Mad Max: Fury Road


Mad Max: Fury Road (Australien/USA, 2015)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 120 Minuten

Extras:
- Die Dreharbeiten (28:38 Min.)
- Auf vier Rädern - Aus Autos werden Kampfmaschinen (22:37 Min.)
- Am Limit: Max und Furiosa (11:18 Min.)
- Die Werkzeuge der Wüste (14:26 Min.)
- Die Reize der fünf Frauen (11:11 Min.)
- Crash & Smash (4:02 Min.)
- Nicht verwendete Szenen: Die Melkerin (00:32 Min.), Wende jedes Sandkorn (1:49 Min.), Los geht's (00:59 Min.)

Regie:
George Miller

Hauptdarsteller:
Tom Hardy (Max Rockatansky)
Charlize Theron (Furiosa)
Hugh Keays-Byrne (Immortan Joe)
Nicholas Hoult (Nux)




Story

Die alte Welt ist im nuklearen Feuer untergegangen. Die Überlebenden kämpfen um die letzten Wasser- und Benzinvorräte. Plünderer durchstreifen das Ödland, niemand ist seines Lebens sicher. Hier und da sammeln sich Menschen in zu Festungen ausgebauten primitiven Siedlungen. Max, ein ehemaliger Polizist, schlägt sich allein durch. Er hat alles verloren und wird von inneren Dämonen gepeinigt. Visionen der Menschen, die er nicht vor den Plünderern beschützen konnte, quälen ihn. Eines Tages wird Max von den Warboys gefangen genommen. Sie sind Anhänger eines Mannes namens Immortan Joe, den sie wie einen Gott verehren. Die Warboys glauben, in ein jenseitiges Walhalla eingehen zu dürfen, wenn sie auf möglichst spektakuläre Weise für Joe sterben. Viele Warboys leiden an Strahlenschäden und Erbkrankheiten. Durch das Blut von Gefangenen wie Max erhoffen sie sich Heilung. Joe herrscht mit seinen Fanatikern über die Zitadelle, eine Felsformation, in der es eine Wasserquelle gibt. Die Zitadelle ist eine zumindest teilweise grüne Oase, in der sich auch andere Überlebende angesiedelt haben. Da Joe das Wasser nach Belieben spenden oder verweigern kann, besitzt er die absolute Macht. Zu seinem Besitz gehören zahlreiche Frauen, die er missbraucht, um ihnen die Muttermilch abzuzapfen und gesunde Nachkommen zu zeugen.

Kurz nachdem Max seinen "Dienst" als unfreiwilliger Blutspender für den Warboy Nux angetreten hat, entsendet Joe eine Handelskarawane. Ein von zahlreichen Warboys beschützter und von der erfahrenen Kämpferin Furiosa gesteuerter Sattelschlepper voller Milch soll Benzin aus Gas Town und Munition von der Bullet Farm beschaffen. Doch Furiosa weicht von der Route ab. Ihr Ziel ist das "Grüne Land", eine ausschließlich von Frauen bewohnte Oase, aus der sie als Kind entführt worden ist. In ihrem Truck verstecken sich fünf junge Frauen. Es sind Joes beste "Brüterinnen", eine ist bereits hochschwanger. Furiosa will die Frauen aus ihrem endlosen Martyrium befreien. Als seine Späher Furiosas Verrat melden, setzt sich Joe persönlich an die Spitze einer motorisierten Streitmacht, um Furiosa zu töten und die Brüterinnen zurückzuholen. Kontingente aus Gas Town und der Bullet Farm schließen sich ihm an. Nux sieht seine Chance für große Taten gekommen und folgt Joe. Da Nux nicht auf seinen Blutspender verzichten will, kettet er Max an sein Fahrzeug. Furiosa lenkt den Truck mitten in einen gewaltigen Sandsturm hinein und schüttelt die Verfolger ab.

Nachdem sich der Sturm gelegt hat, findet sich Max mitten in der Wüste wieder. Der Truck ist nicht weit entfernt. Mit Nux' Hilfe kapert Max das gewaltige Fahrzeug, doch er kommt nicht weit. Eine von Furiosa entwickelte Motorsperre aktiviert sich. Max muss sich den Frauen wohl oder übel anschließen, denn die Verfolger holen auf. Nux, der zu Joes Armee zurückgefunden hat, springt auf den Truck. Im weiteren Verlauf der Ereignisse verliebt er sich in eine "Brüterin" und hilft Furiosa ebenfalls. Eine der Frauen stürzt vom Truck und wird überrollt. Sie und ihr Kind sterben wenig später. Durch dieses Ereignis gewinnen Max und die Frauen etwas Vorsprung. Der Truck durchquert einen Sumpf und bleibt mehrmals stecken. Joes Armee hat mit denselben Problemen zu kämpfen. Nachdem Max das schneller vorangekommene Kettenfahrzeug des Oberhaupts der Bullet Farm vernichtet und dabei neue Waffen erbeutet hat, kommt es endlich zur Begegnung mit einer kleinen Gruppe von Frauen aus dem Grünen Land. Sie erinnern sich an Furiosa und nehmen die Neuankömmlinge freundlich auf, haben aber schlechte Nachrichten. Der unfruchtbare Sumpf ist alles, was vom Grünen Land übrig ist. Außer der kleinen Gruppe ist niemand aus Furiosas altem Clan mehr am Leben. Furiosa ist am Boden zerstört.

Die Frauen wollen das Benzin des Trucks nutzen, um die Salzwüste mit Motorrädern zu durchqueren. Max rät davon ab. Seiner Meinung nach gibt es in dieser Richtung gar nichts. Seinem Vorschlag folgend machen sich die Frauen mit dem Truck auf den Rückweg zur jetzt von allen Kämpfern entblößten Zitadelle. Es kommt zum Kampf, bei dem einige Frauen aus Furiosas Clan auf der Strecke bleiben. Nux opfert sich, um Joes Armee in einer Schlucht den Weg zu blockieren. Furiosa wird schwer verwundet. Dennoch gelingt es ihr, Joe zu töten. Max rettet Furiosas Leben, indem er ihr Blut spendet. In der Zitadelle stoßen Max und die Frauen auf keinerlei Widerstand, nachdem sie Joes Leiche präsentiert haben. Das Wasser wird für alle freigegeben. Somit ist Joes Schreckensherrschaft endgültig beendet. Max bleibt nicht. Er verschwindet in der jubelnden Menschenmenge.


Kringels Meinung

Ist "Fury Road" eine Fortsetzung der "Mad Max"-Trilogie oder ein Remake beziehungsweise Reboot? Dass Max zu Beginn einen Ford Falcon fährt (den er allerdings gleich darauf verliert) spricht für letzteres, denn dieses Auto wurde ja in Mad Max II - Der Vollstrecker vollständig vernichtet. Ähnlich wie in "Mad Max II" werden in einem Voiceover-Kommentar jene Ereignisse kurz geschildert, die zum Untergang der alten Welt geführt und Max zu dem Mann gemacht haben, der er jetzt ist. Was dann folgt, ist tatsächlich so ziemlich dasselbe wie in "Mad Max II" - aber in tausendfacher Übersteigerung! Schon gleich in den ersten Minuten, als der in der Zitadelle angekommene Max einen Fluchtversucht unternimmt, wird klar, dass in diesem Film der blanke Wahnwitz herrscht. "Fury Road" ist pure (größtenteils handgemachte!) Action, ruhige Momente sind sehr, sehr selten. Im Grunde hat "Fury Road" gar keine Handlung. Es geht nur um eine Horde von Wahnsinnigen, die Jagd auf andere Wahnsinnige macht und dabei ein Spektakel veranstaltet, das die verrücktesten Stunts der gesamten "Mad Max"-Trilogie wo weit in den Schatten stellt, dass man überhaupt keine Vergleiche anstellen kann.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Permanent prasselt ein derartiges Ideenfeuerwerk auf den Zuschauer ein (und das in der Regel ohne irgendwelche Erklärungen; Dialoge sind hier sowieso sehr selten), dass man den Film mindestens zweimal hintereinander sehen müsste, um alles mitzukriegen: Seltsame Installationen in der Zitadelle, zum Beispiel eine Art gigantisches Hamsterlaufrad für Menschen, das als Antriebssystem für einen riesigen Lastenaufzug genutzt wird, Menschen-Melkmaschinen, Warboy-Kultstätten, aus den verschiedensten Einzelteilen zusammengeschweißte Fahrzeuge, merkwürdige Tätowierungen, die anscheinend Status und Verwendungszweck eines Menschen anzeigen, Immortan Joes bizarre Maske ... Mein persönliches Highlight ist ein Fahrzeug, das hauptsächlich aus zahlreichen großen Lautsprecherboxen und Riesentrommeln zusammengesetzt ist. Die Trommler bearbeiten ihre Instrumente und obendrauf chargiert ein entstellter Gitarrist, der die Warboys mit seinem übergroßen Instrument zum Kampf einpeitscht - das alles in voller Fahrt und während rundherum alles mögliche explodiert! Dazu noch wunderbare Wüstenlandschaften, Schluchten, Sandstürme und so weiter ... Jede einzelne Szene ist es wert, dass man die Pausetaste druckt, um sich alles in Ruhe anzuschauen. Was hier abgefeiert wird, spottet wirklich jeder Beschreibung.

Stunts, Pyrotechnik, Feuergefechte, Prügeleien, modifizierte Autos, tolle Bilder und abgedrehte Ideen sind eine Sache. Daraus wird aber nicht automatisch ein guter Film. Dass die Handlung nicht viel hergibt, habe ich schon erwähnt. Erst fährt man von A nach B, dann zurück von B nach A, unterwegs bleiben einige Leute auf der Strecke , das war's im Wesentlichen! Also müssen die Schauspieler dafür sorgen, dass der Zuschauer nicht den Eindruck bekommt, nur eine Aneinanderreihung von Verfolgungsjagden zu sehen. Und das machen sie trotz der Tatsache, dass sie kaum Dialogtext haben, wirklich prima! Tom Hardy ist meiner Meinung nach eine gute neue Inkarnation des Road Warriors, ein wortkarger Einzelgänger, der den Frauen zunächst nur aus Eigennutz hilft und dann doch ein wenig auftaut. In diesem Film dürfen wir aber nicht nur einen Road Warrior bewundern, sondern zwei! Charlize Theron kniet sich mit absoluter Ernsthaftigkeit in die Rolle der Furiosa hinein, und so ist diese Figur nicht etwa nur ein Sidekick oder Love interest für Max, sondern eine ebenbürtige Partnerin. Als ich den Film erstmals gesehen habe, ist mir übrigens der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass Theron eine prima Ripley wäre! Hugh Keays-Byrne, derselbe Schauspieler, der schon als Toecutter in Mad Max zu sehen war, ist hinter Immortan Joes Atemmaske kaum zu erkennen. Dennoch strahlt er eine enorme Bedrohlichkeit aus.

Insgesamt bin ich mit "Fury Road" rundum zufrieden; ich halte den Film für eine mehr als würdige Weiterführung der Trilogie. Benzin, Adrenalin und Muttermilch! Was für ein Höllentrip! Mehr davon!


Blu-ray-Features

Ich gehe nicht auf alle Featurettes einzeln ein, denn sie sind genau gleich aufgebaut. "Crash & Smash" ist sogar lediglich eine Zusammenstellung verschiedener Live-Action-Szenen, die schon in den anderen Beiträgen vorhanden sind. Die Kurzdokus ermöglichen vor allem einen genaueren Blick auf die Fahrzeuge, Requisiten und Kostüme. Alle Autos im Film, egal wie verrückt sie aussehen mögen, sind voll funktionstüchtig! Echte PS-Monster, mit denen wirklich durch die Wüste gebrettert wurde! Der Aufbau einiger wichtiger Fahrzeuge wird genauer erklärt. Da der Film eine einzige große Verfolgungsjagd ist, musste zum großen Teil während des Fahrens gedreht werden und man sieht, wie viele gefährliche Stunts tatsächlich real ausgeführt wurden. Es wurde so wenig wie nur irgend möglich mit CGI getrickst. So kamen Artisten des Cirque du Soleil (Warboys, die an hohe Stangen geschnallt wurden, welche an Autos montiert wurden) und Freestyle-Motorradfahrer zum Einsatz. Es spricht für die hochprofessionelle Arbeit der Stuntleute und für ihre Schutzengel, dass bei alldem nichts passiert ist ...


J. Kreis, 01.03.2016




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