May - Schneiderin des Todes


May - Schneiderin des Todes (USA, 2002)

DVD - Regionalcode 2, mcone
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras
- Audiokommentare
- Trailer
- Biografien (Text)
- Production Notes (Text)

Regie:
Lucky McKee

Hauptdarsteller:
Angela Bettis (May Dove Canady)
Jeremy Sisto (Adam Stubbs)
Anna Faris (Polly)




Inhalt

Von Kindesbeinen an hat die schüchterne May Probleme, Freunde zu finden. Das mag mit ihrer Sehschwäche zusammenhängen. Sie hat ein "träges Auge", das in Einwärtsschielstellung steht. May muss deshalb eine leicht entstellende Brille tragen. Es kann aber auch daran liegen, dass sie ein besonders "stilles Wasser" ist und noch dazu eine überprotektive Mutter hat. Von ihrer Mutter erhält May denn auch neben dem guten Rat "Wenn du keinen Freund findest - mach dir einen!" eine unheimliche Puppe namens Susie, die zu Mays einziger Freundin wird. May unterhält sich auch als Erwachsene noch mit der in einer gläsernen Kiste aufgestellten Puppe, als wäre diese ein lebendiges Wesen. Als Erwachsene arbeitet May in einer Tierklinik, wo sie lernt, verletzte Vierbeiner wieder zusammenzuflicken oder aufzuschneiden - je nach Art des Gebrechens. Die lesbisch veranlagte Sprechstundenhilfe Polly ist Mays einziger sozialer Kontakt. Immerhin nimmt May Pollys Katze bei sich auf, als diese in der Wohnung der Kollegin nicht mehr geduldet wird. Ansonsten lebt May allein und sehr zurückgezogen. Ihre Freizeit verbringt sie damit, sich ihre eigene Kleidung zu schneidern, eine Tätigkeit, bei der sie sehr geschickt ist.

Eines Tages wird May auf einen jungen Mann aufmerksam, der in der Nähe der Tierklinik in einer Autowerkstatt arbeitet. Adam ist sein Name und er ist in Mays Augen perfekt, besonders seine schönen Hände haben es ihr angetan. Doch wie soll die in allen Aspekten zwischenmenschlicher Beziehungen völlig unerfahrene May an Adam herankommen? Ihr Augenproblem bekommt sie zwar mit speziellen Kontaktlinsen in den Griff, aber ihre Annäherungsversuche sind ebenso ungeschickt wie erfolglos. Schließlich ist es Adam, der die eigentlich sehr attraktive junge Frau in einem Waschsalon anspricht. Man verabredet sich, verbringt etwas Zeit miteinander - alles scheint gut zu laufen und May ist glücklich. Doch Mays Eigenarten sind am Ende etwas zu seltsam für Adam. So beißt sie ihm beim ersten "richtigen" Kuss die Lippen blutig und verschmiert das Blut auf ihrem Gesicht, nur weil Adam Horrorfilme liebt und einen Film gedreht hat, in dem eine ähnliche Szene vorkommt. May dachte, dass er so etwas auch im realen Leben mag. Scheinbar weiß May nicht so recht, was man mit einem Freund überhaupt anfangen soll, wenn man ihn erst einmal hat...

Adam beendet die Affäre und weist Mays Annäherungsversuche ab, denn die Frau ist ihm unheimlich geworden. May wird in ihrem Liebeskummer von Polly getröstet. Doch auch diese Beziehung endet unglücklich, denn Polly wirft sich umgehend einer weiteren Geliebten an den Hals, die (wie May feststellt) besonders schöne Beine hat. May versucht sich als Kindergärtnerin in einer Tagesstätte für Behinderte. Sie betreut dort eine Gruppe von blinden Kindern, aber auch das endet desaströs. Als May nämlich eines Tages den Glaskasten mit Susie darin mitbringt, wird er ihr von den Kindern aus den Händen gerissen und zerbricht in tausend Scherben, an denen sich die auf dem Boden herumtastenden Kinder und May böse schneiden. Susie, Mays einziger verbliebener Freund, wird dabei zerstört - die Katze musste schon vorher das Zeitliche segnen; May hat sie bei einem Wutanfall mit einem Aschenbecher erschlagen und das Tier danach in der Tiefkühltruhe zwischengeparkt.

Eine zufällige Bekanntschaft lässt in May alle Dämme brechen. Sie begegnet einem Punk, den sie mit nach Hause nimmt. Der junge Mann entdeckt die tote Katze und reagiert entsetzt - daraufhin rammt May ihm eine Schere in den Schädel. Jetzt erinnert sich May wieder an den Ratschlag ihrer Mutter und schneidert sich aus den Einzelteilen, die ihr an ihren Bekannten am besten gefallen, einen eigenen Freund zusammen. Der Punk dient als Torso. Ausgerüstet mit einer Tiefkühlbox auf Rollen und etwas Handwerkszeug aus der Tierklinik macht May in der Halloween-Nacht die Runde und sammelt folgende Teile ein: Pollys Hals, die Beine von Pollys neuer Freundin, Adams Hände, das Fell der Katze. Als Kopf dient ein zusammengenähter Stoffballen. Aber etwas fehlt noch - der neue Freund will May einfach nicht ansehen. Also nimmt May ihre Schere und sticht sich das "träge" Auge aus, um es in den Stoffkopf zu setzen. Jetzt endlich reagiert der selbstgebastelte Freund und streichelt May zärtlich übers tränenbedeckte Gesicht...

Kommentar

Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Film halten soll. Entgegen des etwas reißerischen Covertextes und des deutschen Titels muss man sich zunächst einmal klarmachen, dass dies keineswegs ein Teenie-Slasherfilm ist. Eigentlich ist es überhaupt kein "echter" Horrorfilm, denn die zugegebenermaßen recht drastischen Szenen, in denen May ihren Vorrat an Einzelteilen vervollständigt, sind nicht die Hauptsache und wurden in der letzten halben Stunde zusammengedrängt. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf Mays Innenwelt und ihrer Entwicklung vom absoluten Mauerblümchen-Dasein über das Stadium des allmählichen Herantastens an so etwas wie Normalität bis hin zum Abgleiten in den Wahnsinn. Der Fachbegriff für ihre Augenkrankheit lautet übrigens Amblyopie, wenn ich mich nicht irre.

Insoweit ist das Ganze durchaus akzeptabel und Angela Bettis spielt ihre Rolle so, dass man trotz allem bis zum Ende Mitleid und vielleicht sogar Verständnis mit der traurigen, einsamen May hat. Aber was soll die Aussage des Films sein, wenn er denn kein Horrorfilm sein will? Handelt es sich um die alte Frankenstein-Geschichte im neuen Gewand? Man muss sich auch fragen, an was für ein Publikum er sich richtet. Horrorfilmfans werden sich während zwei Dritteln des Films langweilen. Wer dagegen von dieser ersten Psychodrama-Stunde noch ganz angetan war, wird bei dem ziemlich blutrünstigen Ende irritiert sein. Mays seltsame Verhaltensweisen werden auch nicht wirklich erklärt. Wahrscheinlich war sie von Anfang an geistig nicht ganz gesund - bloße Angst vor sozialen Kontakten kann jedenfalls nicht dahinterstecken. Und was soll das übernatürliche Element des immer weiter von selbst zerspringenden Glases an Susies Kasten? Soll das ein Symbol für Mays in Scherben gehende Psyche sein? Naja...

Was wirklich stört, ist die Figur der Polly und die Art, wie Anna Faris sie spielt. Kein Mensch verhält sich so und spricht so gekünstelt. Diese Figur nervt unglaublich - daran ist übrigens noch nicht mal allein die deutsche Synchronisation schuld. Man ist wirklich froh, wenn May sich Pollys Hals holt, denn danach muss man ihr Gequatsche wenigstens nicht mehr ertragen! Immerhin: Der schwarze Humor kommt nicht zu kurz, man versteht Mays Gefühle und darf bis zum bizarren Happy End miterleben, wie sie ihre untreuen Freunde auf das wenige reduziert, was ihr an ihnen gefällt.

DVD-Features

Außer den beiden Audiokommentaren gibt es nur wenige Extras: Informationen zum Film und zu den Darstellern in Form von Texttafeln, Kinotrailer zum Film und eine Trailershow zu anderen Filmen. Das ist ein bisschen arg mager.



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