Mission: Impossible


Mission: Impossible Phantom Protokoll (USA, 2011)
- Mission: Impossible Ghost Protocol -

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 133 Minuten

Extras:
- Mission akzeptiert (29:38 Min.)
- Unmögliche Missionen (6:13 Min.)
- Entfernte Szenen mit optionalem Audiokommentar von Regisseur Brad Bird (5:12 Min.)

Regie:
Brad Bird

Hauptdarsteller:
Tom Cruise (Ethan Hunt)
Paula Patton (Jane Carter)
Jeremy Renner (William Brandt)
Simon Pegg (Benjamin "Benji" Dunn)
Mikael Nyqvist (Kurt Hendricks / "Cobalt")




Story

Zur Vorgeschichte siehe Mission: Impossible III.

Ethan Hunt sitzt seit der nicht von der Impossible Missions Force (IMF) autorisierten Tötung mehrerer Serben, die seine Frau Julia ermordet haben sollen, in einem Gefängnis in Moskau. Er wird von den IMF-Agenten Jane Carter und Benjamin Dunn befreit. Sie brauchen seine Hilfe bei der Wiederbeschaffung russischer Atomwaffen-Startcodes. Diese sind kurz zuvor bei einem von Jane geleiteten Einsatz von der Auftragsmörderin Sabine Moreau gestohlen worden. Die Killerin hat Janes Teammitglied Trevor Hanaway erschossen. Jane nimmt das persönlich, denn sie hat Hanaway geliebt. Man geht davon aus, dass die Codes an einen Terroristen verkauft werden sollen, von dem nur der Deckname "Cobalt" bekannt ist. Bei der Flucht aus dem Gefängnis nimmt Ethan einen Mitgefangenen namens Bogdan mit, mit dem er sich angefreundet hat. Daten, die zur Aufdeckung der Identität Cobalts führen könnten, werden im Kreml aufbewahrt. Ethan übernimmt das Kommando über die folgende Operation, infiltriert den Kreml und dringt ins Archiv ein, doch die Datenträger sind verschwunden. Ein Unbekannter schaltet sich auf den Funkkanal von Ethans Team und kündigt die Zündung einer Bombe an. Die russischen Sicherheitskräfte hören den Funkspruch mit. Ethan ahnt, dass sich Cobalt im Kreml befindet und bricht den Einsatz ab. Er läuft dem Mann sogar über den Weg, begreift aber zu spät, mit wem er es zu tun hatte. Die Bombe explodiert. Ein Teil des Kremls wird vernichtet und es gibt viele Verletzte - einer davon ist Ethan. Er wird bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert.

Anatoly Sidorov, ein Agent des russischen Geheimdienstes, will Ethan festnehmen, doch der kann entkommen. Der Anschlag auf den Kreml wird der IMF zur Last gelegt. Eine schwere Krise zwischen den USA und Russland ist die Folge. Der IMF-Chef wird mit dem Auftrag nach Moskau geschickt, Kontakt mit Ethan aufzunehmen. Er wird von dem Datenanalysten William Brandt begleitet. Der IMF-Chef teilt Ethan mit, dass das Phantomprotokoll in Kraft gesetzt wurde. Die US-Regierung bestreitet die Existenz der IMF. Die Spezialeinheit existiert somit praktisch nicht mehr. Ethan soll nach Washington gebracht und als Hauptverantwortlicher für den Bombenanschlag geopfert werden. Der IMF-Chef denkt allerdings gar nicht daran, seinen besten Mann auszuliefern. Ethan soll die Mission fortführen und Cobalt unschädlich machen. Plötzlich greifen Sidorovs Schergen an. Der IMF-Chef wird getötet. Ethan und William fliehen. Sie treffen sich mit Jane und Benji in einem Geheimversteck. Ethan hat Cobalts Gesicht gesehen und kann ihn mit Williams Hilfe identifizieren. Cobalts wahrer Name lautet Kurt Hendricks. Er ist ein ehemaliger Atomwaffenstratege und wurde entlassen, weil er dem Wahn verfallen ist, die Menschheit könne sich nur durch eine globale Katastrophe weiterentwickeln. Hendricks hat im Kreml ein tragbares Kontrollgerät zum Abschuss von Nuklearwaffen erbeutet. Er will einen Atomkrieg auslösen, aus dem die Menschheit seiner Meinung nach gestärkt hervorgehen wird. Mit den von Moreau gestohlenen Codes könnte er den Plan in die Tat umsetzen.

Ethan und seine drei Kameraden sind auf sich gestellt und können nur auf wenig Ausrüstung zurückgreifen. Sie wissen, dass sich Marius Wistrom, ein Gefolgsmann von Hendricks, im Burj Khalifa in Dubai mit Moreau treffen und den Deal perfekt machen wird. Durch ein Täuschungsmanöver werden Wistrom und Moreau, die sich nicht persönlich kennen, in verschiedene Hotelzimmer dirigiert. Während Ethan und William als Moreaus Kunden auftreten, gibt sich Jane gegenüber Wistrom als Moreau aus. Es ist allerdings unerlässlich, dass Wistrom eine Kopie der Codes in die Hände gespielt wird, denn er hat einen Fachmann bei sich, der die Echtheit der Unterlagen bestätigen kann. Zwar erhält Ethan die Codes, doch Wistrom (in Wahrheit der maskierte Hendricks) entkommt mit der Kopie. Moreau durchschaut den Schwindel und flieht. Ethan und William müssen sich mit Moreaus Killern auseinandersetzen, wobei der angebliche Datenanalyst wie ein erfahrener Feldagent kämpft. Jane versucht Moreau aufzuhalten. Beim Kampf der beiden Frauen stürzt Moreau aus einem Fenster in den Tod. Ethan kontaktiert Bogdan, der ihn mit einem international tätigen Waffenhändler zusammenbringt. Dieser erklärt, dass Hendricks in Mumbai aktiv werden wird, um von einem unbekannten Ort aus auf einen ehemaligen sowjetischen Militärsatelliten zuzugreifen, der jetzt dem Medienmogul Brij Nath gehört. Währenddessen erfahren Jane und Benji, dass William früher aktiver Agent war. Er hatte den Auftrag, das Ehepaar Hunt ohne dessen Wissen zu schützen. Aufgrund seines Versagens ist Ethans Ehefrau ums Leben gekommen. William macht sich immer noch schwere Vorwürfe. Er hat es bisher noch nicht über sich gebracht, Ethan die Wahrheit zu sagen.

Das Team reist nach Indien. Jane becirct Brij Nath und bringt einen Überrangcode für den Satelliten in Erfahrung. William und Benji dringen in den Serverraum ein. Doch Hendricks ist schneller. Er erteilt einem Atom-U-Boot den Befehl zum Abschuss einer Nuklearwaffe mit Ziel San Francisco und beschädigt dann den Server. Wistrom schaltet außerdem den Strom ab. Während sich das Team um die Reaktivierung des Servers kümmert (wobei Jane angeschossen und Wistrom getötet wird), jagt Ethan Hendricks, um das tragbare Steuergerät an sich zu bringen. Er wird seinerseits von Sidorow verfolgt, der schließlich erkennt, dass Ethan nicht sein Feind ist. Hendricks versucht Ethan bis zur Explosion der Atomrakete aufzuhalten und findet dabei den Tod. In buchstäblich letzter Minute deaktiviert Ethan die Rakete. Sie touchiert lediglich einen Wolkenkratzer in San Francisco und stürzt ins Meer, ohne weiteren Schaden anzurichten. Ethan würde gern weiter mit seinem neuen Team zusammenarbeiten. Jane und Benji sind einverstanden, doch William zögert. Ethan weiß bereits Bescheid und sagt ihm die Wahrheit über Julias "Tod". Das vermeintliche Debakel war inszeniert. Alle Welt soll glauben, dass Julia ermordet wurde. Das ist der beste Schutz, den Ethan ihr bieten kann. Gleichzeitig war das die Gelegenheit für Ethan, an Bogdan heranzukommen, von dem er sich Informationen über Cobalt erhofft hat. William ist somit rehabilitiert und akzeptiert die Aufnahme in Hunts Team.


Kringels Meinung

Im Grunde müsste ich hier meinen Kommentar zu Mission: Impossible III wiederholen, denn auch Teil vier ist ein solider, temporeicher und spannender Actionfilm, dem lediglich eines fehlt: Das Alleinstellungsmerkmal. Man müsste Ethan Hunt nur einen bekannteren Namen oder eine Doppelnullnummer geben, schon wäre man in einem anderen Franchise und würde kaum einen Unterschied bemerken. Genau wie James Bond treibt sich Ethan an spektakulären Schauplätzen in aller Welt herum, vorwiegend im Umfeld der Reichen und Schönen. Wie sein großes Vorbild bringt er dabei allerlei High-Tech-Agentengimmicks sowie schnelle Autos zum Einsatz. Und diesmal ist sogar ein ganz typisches Element aus dem 007-Universum dabei, nämlich ein durchgeknallter Superschurke, der die Welt vernichten will.

Einen Unterschied gibt es doch: Teamwork! Ethan Hunt erfüllt seine Missionen im Gegensatz zu James Bond nicht im Alleingang. Natürlich steht die von Tom Cruise wieder sehr sympathisch dargestellte Hauptfigur eindeutig im Mittelpunkt, die anderen Teammitglieder sind aber alles andere als Stichwortgeber, Betthäschen oder verzichtbare Staffage. Tatsächlich wäre Hunt ohne die Unterstützung seines Teams aufgeschmissen. Paula Patton macht nicht nur als toughe Kämpferin eine im wahrsten Sinne des Wortes gute Figur, sondern auch als verführerischer Vamp im gewagten Abendkleid. Simon Pegg, der in derselben Rolle (allerdings nur im Innendienst) schon im dritten Film mitgewirkt hat, ist für den teils selbstironischen Humor zuständig, ohne in Slapstick oder Albernheiten abzugleiten. Jeremy Renner hätte sogar das Potential, Tom Cruise als zentrale Figur der "Mission: Impossible"-Reihe abzulösen. Leider kann der Antagonist dieses Films dem von Philip Seymor Hoffmann so grandios verkörperten Fiesling des dritten Teils nicht annähernd das Wasser reichen. Mikael Nyqvist hat kaum eine starke Szene - schade!

Was die Action angeht, so wurde im Vergleich mit Teil 3 wieder ein Zahn zugelegt. Mit der Vernichtung eines beträchtlichen Teil des Kremls (!) wird die Messlatte schon ziemlich hoch gelegt. Vom Täuschungsmanöver im Burj Khalifa inklusive Fassadenkletterei in schwindelerregender Höhe und einer Verfolgungsjagd im Sandsturm wird das locker getoppt - bei dieser packenden Abfolge furioser, aber nicht zu sehr übertriebener oder gar selbstzweckhafter Szenen kann man, wie man so schön sagt, jeden Cent des Multimillionen-Dollar-Budgets sehen. Nur den Showdown im Parkhaus habe ich als etwas zu überinszeniert empfunden. Ich finde es übrigens schön, dass die Geschehnisse des dritten Teils nicht ignoriert werden. Im Gegenteil! Sie sind unverzichtbar für die Handlung und ermöglichen obendrein einige amüsante Anspielungen. Man muss den dritten Teil jedoch nicht kennen, um der Story folgen zu können.


Blu-ray-Features

Zusammengenommen ermöglichen die aus je zwei Unterkapiteln bestehenden Featurettes "Mission akzeptiert" und "Unmögliche Missionen" einen recht guten Einblick in den Produktionsprozess. Besonderes Augenmerk wird auf die in Dubai gedrehten Sequenzen gelegt. Das Filmteam durfte wirklich im seinerzeit noch teilweise im Bau befindlichen Burj Khalifa arbeiten und Tom Cruise ist allen Ernstes vor der Fassade des 130 Stockwerks durch die Lüfte gesegelt. Da kriege ich ja schon beim Zusehen Höhenangst! Cruise hat diese Stunts mal wieder selbst absolviert. Respekt! Die Entstehung der Sandsturm-Verfolgungsjagd wird in einer dynamischen Montage von Filmszenen und Hinter-den-Szenen-Material verdeutlicht.

Zwei der drei entfernten Szenen sind nicht wirklich neu; es handelt sich lediglich um Erweiterungen verwendeter Szenen. So verläuft der Dialog beim ersten Zusammentreffen Hunts mit Agentin Carter etwas anders und beim Einbruch in den Kreml wird öfter zwischen Hunt im Archiv und Benji im Flur hin- und hergewechselt. Neu ist nur eine Szene, in der Hendricks seine Rede zur planmäßigen Vernichtung der Welt vor einem Spiegel übt.


J. Kreis, 07.06.2017




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