Mad Max Trilogie

Mad Max 2


Mad Max II - Der Vollstrecker (Australien, 1981)
- Mad Max 2: The Road Warrior -

DVD - Regionalcode 2 / Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe FSK 18 (DVD) / FSK 16 (Blu-ray)
Laufzeit: ca. 92 Min. (DVD) / ca. 95 Min. (Blu-ray)

Extras (nur Blu-ray)
- Audiokommentar
- Einführung von Leonard Maltin (3:37 Min.)
- USA-Kinotrailer

Regie:
George Miller

Hauptdarsteller:
Mel Gibson (Max Rockatansky)
Bruce Spence (Hubschrauberpilot)
Michael Preston (Pappagallo)
Kjell Nilsson (Humungus)
Vernon Wells (Wez)
Emil Minty (Verwilderter Junge)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Mad Max

Nach dem Versiegen fast aller Ölquellen kommt es zu verheerenden Kriegen und Unruhen. Die Welt versinkt im Chaos. Die Überlebenden der globalen Katastrophe fallen in die Primitivität zurück. Es gilt nur noch das Recht des Stärkeren. Marodierende Banden beherrschen das Land. Seit der Ermordung seiner Familie durch eine solche Bande fährt der ehemalige Polizist Max Rockatansky ziellos durch das Ödland, immer auf der Suche nach Benzin für seinen 600 PS starken modifizierten Ford Falcon XB GT Coupe mit V8-Supercharger-Motor. Max ist nur noch die leere Hülle des Mannes, der er einst war, ein desillusionierter Einzelgänger, der ausschließlich für sich selbst kämpft. Sein einziger Begleiter ist ein Hund namens "Hund". Eines Tages gerät Max in Konflikt mit Plünderern. Einer von ihnen (Wez) wird durch einen Pfeilschuss verwundet, muss fliehen und dürstet fortan nach Rache. Bei dieser Gelegenheit stößt Max auf einen intakten Sattelschlepper. Beim toten Fahrer findet Max eine kleine Spieluhr, die er mitnimmt. Wenig später entdeckt Max einen mitten in der Wüste abgestellten Mini-Hubschrauber. Als er die Maschine untersucht, wird er vom Piloten überrumpelt, der sich im Sand versteckt hat. Hund setzt den Mann außer Gefecht. Im Austausch für sein Leben verspricht der Pilot, Max zu einer Ölförderanlage mit angeschlossener Raffinerie zu führen. Dort leben angeblich noch "normale" Menschen, die große Mengen von Benzin herstellen können. Da der Tank des Ford Falcon fast leer ist, lässt sich Max auf die Sache ein.

Der Pilot hält Wort und wird verschont, bleibt aber Max' Gefangener. Max beobachtet die Raffinerie zunächst aus sicherer Entfernung, denn sie wird von einer großen Plündererbande belagert, zu der auch Wez gehört. Die Angreifer können die zur Festung ausgebaute Anlage nicht einnehmen. Die Verteidiger wiederum können die Blockade nicht überwinden, wie sich herausstellt, als einige Fahrzeuge zu entkommen versuchen. Alle werden abgefangen. Max rettet einen der Fahrer und schließt einen Deal mit dem schwer verwundeten Mann. Für eine Tankfüllung wird er ihn zur Raffinerie bringen. Es glingt Max tatsächlich, sich bis in die Anlage durchzuschlagen (den Piloten lässt er zurück), doch dort stirbt der Mann, bevor er etwas sagen kann. Pappagallo, das Oberhaupt der Siedler, erklärt den Deal für nichtig. Max wird gefangen genommen, denn er ist nicht vertrauenswürdig. Nur ein verwilderter kleiner Junge, dem er die Spieluhr schenkt, freundet sich mit Max an. Ein maskierter Hüne, der sich selbst "Humungus" nennt und die Plünderer anführt, verspricht den Siedlern freien Abzug, wenn sie ihm die Raffinerie überlassen. Wez' Hass auf die Menschen wächst ins Unermessliche, als der Wolfsjunge, der über geheime Kriechgänge ins Freie gelangt ist, mit einem Bumerang nach ihm wirft, dabei aber Wez' Gefährten tötet. Manche Siedler möchten auf Humungus' Angebot eingehen, doch Pappagallo nimmt zu Recht an, dass der so genannte Lord lügt. Max hat Pappagallo ein Angebot zu machen, das dieser nicht ablehnen kann. Max ist bereit, den Sattelschlepper herbeizuholen. Damit könnten die Siedler den Tankwagen, in dem sie ihre Benzinvorräte lagern, in Sicherheit bringen. Zur Belohnung verlangt Max nur seine Freiheit, sein Auto und so viel Benzin, wie er mitnehmen kann.

In der Nacht schleicht sich Max mit Hilfe des verwilderten Jungen an den Plünderern vorbei. Unterwegs zum Sattelschlepper sammelt er den Piloten ein, um mit dessen Hubschrauber schneller ans Ziel zu gelangen. Zum zweiten Mal durchbricht Max den Blockadering. Der Pilot folgt auf dem Luftweg. Der Sattelschlepper wird beschädigt, außerdem gelangen Wez und einige andere Plünderer in die Festung. Max hilft bei der Verteidigung und wird danach als Held gefeiert. Er denkt aber nicht daran, den Siedlern beim Ausbruch zu helfen. Pappagallo appelliert vergeblich an seine Menschlichkeit. Die Verheißung eines 2000 Meilen weit im Norden gelegenen paradiesischen Landes an der Küste, in dem die Siedler eine neue Heimat zu finden hoffen, ist für Max uninteressant. Er will noch in derselben Nacht weiterfahren. Auch der Pilot würde sich gern absetzen und dabei eine junge Siedlerin mitnehmen, in die er sich verliebt hat. Da sie nicht bereit ist, ihre Familie zu verlassen, bleibt der Pilot bei den Siedlern. Der Wolfsjunge möchte Max begleiten, wird aber zurückgewiesen. Diesmal kommt Max nicht weit. Die Plünderer greifen in Überzahl an. Max fährt sein von Wez abgedrängtes Auto zu Schrott und überlebt nur knapp. Hund wird von einem Plünderer getötet, der anschließend die Waffe auf Max richtet. Als ein anderes Bandenmitglied den Tank des Ford Falcon anzapfen will, löst er damit eine versteckte Sprengfalle aus. Der Wagen explodiert, beide Bandenmitglieder sterben. Der Pilot bringt den schwer verletzten Max mit dem Hubschrauber in Sicherheit. Humungus zeigt den Siedlern, was sie jetzt zu erwarten haben, indem er die Insassen der von seinen Leuten abgefangenen Fahrzeuge foltern lässt. Spätestens jetzt ist allen klar, dass Verhandlungen sinnlos sind.

Da Max nun darauf angewiesen ist, zusammen mit den Siedlern zu fliehen, übernimmt er die Steuerung des Sattelschleppers, der über Nacht instand gesetzt wurde. Die Zugmaschine wird befestigt und mit Verteidigern bemannt. Als Max losfährt, schwingt sich der verwilderte Junge im letzten Moment auf den Truck. Pappagallo gibt Rückendeckung mit einem Einmannfahrzeug, der Pilot leistet Luftunterstützung. Die meisten Plünderer verfolgen den Sattelschlepper. So kann der Fahrzeugkonvoi der Siedler fast unbemerkt entkommen. Sie werden zwar von einigen Bandenmitgliedern beobachtet, doch die lassen sie ziehen und dringen lieber in die verlassene Raffinerie ein. Dort finden sie allerdings nur den Tod, denn die Siedler haben eine Bombe zurückgelassen, die jetzt hochgeht und die gesamte Anlage vernichtet. Bei der Verfolgungsjagd dezimieren Max und seine Mitkämpfer die Plünderer, erleiden dabei aber Verluste. Am Ende leben nur noch Max, der verwilderte Junge und der Pilot. Doch auch Humungus und Wez sterben, als der Lord den Truck frontal rammt. Die Zugmaschine kippt um. Aus den aufklaffenden Luken rinnt kein Benzin, sondern Sand - die Verfolgungsjagd sollte nur der Ablenkung dienen. Das Benzin wurde in Fässer umgefüllt, die vom Siedlerkonvoi transportiert werden. Der Pilot und das Wolfskind stoßen zu den Siedlern. Max bleibt allein im Ödland zurück. Der Pilot wird zum neuen Oberhaupt der Siedler. Sie finden das verheißene Land und bilden in den folgenden Jahren den großen Stamm des Nordens. Später wird der zum Mann gereifte verwilderte Junge zum Häuptling. Nur er erinnert sich noch an Max, den "Road Warrior" ...


Kringels Meinung

"Mad Max II" ist einer jener Filme, die meine Vorstellungswelt maßgeblich mitgeprägt haben. Ich weiß heute nicht mehr, wie ich es geschafft habe, damals ins Kino oder an die Videocassette zu kommen. Der Film war seinerzeit nicht jugendfrei, die ungekürzte Heimkinoveröffentlichung war bis 2007 indiziert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch keine 16 war, als ich den Film erstmals gesehen habe. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich den ersten "Mad Max" - Film übrigens noch nicht. Der war ebenfalls indiziert, und zwar sogar bis zum Jahre 2015. "Mad Max II" als pubertierender Jugendlicher zu sehen und das auch noch Anfang der Achtziger, als vergleichbare Werke mit Weltuntergangsthematik bestenfalls dünn gesät waren - das war schon etwas ganz Besonderes, ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe mir den Film seitdem immer wieder mal reingezogen, jetzt nach dem Erwerb der Trilogie-Box, die anlässlich der Listenstreichung des ersten Films im Jahre 2015 veröffentlicht wurde, noch einmal. Und ich kann sagen, dass "Mad Max II" ausgesprochen gut gealtert ist! Inzwischen sind postapokalyptische Szenarien natürlich ein alter Hut, wofür nicht zuletzt die "Mad Max" - Trilogie selbst gesorgt hat. Abgesehen von unzähligen Plagiaten, die nach "Mad Max II" veröffentlicht worden sind, haben dieser Film und "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" geradezu stilbildende Wirkung gehabt. Wer zum Beispiel die Fallout - Spiele kennt, wird sich beim Anblick der dort als "Raider" bezeichneten Plünderer sofort an Wez und die anderen Typen in Humungus' Gefolge erinnert fühlen.

Ich war damals von der Mischung aus äußerst düsterer Endzeitstimmung, epischer Einzelgänger-Romantik und (für damalige Verhältnisse) brutaler Gewalt absolut begeistert, und Spaß macht der Film definitiv auch heute noch. Das liegt zum Großteil an der nur durch kurze Ruhephasen unterbrochenen Action. Im Gegensatz zum ersten Film gibt es hier keine Längen. Es werden viele brachiale Verfolgungsjagden mit bizarr aufgemotzten Autos und Buggys geboten sowie knackige Kämpfe, die aufgrund des Munitionsmangels hauptsächlich mit Armbrüsten, Harpunen und improvisierten Waffen ausgefochten werden. Ein Stunt ist spektakulärer als der andere! Die Gewaltdarstellung hat die nötige Härte und war wie gesagt seinerzeit ausreichend für eine Indizierung. Heutzutage ist man selbst aus Fernsehserien ganz andere Kaliber gewöhnt, aber die entsprechenden Szenen erfüllen durchaus ihren Zweck. Einen nicht unerheblichen Teil der Faszination macht zweifellos der Look der in die Barbarei zurückgefallenen Plünderer aus. Ihre aus den verschiedensten nicht immer zueinander passenden Einzelteilen zusammengestoppelten Klamotten, die recht oft so aussehen, als hätten sich ihre Träger in Läden für BDSM-Bedarf bedient, die Irokesenschnitte, Gesichtsbemalungen usw., das furchteinflößende Erscheinungsbild des Humungus ... das alles ist total ausgeflippt, passt aber wunderbar ins Gesamtbild. Zu guter Letzt muss ich die stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen sowie das tolle Raffinerie-Set loben.

Mel Gibson spielt den wortkargen und von Anfang bis Ende ziemlich unfreundlichen, dennoch charismatischen und verdammt coolen Max zwar mit einem Minimum an schauspielerischem Aufwand, aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen hundertprozentig überzeugend. Bruce Spence ist mit seiner fast schon clownesk übertriebenen Spielweise ein prima Gegenpol für den zurückhaltenden Helden. Vernon Wells ist in der Rolle des völlig durchgedrehten Wez sehr überzeugend, während sich Kjell Nilsson ganz auf seine Stimme (d.h. ich nehme an, dass er von einem anderen Schauspieler synchronisiert wurde) und die Muskeln verlassen muss. Da er die Maske nie ablegt, wird er zur mysteriös-bedrohlichen Figur. Einer spielt sie aber alle an die Wand, und das ist der Hund! Wenn das aufgeweckte Tier in einer Szene dabei ist, stiehlt es allen Menschen die Show.

Natürlich hat der Film auch Schwächen. Die Handlung sehr dünn und dient im Grunde nur dazu, die Actionszenen irgendwie miteinander zu verknüpfen. Sie erinnert sehr an den klassischen Westernstoff der von Indianern belagerten Siedlung im Wilden Westen, die schließlich von einem wortkargen Fremden gerettet wird. Die Story ist auch nicht wirklich durchdacht, denn es ist nicht gerade logisch, dass man in einer Welt ohne Benzin immer noch die ganze Zeit mit PS-Boliden durch die Gegend rast.


DVD-/Blu-ray-Features

Wie bereits erwähnt war "Mad Max II" lange inidziert. Vor 2007 waren unterschiedliche Schnittfassungen auf DVD erhältlich. Die ab 16 Jahren freigegebene DVD ist stark gekürzt, fast alle Gewaltszenen wurden entfernt. Die DVD mit FSK-18-Siegel soll der ursprünglichen Kinoversion entsprechen. Es gibt aber eine noch etwas längere Fassung. Bei der 18er DVD fehlt eine kurze Szene, in der Wez versucht, den vom Wolfsjungen geworfenen Bumerang aus der Stirn seines blonden Begleiters zu ziehen. Auch die Szene, in der Wez sich einen Pfeil aus dem Arm zieht, ist minimal kürzer. Diese beiden Szenen sind in der ab 16 Jahren freigegebenen Blu-ray enthalten.

Die DVD enthält keinerlei Extras. Die Blu-ray ist zusammen mit dem ersten und zweiten Film in einer Trilogie-Box erhältlich. Sie bietet neben einem Audiokommentar von Regisseur George Miller und Kameramann Dean Semmler eine kurze Einleitung des Filmkritikers Leonard Maltin. Er geht darauf ein, dass "Mad Max" in den USA seinerzeit kaum beachtet worden ist, der zweite Teil der Trilogie aber ein Riesenerfolg war. Die Blu-ray überrascht mit teils richtig guter Bildqualität. Bei in der Nacht spielenden Szenen ist das Bild grobkörnig, aber das ist sicherlich den Aufnahmebedingungen geschuldet.


Screenshots (DVD-Version)


Mad Max II

Max Rockatansky



Hund



Der Hubschrauberpilot



Humungus



Wez freut sich auf sein nächstes Opfer



Die Raffinerie



Pappagallo und Max



Die Kriegerin vertraut Max nicht



Das Wolfskind



Sunshine Coast - das gelobte Land


J. Kreis, 12.01.2016




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme