Mutant - Das Grauen im All


Mutant - Das Grauen im All (USA, 1982)
- Forbidden World -

DVD Regionalcode 2, Anolis Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 78 Minuten

Extras
- Soundtrack
- Bildergalerie
- Trailer

Regie:
Allan Holzmann

Hauptdarsteller:
Jesse Vint (Mike Colby)
Linden Chiles (Dr. Gordon Hauser)
June Chadwick (Dr. Barbara Glaser)
Fox Harris (Dr. Cal Timbergen)
Dawn Dunlap (Tracy Baxter)
Raymond Oliver (Brian Beale)
Scott Paulin (Earl Richards)
Michael Bowen (Jimmy Swift)
Don Olivera (SAM-104)




Inhalt:

Mike Colby, Spezialagent der galaktischen Föderation, hat gerade erst einen Kampf gegen Weltraumpiraten bestanden, da werden er und sein robotischer Begleiter SAM-104 zum Planeten Xarbia entsandt. Dort betreibt die Föderation ein geheimes Forschungslabor, in dem sich ein gefährlicher Zwischenfall ereignet hat. Colby soll die Lage klären. Xarbia ist eine lebensfeindliche Welt, und außer dem Geheimlabor gibt es dort nur Sand und Felsen. Ein idealer Standort also, um riskante gentechnische Experimente durchzuführen, so erfährt Colby, als er vom Chefwissenschaftler Dr. Gordon Hauser in Empfang genommen wird. Ziel des Ganzen ist die Massenproduktion von Nahrungsmitteln. Damit soll ein in Teilen der Föderation herrschendes Versorgungsproblem gelöst werden. Zu diesem Zweck wurde eine Lebensform erschaffen, deren Zellen sich extrem schnell vermehren - ein "Metamorph", der sich permanent weiterentwickelt, rapide wächst und schwer zu zerstören ist. Das Wesen ("Subjekt 20") ist aus seinem Käfig ausgebrochen und hat alle Versuchstiere getötet. Danach hat es sich verpuppt. Colby sieht sich die blutige Bescherung im Labor an und schlägt vor, Subjekt 20 zu vernichten. Hauser ist jedoch strikt dagegen, denn er will die Kreatur weiter erforschen.

Da er ein Schäferstündchen mit Hausers Kollegin Dr. Barbara Glaser in Aussicht hat, vertagt Colby die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise auf den nächsten Tag. Während Colby und die Wissenschaftler speisen, schlüpft der mutierte Metamorph und fällt den jungen Assistenten Jimmy Swift an. Als dessen Freundin Tracy Baxter die Leiche entdeckt, ist der Metamorph bereits verschwunden. Colby hat inzwischen ein wenig mehr über den Organismus erfahren. Es handelt sich um die genetische Verschmelzung eines irdischen Lebewesens mit dem nur auf Xarbia vorkommenden Proto-B-Bakterium. Dieses Bakterium ernährt sich von Licht und dem eigenen abgestorbenen Gewebe, wäre also die ideale Nahrungsquelle. Für Colby ist klar, dass man ihm etwas verheimlicht - zum Beispiel blockt Hauser ab, als Colby wissen will, welches Versuchstier zur Erschaffung von Subjekt 20 verwendet wurde. Dr. Cal Timbergen, der dritte Wissenschaftler des Teams, bringt Jimmy ins Untersuchungszimmer, denn obwohl sein halber Schädel fehlt, scheint der junge Mann noch zu leben. Die Suche nach Subjekt 20 bleibt erfolglos - kein Wunder, denn das Wesen befindet sich immer noch in Jimmys Körper und wurde soeben von Dr. Timbergen durch die Sicherheitsschleuse gebracht...

Während Colby und Glaser die Nacht miteinander verbringen, wird Sicherheitskraft Earl Richards von Subjekt 20 angegriffen und verschleppt. Tracy und Colby, die sich am nächsten Tag in der Sauna miteinander vergnügen, entkommen dem enorm gewachsenen Ungeheuer nur mit knapper Not. Der Metamorph durchbricht die Außenhülle der Station und verschwindet. Colby, Hauser, der Techniker Brian Beale und SAM verfolgen das Monster. Sie finden den toten Richards und einen neuen Kokon, der allerdings leer ist. Hauser will seine Schöpfung lebend fangen, wird aber stattdessen von ihr geschnappt und in einen Versorgungsschacht gezerrt. Der Metamorph ist offenbar intelligent, denn er dringt in die Zentrale ein und legt sich auf den Hauptcomputer. Somit kann er nicht einfach vernichtet werden, dann das wäre auch das Ende der Station. Derweil hat Timbergen Jimmys Überreste untersucht. Der junge Mann hat sich in eine amorphe Zellmasse verwandelt, eine Art Amöbe, die sich zu teilen beginnt. Timbergen begreift, was der Metamorph mit seinen Opfern anstellt: Er frisst nur einen Teil und verwandelt den Rest in nachwachsende Nahrungsvorräte, indem er sie mit Proto-B verseucht. Dieses Schicksal ist auch Hauser widerfahren, der halb tot in der Station auftaucht. Endlich erfährt Colby, wie der Metamorph entstanden ist: Man hat eine von Hausers Samenzellen mit Proto-B-DNS ausgestattet und eine Eizelle damit befruchtet. Diese wurde einer gewissen Annie Best eingesetzt, die das neue Lebewesen austragen wollte. Sie hat die schon zwei Wochen später erfolgte "Geburt" jedoch nicht überlebt...

Glaser meint, es müsse möglich sein, mit dem Monster zu kommunizieren. Sie betritt die Zentrale und kann tatsächlich über den Computer Kontakt mit Subjekt 20 herstellen. Der Metamorph ist jedoch nicht an einer Koexistenz interessiert und tötet die Frau. Als die anderen in der Zentrale ankommen, hat sich das Wesen erneut verpuppt. Beale versucht die zerstörte Funkanlage zu reparieren, kommt aber ums Leben, als der Metamorph schlüpft. Derweil hat Timbergen eine Möglichkeit gefunden, das Monster zu vernichten. Timbergen hat Leberkrebs, und würde der Metamorph die Krebszellen fressen, dann würden diese sich in dessen Körper explosionsartig vermehren und ihn töten. Colby muss dem Mann den Tumor aus dem Leib schneiden, was der Wissenschaftler nicht überlebt. Schließlich stehen nur noch Colby, Tracy und SAM dem Ungeheuer gegenüber. Der Roboter opfert sich, um das Wesen abzulenken, so dass Colby ihm den Tumor in den Rachen stopfen kann. Prompt bricht das inzwischen zu riesiger Größe angewachsene Wesen zusammen und zerfließt praktisch von innen...

Der Film:

...und das ist eigentlich das Ende des Films, einer kleinen "Perle" aus Roger Cormans Trash-Schmiede. In der deutschen Fassung wird uns aber eine andere Schnittfolge präsentiert. Der Film beginnt in beiden Versionen damit, dass Colby vom Roboter SAM-104 aus dem Hyperschlaf (oder wie auch immer das in diesem Film genannt wird) geweckt wird und dann gegen die Weltraumpiraten kämpft. Genau dieselbe Szene folgt nach dem Ende des Monsters in der deutschen Version noch einmal. Wieder wird Colby erweckt, diesmal weist er SAM jedoch an, Tracy weiterschlafen zu lassen. Es folgt der Raumkampf, dann geht's nach Hause. In der englischen Fassung fehlt diese Szene, da kommt nach dem Ende des Monsters der Abspann. Tja, vermutlich hat Colby den Roboter noch schnell zusammengeflickt, bevor er mit Tracy von Xarbia gestartet ist, sonst würde das überhaupt keinen Sinn ergeben. Das Szenen-Recycling ist umso dreister, als der Raumkampf selbst schon aus einer anderen Roger-Corman-Produktion geklaut wurde, nämlich "Sador - Herrscher im Weltraum"...

Aber auch sonst darf man weder Originalität noch Logik von diesem Film erwarten. Das ganze Ding ist kaum mehr als ein billiges, holprig inszeniertes Alien-Plagiat, für das offensichtlich noch verschiedene andere Filme als Ideenlieferanten gedient haben. So sieht SAM fast genauso aus wie ein Stormtrooper aus Krieg der Sterne. In manchen Szenen ist klassische Musik zu hören - da fühlt man sich gleich an 2001 - Odyssee im Weltraum erinnert. Allerdings wirkt diese Musik hier völlig unpassend, zumal der Soundtrack ansonsten aus poppigen Synthesizer-Titeln besteht. Alle Figuren verhalten sich unglaublich dämlich und sind maßlos übersteigerte Klischees. Wenn Jimmy sich zum Beispiel so weit wie möglich in den Brutkasten hineinbeugt, in dem sich der verpuppte Metamorph befindet (der bekanntlich gerade erst -zig Tiere getötet und soeben zu pulsieren begonnen hat), dann möchte man dem Typen am liebsten in den Allerwertesten treten. Bei jeder noch so fadenscheinigen Gelegenheit entledigen sich die beiden weiblichen Besatzungsmitglieder ihrer Kleidung, in der übrigen Zeit latschen sie entweder mit Stöckelschuhen und hautengen Overalls oder in Bademänteln durch die Station. Dawn Dunlap (Tracy) rastet in einer Verfolgungsszene dermaßen aus, dass man den Ton ein bisschen leiser drehen muss, um keinen Hörschaden durch ihr Gekreisch davonzutragen. Hauser und Glaser lassen sich im Namen der Wissenschaft lieber vom Monster meucheln, als seine Zerstörung zuzulassen. Das mutierte Vieh spricht (bzw. schreibt) perfektes Englisch, indem es sich irgendwie mit den Computern der Station verbindet. Die Handlung ist von A bis Z kompletter Schwachsinn, und würde man alle sinnlosen Sexszenen, die immer wieder dazwischengeschnittenen kurzen Rück- bzw. Ausblicke auf frühere bzw. spätere Szenen sowie das Umherirren diverser Personen in den dunklen Gängen der Station abziehen, dann könnte man den sowieso schon sehr kurzen Film verlustfrei auf 45 Minuten reduzieren.

Und trotzdem macht der Film gerade wegen seiner Blödsinnigkeit irgendwie Spaß. Unfreiwillige Komik kann halt auch durchaus lustig sein! Außerdem können sich vor allem die Splatter-Effekte wirklich sehen lassen. Jimmys halber Schädel, der in Auflösung befindliche Hauser, die glibberigen sich teilenden Zellhaufen, und nicht zuletzt Timbergens Operation - das sind recht heftige, blutige Szenen, die ich in einem FSK-16-Film nicht erwartet hätte. Man stelle sich vor: Colby schneidet Timbergens Bauch auf, wühlt ein bisschen darin herum und zieht schließlich einen faustgroßen Tumor heraus, der noch mit irgendwelchen Organen verbunden ist und abgerissen werden muss. Eine Betäubung gibt's nicht, und so kann Timbergen dem als Chirurgen nicht so erfahrenen Colby während der OP noch Anweisungen erteilen... Der Metamorph selbst kann jedoch nicht wirklich überzeugen. Zu Anfang sieht er einem kleinen Rochen ähnlich, das ist noch OK. Auch seine Kokons wirken glaubwürdig. Nach diversen Verpuppungen wirkt das Wesen wie eine Mischung aus Alien und Spinne, ist viel zu unbeholfen, um bedrohlich zu wirken, und wird deshalb auch meist nur kurz bzw. mit optischer Verfremdung gezeigt. Beim finalen Kampf ist die Schnittfolge so hektisch, dass man kaum erkennen kann, was da überhaupt passiert. Wenn das Vieh verendet, wobei es hustet und röchelt wie ein Kettenraucher am frühen Morgen, dann sind wieder Lacher garantiert.

DVD-Features:

Unscharfes, oft zu dunkles Bild im 4:3-Vollbild-Format mit zahlreichen Beschädigungen, Verschmutzungen und Überblendungszeichen - da hätte es auch eine Videocassette getan. Aber was soll's, man muss ja froh sein, dass diese kleine Trash-Perle überhaupt noch erhältlich ist. Einziges erwähnenswertes Bonusmaterial ist der gesonderte Soundtrack. Immerhin ist ein Booklet mit einer Kurzbiografie Roger Cormans vorhanden.

Screenshots


Mutant - Das Grauen im All

Ein imperialer Stormtrooper? Nein, das ist SAM-104


Mutant - Das Grauen im All

Der verpuppte Metamorph


Mutant - Das Grauen im All

Bong oder spacige Flöte, das ist hier die Frage...


Mutant - Das Grauen im All

Was von Jimmy übrigblieb...


Mutant - Das Grauen im All

...löst sich später vollends in rosa Glibber auf


Mutant - Das Grauen im All

Der gewachsene Metamorph in voller "Schönheit"


Mutant - Das Grauen im All

Klar, das würde ich für ein Treffen mit einem menschenfressenden Riesenmonster auch anziehen!


Mutant - Das Grauen im All

Das Vieh kann Englisch, und es hat ein Textverarbeitungsprogramm!


Mutant - Das Grauen im All

OP ohne Narkose? Kein Problem, solange man was zu rauchen hat!


Mutant - Das Grauen im All

Der Metamorph ist besiegt. Colby und Tracy betrachten den Schlamassel.


J. Kreis, 20.09.2011




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