Mission: Impossible


Mission: Impossible Rogue Nation (USA, 2015)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 132 Minuten

Extras:
- Audiokommentar mit Tom Cruise und Regisseur Christopher McQuarrie
- Der Zünder ist scharf (5:57 Min.)
- Cruise Control (6:33 Min.)
- Helden ... (8:06 Min.)
- Reiseflughöhe (8:23 Min.)
- Mission: Versenken (6:45 Min.)
- Das Auto (5:35 Min.)
- Die Missionen gehen weiter (7:08 Min.)

Regie:
Christopher McQuarrie

Hauptdarsteller:
Tom Cruise (Ethan Hunt)
Rebecca Ferguson (Ilsa Faust)
Jeremy Renner (William Brandt)
Simon Pegg (Benjamin "Benji" Dunn)
Ving Rhames (Luther Stickell)
Sean Harris (Solomon Lane)
Alec Baldwin (Alan Hunley)
Simon McBurney (Atlee)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Mission: Impossible - Phantom Protokoll.

Ethan Hunt macht seit einiger Zeit Jagd auf das Syndikat, eine internationale Verbrecherorganisation, an deren Existenz niemand außer ihm glaubt. Eines Tages vereiteln Ethan und sein Team den möglicherweise vom Syndikat initiierten Verkauf von tödlichem Nervengas an Terroristen. Als Ethan nach diesem Einsatz einen Geheimstützpunkt in London aufsucht, geht er dem Syndikat in die Falle. Die Organisation ist genau über den Aufbau der Impossible Missions Force (IMF) im Bilde. Ethan muss hilflos mit ansehen, wie die Wächterin des Stützpunkts von einem Unbekannten erschossen wird. Ethan wird mit Gas betäubt. Er kommt in einem Verlies wieder zu sich, wo er durch Folter gebrochen und für das Syndikat "umgedreht" werden soll. Eine zu den Gangstern gehörende Frau befreit ihn. Sie kommt nicht mit, sondern lässt es so aussehen, als sei Ethan aus eigener Kraft entkommen. Ethan meldet sich bei William Brandt und bittet um Evakuierung, muss aber erfahren, dass die IMF inzwischen auf Betreiben des CIA-Direktors Alan Hunley aufgelöst wurde. Das zuständige Komitee des US-Senats teilt Hunleys Ansicht, der zufolge die Vorgehensweise der IMF (die zurzeit keinen Direktor hat) nicht von reiner Willkür zu unterscheiden ist und dass eine derart unkontrollierbare Organisation mindestens ebenso gefährlich ist wie die von ihr bekämpften Feinde. Brandt und andere ehemalige IMF-Agenten werden Hunley unterstellt. Die CIA macht ab sofort Jagd auf Ethan. Er soll sich für seine letzten Aktionen verantworten.

Ethan taucht unter. Monatelang verfolgt er die Spur des Unbekannten, dessen Gesicht er in London gesehen hat. Es handelt sich um einen Ex-Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 namens Solomon Lane, der vor einiger Zeit für tot erklärt wurde. Dasselbe trifft für zahlreiche weitere Geheimagenten aus aller Herren Länder zu, die Ethan als Syndikatsmitglieder identifizieren konnte. Lane ist Ethan immer mindestens einen Schritt voraus. Wo immer Lane auftaucht, kommt es zu Katastrophen. Stets sind Politiker, Wirtschaftsmagnaten und so weiter unter den Opfern oder es werden große Firmen geschädigt. Für Ethan steht fest: Lane ist das Oberhaupt des Syndikats und hierbei handelt es sich um eine Art Anti-IMF. Offensichtlich bekämpft Lane jenes System, von dem er einst erschaffen wurde. Ethans Ermittlungen zufolge wird Lane demnächst die Wiener Staatsoper besuchen. Also wird sich dort ein weiterer Anschlag ereignen. Als Ziel kommt nur der österreichische Bundeskanzler in Betracht. Ethan lotst Benjamin Dunn, der ebenfalls der CIA zugeordnet wurde und seinen Freund insgeheim mit Informationen versorgt, in die Donaumetropole. Während Benji via Gesichtserkennungssoftware nach Lane sucht, hält Ethan hinter den Kulissen nach Attentätern Ausschau. Es sind drei Killer vor Ort, unter anderem die Frau, die Ethan geholfen hat. Ethan schaltet einen Killer aus und schießt den Kanzler im selben Moment an, als die Frau feuert. So verhindert er einen tödlichen Treffer. Die Frau erschießt den zweiten Killer, der gerade gegen Benji kämpft. Ethan verhilft der Frau zur Flucht. Der Kanzler stirbt dennoch; eine in seiner Limousine deponierte Bombe explodiert. Das wird Ethan später zur Last gelegt. Es geht nun nicht mehr um Festnahme - Ethan soll eliminiert werden. Um Ethan vor der hiermit beauftragten Sondereinheit zu finden, holt William den Hacker Luther Stickell zu Hilfe.

Wie sich herausstellt, ist die schöne Unbekannte eine MI6-Doppelagentin namens Ilsa Faust. Sie wurde beim Syndikat eingeschleust, hat sich wegen Ethans Flucht verdächtig gemacht und sollte ihre Loyalität mit der Ermordung des Kanzlers beweisen. Sie behauptet, sie hätte gegebenenfalls absichtlich vorbeigeschossen. Die beiden Killer hätten sie im Falle des Versagens töten sollen. Die Autobombe war Lanes Plan B. Ilsa überlässt Ethan einen Datenträger mit Informationen über Lanes nächstes Ziel, welches sich in Marokko befindet. Ethan lässt sie laufen. Lane gibt ihr eine letzte Chance. Sie soll für ihn eine Liste aller Syndikatsmitglieder und Kontaktpersonen wiederbeschaffen, die von einem Verräter gestohlen wurde. Ethan, Benji und Ilsa treffen sich in Casablanca. Mit der Liste könnten sie das Syndikat auffliegen lassen. Die Infiltration des bestens gesicherten Aufbewahrungsortes gelingt durch Teamwork, doch Ilsa flieht mit dem Datenträger. Sie muss ihn für den Geheimdienstchef Atlee sicherstellen. Er weiß, dass das Syndikat existiert, hat die CIA hierüber aber nicht informiert. Das darf nicht bekannt werden. William und Luther stöbern Ethan auf, können Ilsas Flucht aber nicht verhindern. Benji hat unbemerkt eine Kopie der Datei angefertigt. Diese lässt sich allerdings nicht entschlüsseln. Zurück in London wird Ilsa von Atlee unter Druck gesetzt. Im Gegensatz zu ihr betrachtet er die Mission nicht als beendet. Ilsa soll Ethan töten, falls das nötig sein sollte, um Lanes Vertrauen wiederzugewinnen. Widerstrebend kehrt Ilsa zu Lane zurück und übergibt ihm den Datenträger, doch der ist leer. Atlee hat den Inhalt (bei dem es sich keineswegs um eine gestohlene Mitgliederliste handelt) unbemerkt gelöscht. Lanes Geduld ist nun fast erschöpft. Ilsa ist gezwungen, bei Benjis Entführung mitzuwirken. Lane, der über die Existenz der Datenträgerkopie im Bilde ist, schickt Ethan mit Benji als Druckmittel auf eine unmögliche Mission. Bis Mitternacht soll Ethan den entschlüsselten Datenträger übergeben, sonst muss Benji sterben - und nur der britische Premierminister kann die Daten freischalten!

Unter dem Vorwand, Ethan an die CIA ausliefern zu wollen, lockt William Hunley nach London. Hunley warnt Atlee vor Ethan. Gemeinsam wollen die beiden Geheimdienstchefs den Premierminister in Sicherheit bringen. Als der erfährt, dass es um das Syndikat geht, kommt die Wahrheit ans Licht. Es war Atlees Idee, eine Spezialeinheit ins Leben zu rufen, die gegen die Feinde des Königreichs vorgehen sollte, ohne an Gesetze gebunden zu sein oder mit der Regierung in Verbindung gebracht werden zu können. Zur Finanzierung wurden 2,4 Milliarden britische Pfund auf zahlreiche anonyme Nummernkonten verteilt. Der Premierminister hatte Atlees Plan verworfen, doch zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Syndikat schon unter Lanes Führung verselbständigt. Es war Atlee nun nur noch daran gelegen, das Debakel zu vertuschen. Die Konten existieren immer noch und die entsprechenden Informationen befinden sich auf dem verschlüsselten Datenträger. Mit dem Geld würde das Syndikat endgültig zu einer Supermacht des Verbrechens werden. Sobald Hunley das alles vom Premierminister erfahren hat, verliert Atlee quasi sein Gesicht - es handelt sich um Ethan in einer perfekten Maske. Der Premierminister wird betäubt, ebenso ergeht es dem hinzukommenden echten Atlee. Später wird es so dargestellt, als habe Atlee den Premierminister angegriffen und Hunley habe Schlimmeres verhindert. Der Datenträger wird entschlüsselt. Ethan prägt sich die Kontendaten ein und vernichtet das Speichermedium. So verpufft Lanes Drohung, er werde eine mit Benjis Körper verbundene Bombe mitten auf einem belebten Platz zünden. Lane muss Benji laufen lassen, erteilt seinen Schergen aber den Befehl, die ebenfalls anwesende Ilsa zu erschießen. Gemeinsam besiegen Ethan und Ilsa die Killer. Zu guter Letzt tappt Lane in eine sorgfältig vorbereitete Falle und wird gefangen genommen. Hunley macht eine Aussage vor dem Senatskomitee, der zufolge die Auflösung der IMF angeblich Teil eines Planes zur Ausschaltung des Syndikats war. Die IMF wird reaktiviert. Die Mitglieder des Komitees ahnen nicht, dass Hunley neuer IMF-Sekretär ist ...


Kringels Meinung

Ich glaube, man kann sagen, dass sich die "Mission: Impossible" - Kinofilmreihe kontinuierlich gesteigert hat, wenn man gnädig über den meiner Meinung nach völlig misslungenen zweiten Teil hinwegsieht. "Rogue Nation" ist ein dynamischer, packender Agententhriller und für mich der beste Teil der Reihe. Offenbar hat da jemand begriffen, was die Fans sehen wollen, und es ist ihm gelungen, alle Stärken des Franchise in einem Film zu vereinen. Das ist zunächst einmal natürlich der von einem in Topform agierenden Tom Cruise bestens verkörperte charismatische Held Ethan Hunt, der sich gut als Identifikationsfigur eignet, weil er trotz aller Fähigkeiten nicht zum unbesiegbaren Superhelden mutiert, auch mal scheitern darf und in diesem Film sogar seinen Meister gefunden zu haben scheint. Dazu ein Ensemble von nicht minder sympathischen Teammitgliedern, die obendrein nicht etwa nur Stichwortgeber, verzichtbare Sidekicks und dergleichen sind, sondern als Team funktionieren, sinnvolle Aufgaben erhalten und Ethans Erfolge überhaupt erst möglich machen. Unverzichtbar sind selbstverständlich auch diverse High-Tech-Agentengimmicks, schnelle Autos, faszinierende internationale Schauplätze und knackige Action mit spektakulären Stunts. Der Humor, gewürzt mit einer guten Portion Selbstironie, kommt nicht zu kurz. Diese Elemente finden sich in allen Filmen, Teil 5 enthält jedoch zusätzlich alle Einzelaspekte, die bisher positiv hervorzuheben waren: Ein perfekt inszeniertes Spiel mit Täuschungen, Intrigen und Verrat wie im ersten Teil, ein wahrhaft diabolischer Gegenspieler wie im dritten und eine noch stärkere Frauenfigur als im vierten.

Damit wäre eigentlich schon alles gesagt, aber auf Rebecca Ferguson / Ilsa Faust muss ich doch genauer eingehen. Die Frau stiehlt wirklich allen die Show! Sie ist sozusagen ein weiblicher Ethan Hunt, und wenn das James Bond - Franchise eine neue Inkarnation der Titelfigur braucht, dann hätte ich kein Problem damit, wenn aus James Bond Jane Bond mit Rebecca Ferguson in der Hauptrolle werden würde! Ilsa Faust bleibt lange Zeit undurchsichtig, so dass man nicht weiß, ob Ethan sie als Freund oder Feind zu betrachten hat. Verhilft sie ihm um seinetwillen zur Flucht - oder ist er für sie nur Mittel zum Zweck? Hätte sie den österreichischen Bundeskanzler entgegen eigener Angabe doch getötet, um Lanes Vertrauen zurückzugewinnen? Ilsa ist Ethan in jeglicher Hinsicht gewachsen. Sie ist absolut furchtlos (genial die Szene, in der sie Lane auffordert, sich wie ein Mann zu benehmen und sie persönlich zu erschießen), teilt im Zweikampf womöglich noch härter aus als Ethan, hängt ihn mit dem Motorrad ab und hat immer einen Trick auf Lager, wenn eine Situation aussichtslos zu sein scheint. Sie darf aber auch Zweifel haben, Schwäche zeigen ... und sie macht im Abendkleid eine mindestens ebenso gute Figur wie Ethan im Smoking. All diese Facetten nimmt man der Schauspielerin sofort ab. Sie ist mein persönliches Highlight in diesem an sich schon tollen Film!


Blu-ray-Features

Die sieben kurzen Featurettes enthalten die übliche für Werbezwecke produzierte Mischung aus Filmszenen, Interview-Ausschnitten und Hinter-den-Szenen-Material. Besonders aussagekräftig ist das Ganze nicht, zumal sich die Interviews größtenteils in gegenseitigen Lobeshymnen und Handlungsnacherzählungen erschöpfen. Was aber wieder einmal klar wird, ist Tom Cruises hundertprozentiger Einsatz. Es ist einfach nicht zu fassen, was dieser Mann sich traut! Zum Beispiel hat er zur Vorbereitung auf die Unterwasserszenen so lange die Luft angehalten (ca. 6 Minuten!!), dass so manchem Mitglied des Filmteams der Schweiß ausgebrochen sein dürfte. Das ist aber noch gar nichts gegen den Stunt in der Auftaktsequenz, den Cruise selbstverständlich ebenfalls höchstpersönlich absolviert hat. Er hängt an der Einstiegsluke eines A400-Militärtransportflugzeuges, das mit einem Affenzahn in ziemlich steilem Winkel in den Himmel steigt! Und das hat er nicht nur einmal gemacht, sondern achtmal, damit auch wirklich die bestmögliche Aufnahme in den Kasten kommt. Wahnsinn.


J. Kreis, 15.06.2017




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