Matrix Reloaded


Matrix Reloaded (USA 2003)

DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 132 Minuten

Extras
- Preload - Hinter den Kulissen
- The Matrix unfolds - Das Matrix-Phänomen
- The Freeway-Chase - Entstehung der Autobahnsequenz
- Get me an Exit - Von Matrix inspirierte Werbung
- What ist the Animatrix?
- The MTV Movie Awards Reloaded
- Internet-Links

Regie:
Andy und Larry Wachowski

Hauptdarsteller:
Keanu Reeves (Neo)
Carrie-Anne Moss (Trinity)
Laurence Fishburne (Morpheus)
Hugo Weaving (Agent Smith)
Harry J. Lennix (Lock)
Gloria Foster (Orakel)
Randall Duk Kim (Schlüsselmacher)
Lambert Wilson (Merowinger)
Monica Bellucci (Persephone)
Helmut Bakaitis (Architekt)
Jada Pinkett Smith (Niobe)
Adrian und Neil Rayment (Die weißen Zwillinge)




Story

Seit Neo an der Seite von Zion gegen die Maschinen kämpft, konnten in kurzer Zeit so viele Menschen aus der Matrix befreit werden wie niemals zuvor. Neo genießt - mehr zu seinem Leidwesen - in Zion so etwas wie den Status eines Messias, dem teilweise schon religiöse Verehrung zuteil wird. Menschen bringen ihm Opfergaben dar, bitten ihn um Schutz für sich selbst oder ihre Angehörigen und sind davon überzeugt, daß er den Krieg gegen die Maschinen beenden wird. Auch Morpheus ist nach wie vor fest davon überzeugt, daß Neo der "Eine" ist, der laut einer Prophezeihung Freiheit für die Menschen bringen wird. Diesen Glauben hat Morpheus auch bitter nötig, denn die Maschinen haben bereits mit einem Großangriff auf die tief im Erdinneren liegende Stadt Zion begonnen. 250.000 Killerdrohnen - für jeden Einwohner Zions eine - warten nur darauf, bis groß angelegte Bohrungen die letzte freie Stadt erreichen, um dann jeden einzelnen Menschen zu töten, der dort lebt. Zwar kann Morpheus die Menschen mit seinem Optimismus anstecken, aber einige glauben nicht daran, daß der Kampf nur innerhalb der Matrix entschieden werden kann. Insbesondere Lock, der Kommandant der Verteidigungskräfte Zions, sieht die Dinge - wie er meint - realistischer. Er beugt sich deshalb nur widerwillig dem Druck des Senats, der entscheidet, daß einige der dringend für die Verteidigung benötigten Hovercrafts abgezogen werden, um Neo die Durchführung einer Mission in der Matrix zu ermöglichen, welche nach der Überzeugung von Morpheus über Sieg oder Niederlage entscheiden wird.

Neo, der in seinen Träumen immer wieder Trinitys Tod in der Matrix sieht, kehrt in die Computerwelt zurück, um das Orakel zu treffen. Dort hat er es allerdings nicht nur mit stärker gewordenen Agenten-Upgrades zu tun, sondern auch mit seinem alten Bekannten: Agent Smith. Eigentlich hätte der gelöscht werden müssen, weil Neo ihn besiegt hat, doch dem hat sich Smith widersetzt. Jetzt ist er nicht mehr Teil des Systems - Neo hat ihn sozusagen befreit. Mehr noch: Smith hat jetzt die Fähigkeit, sich selbst zu replizieren. Dazu infiziert er wie ein Computervirus andere Programme, die sich danach in seine Ebenbilder verwandeln. Es gelingt einem dieser Smiths sogar, einen "Ausgang" aus der Matrix zu benutzen und sein "Bewußtsein" in den Körper eines Bewohners von Zion namens Bane zu versetzen. Davon ahnen die Menschen aber natürlich nichts. Als Neo seine erste Begegnung mit einer ganzen Horde von Smith-Klonen hat, kann er sich der Niederlage nur durch Flucht entziehen - er fliegt einfach davon.

Neo erfährt vom Orakel, daß er zur "Quelle" der Matrix zurückkehren muß, um die Prophezeihung zu erfüllen. Ihre Worte bleiben weitestgehend kryptisch, aber einen konkreten Auftrag gibt das Orakel Neo doch. Er muß den Schlüsselmacher finden, um Zugang zur "Quelle" zu erhalten. Der Schlüsselmacher wird jedoch vom "Merowinger" gefangen gehalten, einem besonders extravaganten Programm aus der Maschinenwelt, das sich dem Genuß und dem schönen Leben in der Matrix verschrieben hat. Durch die Gefangennahme des Schlüsselmachers hofft er, noch mehr Macht zu erlangen. Trinity und Morpheus begleiten Neo, als dieser den Merowinger aufsucht. Der Merowinger zeigt sich wenig kooperationsbereit, doch seine Frau Persephone, die ihn und seinen Egoismus satt hat, hilft Neo gegen ein angemessenes Entgelt. Neo muß sie so küssen, wie er Trinity küssen würde, damit sie sich wieder daran erinnern kann, was Liebe für ein Gefühl ist. Zu Trinitiys nicht besonders großem Vergnüngen zahlt Neo diesen Preis nach kurzem Zögern tatsächlich und so kann der Schlüsselmacher befreit werden. Das ruft sofort den Merowinger und seine Schergen auf den Plan. Während Neo sich um einige Widersacher kümmert, fliehen Morpheus und Trinity mit dem Schlüsselmacher, wobei sie von den Leibwächtern des Merowingers, den weißen Zwillingen, verfolgt werden. Diese Programme können sich selbst in so etwas wie Geister verwandeln. Dadurch können sie Hieben und Schüssen entgehen, Wunden sofort verheilen lassen und feste Objekte durchdingen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd auf einer Autobahn, in die sich auch noch mehrere Agenten einmischen, bringt man den Schlüsselmacher endlich in Sicherheit. Er erläutert die weitere Vorgehensweise, die sofort in die Tat umgesetzt wird.

Damit Neo die Tür zur "Quelle" durchschreiten kann, ohne dabei sämtliche Alarmsysteme auszulösen, müssen mehrere Energiestationen und ein Notaggregat ausgeschaltet werden. Diesen Job übernehmen die Crews von anderen Hovercrafts. Neo und Morpheus begeben sich währenddessen durch "Hintertüren" auf die Programmiererebene der Matrix, wo sie kurz von einigen Smith-Klonen belästigt werden. Endlich erreichen sie aber die besagte Tür. Kurz vor dem Ziel wird der Schlüsselmacher zwar noch von den Smiths erschossen, aber er erfüllt seine Aufgabe, indem er Neo den entscheidenen Schlüssel übergibt. Leider fällt in dieser wichtigen Phase ein Hovercraft den Maschinen zum Opfer, bevor die noch in die Matrix eingeklinkten Menschen ihre Mission vollenden können. Trinity, die Neo versprechen mußte, der Matrix fernzubleiben, loggt sich sofort ein, um die Stromversorgung endgültig abzuschalten. Sie hat Erfolg, wird aber von einem Agenten gejagt und muß aus dem Fenster eines Hochhauses springen. Im Sturz wird sie von einer Kugel ins Herz getroffen. Neo durchschreitet die Tür und steht unvermittelt dem Architekten gegenüber, einem Über-Programm, von dem die Matrix erschaffen worden ist. Der Architekt eröffnet Neo, daß er nur einer von vielen Auserwählten ist, die zur "Quelle" zurückgekehrt sind - immer wieder wurde Zion ausgelöscht und anschließend neu aufgebaut. Neo hat die Wahl zwischen zwei Türen. Eine führt zur Quelle. Durchschreitet er die andere, um Trinity zu retten, wird jeder an die Matrix angeschlossene Mensch sterben. Neo entscheidet sich für Trinity und holt sie mit seinen besonderen Kräften ins Leben zurück.

Außerhalb der Matrix erfährt Neo, daß ein Gegenangriff der Verteidigungskräfte Zions gescheitert ist. Bane hat die Verteidigungssysteme sabotiert, so dass fast alle Hovercrafts vernichtet wurden. Neo und seine Gefährten müssen ihr Hovercraft verlassen - das Schiff wird von Maschinen zerstört. Neo weiß nicht, was er jetzt tun soll. Für Morpheus bricht eine Welt zusammen. Die Jäger heften sich an Neos Fersen, doch etwas ist anders. Diesmal kann er die Maschinen spüren. Mehr noch: Er kann sie aufhalten, genau so, wie er in der Matrix abgefeuerte Pistolenkugeln stoppen kann. So rettet er sich und seine Freunde, fällt dann aber ins Koma.

Fortsetzung folgt...


Kringels Meinung

Ich muß sagen: Ich war kaum jemals von einem Film so enttäuscht wie von diesem Sequel. Gut, man erfährt ein paar mehr Details über die Matrix, aber mußte das in derart quälend langen, bedeutungsschwangeren, bierernsten und hölzernen Dialogen sein? Wer ist denn nach zwei Stunden Action noch in der Lage, sich auf diesen fürchterlich geschwätzigen Monolog des Architekten zu konzentrieren, den man auch in drei Sätzen hätte zusammenfassen können? Zwischen den Actionsequenzen schleppt der Film sich schwerfällig dahin und der Rave in den Höhlen Zions hat meine Geduld auf eine besonders harte Probe gestellt.

Und die Actionszenen selbst, auf die es den Regisseuren offenbar besonders angekommen ist... Die sind durch die Bank einfach viel zu lang. Da möchte man ein Goethe-Zitat anbringen: "Getretener Quark wird breit, nicht stark". Man soll mich nicht falsch verstehen! Ich mag Martial-Arts-Sequenzen, aber nicht dann, wenn sie endlos wiederholt werden. Bestes (oder schlechtestes) Beispiel ist Neos Kampf gegen die hundertköpfige Smith-Familie. Wäre diese Szene nur halb so lange gewesen, hätte man sie noch ertragen können. Besonders peinlich wird diese Szene dann, als offensichtlich nur noch computeranimierte Figuren gegeneinander antreten, aber keine Schauspieler bzw. Stuntmen mehr. Wer hat eigentlich diese unglaublich schlechten CGI-Figuren zu verantworten? War kein Geld mehr für bessere Programmierer übrig? An diesen Knetmännchen wirkt ja noch nicht einmal die sonnenbebrillte Dauercoolness überzeugend, welche in diesem Film ebenso übertrieben wird wie alles andere! Auch in anderen Szenen sieht man den Figuren ihre Herkunft aus dem Computer allzu deutlich an. Man kann nicht mal zur Entschuldigung anführen, daß sich ja auch alles in einer virtuellen Realität abspielt, denn wenn das gewollt gewesen wäre, dann hätte man alle Matrix-Szenen in diesem Stil halten müssen. Einziges Positivbeispiel für solche Sequenzen ist die Autobahn-Verfolgungsjagd. Die ist zwar auch viel zu lang, aber immerhin hat man sowas zuvor noch nicht gesehen. Einige weitere CGI-Sequenzen sind durchaus ansehnlich, etwa wenn die Nebukadnezar in Zion einfliegt oder wenn die Maschinen angreifen.

Insgesamt bietet der Film, ganz im Gegensatz zum ersten Teil, nichts neues. Alle Elemente, die den Reiz des Vorgängers ausgemacht haben, werden einfach nur vervielfältigt und übersteigert. Leider verpufft dadurch vieles wirkungslos und sorgt nur für Langeweile, weniger wäre wieder einmal mehr gewesen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Trinity und Neo ist nur Beiwerk und sie rührt mich kaum. Sie wurde wohl nur deshalb fortgeführt, weil sie eben dazugehört und damit die Helden vor lauter Coolness nicht allzu emotionslos wirken. Die besten Szenen hat noch Trinity mit ihrem hoffnungslosen Kampf gegen den Agenten - da kann man mitzittern. Auch Morpheus darf mit seinem Katana für einige gute Szenen sorgen. Wenn Super-Neo gegen Agenten antritt, dann steht das Ergebnis dagegen sowieso schon im vornherein fest, dann muß man nicht erst eine Viertelstunde lang zusehen, wie sie aufeinander einprügeln. Ach so: Die Handlung. Tja. Die ist so dünn, würde man den Film auf sie begrenzen, dann wäre er vielleicht eine halbe Stunde lang...

DVD-Features

"Preload" ist eine Art besonders schnell geschnittenes Making of mit Szenen von den Dreharbeiten, dem man kaum folgen kann und auch bald nicht mehr folgen will, weil die interviewten Schauspieler und sonstigen Personen kaum etwas anderes von sich geben als "der Film wird so toll", "nie gesehene Effekte", "lauter, schneller, größer" und so weiter. Eine richtige Dokumentation der Dreharbeiten darf man da nicht erwarten.

"Freeway Chase" zeigt eine geschlagene halbe Stunde lang ausschließlich die Entstehung der Autobahn-Verfolgungsjagd und ist sehr interessant, wenn auch viel zu schnell geschnitten, so daß man sich kaum etwas in Ruhe ansehen kann. Es ist schon kaum zu glauben, welche echten Stunts auf diesem eigens für den Film gebauten (!) Autobahnabschnitt gemacht worden sind, wieviele reale Autos dafür zerstört wurden und wie geschickt in diesen Szenen dann computergenerierte Fahrzeuge und andere Objekte eingefügt worden sind, die man im Film gar nicht als CGI erkennt. Witzig fand ich den Gesichtsausdruck von Laurence Fishburne bei manchen Stunts. Ich glaube, der Mann hatte wirklich Angst...

Zum Weglachen ist die Matrix-Parodie, die anläßlich der MTV-Movie-Awards 2003 produziert worden ist und in der Justin Timberlake und Seann William Scott (Stifler aus "American Pie") sich durch die Matrix kämpfen müssen, bevor sie endlich ihren Job als Gastgeber der Awards antreten dürfen. Genial werden hier einige Szenen aus dem Film nachgestellt bzw. mit Aufnahmen der Schauspieler vermischt und auf die Schippe genommen.

Die anderen Extras sind nicht weiter erwähnenswert, allenfalls noch das Making of des Matrix-Videospiels, dessen Echtfilm-Zwischensequenzen mit ebensoviel Aufwand hergestellt worden sind wie der Kinofilm - genaugenommen wurden diese Sequenzen gleichzeitig gedreht, mit allen Schauspilern aus dem Film! Man sollte sich durch diesen Beitrag aber nicht zum Erwerb des Spiels verleiten lassen, denn es ist trotz des großen Aufwands ziemlich schlecht.


J. Kreis




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme