Mad Max


Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (Australien, 1985)
- Mad Max Beyond Thunderdome -

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 107 Minuten

Extras:
- USA-Kinotrailer

Regie:
George Miller, George Ogilvie

Hauptdarsteller:
Mel Gibson (Max Rockatansky)
Tina Turner (Aunty Entity)
Helen Buday (Savannah Nix)
Angelo Rossitto (Master)
Robert Grubb (Pig Killer)
Bruce Spence (Jedediah)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Mad Max und Mad Max II.

Nach globalen Katastrophen und Kriegen gleicht das Land einer Wüste. Die Überlebenden sind in die Barbarei zurückgefallen. Doch es gibt zumindest einen Ort, an dem Regeln gelten, die von allen Bewohnern und Besuchern einghalten werden. In der mitten im Ödland gelegenen Stadt Bartertown können die Menschen in Sicherheit leben und handeln. Deshalb herrscht hier ein reges Kommen und Gehen. Es gilt das Gesetz von Aunty Entity, aber die Herrschaft der skrupellosen Dame steht auf tönernen Füßen. Die gesamte Energieversorgung Bartertowns beruht auf der Herstellung von Methangas aus Schweinefäkalien. Nur der kleinwüchsige Master besitzt das technische Wissen zur Instandhaltung der unterirdischen Anlage. Wenn es ihm beliebt, kann er den Gashahn zudrehen und Aunty somit unter Druck setzen. Aunty betrachtet Master als Bedrohung, die beseitigt werden muss. Bis jetzt ist ihr das noch nicht gelungen, denn Master wird von einem maskierten Muskelberg namens Blaster beschützt. Gemeinsam sind die beiden unbesiegbar.

Nachdem er im Kampf gegen marodierende Motorradbanden und die Plünderer von Lord Humungus alles verloren hat, fährt Max Rockatansky mit einem Kamelfuhrwerk durch das Ödland, nur begleitet von einem Äffchen. Eines Tages wird er von einem kleinen Flugzeug angegriffen. Der Pilot Jedediah und dessen Sohn stehlen das Fuhrwerk und fahren damit nach Bartertown. Max folgt ihnen zu Fuß. Um sein Eigentum zurückzugewinnen, muss er einen Deal mit Aunty abschließen. Aunty ist beeindruckt von seiner Kampfkraft und will seine Forderungen erfüllen, wenn er sie bei Masters Entmachtung unterstützt. Max verdingt sich als Mistschaufler in der Unterwelt, um mehr über Master/Blaster herauszufinden. Dort lernt er einen Zwangsarbeiter namens Pig Killer kennen. Max provoziert einen Streit, der wie von ihm vorhergesehen auf Verlangen Masters durch einen Zweikampf in der Donnerkuppel (Thunderdome) beendet werden soll. Max soll gegen Blaster antreten. Für solche Arenakämpfe gilt nur eine einzige Regel: "Zwei gehen rein, einer geht raus." Max behält die Oberhand, bringt es aber nicht über sich, Blaster zu töten, denn der Hüne ist geistig zurückgeblieben. Im Grunde ist Masters Leibwächter nur ein Kind. Da Max eine Bemerkung macht, durch die Auntys Plan enthüllt wird, schwört Master Rache. Doch Auntys Schergen töten Blaster und machen Master zum Sklaven. Ihren eigenen Gesetzen zufolge kann Aunty allerdings nicht auch Max töten lassen. Stattdessen muss Max das "Glücksrad" drehen. Sein "Gewinn" besteht in der Verbannung. Er wird in die Wüste hinausgejagt. Pig Killer schickt ihm heimlich das Äffchen hinterher. Es bringt Max eine kleine Wasserflasche, die aber nicht lange vorhält.

Dem Tode nahe sinkt Max in den Sand. Der Bewusstlose wird von einer jungen Frau namens Savannah Nix gefunden und in eine versteckte Oase gebracht. Dort leben einige Dutzend Nachfahren der Passagiere eines Jumbo-Jets, der am Tag der Apokalypse in der Wüste notgelandet ist. Es sind vor allem Kinder, aber auch ein paar Halbwüchsige wie Savannah. Sie alle glauben an die Wiederkehr des Piloten Captain Walker, der sie nach Hause bringen wird. Vergeblich versucht Max den Jugendlichen klar zu machen, dass er nicht Captain Walker ist und dass das Zuhause, welches die Kinder nur von alten Dias kennen, nicht mehr existiert. Max würde gern den Rest seines Lebens in der Sicherheit der Oase verbringen, doch Savannah und einige andere Kinder brechen heimlich auf, um jenen Ort zu finden, von dem Max gekommen ist. Max wird gedrängt, ihnen zu folgen. Da ihm klar ist, dass die Kinder entweder in der Wüste umkommen oder in Bartertown in die Sklaverei geraten werden, geht Max das Risiko ein. Drei Kinder begleiten ihn. Max kommt gerade noch rechtzeitig, um zu verhindern, dass Savannah und die anderen wie einer ihrer Kameraden vom Treibsand verschlungen werden. Da eine Rückkehr zur Oase ausgeschlossen ist, wandern Max und die Kinder in Richtung der Lichter von Bartertown. Mit Pig Killers Hilfe befreien sie Master und fliehen mit einer auf Schienen stehenden Zugmaschine, die als Generator genutzt wird. Somit ist die Stromversorgung zerstört. Aunty verhindert eine Panik, indem sie den Wiederaufbau der Stadt ankündigt. Dann setzt sie sich persönlich an die Spitze der Verfolger, um Master zurückzuholen und Max zur Strecke zu bringen.

Die wilde Jagd führt zu Jedediahs Unterschlupf, dort enden die Schienen. Max zwingt den Piloten, Pig Killer, Master und die Kinder an Bord zu nehmen. Er selbst fährt mit einem gekaperten Vehikel mitten in die Gruppe der Verfolger hinein. Damit verschafft er Jedediah genug Platz für den Start. Aunty verschont Max, lässt ihn aber allein in der Wüste zurück. Jedediah fliegt die Kinder zu den Ruinen Sydneys. Nun sehen Savannah und die anderen mit eigenen Augen, was aus der alten Welt geworden ist. Doch sie geben die Hoffnung nicht auf und richten sich in den verlassenen Hochhäusern ein. Noch Jahre später erzählt Savannah die Geschichte ihrer Reise und ihres Retters, der vielleicht eines Tages die Lichter sehen wird, die jetzt hoch oben in den Wolkenkratzern brennen.


Kringels Meinung

Ich halte den dritten Teil der "Mad Max"-Trilogie für den schwächsten. Er fängt stark an, lässt aber in der zweiten Hälfte stark nach. An der ersten Hälfte mit der Ankunft in Bartertown, der postapokalyptischen Atmosphäre und dem Kampf im Thunderdome gibt es kaum etwas auszusetzen. Bartertown ist ein wunderbarer Schauplatz: Chaotisches Menschengewusel auf dem Markt, eine Unterwelt voller Schweine, Sklaven und rostigem Stahl, Auntys hoch über allem thronende Residenz ... Max, wortkarg wie eh und je, stürzt sich furchtlos mitten hinein, muss aber seine Waffen abgeben. Viele Waffen. Da hätte ich mir eine Quittung ausstellen lassen! Mit seinen schnellen Reflexen beeindruckt er Aunty und ihre Schergen, und wenig später folgt der richtig gut gemachte Arenakampf. Der Thunderdome ist eine Gitterkuppel, an der sich die Zuschauer festklammern. Außerdem sind die verschiedensten Waffen am Kuppelinneren befestigt. Die Kontrahenten hängen in einer Art Korsett mit Gummiseilen, können sich also vom Boden bis zur Kuppelwölbung hochkatapultieren, um an die Waffen zu gelangen. Nette Idee, coole Actionszene! Auch sonst können Bartertown und die Bewohner überzeugen. Die Stadt wurde aufwändig in Szene gesetzt und fügt sich nahtlos in den Look der Reihe ein. Man hat nie den Eindruck, dass es sich nur um Kulissen handelt, die Stadt könnte wirklich so existieren. Die Menschen tragen die schon aus Teil 2 bekannten abgedrehten Kleidungsstücke und Rüstungen, sie wirken richtig schön barbarisch. Max spielt seine Rolle mit gewohnter Coolness. Tina Turner macht eine gute Figur als entschlossene und skrupellose, aber um das Wohl ihrer Stadt bedachte Herrscherin. Bis hierhin ist alles gut.

Doch dann kommt die zweite Hälfte mit den Kindern. In dieser Phase verliert der Film alles, was insbesondere den zweiten Teil für mich zu einem Highlight im Genre des Endzeitfilms werden lässt. Max als Anführer niedlicher Blagen? Das kann meiner bescheidenen Meinung nicht funktionieren, und so ist dieser Teil des Films für mich ein einziges Ärgernis. Zugegeben, das ritualisierte Verhalten der Kinder, bei dem sie Handlungen nachahmen, die sie ihren Vorfahren abgeschaut haben, ohne den Sinn auch nur annähernd zu verstehen, ist durchaus gut ausgedacht und umgesetzt. Leider passt Max in dieses Umfeld überhaupt nicht hinein. Sollte er in eine Art Moses-Figur umgedeutet werden? Wenn ja, dann ist das gründlich schiefgegangen. Die abschließende Verfolgungsjagd ist dann wieder sehenswert, versöhnt mich aber nicht wirklich mit dem groben Unfug der Kinder-Handlung. Zudem werden hier nur erneut dieselben altbekannten Stunts abgefeiert. Die besten Szenen gehen übrigens auf das Konto der Figur Ironbar. Das ist der Typ, der stets einen Puppenkopf an einer am Rücken befestigten Stange mit sich herumschleppt. Er muss ganz schön einstecken, gibt aber nicht auf und gerät in immer verrücktere lebensgefährliche Situationen.

Insgesamt wäre ich mit "Mad Max 3" auch ohne den Vergleich mit dem grandiosen zweiten Teil unzufrieden. Der Film ist zu sehr auf den Massengeschmack ausgerichtet, im Mittelteil geradezu unerträglich und ganz allgemein viel zu harmlos, zu weichgespült. Schade!


J. Kreis, 25.01.2016




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme