Minions


Minions (USA, 2015)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: ca. 91 Minuten

Extras:
- Mini-Movies:
- - Cro Minion (4:25 Min.)
- - Competition (3:47 Min.)
- - Binky Nelson Unpacified (4:34 Min.)
- Around the World Interactive Map
- Behind the Goggles - The Illumination Story of the Minions (siehe "Blu-ray-Features")
- Jingle Bells Minion Style (1:52 Min.)

Regie:
Pierre Coffin / Kyle Balda




Story

Seit es Leben auf der Erde gibt, gibt es die Minions. Diese kleinen gelben Wesen begeben sich stets in den Schutz des gefährlichsten Raubtiers. Ihm zu dienen ist der einzige Daseinszweck, den sie kennen. Mit dem Erscheinen des Homo Sapiens eröffnen sich den Minions ganz neue Möglichkeiten. Über die Jahrtausende hinweg treten sie in die Dienste der größten Schurken, die sie finden können. Allerdings unterlaufen ihnen immer wieder fatale Missgeschicke, und so leben ihre Meister in der Regel nicht lange. Eines Tages werden die Minions von der Armee eines Feldherrn, dessen Tod sie verschuldet haben, ins ewige Eis gejagt. Dort finden sie endlich einen Ort, an dem sie auch ohne den Schutz eines Meisters sicher leben können. Sie lassen sich in einer großen Höhle nieder und errichten dort ihre eigene Zivilisation. Doch etwas fehlt ihnen. Wenn die Minions niemandem dienen können, hat ihr Leben keinen Sinn. Sie leiden unter Depressionen und werden immer apathischer. Die Existenz des gesamten Minion-Volkes gerät in Gefahr. Eines Tages gibt der furchtlose Minion Kevin seinem Volk neue Hoffnung, indem er die Höhle verlässt, um irgendwo in der großen weiten Welt nach dem schlimmsten, verabscheuungswürdigsten Bösewicht aller Zeiten zu suchen. Seine Kumpels Bob und Stuart begleiten ihn mehr oder weniger freiwillig.

Während die drei Minions im Jahre 1968 nach langer, beschwerlicher Reise in New York ankommen, finden ihre Kameraden zumindest vorübergehend neue Erfüllung. Yetis lassen sich in der Höhle nieder und deren Anführer ist eine derart üble Kreatur, dass die Minions voller Enthusiasmus eine große Show veranstalten, um ihn zu unterhalten. Kevin, Stuart und Bob fahren derweil per Anhalter zur geheimen Villain-Convention in Orlando, von deren Existenz sie zufällig erfahren haben. Hier versammeln sich alle Gangster und sonstigen zwielichtigen Gestalten aus aller Herren Länder, um neue Erfindungen vorzustellen oder - wie die von allen bewunderte Superschurkin Scarlet Overkill - neue Schergen zu verpflichten. Die Minions setzen sich gegen die zahlreichen anderen Bewerber durch und werden somit zu Handlangern Scarlets. Deren Basis befindet sich in London. Unterwegs dorthin ruft Kevin zu Hause in der Höhle an. Seine Meldung stößt zunächst auf wenig Interesse. Das ändert sich, als der Oberyeti durch die Schuld der Minions ums Leben kommt. Die Minions müssen um ihr Leben rennen und machen sich auf den Weg nach England.

In London lernen Kevin, Stuart und Bob Scarlets Mann kennen, den Erfinder Herb Overkill. Sie erhalten den Auftrag, die Königskrone zu stehlen. Scarlet will England erobern, um sich für die in der Kindheit erlittenen Demütigungen zu rächen. Im Falle des Versagens droht den Minions der Tod. Ausgerüstet mit verschiedenen Superwaffen aus Herbs Arsenal dringen die Minions in den Tower ein. Ausgerechnet jetzt macht Queen Elisabeth II. eine Kutschfahrt, wobei sie die Krone trägt. Bei der Verfolgung werden die Minions von der Polizei in die Enge getrieben. Bob zieht ein Schwert aus einem Stein. Einer alten Prophezeiung zufolge ist dies nur dem rechtmäßigen König von England möglich. Somit verliert Elisabeth den Herrschaftsanspruch und Bob wird gekrönt, wodurch er sich Scarlets Zorn zuzieht. Sie lässt sich durch Bobs Abdankung zu ihren Gunsten scheinbar besänftigen. Dennoch landen Kevin, Stuart und Bob im Kerker, wo sie von Herb gefoltert werden sollen. Das ist bei den unverwüstlichen Minions aber gar nicht so einfach. Schließlich gelingt ihnen die Flucht. Sie dringen in Westminster Abbey ein. Dort findet gerade Scarlets Krönung statt. Eigentlich wollten sich die Minions bei Scarlet entschuldigen, doch sie verursachen Chaos in der Kathedrale. Verfolgt von allen zur Krönungsfeier eingeladenen Superschurken fliehen sie durch die Stadt.

Stuart und Bob fallen den Schurken in die Hände. Scarlet droht die beiden zu töten, sollte sich Kevin nicht stellen. Kevin dringt in Scarlets Basis ein, um sich mit Waffen auszurüsten und seine Freunde zu retten. Versehentlich aktiviert er eine Erfindung Herbs und wird zu einem Riesen, der es locker mit allen Schurken aufnehmen kann. Inzwischen ist das ganze Minions-Volk in London angekommen. Sie jubeln Kevin zu, als der sich Scarlet und Herb stellt. Beim Endkampf kommt es zu einer Explosion, in der scheinbar alle drei sterben. Doch Kevin ist lediglich auf Normalgröße geschrumpft. Anschließend wird Elisabeth wieder in Amt und Würden eingesetzt. Die drei Minions werden belohnt, Kevin wird sogar zum Ritter geschlagen. Doch auch die Overkills haben die Explosion überlebt. Sie stehlen die Krone und wollen fliehen, befinden sich aber plötzlich im Inneren eines Eisblocks. Ein junger Superschurke hat seinen Gefrierstrahler gegen die beiden eingesetzt. Er schnappt sich die Krone und verschwindet, verfolgt von den begeisterten Minions, die endlich ihren wahren Boss gefunden haben.


Kringels Meinung

Der junge Superschurke ist natürlich Gru, die Hauptperson des Animationsfilms Ich, einfach unverbesserlich, in dem die Minions ihren ersten Auftritt hatten. Die Minions sind meine heimlichen Helden dieses Films, aber sie haben im Grunde nur die Funktion von Pausenclowns, die nicht zur Handlung beitragen, sondern ihren köstlichen Schabernack meist im Hintergrund treiben. Ich liebe diese knuffigen, albernen und - man muss es einfach so sagen - leicht beschränkten Kerlchen, die aussehen wie in Jeans-Latzhosen steckende Überraschungseikapseln mit dünnen Ärmchen und Beinchen, Schweißerbrillen über den riesigen Augen (bzw. dem Auge; manche haben nur eins) und Mündern, die erstaunlich weit aufgerissen werden können. Ihr mit verfremdeten Stimmen vorgetragenes Kauderwelsch ist mindestens genauso witzig wie die kleinen und großen Katastrophen, in die sie immer wieder hineinstolpern bzw. die sie selbst verursachen. Sie stellen eigentlich immer nur Unsinn an, manchmal führt das zu absolutem Chaos und immer wird das Zwerchfell des Zuschauers strapaziert.

Die Minions haben sich schnell zu Publikumslieblingen gemausert, und so wurde ihnen in Ich, einfach unverbesserlich 2 deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Jetzt sind sie sogar die Hauptfiguren ihres eigenen Films. Ob das wohl gut gegangen ist? Nun, ich würde nicht so weit gehen wie meine bessere Hälfte, die gesagt hat, die Szene nach dem Abspann sei der beste Teil des Films. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung spektakulärer 3D-Effekte, die in der 2D-Version natürlich nicht so gut rüberkommen wie im Kino. Die Minions und alle anderen Figuren des Films treten nochmal auf, pusten dem Zuschauer Seifenblasen entgegen, treten scheinbar aus der Leinwand heraus und so weiter. Nein, mir hat auch der Film an sich gefallen. Schon beim Erscheinen des Universal-Titels mit von den Minions nachgesungener Erkennungsmeldodie könnte ich mich jetzt noch wegschmeißen. Die schiere Menge verrückter Einfälle und typischer Minions-Situationen sorgt für viel Kurzweil. Ich muss jedoch zugeben, dass das allein den Film nicht trägt. Ihm fehlt vor allem die "menschliche" Note, also so etwas wie die vom Charme der drei Waisenmädchen herbeigeführte Wandlung Grus in "Ich, einfach unverbesserlich".

Die Story ist ziemlich dünn, aber das macht fast gar nichts, denn in jeder Szene stecken so viele Gags und Details, dass man selbst beim wiederholten Anschauen immer Neues entdeckt. Wer kommt eigentlich auf Ideen wie die mit den drei übergewichtigen Beefeatern im Tower, die von den Minions hypnotisiert werden, zu tanzen anfangen, sich der Uniform entledigen und dann auch noch mit bis dato unter den Hüten verborgen gewesenen üppigen Mähnen gepflegten seidigen Haares headbangen? Oder die Ex-Queen, die im Pub ein Pint Bier kippt, sich die Zeit mit Armdrücken vertreibt und Witze auf ihre eigenen Kosten erzählt? Der Soundtrack aus schmissigen Hits der Sechzigerjahre ist das i-Tüpfelchen. "Minions" mag nicht an "Ich, einfach unverbesserlich" 1 & 2 heranreichen, macht aber eine Menge Spaß.


Blu-ray-Features

Auf dem Cover prangt der Hinweis auf drei neue Minions-Kurzfilme, die zum Bonusmaterial der Blu-ray gehören. Eigentlich sind es vier, denn in "Jingle Bells Minion Style" sind Minions zu sehen, die das beliebte Weihnachtslied im typischen Minion-Sprech singen. Nach dem ersten Durchgang beginnt das Lied nochmals - mit Texttafeln, so dass man mitsingen kann! Endlich versteht man das Kauderwelsch mal! In den "richtigen" Kurzfilmen müssen sich die Minions mit dem rebellischen Nachwuchs eines Steinzeitmenschen herumschlagen und treiben Unsinn in einem Bombentestlabor (am Ende bleibt nur ein Krater übrig). Im dritten Kurzfilm kommen die Minions nicht vor. Held ist Binky, jüngster Spross der Familie Nelson. Das sind die sympathischen Gangster, die die Minions im Film nach Orlando mitnehmen. Die Nelsons rauben ein Museum aus. Dabei geht Binkys Schnuller verloren. Das Baby macht einen nächtlichen Alleingang, um sich das Teil zurückzuholen.

Ein zusammenhängendes Making of ist leider nicht vorhanden, aber bei den Extras sind zahlreiche Clips (Laufzeit jeweils höchstens fünf Minuten), Bildergalerien, Storyboards, kommentierte Entwürfe und so weiter zu finden. Man muss jeweils einen Menüpunkt einer interaktiven Karte oder eines Cartoon-Hauses anklicken, um diese superkurzen Featurettes zu starten. So gibt ein Erzähler Erläuterungen zur Geschichte der Minions und zu den Epochen, in denen sie leben. Regisseure, Produzenten, Synchronsprecher und verschiedene Mitglieder des Produktionsteams berichten von ihren Aufgabenbereichen. Insgesamt kommt bei all diesen Clips eine Laufzeit von annähernd einer Stunde zusammen. Da Ausschnitte aus "Ich, einfach unverbesserlich" gezeigt werden, kann man gut erkennen, wie das Minion-Design in den letzten Jahren verbessert wurde.


J. Kreis, 11.08.2016




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