten. Schade eigentlich. Nazi-Komödien aus Deutschland sind ja eher Mangelware, und dies ist nicht nur eine solche, noch dazu eine gelungene, sondern zugleich eine Parodie verschiedener Horrorfilm-Subgenres. Die Story klingt zunächst mal völlig abstrus, aber beim näheren Hinschauen kann man darin Seitenhiebe auf diverse im Dritten Reich gängig gewesenen verqueren Theorien erkennen. Gerade SS-Chef Himmler hatte da so manche merkwürdige Idee, wie Okkultismus und Esoterik ohnehin beliebte Themen in NS-Kreisen waren. Wer weiß - vielleicht haben Himmlers Schergen wirklich insgeheim Forschungen betrieben, die der im Film dargestellten "Operation Eissturm" ähneln!

Zugegeben: Nicht jeder Gag zündet, und die Bandbreite reicht von echten Schenkelklopfern über subtileren Humor und absurde Situationen bis hin zu Fäkal-Zoten (negativer Höhepunkt: diverse Furzgeräusche und B.J.s Inkontinenz), aber witzig ist das Ergebnis insgesamt doch. Auf die Idee, Spongebob in einem Nazi-Folterkeller auftauchen zu lassen (wenn auch nur akustisch), muss man erst mal kommen. Und wenn man berücksichtigt, dass der Film von Filmhochschulstudenten mit einem geradezu lächerlichen Budget produziert worden ist, dann kann man nur staunen. Das Ergebnis wirkt absolut professionell! Dem Vergleich mit aktuellen Hollywood-Blockbustern hält es natürlich nicht stand, aber immerhin: An der Ausstattung, den Kostümen usw. gibt es rein gar nichts auszusetzen. Der Look ist wirklich klasse, da muss sich der Film auch vor Großproduktionen nicht verstecken! Die Schauspieler liefern allesamt gute Leistungen ab. Natürlich ist Götz Burger als Ober-Nazivampir das Highlight, aber auch Daniel Krauss kann als trotteliger Drückeberger überzeugen - und sogar als Hitler-Double. Er wirkt manchmal wie eine Mischung aus Stan Laurel und Buster Keaton - köstlich.

Nur der Aufbau des Films ist etwas uneinheitlich geraten. Die Eröffnungsphase dauert sehr lang - mehr als ein Drittel des Films ist vorbei, bis B.J. endlich in Schloss Kottlitz ankommt. Dann geht alles Schlag auf Schlag und das Ende kommt viel zu schnell, als dass die Nazivampire sich zur echten Bedrohung entwickeln könnten. Vielleicht hätte der Film ja ursprünglich länger werden sollen als die 45 Minuten, die letztlich leider nur dabei herausgekommen sind. Egal - der Film macht einen richtig guten Eindruck. Der Humor ist zwar nicht ganz mein Fall, aber ich habe mich bestens amüsiert.

DVD-Features:

Bei den DVD-Extras hat man sich offensichtlich viel Mühe gegeben - auch das ist lobenswert. Da wäre zunächst einmal der amüsante Kurzfilm "Die Handwerker Gottes" aus dem Jahre 2007, ebenfalls ein Studentenfilm (Regie: Siegmar Warnecke). Darin geht es um Bruno und Buffalmacco, zwei im Jahre 1820 lebende Tunichtgute, die sich bei einem Dorfpfarrer in Oberbayern als Kirchenmaler verdingt haben. Natürlich legen sie das Geld, das er ihnen für Farben und sonstiges Material gibt, lieber in Alkoholika an, und so bleibt das geplante Wandbild lange unvollendet. Die beiden verlieben sich in die schöne Agnes. Um ihren Ehemann und dessen Söhne abzulenken, die die Frau streng bewachen, spielen die beiden Schabernack mit dem Franken Xaver, einem ebenfalls in Agnes verliebten Trottel. Am Ende kommen sie tatsächlich zum Stich - neun Monate später werden Max und Moritz geboren, die bekannten von Wilhelm Busch verewigten Strolche...

In den vier Featurettes werden Vergleiche einiger Szenen mit und ohne digitale Effekte gezeigt, außerdem präsentiert sich die Band "Killing Noise", die Musik zum Soundtrack beigesteuert hat. Weiterhin bekommt man den Ton der "Dokumentation" über die geheimen SS-Experimente zu hören, der im Film wegen des Dialogs der Hauptfiguren weitgehend untergeht. Dasselbe gilt für Lautsprecherdurchsagen in Schloss Kottlitz. Beide sind einfach köstlich; u.a. geht es um die Ausmerzung von nicht-arischem Gemüse, einen SS-Mann namens Grass und die Vorzüge untoter Soldaten... In der vierten Featurette erfährt man, welchen Aufwand die Studenten betrieben haben, um potentielle Geldgeber auf sich aufmerksam zu machen und das Interesse am Film zu wecken.

Das Produktionstagebuch ist eine Zusammenstellung von Nur-Ton-Aufnahmen des Regisseurs, die dieser an den 15 Drehtagen gemacht hat. Man erhält einen ganz guten Eindruck von den Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten und der dennoch meist fröhlichen Stimmung. Mehrfach werden Namen ausgepiept - offensichtlich gab es immer wieder Probleme mit einem oder mehreren Schauspielern, aber deren Namen durften wohl nicht öffentlich genannt werden...

Zu erwähnen wäre noch die entfallene Szene. Es handelt sich um einen alternativen Anfang, bei dem bereits die Stimme von Spongebob zu hören ist. Der Grund dafür, warum diese Figur überhaupt vorkommt, ist ein Insidergag (diese Figur hat in einem anderen Studentenfilm ebenfalls einen Auftritt). Den hätte aber niemand verstanden, und deshalb wollte man den Film nicht auf diese Weise beginnen lassen.


Screenshots


Der goldene Nazivampir von Absam 2

Werwölfe werden aber anders "gemacht", wenn mich nicht alles täuscht...


Der goldene Nazivampir von Absam 2

Illustre Namen stehen (bzw. standen) auf der Liste der OSS-Agenten...


Der goldene Nazivampir von Absam 2

...und wenn General Donovan nicht so viele hätte streichen müssen, wäre B.J. nie an die Front geschickt worden!


Der goldene Nazivampir von Absam 2

B.J. (mit angeklebtem Hitlerbärtchen) im Einsatz.


Der goldene Nazivampir von Absam 2

Smokey Savallas, der freundliche Vampir von nebenan.


Der goldene Nazivampir von Absam 2

Hat schon mal auf dem Thron Platz genommen: Obervampir von Grimm.


Der goldene Nazivampir von Absam 2

Ätsch: Die echte Dracula-Kauleiste hat B.J. heimlich gemopst!


J. Kreis, 14.10.2010




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