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Metropolis Metropolis - Deluxe Edition (D, 1927)

DVD - Regionalcode 2, Transit Film
FSK: 6
Laufzeit: ca. 118 Minuten

Extras
Audiokommentar von Enno Patalas, "Der Fall Metropolis", "Die Restaurierung", Fotogalerien, Biografien und Stabliste (Texttafeln)

Regie:
Fritz Lang

Hauptdarsteller:
Gustav Fröhlich (Freder Fredersen)
Brigitte Helm (Maria / Der Maschinenmensch)
Alfred Abel (Joh Fredersen)
Rudolf Klein-Rogge (Erfinder Rotwang)




Inhalt:

Metropolis: eine gigantische, hoch technisierte Stadt. Hoch oben, in den himmelsstürmenden Wolkenkratzern, leben die Reichen. Sie verbringen ihre Zeit mit Vergnügungen aller Art. Arbeiten müssen sie nicht, denn sie haben die Stadt mit all ihrem Überfluß von ihren Vätern geerbt. Tief unter der Erde liegt eine zweite Stadt, wo Massen von gleichgeschalteten Arbeitern an riesigen Maschinen schuften, die die Existenz der Stadt sicherstellen. Sie sind die "Hände" von Metropolis. Der ebenso geniale wie gefühlskalte Joh Fredersen ist das "Hirn" von Metropolis. In seiner Person konzentriert sich alle Macht, er entscheidet über Wohl und Wehe jedes Einzelnen.

Eines Tages begegnet Freder Fredersen, Sohn des Herrn über Metropolis, der schönen und sanftmütigen Maria. Sie ist eine Frau aus der Arbeiterstadt, und nur ihr ist es zu verdanken, dass die Arbeiter sich nicht längst gegen die Reichen erhoben haben. Viele Menschen kommen zu ihren Andachten, die sie in den tief unter der Arbeiterstadt gelegenen Katakomben hält. Maria verkündet die baldige Ankunft eines Mannes, der zwischen den Bevölkerungsschichten der Stadt vermitteln soll. Freder, der mit einem Arbeiter die Rollen tauscht, um Maria nahe sein zu können, begreift schnell, dass die Unterdrückung der Arbeiter ein Unrecht ist - und dass er selbst der Mittler sein könnte.

Joh Fredersen und sein Gehilfe, der Erfinder Rotwang, beobachten heimlich eine von Marias Ansprachen. Rotwang hat einen Maschinen-Menschen erschaffen, der ihm die geliebte Frau ersetzen soll: Er hat sie einst an Fredersen verloren, und sie ist bei der Geburt Freders gestorben. Fredersen verlangt von Rotwang, er solle dem Maschinen-Menschen Marias Gesicht geben. Die Maschinen-Maria soll die Arbeiter aufstacheln, so dass Fredersen ebenfalls mit Gewalt antworten kann. Auf diese Weise will er seine Macht über die Arbeiter ein für alle Mal festigen. Rotwang willigt ein, aber nur, um sich an Fredersen zu rächen: Die Maschinen-Maria soll ihm seinen Sohn nehmen.

Der Plan geht auf. Die Arbeiter stürmen die Maschinen und vernichten sie. Doch damit leiten sie den Untergang der Arbeiterstadt ein. Die Wassertanks brechen, die unterirdische Stadt wird überflutet. Fredersen stellt Rotwang zur Rede. Die echte Maria kann fliehen. Zusammen mit Freder und dessen treuem Freund Josaphat rettet sie die Kinder der Arbeiter vor dem Ertrinken. Der entfesselte Mob ist bereits in die Oberstadt gestürmt. Die Menschen glauben, ihre Kinder seien verloren, und stellen die Maschinen-Maria auf den Scheiterhaufen. Rotwang entführt derweil ein weiteres Mal die echte Maria und flieht vor Freder auf das Dach des Doms. Es kommt zum Kampf. Rotwang stürzt in die Tiefe, Freder rettet Maria. Die Arbeiter beruhigen sich, als Josaphat ihnen von der Rettung der Kinder berichtet. Dann erfüllt Freder seine Aufgabe als Mittler: Er sorgt dafür, dass sein Vater und Grot, der Maschinenführer, sich die Hände zum Friedensschluß reichen.

Der Film:

Dies ist zwar nicht der erste Science Fiction - Film, aber es ist sicherlich der am meisten zitierte. Abgesehen davon ist er ein Meilenstein der Filmkunst und ein zeitloser Klassiker, der auch nach 80 Jahren nichts von seiner visuellen Ausdruckskraft verloren hat. Er basiert auf einem Drehbuch der Ehefrau Fritz Langs: Thea von Harbou. Seinerzeit war der Film erstaunlicherweise praktisch ein Flop, was möglicherweise auf die einfach gestrickte, kaum spannende und sogar etwas naive Handlung zurückzuführen ist. In späteren Jahrzehnten ist er aber aufgrund seiner expressionistischen Bildersprache und der visionären Darstellung einer auf engem Raum zusammengedrängten Riesenstadt als wegweisend empfunden worden. Er hat viele Autoren und Regisseure inspiriert, genau genommen wäre so mancher SF-Film ohne "Metropolis" wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen.

Auf dieser DVD liegt der Film in einer restaurierten Version vor, die dem, was die Premierenbesucher im Jahre 1927 gesehen haben, recht nahe kommen dürfte. Vor der Restaurierung war "Metropolis" immer nur in einer völlig anderen, geradezu verstümmelten Schnittversion zu sehen, in der wichtige Handlungselemente (z.B. die Rivalität zwischen Fredersen und Rotwang wegen der toten Hel) überhaupt nicht vorgekommen sind. Mindestens eine halbe Stunde des ursprünglichen Materials gilt heute als verloren. Die fehlenden Szenen werden in der auf dieser DVD vorliegenden Version durch Texttafeln ersetzt. Den Inhalt dieser verlorenen Szenen konnten die Restaurateure sich anhand von Einzelbildern, Drehbuch-Fragmenten und Anmerkungen zur Partitur der Originalmusik recht gut zusammenreimen.

Ich könnte noch seitenweise weiterschwadronieren. Etwa über die zeitgeschichtliche Bedeutung des Films. Oder über die sozialkritischen Elemente, die zum Beispiel in den menschenverschlingenden Maschinen oder der Umwandlung des Menschen selbst in maschinenähnliche Wesen zum Ausdruck kommen. Aber das erspare ich euch - ausführliche Reviews zu diesem Film gibt es im Internet schließlich zur Genüge. Solltet ihr den Film noch nicht kennen, dann macht euch klar, dass ihr es mit einem Schwarzweiß-Stummfilm zu tun habt, in dem die Schauspieler zu großen Gesten neigen, die man sonst nur aus dem Theater kennt. Das sollte euch aber nicht davon abhalten, eure Bildungslücke schleunigst zu schließen...

Die DVD:

Das Filmmaterial wurde sorgfältig digital restauriert, so dass man eine von Sprüngen, Artefakten, Unreinheiten und anderen Fehlern fast völlig freie Bildqualität bewundern kann. Der Restaurationsprozess wird sehr anschaulich in einem ca. 9 Minuten langen Beitrag erklärt. Man erfährt, welche Techniken zur Verbesserung der Bildqualität angewendet wurden. Die Unterschiede sieht man in vorher-nachher-Zusammenschnitten einzelner Szenen sehr deutlich

Der ca. 44 Minuten lange Beitrag "Der Fall Metropolis" beschäftigt sich nicht nur mit der Entstehung des Films "Metropolis", sondern auch mit der Geschichte des deutschen Stummfilms, angefangen mit "Das Cabinet des Dr. Caligari". Die verschiedenen Techniken, die in "Metropolis" eingesetzt wurden, werden erkärt und es sind auch einige Ausschnitte aus Interviews mit Fritz Lang zu sehen.

Die Bildergalerien sind ebenfalls sehr interessant, zu jedem Bild gibt es erläuternden Text. Man bekommt einige Aufnahmen von den Dreharbeiten zu sehen, außerdem sind ausführlich kommentierte Einzelbilder aus den verschollenen Szenen vorhanden, deren Handlung im Film mit Texteinblendungen erläutert wird.

J. Kreis, 01.10.2006
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