Mimic


Mimic - Special Edition: Director's Cut und Kinoversion (USA, 1997)

Blu-ray, Studiocanal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 105 Min. (Kinofassung) / 111 Min. (Director's Cut)

Extras
- Audiokommentar zum Director's Cut von Regisseur Guillermo del Toro
- Einführung von Regisseur Guillermo del Toro zum Director's Cut (1:02 Min.)
- Featurette "Reclaiming Mimic" (14:31 Min.)
- Featurette "Ein Sprung in der Evolution" (9:34 Min.)
- Making Of "Back into the Tunnels" (5:21 Min.)
- Geschnittene Szenen (3:12 Min.)
- Alternatives Ende (1:56 Min.)
- Pannen beim Dreh (2:19 Min.)
- Storyboard Animationen (6:16 Min.)
- Trailer Deutsch / Englisch

Regie:
Guillermo del Toro

Hauptdarsteller:
Mira Sorvino (Dr. Susan Tyler)
Jeremy Northam (Dr. Peter Mann)
Charles S. Dutton (Leonard Norton)
Giancarlo Giannini (Manny)
Alexander Goodwin (Chuy)




Inhalt

Eine als "Strickler's Disease" bekannte Seuche, an der nur Kinder erkranken, breitet sich in Manhattan aus. Sie wird durch Kakerlaken übertragen und fordert hunderte Todesopfer. Ein Heilmittel gibt es nicht und die Kakerlaken sind immun gegen Insektenvernichtungsmittel. Dr. Peter Mann von der US-Gesundheitsbehörde bittet die Insektenforscherin Dr. Susan Tyler um Hilfe. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten. Durch Genmanipulationen entwickeln sie eine neue Insektenart (die "Judas-Züchtung") mit gesteigerter Intelligenz und verbessertem Metabolismus, die sich schnell vermehrt und ein spezielles Enzym absondert. Dieses Enzym lockt Kakerlaken an und tötet sie. So können die Schädlinge effektiv bekämpft und die Seuche besiegt werden. Die neue Insektenart soll innerhalb einer Generation, also nach wenigen Monaten, von selbst aussterben.

Drei Jahre später existieren die Judas-Insekten immer noch, aber niemand ahnt etwas davon. Infolge der Genmanipulation sind die Tiere innerhalb kürzester Zeit stark mutiert. Sie haben Lungen, so dass sie zur Größe von Menschen heranwachsen konnten. Sie leben in Versorgungsschächten und Abwasserkanälen sowie in den teils uralten, verlassenen Tunnels der U-Bahn. Ihre Opfer suchen sie sich vorwiegend unter den dort lebenden Obdachlosen. Um sich ins Freie wagen zu können, haben sie eine besondere Art der Mimikry entwickelt: Sie tarnen sich als Menschen. Der autistische Junge Chuy beobachtet eines dieser Wesen, folgt ihm und wird von ihm in die Tunnels verschleppt. Sein Vater Manny folgt ihm. Zwei Kinder bringen ein ungewöhnlich großes Insekt zu Susan, dessen DNS mit jener der Judas-Art identisch ist. Wenig später wird der Kadaver eines noch größeren Insekts gefunden. Susan und Peter erkennen allmählich, womit sie es zu tun haben.

Die Spur führt in den Untergrund New Yorks. Peter dringt mit seinem Kollegen Josh und dem Polizisten Leonard Norton dorthin vor. Josh fällt den Rieseninsekten zum Opfer, Peter und Leonard sitzen in einer vor Jahrzehnten aufgegebenen U-Bahn-Station fest. Susan stellt eigene Nachforschungen an und wird von einem Rieseninsekt angegriffen. Das Tier tötet die Frau nicht, sondern bringt sie in die "Vorratskammer" des Nests. Sie wird gerettet und versteckt sich zusammen mit Peter, Leonard und Manny in einem alten Triebwagen. Ein Insekt dringt ein und verwundet Leonard am Bein, bevor es getötet werden kann. Weitere Insekten fallen über den Waggon her. Sie werden von Leonards Blut angelockt. Mit einem Sekret aus Duftdrüsen des toten Insekts können sich die Menschen vorübergehend "unsichtbar" machen. Sie versuchen, den Waggon in Gang zu bringen. Manny wird getötet, kurz nachdem er seinen Sohn wiedergefunden hat. Leonard opfert sich, um Susan, Peter und Chuy die Flucht zu ermöglichen. Sie werden jedoch getrennt.

Peter gelangt auf der Flucht vor den Insekten in die Brutkammer. Er lenkt Gas hinein, entzündet es und rettet sich selbst durch einen Sprung in ein Wasserbassin. Die Explosion sorgt sogar noch oberirdisch für Chaos. Alle Insekten bis auf eines werden vernichtet. Dabei handelt es sich um das einzige fruchtbare Männchen. Es glingt Susan, das Tier vor eine heranrasende U-Bahn zu locken, so dass es umkommt. Susan, Chuy und Peter gelangen wohlbehalten ins Freie.

Kommentar

Dies ist nach Cronos der zweite Film Guillermo del Toros. Er ist vor allem wegen der ungewöhnlichen Grundidee und der düsteren Atmosphäre interessant. Wieder einmal zeigt sich, dass man nicht allzu sorglos mit dem Erbgut von Lebewesen herumspielen sollte. Die Genmanipulation hat ungeahnte Folgen, die zunächst unbemerkt bleiben. Menschen verschwinden, unter den Obdachlosen geht das Gerücht um, ein Serienmörder treibe in der Unterwelt New Yorks sein Unwesen. Man sieht schon gleich zu Anfang eine schlanke, schattenhafte Gestalt, die sich etwas merkwürdig verhält. Der vermeintliche Mann bleibt immer im Halbdunkel. Nach und nach wird klar, was es damit wirklich auf sich hat, bis die Insekten schließlich ihr wahres Gesicht zeigen. In dieser Phase kann der Film mit etwas Wissenschaftskritik und einer langsam weiter angezogenen Spannungsschraube punkten. Man hat genug Zeit, um Susan und Peter ins Herz zu schließen - hierzu dient eine kleine Nebenhandlung, die sich um die vergeblichen Versuche des Paares dreht, ein Kind zu bekommen. Die Schauspieler liefern solide Leistungen ab, allerdings gewinnen die von ihnen gespielten Figuren kaum Tiefe. Auf drei Nebenrollen könnte man sogar komplett verzichten. Das sind der autistische Junge und sein Vater, sowie Susans von F. Murray Abraham gespielter Mentor. Die ersten beiden nerven eigentlich nur, letzterer erfüllt keine erkennbare Funktion, abgesehen davon, die Handlung ein bisschen zu strecken.

In der zweiten Hälfte wird leider fast nur noch Action nach altbekanntem Schema geboten: Es wird viel in schmuddeligen Tunnels herumgerannt, wo es einen Protagonisten nach dem anderen erwischt, bis die Bedrohung am Ende doch noch endgültig beseitigt werden kann. Dass der Film trotzdem sehenswert bleibt, ist der leicht morbiden Atmosphäre in der düsteren Unterwelt, vor allem aber dem wirklich gelungenen Kreaturen-Design zu verdanken. Die Rieseninsekten sind eine Mischung aus Gottesanbeterin, Schabe und Ameise. Die Menschen-Tarnung wirkt gerade deshalb überzeugend, weil sie nicht perfekt ist. Sie funktioniert nur, solange sich die Insekten im Dunkeln halten. Ihre Flügel verbergen den Körper wie ein langer Mantel, die oberen Gliedmaßen können so vor dem Insektenkopf zusammengelegt werden, dass sie einem menschlichen Gesicht gleichen. Wenn die Flügel aufklappen, kommt die eigentliche Insektengestalt zum Vorschein: Ein furchteinflößendes Biest mit Chitinpanzer, teils offenliegenden Organen und tödlichen Klauen. Die Effekte wirken in einzelnen Szenen zwar etwas veraltet, erfüllen aber immer noch ihren Zweck.

Der Director's Cut ist nur wenige Minuten länger als die Kinofassung. Entscheidende neue Erkenntnisse oder mehr Action werden nicht geboten, aber die zusätzlichen Szenen runden den Film immerhin ein bisschen besser ab. Susans und Peters Kinderwunsch spielt eine geringfügig größere Rolle, es wird etwas genauer auf chinesische Zwangsarbeiter eingegangen, die das Pech haben, im Jagdrevier der Insekten zu leben, und man sieht, wie ein Insektenkadaver in der Wasserversorgung gefunden wird.

Blu-ray-Features

Die Blu-ray enthält sowohl die Kinoversion als auch den Director's Cut. Letzterer wurde nicht vollständig deutsch synchronisiert; die zusätzlichen Szenen haben englischen Originalton mit (abschaltbaren) deutschen Untertiteln.

Die beiden Featurettes und das so genannte "Making of" bieten nur oberflächliche Einblicke in den Produktionsprozess. Der Regisseur lässt sich über seine Probleme mit dem Studio aus, die dazu geführt haben, dass im Kino nicht die von ihm gewünschte Version des Films zu sehen war Er geht kurz auf die Besonderheiten des Director's Cut ein. Man sieht, wie die Kreaturen hergestellt wurden und in älteren Intverviews ist Guillermo del Toro ohne Bart zu sehen - ein ungewohnter Anblick! Die zwei nicht verwendeten Szenen sind komplett uninteressant (noch mehr Schwangerschafts-Geplänkel), aber das alternative Ende lässt anders als der Film die Frage offen, ob nicht doch eines der Rieseninsekten überlebt haben könnte.


J. Kreis, 11.06.2012




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