Moontrap


Moontrap - Platinum Cult Edition (USA, 1989)

Blu-ray, Digidreams Studios
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras:
- Alte deutsche Fassung und alte US-Fassung
- Über die Restauration (11:10 Min.)
- Interview mit Walter Koenig (32:44 Min.)
- Interview mit Bruce Campbell (21:32 Min.)
- Waren Menschen auf dem Mond? (00:34 Min.)
- Vorwort von Walter & Bruce (00:21 Min.)
- Vorwort von Ekkehardt Belle (1:43 Min.)
- Nachwort von Ekkehardt Belle (00:19 Min.)
- Bildergalerien
- Werberatschlag
- Comic
- Audiokommentar des Regisseurs und des Drehbuchautors
- Trailer

Regie:
Robert Dyke

Hauptdarsteller:
Walter Koenig (Jason Grant)
Bruce Campbell (Ray Tanner)
Leigh Lombardi (Mera)




Story

Als Neil Armstrong am 20. Juli 1969 seinen Fuß auf den Mond setzt, ahnt niemand, dass dies keineswegs der erste Schritt ist, den ein Mensch auf dem Erdtrabanten macht, und dass Armstrong von einem Roboter beobachtet wird. Die Maschine interessiert sich besonders für den Start des Apollo-11-Landemoduls und dessen Rückkehr zur Erde. Gut zwanzig Jahre später unternehmen die NASA-Astronauten Jason Grant und Ray Tanner einen Routineflug mit einem Space Shuttle. Sie entdecken ein riesiges Raumschiffswrack, von dessen Existenz die Menschheit bisher nichts wusste. Als Grant sich dem Schiff nähert, stößt er auf die mumifizierte Leiche eines Menschen und einen ungefähr fußballgroßen Kokon. Beides wird zur Erde gebracht. Bei der Analyse wird festgestellt, dass der tote Raumfahrer 14.000 Jahre alt ist und dass das Raumschiff von einem bestimmten Mondkrater aus gestartet sein muss. Der Kokon kann nicht geöffnet werden. Während Grant und seine Kollegen von der NASA noch versuchen, einen Regierungsbeamten davon zu überzeugen, dass das schon vor Jahren eingestellte Mondlandeprogramm schleunigst wieder aufgenommen werden muss, öffnet sich der Kokon in einem unbeobachteten Moment von selbst. Das Objekt ist ein autonomer Roboter, der Teile der Mumie und die verschiedensten Laborgeräte verwendet, um sich zu modifizieren. So wird aus dem kleinen Roboter eine riesige Kampfmaschine, die für Zerstörungen im NASA-Labor sorgt und Sicherheitskräfte mit Blitzen tötet. Grant kann den Roboter unschädlich machen, indem er sich über Luftschächte in dessen Nähe schleicht und das aus dem Kokon hervorgegangene Kopfsegment zerstört.

Angesichts einer möglicherweise auf dem Mond schlummernden Bedrohung zögert die Regierung nun nicht mehr, eine Expedition zu finanzieren - zumal die Russen ebenfalls eine Mondlandung planen und sich in den Besitz überlegener außerirdischer Waffen bringen könnten. Grant und Tanner sind die einzigen aktiven Astronauten des Programms. Sie landen auf dem Mond. Ein dritter Astronaut bleibt mit dem Kommandomodul im Orbit zurück. Die mit Maschinenpistolen bewaffneten Astronauten entdecken eine gewaltige noch immer funktionsfähige Basis, die sich für sie öffnet. Überall liegen Skelette und Überreste zerstörter Roboter herum; anscheinend hat hier vor langer Zeit ein Kampf stattgefunden. In einem Raum, der sich selbsttätig mit atembarer Luft füllt, finden Grant und Tanner eine Art Schlafkammer. Darin ruht eine Frau, die jetzt erwacht. Ihr Name ist Mera. Offensichtlich ist sie die letzte Überlebende einer untergegangenen menschlichen Zivilisation. Die drei Menschen werden von Killerrobotern angegriffen, die inzwischen die Mondlandefähre abtransportiert haben, um sie als letztes Bauteil für ein fast fertiges Raumschiff voller Kokons zu benutzen. Damit wollen die Roboter zur Erde fliegen. Sie beschießen den Orbiter mit Blitzen und bringen ihn zum Absturz. Somit haben die Astronauten keine Möglichkeit mehr, zur Erde zurückzukehren. Die Roboter (Mera nennt sie "Kaalium") töten Tanner und bauen Teile seiner Leiche in sich selbst ein. Dasselbe haben sie mit Meras Volk getan und dieses Schicksal droht nun auch der Erdbevölkerung.

Grant und Mera wehren sich verzweifelt, werden aber gefangen genommen und als lebende Ersatzteillager ins Raumschiff gebracht. Dessen Start bleibt auf der Erde nicht unbemerkt. Das mit Abwehrraketen bestückte Space Shuttle Intrepid startet, um die Fremden abzufangen. Das fremde Schiff hält das Shuttle jedoch mit Blitzen auf Abstand. Als sich ein Kaalium an Mera zu schaffen macht, gelingt es Grant, sich zu befreien und die Maschine zu vernichten. Die beiden finden das ins Raumschiff eingebaute Landemodul. Grant aktiviert dort einen Detonator und katapultiert sich sowie Mera mit dem Rückstoß der Maschinenpistole ins All hinaus. Die beiden werden von der Intrepid eingesammelt, nachdem das Kaalium-Schiff explodiert ist.

Einige Zeit später hat Mera, die nun mit Grant zusammenlebt, die englische Sprache gelernt. Sie erzählt, dass sie damals auserwählt wurde, um nachfolgende Generationen vor den Kaalium zu warnen. Jetzt, so hoffen sie und Grant, ist alles vorbei. Doch mindestens ein Kokon hat die Vernichtung des Raumschiffs überstanden und ist auf der Erde gelandet - auf einem Schrottplatz, wo es mehr als genug Ersatzteile gibt...


Kringels Meinung

"Moontrap" war bis 2014 immer nur in gekürzten Fassungen erhältlich, und das auch nur auf Videocassette. In der deutschen Version fehlt eine längere Szene, in der sich Grant zu Hause mit seinem Sohn unterhält und dann von Tanner, der gerade im Stripclub ist, angerufen wird. In der US-Version ist diese Szene enthalten, dafür fehlen dort mehrere kurze Szenen, in denen Grant und Tanner den Mond erkunden, wobei sie von den Kaalium beobachtet werden. Die "Platinum Cult Edition" ist erstmals ungeschnitten und enthält all diese Szenen. Die Unterhaltung Grants mit seinem Sohn wurde für die Neuveröffentlichung eigens nachsynchronisiert.

Der Film ist eine jener direct-to-Video-Produktionen, die ich damals in den Achtzigern, als es noch Videotheken gab, sofort nach Erscheinen ausgeliehen und mit größtem Vergnügen verschlungen habe. Aus heutiger Sicht ist das kaum noch verständlich. Was mir sofort negativ aufgefallen ist, das ist die nervtötende elektronische Dudelmusik in praktisch jeder Szene. Das klingt wie die Untermalung eines uralten Gameboyspiels, aber nicht wie der Soundtrack eines Science-Fiction-Horrorfilms! Mit der Entdeckung des 14.000 Jahre alten Raumschiffs, des toten Raumfahrers und des Kokons beginnt "Moontrap" noch ganz akzeptabel. Wenn aber der erste Kaalium-Roboter erscheint - also das Ding, das sich auf der Erde selbst zusammenbaut - geht die Glaubwürdigkeit flöten. Die Grundidee sich selbst modifizierender Roboter ist durchaus nicht uninteressant und das Design ist gut gelungen. Aber die Maschine steht wie festgenagelt in einem Korridor, hebt und senkt die Arme, dreht den Kopf - und das war's. Währenddessen springen die Soldaten wild darum herum und werden reihenweise von Blitzen niedergemäht. Das ist nicht spannend, sondern lächerlich. Ähnlich ist es mit den Robotern auf dem Mond. Sobald mehr zu sehen ist als ein Buckel im Mondstaub, der sich schnell von A nach B bewegt, kann man die Kaalium nicht mehr ernst nehmen. Sie wirken einfach nicht gefährlich und nicht mal ihr Aussehen ist Furcht einflößend. Da helfen auch die als Ersatzteile zweckentfremdeten Leichenteile nicht weiter. Ich habe mich sowieso immer gefragt, warum die Kaalium überhaupt auf menschliche Körper als Ersatzteillager zurückgreifen. Fleisch und Knochen dürften den Belastungen im Verbund mit Stahl und hydraulischen Gelenken sowie dem Gewicht des ganzen Gebildes kaum gewachsen sein...

Ich könnte heute wirklich nicht mehr sagen, warum mir "Moontrap" damals so gut gefallen hat. Zugegeben, die Erkundung des Mondes sieht teilweise fast echt aus und es entsteht zeitweise eine beklemmende Atmosphäre. Aber diese guten Ansätze werden stets wieder durch grenzwertige Dialoge, fragwürdige Handlungsbestandteile und Momente gestört, in denen die Modelle und Matte-Paintings zu deutlich als solche zu erkennen sind. Natürlich muss man in Rechnung stellen, dass der Film nur ein winziges Budget hatte und dass das Produktionsteam aus den begrenzten Mitteln das bestmögliche Ergebnis herausgeholt hat. Das ändert jedoch nichts daran, dass dieses Ergebnis oft nicht überzeugen kann. Außerdem hätte ich mir gewünscht, mehr über die untergegangene menschliche Zivilisation zu erfahren. Wer oder was die Kaalium sind und was sie eigentlich auf dem Mond verloren haben, bleibt ebenfalls ungeklärt. Irgendwie wird alles viel zu hastig abgehandelt. Mit größerem Budget und längerer Laufzeit hätte aus "Moontrap" ein episches Weltraum-Abenteuer und/oder ein nervenzerfetzendes Splatterfest werden können, aber so? Hm. In Erinnerung bleibt der Film höchstens wegen Walter Koenig, der hier endlich mal was anderes spielen durfte als die aus "Raumschiff Enterprise" bekannte Nebenfigur Chekov, und natürlich wegen Bruce Campbell, dessen Sterbeszene mit anschließendem Körperteil-Recycling zu den eindrucksvolleren Momenten des Films gehört.


Blu-ray-Features

Die "Platinum Cult Edition" ist meines Wissens die erste digitale Veröffentlichung dieses Films. Aus diesem Anlass wurde das Bild restauriert und vermutlich auch etwas aufgepeppt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, und wer wissen möchte, in welcher "Qualität" man sich Filme im zum Glück längst vergangenen VHS-Zeitalter antun musste, der kann sich die nicht restaurierten Originalfassungen (deutsche und US-Schnittversion) anschauen. Beide liegen in voller Länge auf einer Bonus-DVD vor! Das Bonusmaterial wurde zum größten Teil eigens für die Neuveröffentlichung produziert, so auch das mehrseitige Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film sowie zur Restaurierung. Nicht neu dagegen ist die Comicversion des Films. Diese stammt aus dem Jahre 1989 und ist nicht nur als selbstablaufende Bildergalerie auf der Disc zu finden, sondern auch als Nachdruck.

In "Über die Restauration" wird gezeigt, wie Filmfehler und Verschmutzungen mit einer Software entfernt werden, das Ergebnis kann man sich im Vorher-Nachher-Vergleich und als Gegenüberstellung anschauen. Die Mühe hat sich gelohnt, "Moontrap" sieht auf Blu-ray richtig gut aus. Der größte Teil des restlichen Bonusmaterials besteht aus Interviews mit Walter Koenig und Bruce Campbell, die vermutlich im Jahre 2014 entstanden sind. Außer Nacherzählungen der Filmhandlung sowie ein paar Allgemeinplätzen zu den Dreharbeiten und den Kollegen ist leider wenig neues zu erfahren. Der sichtlich gealterte Koenig spricht ein bisschen schwerfällig, hat aber die eine oder andere Anekdote zu erzählen. So hat er sich angeblich heroisch bemüht, Leigh Lombardi während der Liebesszene nur in die Augen zu blicken. Bruce Campbell hält das für geflunkert. Lästigerweise hat der Kameramann es für erforderlich gehalten, die Kamera ständig hin und her zu bewegen, manchmal sogar hinter irgendwelchen Objekten, so dass man die Interviewpartner gar nicht mehr sieht. Hinzu kommen einzelne üble Tonstörungen. Ist der Kameramann bei all dem Gefummel womöglich irgendwo angestoßen? Ekkehardt Belle, Synchronsprecher für Walter Koenig, spricht in seinem Vorwort kurz über die Neuvertonung der zusätzlichen Szene und bittet um Verständnis wegen seiner nach all den Jahren dunkler gewordenen Stimme.

Hinzu kommen vermischte Kleinigkeiten, zum Beispiel verschiedene Bildergalerien mit dem erwähnten Comic, Szenenfotos, Aushangbildern und einem weiteren Comic. Dabei handelt es sich um Szenenfotos, auf denen den Schauspielern witziger Text in den Mund gelegt wurde. Es ist auch ein 17-seitiger Werberatschlag vorhanden, verfasst in deutscher Sprache zur Erstveröffentlichung des Films in den Achtzigern. Der umfangreiche Text enthält einiges an Produktionsnotizen und anderen interessanten Informationen.


J. Kreis, 11.02.2015




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